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Verschwenden, wegwerfen – bloß nicht reparieren!

Es stinkt zum Himmel, ist aber KAP-typisch: Viele Hersteller verkürzen die Lebensdauer ihrer Produkte durch eingebaute Schwachstellen und behindern deren Reparaturfähigkeit sowie den Austausch defekter Teil durch bewusste konstruktive Fehlgestaltung. Sie erschweren darüber hinaus den Zugang zu Ersatzteilen durch künstliche Verknappung und Verteuerung und unterstützen Reparaturen nur dann, wenn sie im eigenen Netzwerk erfolgen. Das gegen den ausdrücklichen Widerstand der Unternehmen/Konzerne geforderte Recht auf Reparatur ist ein kleiner Schritt in die richtige, die nachhaltige Entwicklung. Doch noch schließt es in Deutschland vor allem die Geräte aus, für die ein extrem steigender Bedarf beobachtet wird: PCs und Smartphones.

Frankreich ist da einen großen Schritt weiter.

https://presseportal.zdf.de/pressemitteilung/mitteilung/kampf-dem-elektroschrott-zdfzoom-ueber-reparatur-rechte/

https://www.youtube.com/watch?v=l97P8iZipXw

 

Die Kirchen sind reich, wollen aber weiter ausbeuten

Wenn es selbst in CoronaZeiten nicht gelingt, den Pflegenotstand zu beseitigen, wird er wohl auf Ewigkeiten festgeschrieben bleiben https://www.campusnaturalis.de/magazin/fachkraeftemangel-in-der-pflege-gibt-es-loesungen-fuer-das-dilemma/. Uns fehlen derzeit über 30.000 und 100.000 Kräfte* in der Altenpflege, und die noch tätigen 1,1 Millionen sollen unter gleichbleibenden Bedingungen weiter schuften. Nur 70.000 können hoffen, dass sich aus der Tarif-Vereinbarung zwischen Verdi und den im BVAP organisierten Arbeitgebern signifikant bessere Verhältnisse ergeben (der Stundenlohn steigt für gelernte Pflegekräfte bis 2023 auf 18,75 Euro, für Hilfskräfte auf 14,40 Euro, der Urlaubsanspruch von 20 auf 28 Tage) https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/was-ist-systemrelevanz-wert. Wie schön und wichtig wäre es doch, wenn man die aus der Branche geflohenen Arbeitskräfte auf Basis dieser Bedingungen zurückgewinnen könnte. Ganz zu schweigen von der notwendigen Legitimierung ausländischer Arbeitskräfte (!!!).

Ich betrachte es geradezu als Schande, dass ein durchgängiger Flächentarifvertrag für die Pflege am Widerstand beider Kirchen gescheitert ist https://www.fr.de/politik/altenpflege-pflege-caritas-verdi-tarifvertrag-heil-gewerkschaft-bvap-kritik-arbeitgeber-90220105.html. Barmherzigkeit ist hier offenbar brutaler Rechenkälte zum Opfer gefallen – wie so oft.

Nimmt man hinzu, dass private Fonds den PflegeMarkt (was für ein Wort?) neoliberal aufmischen, sprich: monopolisieren, filetieren und zur Plattform profitbringenden Verhökerns machen, dann wird das Elend gänzlich deutlich. Nordic Capital, Waterland, Chequers Capital, Oaktree und Carlyle teilen sich auch den deutschen Kuchen, und Waterland entblödet sich nicht, ein Gewinnziel von bis zu 30% auszuhängen („der Freitag“ – Schwester Heuschrecke, Seite 06).

Hat man unter dieser Prämisse die in der Pflege Arbeitenden auf Niedrigstlöhne getrimmt, dann sind schlicht die Patienten dran. Deren Eigenanteil an der Finanzierung ihres Seins steigt unaufhörlich. Zudem spottet die Versorgung jeder Beschreibung. Nicht nur, dass zu wenige Menschen da wären, die sich um sie kümmerten. Nein: Auch am Essen wird gespart. Ich habe es aus erster Hand: Was da zum Abend serviert wird, ist beschämend. Immer dieselbe, ungesunde Wurst, immer der derselbe ekelhafte ScheiblettenKäse plus WeizenToast – ungetoastet. Oder DrecksNahrung für Leute, die frisch am Darm operiert sind (Dabei gibt es alles, was in dieser Sphäre gebraucht wird. Die Vielfalt deutscher Lebensmittel sprengt jede Vorstellung – ich denke da an vierzig bis fünfzig Sorten Käse! Aber das kostet natürlich).

