am 16. September in der Rheinischen Post
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Wenn Hamed Abdel-Samad Mohamed als gefährlichen Propheten bezeichnet, einen Menschen, der sich selbst überschätzt habe, von Paranoia verfolgt war, kritikunfähig dahinregierte und stets zum Beleidigtsein neigte (DIE ZEIT, 17. September 2015), dann ist klar, dass an dieser Stelle eine massive, nie endende Konfrontation aufgebaut wird. Das würde auch gelten, wenn solche Eigenschaften durch eine verantwortungsbewusste Geschichtsschreibung überliefert wären. Doch was ist schon verantwortungsbewusst. Wir können davon ausgehen, dass die Bibel unzählige Male nach dem Gusto der jeweils herrschenden Kirchenfürsten umgeschrieben und damit natürlich verfälscht wurde. Mit höchster Wahrscheinlichkeit ist Entsprechendes auch mit dem Koran geschehen. Gleichwie: Würde heute – nach den Maßstäben von Abdel-Samad – eine „Durchleuchtung“ von Jesus vorgenommen, dann ständen die Christen Kopf. Denn Jesus kam auch nicht nur barmherzig, sondern oft genug mit dem Schwert daher. Was – ähnlich wie die ins Feld geführten Aufrufe Mohameds – Kriege ohne Ende generierte. Man denke nur an die Kreuzzüge, den Dreißigjährigen Krieg etc..
Was ich sagen will: Wer ähnlich wie Carlie Hebdo dem Propheten auf den Kopf spuckt, statt eine glaubwürdige Diskussion mit den religiösen Gegnern zu führen (und diese auch in Rede und Gegenrede zu dokumentieren), wird weder die Masse der Muslime, noch mich überzeugen. Wer sagt mir denn, ob die Vorwürfe, die Abdel-Samad erhebt, tatsächlich berechtigt sind – und keine Geschichtsklitterung, respektive: keine wütende Reaktion auf seine, die eigene Ausgrenzung darstellen? Natürlich muss uns ein Mohamed, der seine Untertanen auf Tiefste indoktriniert, zu sklavischem Gehorsam verpflichtet und in endlose Kriege geführt hat, zuwider sein. Doch genau dasselbe gilt für diejenigen, die pro Christentum Millionen von Menschen zwangsmissioniert und ermordet haben. Religionen waren und sind stets mit Gier und Machtwahn, also urmenschlichen Eigenschaften, liiert. Kein Wunder, wenn Entgleisungen vorprogrammiert sind.
Doch worum geht es wirklich? Darum, dass sich die Protagonisten der großen Religionen nicht nur um eine zeitgemäße Auslegung von Koran und Bibel bemühen, sondern jeglichen Willen zur Auslöschung der jeweils „gegnerischen“ Religionen (und der dazu gehörenden Menschen) aufgeben müssen. Die Vertreter aller Religionen sollten sich heute bemühen, Frieden zu stiften, Sicherheit/Geborgenheit zu vermitteln und Barmherzigkeit zu üben. Das ist mit Blick auf die gegenwärtige Flüchtlingswelle besonders wichtig. Was nämlich sollen Syrer und Iraker denken, wenn ihnen mit Abdel-Samad die blanke Wut, sprich: die totale Infragestellung ihrer religiösen Grundlagen entgegenschlägt? Beispielsweise bei Youtube – und ausgerechnet mit der Silhouette von New York (???) im Nacken. Man muss sich mit dem Koran auseinandersetzen. Richtig. Man muss die Bibel (auf dieselbe kritische Weise) auseinandernehmen. Richtig. Man muss Kirche und Staat konsequent trennen und Glaubens- wie Unglaubensfreiheit garantieren. Auch richtig. Was man auf keinen Fall tun sollte: Menschen wie Abdel-Samad blind vertrauen. Mir scheint, er ist zum (manipulierten) Gegenstück der islamistischen Hassprediger geworden, zu einem Menschen, der seinen Glaubensbrüdern jegliche Hoffnung nimmt, dass der Islam irgendwo OK sein könnte. Das ist intolerant, das ist idiotisch!
… haben
die Quadratur
des Gesichtskreises erreicht.
Sie proben
die Allgegenwärtigkeit
der Glotze,
deren dringauflichste
Verblindung
und Gleichscheltung
mit dem inneren Auge
Ein Fass
ohne Boden-
haftung:
Was Hänschen nicht leert
Leert Hans
klaglos.
Niemand predigt Wasser
und weint heimlich
ins Plüschsofa.
Gut geht’s und
Früh übt sich,
was ein Meister …
Morgens den Königsschinken
Mittags den edlen Braten
Und abends
den Bettelbrief
des Mieters.
Wieder ist
die Wünschelrute
der Vater
des Gedankens.