Ich habe es immer schon gefordert: Die Daseinsfürsorge – und dazu gehört in erster Linie die Pflege – gehört nicht in private Hände. Denn private Träger sind nicht nur bemüht, ihr Unternehmen zu erhalten (was ihnen jeder schnell zubilligen würde), sie wollen auch Profit – ja allermeist sogar MaximalProfit –  machen. Doch wie soll das klappen, wenn nicht auf Kosten der Belegschaften und Patienten? Wir haben es hier mit einem Krebsschaden zu tun, der sich ständig weiter ausbreitet. In den letzten zwanzig Jahren hat sich die Zahl der privaten Betreiber von Alten- und Pflegeheimen verdoppelt. Gleichzeitig sind private und kirchliche Betreiber von Heuschrecken wie Waterland & Co auch in die Zange genommen und zum Verkauf genötigt worden. Was oft genug damit einherging, dass man ihnen die eingebrachten Immobilien abluchste und meistbietend am Markt verhökerte. Mit der Folge, dass die zum Verkauf genötigten Betreiber gezwungen waren, auch noch Mieten zu zahlen. Womit sich der beschriebene Druck auf Pflegekräfte und Patienten noch einmal erhöhte.

*die Spreizung ist vor allem auf die unsichere Situation bei ausländischen Pflegekräften begründet, die zu fast 90% illegal in Deutschland arbeiten (300.000 bis 500.000 Personen). Viele von ihnen sind wegen Corona in ihre Heimatländer zurückgekehrt https://mediendienst-integration.de/artikel/wo-die-meisten-arbeitskraefte-fehlen.html.

Rosa Luxemburg – ethisch und moralisch ein Vorbild

Rosa Luxemburg wäre am 5. März 2021 einhunderfünfzig Jahre alt geworden. Ihr Bild ist seither nicht verblasst. Ich halte sie für eine der tapfersten Frauen des zurückliegenden Jahrhunderts. Sie hat für die Erniedrigten und Beleidigten geschrieben, vorgetragen und gekämpft und dabei einen „Pool aus Moralvorstellungen, Gesellschaftsentwürfen und Utopien“ generiert, aus dem jeder Demokrat auch heute noch schöpfen kann.

Für den, der ihre Geschichte nicht kennt, folgendes: Luxemburg vertrat immer die Ansicht, dass der Antrieb für gesellschaftliche Umwälzungen aus der ausgebeuteten Masse der arbeitenden Bevölkerung kommen muss und dass dieser Antrieb der Masse nicht durch eine diktatorisch regierende Partei a la Lenin oder Trotzki oktroyiert werden darf. Der gesellschaftliche Wandel müsse über den Generalstreik – dann vor allem auch länderübergreifend organisiert werden. Luxemburg hat das, was unter Lenin geschah, nicht gebilligt und war deshalb als Abweichlerin geächtet worden.

Konkret forderte sie, politische Räume zu schaffen und zu erhalten, in denen die Freiheit des Anders-Denkenden als höchstes Gut geschützt wird. Als Sprechender sollte auch der Feind unangetastet bleiben. Nur in dem Raum des Frei-Sprechens könnten sich Selbstermächtigung und Selbstbestimmung entfalten. Demokratie war für Luxemburg keine Durchgangsstufe, und die Diktatur des Proletariats sollte geprägt sein durch „eine freie, ungehemmte Presse, ungehindertes  Vereins- und Versammlungsleben …“

Luxemburg forderte von den Menschen, in Wahrheit zu leben und zu handeln. Luxemburgs Wahrsprechen erfolgte aus dem Marxismus heraus, den sie weder als reine Lehre, noch als Orden der Überzeugten, weder als formalisierte Ideologie, noch als bloßes politische Instrument sondern real in der Lebenspraxis verankert sah.

Gleichwohl mutet vieles, was Rosa Luxemburg in eine neue sozialistische Gesellschaft projizierte, utopisch an. Zwar vermochte sie im Januar 1919 festzustellen, dass die Arbeiterklasse für ein Rätesystem nicht reif genug war und setzte auf Zeit …. https://www.stoerfall-zukunft.de/kaisersturz-raeterepublik-und-rosa-luxemburg/. Dies in der Hoffnung, dass man die Unterprivilegierten soweit bilden könne, dass sie sich ihrer eigenen Kraft bewusst und in die Lage versetzt würden, ein ganzes Rätedeutschland zu lenken (sie folgte immer der Marx-Engelschen These, dass die Arbeiter keineswegs zu ungebildet seien, um sich selbst zu befreien – dass sie keineswegs der Befreiung von oben bedürften). In diesem Sinne hat sie es niemals aufgegeben, den Sozialismus als machbare Größe zu sehen und darzustellen.

In der heutigen Zeit ist die Arbeiterklasse oder das, was man ihr hier zu Lande derzeit zuordnen könnte, zersplittert und noch weniger bereit und in der Lage, auf die Barrikaden zu gehen/einen branchen- und länderübergreifenden Generalstreik auszulösen.

Ja, mehr noch: Man muss einfach fragen: 1) Kann der über hunderttausende von Jahren verprägte Homo Sapiens überhaupt für den Sozialismus (den freiheitlichen neuer Prägung, wohlgemerkt) begeistert und tauglich gemacht werden – und wollte er das überhaupt oder sollte er es? (meine Antwort heißt nein – solange Freiwilligkeit angesagt ist – und nur diese Option kann gelten).

Und 2) Ist ein Sozialismus, der alle nur denkbaren Freiheitsrechte impliziert, mit dem derzeit auf der Erde vorhandenem Spektrum von Menschen überhaupt zu machen. Oder kommt da wieder die menschliche Ratte zum Vorschein, eben jene, die vor gut dreißig Jahren den RealSozialismus ausgehöhlt und ins Verderben getrieben hat? (Meine Antwort ist ja: diese Ratten wie Honecker, Mittag, Hager, Schürer, Schalck … wird es immer geben: Sie werden wie eh und je … clever, intelligent und brutal die Macht ergreifen und jede human gedachte, menschenwürdige Ordnung zerstören. Der moralische, sog. anständige Mensch ist weder machtbewusst, noch durchsetzungsfähig genug und folglich als Führungsfigur auf der Verliererstrecke). In diesem Sinne ist ein Verweis auf Che Guevara interessant: Auch er hat an die Schaffung eines neuen Menschen geglaubt, und ist dann verzweifelt wieder im Dschungel verschwunden. Wahr bleibt, dass selbst in der dynamischsten kulturellen Evolution besagte Wunder niemals vollbracht werden. Dass andererseits aber aus dem zutiefst menschlichen und hochwertigen Gedankengut immerfort geschöpft werden muss – um das, was wir derzeit als Gesellschaft vorfinden … besser, sprich: ethischer und nachhaltiger zu gestalten.

 

Bleibt auf dem Teppich mit eurem Identitätsgetöse!

Dieser Beitrag von Wolfgang Thierse zur Identitätskrise in unserer Gesellschaft war überfällig. Er ist beispielgebend in seiner Klarheit  https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/wolfgang-thierse-wie-viel-identitaet-vertraegt-die-gesellschaft-17209407.html. Thierse formuliert zunächst: Themen kultureller Zugehörigkeit scheinen unsere westlichen Gesellschaften mittlerweile mehr zu erregen und zu spalten als politische Diskurse über Gerechtigkeit.

Ich stimme dem Autor ausdrücklich zu. Tatsächlich wuchert überall, wo man hinschaut der Begriff der „Identität“– vor allem in rechten, aber auch in linken Lagern. Mir geht das zunehmend auf die Nerven.

Thierse hingegen steht das gut durch. Er stellt fest, dass Identitätspolitik stark polarisiert: „Ethnische, kulturelle, religiös-weltanschauliche Pluaralität, die auch in Deutschland zunimmt, ist kein Idyll, sondern ist voller Streit und Konfliktpotential“ und zur Identitätspolitik im Besonderen: „In ihrer Entschiedenheit ist sie in der Gefahr, nicht akzeptieren zu können, dass nicht nur Minderheiten, sondern auch Mehrheiten berechtigte kulturelle Ansprüche haben und diese nicht bloß als konservativ oder reaktionär oder gar als rassistisch denunziert werden sollten.“ Und fünf Sätze weiter: „Menschen, die andere, abweichende Ansichten haben und die eine andere als die verordnete Sprache benutzen, aus dem offenen Diskurs in den Medien oder aus der Universität auszuschließen, das kann ich weder für links noch für demokratische politische Kultur halten.“ Im weiteren Verlauf des Beitrags heißt es dann: „Die eigene Betroffenheit, das subjektive Erleben sollen und dürfen nicht das begründete Argument ersetzen. Biographische Prägungen, und seien sie noch so bitter, dürfen nicht als Vorwand dafür dienen, unsympathische, gegenteilige Ansichten zu diskreditieren und aus dem Diskurs auszuschließen. Opfer sind unbedingt zu hören, aber sie haben nicht per se recht und sollten auch nicht selbst Recht sprechen und den Diskurs entscheiden.“