Was sie ihm
heute besorgt,
verschiebt er morgen
ins Flattergewand.
Vergeblich ihr Flehen
nach Morgenstund
mit nichts im Mund.
Dem Glücklichen
schlägt kein Hund an,
nur den letzten
beißen die Stunden
ins Gesicht,
Ihm ist nicht
aller Tage
Asyl.
Billig
ist bitter
und was der Bauer
nicht melkt
frisst ihm
die Haare
Von Kopf
bis Fuß
sieht ihn niemand
und sein täglich Brot
wird teuer.
Guten Rat gibt es
heut nimmer
Da hoffe,
wer die Bäume
in den Himmel
und die Wolle
mit Fell
vom Balg zieht
Wem Ohren
wachsen,
der wird unser Gras
hören.
Wieder
hat der blasse Mond
sein Gesicht
meiner Seele aufgehängt.
Wieder hat er diese Nacht
mit der Helle seiner Meere
sich ins Bett zu mir gedrängt.
Was ist, wenn wir morgen
Wasser füllen
in dieselben?
Macht er dann
ein Blaugesicht,
statt mich immer wach zu gelben?
Dass ein Mann wie Ischinger (Leiter der Münchener Sicherheitskonferenz) auch nur erwägt, eine Kampftruppe der Bundeswehr nach Syrien zu verlegen, zeugt von Irrsinn http://www.rp-online.de/politik/bundeswehr-in-syrien-waere-ein-deutscher-kampfeinsatz-im-is-gebiet-sinnvoll-aid-1.5397076. Denn jeder sachlich Eingeweihte versteht längst, dass mit noch mehr Parteien, mit noch mehr Krieg vor Ort nichts, aber auch gar nichts gelöst werden kann. Im Gegenteil: Der Strom der Flüchtlinge würde weiter anschwellen. Ich hasse die Leute, die glauben, dass man die Probleme auf der welt mit der Waffe in der Hand lösen kann, und ich hoffe, dass sich dieser Hass ausbreitet. Immerhin hat es seit dem zweiten Weltkrieg keinen militärischen Konflikt gegeben, der Frieden schuf. Aber unendlich viele Waffen und Granaten, die Produzenten und Exporteure reich machten – vor allem auch in Deutschland http://www.zeit.de/2014/37/waffen-ruestungsexporte-sturmgewehr-g3 .
http://www.stoerfall-zukunft.de/?p=368
http://www.stoerfall-zukunft.de/?cat=4
Die Perfidie nimmt ihren Lauf: Fraport schickt sich an, 14 griechische Regionalflughäfen zu übernehmen, womit der griechische Tourismus eine der wenigen verlässlichen Einnahmequellen verliert http://www.tagesschau.de/wirtschaft/griechenland-privatisierung-flughaefen-101.html. Schuld an dieser Katastrophe ist diesmal weder eine gierige Heuschrecke, noch eine mysteriöse Fondgesellschaft, sondern der deutsche Staat. Denn dem gehört die Fraport AG mehrheitlich. Trotz massiver Proteste gewinnt die Privatisierung auch anderweitig an Fahrt. Schuld daran sind Schäuble und Co, die massiv auf den Verkauf griechischen Tafelsilbers bestanden und das jetzt durchsetzen helfen. Die Griechen zum Ausverkauf zu zwingen, wenn die Erlösmöglichkeiten – wegen der Zwangslage (schnellstmöglicher Verkauf) – ihren Tiefststand erreichen, heißt nur eines: Schäuble, Merkel und Co. wollen kein Europa. Sie wollen Griechenland weiter demütigen, seine Zahlungsfähigkeit endgültig untergraben.
In der aktuellen Flüchtlingspolitik spiegelt sich das: Auch hier sind deutsche Konzerne am Drücker. Man wird Fachkräften unter den Migranten Niedriglöhne anbieten und gleichfalls tolle Profite einfahren. Menschen ohne „zielführende“ Ausbildung wird man dem Staat, sprich: dem Steuerzahler, überlassen.
Nachtrag vom 15. September 2015: insel, Häfen, Wasserwerke etc. geraten ebenfalls unter den Hammer http://www.zdf.de/frontal-21/privatisierung-von-staatseigentum-in-griechenland-40095812.html
Am 31. Oktober 2015 kommt Marianne Faithfull ins Capitol Theater Düsseldorf
… bei der Groß-Demo am 10. Oktober gegen TTIP & CETA in Berlin. Ablaufpläne und Fahrangebote unter
http://duesseldorf.verdi.de/service/veranstaltungen/++co++fb286c6e-2b99-11e5-ae82-525400248a66
Alle Übelkeiten zu TTIP und CETA: https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/?gclid=CL7BtOeE1L4CFfMftAod7GgADQ