Diese Sätze sollten sich diejenigen, die fortlaufend überschießende Gender-, Feminismus- und KorrektheitsDebatten lostreten, ja offenbar Mühe haben, die deutsche Sprache unaufgeregt zu benutzen,  strikt vor Augen führen. Thierse bringt es auch hier auf den Punkt: „Wir erleben neue Bilderstürme. Die Tilgung von Namen, Denkmalstürze, Denunziation von Geistesgrößen gehören historisch meist zu revolutionären, blutigen Umstürzen.  Heute handelt es sich eher um symbolische Befreiungsakte von lastender, lästiger, böser Geschichte. Die subjektive Betroffenheit zählt dabei mehr als der genaue Blick auf die Bedeutungsgeschichte eines Namens, eines Denkmals, einer Person, wie die Beispiele Mohrenstraße und Onkel Toms Hütte in Berlin zeigen. Weil mich der Name beleidigt und verletzt, muss er weg, das ist die fatale Handlungsmaxime. Die Reinigung und Liquidation von Geschichte war bisher Sache von Diktatoren, autoritären Regimen, religiös-weltanschaulichen Fanatikern. Das darf nicht Sache von Demokratien werden. In jedem Fall ist breite öffentliche Diskussion (und als Konsequenz: Kommentierung) sinnvoller als Zerstörung …

 

Die dritte Welle ist im Kommen

Ich hab den Eindruck, dass die Politik angesichts der SpazierMassen und der wirklichkeitsfremden Öffnungsphantasien (also auf Druck der Masse) Schulen und Kitas öffnen wird https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/rheinufer-duesseldorf-stadt-erwaegt-sperrung-grossandrang-durch-ausfluegler_aid-56359295. Gegen den ausdrücklichen Willen des Lehrerverbandes (VBE). Und das nicht stufenweise im BundesGleichschritt, sondern fahrlässig föderal. Merkel hat das Geschehen leider den Ländern überlassen müssen.

Meines Erachtens ist das Öffnen von Kitas und Schule derzeit völlig unverantwortlich. Wer mal Mathe, Physik und Biologie studiert und Drosten/Cisek von der Berliner Charite/vom Universitätsklinikum Frankfurt zugehört hat, weiß ganz genau, dass es die Mutanten sind, die ein weiteres Absinken der Inzidenz verhindern. Drosten hat bereits von 14 Tagen erklärt, dass sich die Inzidenz – sofern sie nicht von Covid-19-Mutanten beeinflusst wird – in immer kürzeren Abständen halbieren würde. Was auch heißt, dass sie jetzt schon ein Niveau um 30 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner erreichen müsste. Da dem bei gleichbleibenden Randbedingungen (Lockdown) nicht so ist, müssen die VirusMutationen für die ausbleibenden Erfolge zuständig sein. Wir befinden uns also am Anfang der dritten Welle https://www.mdr.de/wissen/corona-impfen-britische-mutante-dritte-welle-100.html. Einfach unverständlich, dass die NRW-Politiker diesen Zusammenhang noch immer nicht begreifen, geschweige denn auf ihn reagieren https://rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-oppositionschef-kutschaty-will-infrastruktur-fuer-woechentliche-tests-aller-buerger_aid-56376675?output=amp.

Ich glaube inzwischen, dass man es aus Feigheit vor dem Volk drauf ankommen lässt. Um bei erneutem starken CoronaAusbruch einfacher rigide durchregieren zu können. Das Problem ist nur, dass wir dann bei hoher Inzidenz bis zum FrühSommer ausharren und noch mehr Tote hinnehmen müssen. Auch die Impfungen werden uns bis dahin nicht retten, obwohl sie ab April forciert möglich sein dürften. Sehr wahrscheinlich ist, dass unsere Hoffnungen dann durch ein erneutes Chaos bei Lieferung, Verteilung und Impforganisation ausgebremst werden.

https://de.rt.com/meinung/113465-dritte-welle-rollt-auf-deutschland-zu/

 

Ein Korrupter, der die Korruption bekämpfen will

Bezeichnend für die in Deutschland weit verbreitete Russlandfeindlichkeit ist die Tatsache, dass über die Vergiftung und Verhaftung von Nawalny pausenlos herumgeheult und wütend diskutiert wird, dass sich andererseits aber weder die ARD, noch das ZDF oder die Rheinische Post bereit finden, die groß aufgemachten Sensationsberichte zu korrigieren, sprich: die Lügen Nawalnys deutlich herauszustellen. Ja mehr noch: Sie haben nie versucht, dem deutschen Bürger mitzuteilen, wer Nawalny eigentlich ist und wofür er neben der Korruptionsbekämpfung inhaltlich/politisch steht. Wir wissen nichts über ihn – auch nicht, ob an den Gerüchten, er sei ein Rechter, ein Antisemit, etwas dran ist. Auch nicht, wieviel Geld er von seinen westlichen Unterstützern bekommen hat und von welchem der westlichen Geheimdienste er rekrutiert wurde.Allenfalls in der FAZ finden sich Ansätze für mehr Licht in der Sache (FAZ vom 10. Februar 2021, S. 5: „Auf der Jagd nach der Klobürste“). Fest steht: Nawalny hat nicht nur den PutinPalast in einem gefakten Dreh in den deutschen SchwarzwaldStudios entstehen lassen – diesen Palast gibt es natürlich nicht. Es handelt sich vielmehr um ein im Bau befindliches LuxusHotel, das mit Putin nicht zu tun hat – er hat uns auch in einer zweiten wichtigen Sache belogen, ja, besser gesagt: für dumm verkaufen wollen. Als er nämlich mitteilte, er habe einen der auf ihn angesetzten FSB-Agenten am Telefon entlarvt https://www.stoerfall-zukunft.de/3405-2/. Auch diese lächerliche Zumutung ist breitflächig über die Medien kommuniziert worden.

Nawalny – das ist inzwischen glas klar – ist der vom Westen eingeschobene Provokateur, der das Russland-Bashing forcieren soll und dem tatsächlich für Geld jedes Mittel Recht ist, Russland zu verunglimpfen. Das Schlimme dabei ist, dass Teile der russischen Jugend diese Zusammenhänge weder verstehen, noch akzeptieren. Für uns Außenstehende ist wichtig, zwischen der „Streubombe“ Nawalny und den berechtigten Forderungen von russischen Bürgerrechtlern zu unterscheiden. Putin, der sich nach wie vor großen Zuspruchs erfreut, muss gerade deshalb Reformen ins Auge fassen. Denn dauerhafter Zuspruch ist ohne Zutun nicht zu erwarten. Putin hat schon einmal – und zwar im Falle von Chodorkowski, Abramovich und Co. – reichen und mächtigen Oligarchen die Grenzen ihrer Macht aufgezeigt. Jetzt kommt es darauf an, dass weitere kriminelle Netzwerke gesprengt werden. Korruption gibt es in jedem Land der Welt. Doch in Russland scheint sie zum Grundübel aufgestiegen zu sein. Hier muss Putin sukzessive ausdünnen – ohne selbst ausgedünnt zu werden. Das allerdings dürfte dauern.

 

Ich bin sprachlos!

Viele Dinge sind in CoronaZeiten unfassbar. So z. B., dass es die in Düsseldorf ansässige Graf-Recke-Stiftung bis 2. Februar nicht für notwendig erachtete, die Besucher ihrer Seniorenheime vor dem Eintritt in ihre Räumlichkeiten auf Corona zu testen – angeblich deshalb nicht, weil die gültige Allgemeinverfügung so etwas nicht zwingend vorschreibt. Man fragt, ob man es mit einem irren oder aber mit einem von Geiz getriebenen Betreiber zu tun hat. Oder ob es der Staat wieder einmal versäumt hat, hier klare Vorgaben zu Handhabung und Finanzierung zu machen. Man hat den Eindruck, dass ein fieses Bündnis von Verbrechern Todesstrafen für alte Mitbürger ausspricht.

So z.B. wenn man hört, dass bei der telefonischen Vergabe von Impfterminen riesige Probleme auftraten – weil man auf den natürlich erwartbaren Ansturm von impfgeilen Idioten nicht eingerichtet war. Da stellt sich doch sofort die Frage, warum jedes Bundesland die Anmeldungen mit jeweils verschiedener Technik (CallCenter, Software etc.) organisiert hat und das auch beibehält, obwohl seit drei Wochen klar ist, dass die Dinge in Schleswig-Holstein prima funktionieren. Im föderalen System klappt eben wieder nichts – wenn es um Corona geht. Scheut man sich davor zu lernen, scheut man sich davor, einer in dieser Sache erfolgreichen Firma ein kleines Monopol zu gewähren oder ist man einfach nur dämlich ??????

Ich mache kein Hehl daraus: Ich hasse die Herrschenden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Qatar und in Saudi-Arabien, weil sie quasi leistungslos gewaltige Profite aus dem Öl ziehen, ihre Bevölkerung mit zahlreichen, durch die Ölgewinne möglichen materiellen Vorzügen menschenrechtlich dumm stellen und beispiellosen Luxus walten lassen, sprich: ein Paradies für Reiche eröffnen und offen halten. Jetzt ist es für Superreiche sogar möglich, Reisen nach Dubai zu buchen, die eine Impfung gegen Covid 19 einschließen https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/corona-impfung-fuer-superreiche-dubai-reise-inkl-impfung-fuer-45000-euro,video-142180.html. Ein System, dass solch dekadente Verhaltensweise zulässt, ist moralisch bankrott. Man wünscht ihm eine Revolution – aber auf die warten wir schon seit Jahrzehnten.

29. Januar 2021: Hallo Freunde, hier wieder die aktuellen Schlagzeilen aus dem BLOGhaus

 

Das Corona-Bulletin :

 

Erbärmliches Tauziehen zwischen EU und AstraZeneca

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/astrazeneca-eu-impfstoff-101.html

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/ema-empfehlung-astrazeneca-101.html

 Die Infektionszahlen sind eine Hilfsgröße, von der man nur bedingt etwas ableiten kann. Denn diese Zahlen werden nur dort registriert, wo aufgrund von Verdachtsfällen/Symptomen getestet wurde. Folglich gibt es eine hohe Dunkelziffer, denn was wirklich in der Bevölkerung vor sich geht, weiß niemand. Denn die Gesundheitsämter sind bei Inzidenzen über 50 nicht in der Lage, Infektionsfälle nachzuverfolgen. Infektionszahlen könnten nur dann ein brauchbares Indiz sein, wenn sie das Ergebnis von regelmäßigen repräsentativen Tests in der Bevölkerung wären. Weil dann alle Menschengruppen, auch solche ohne Symptome erfasst würden. Solche Test werden aber nicht durchgeführt – vermutlich deshalb nicht, weil die Kosten dafür immens wären.

https://www.faz.net/aktuell/wissen/medizin-ernaehrung/corona-statistik-unklarheit-bei-der-zahl-der-neuinfektionen-17136291.html

! Da hab‘ ich mal die Wut gekriegt !

https://www.stoerfall-zukunft.de/da-hab-ich-mal-die-wut-gekriegt/

Die Situation in Alten- und Pflegeheimen, aber auch die von einzeln lebenden Senioren/Seniorinnen ist skandalös!!! https://www.stoerfall-zukunft.de/tote-ueber-tote-und-niemand-legt-kosequent-die-bremse-ein/

 

Hunde werden knapp und infiziert

https://www.tagesschau.de/inland/tierheime-corona-krise-101.html

https://www.tagesschau.de/inland/akk-spuerhunde-101.html

Die Kultur ist auch in CoronaZeiten nicht totzukriegen – sie findet neue Formen der Präsenz und … viele Menschen, die ihr aus der Isolation heraus zujubeln. Gottseidank!

https://www.youtube.com/watch?v=_D-SOPycBUo

Christian Zeller, Mitbegründer der Initiative Z#ZeroCovid  vertritt die Auffassung, das nur das strikte Herunterfahren der Infektionen auf nahezu Null Inzidenz, sprich: ein total harter Lockdown die Pandemie beseitigen kann. Dem steht die Meinung entgegen, dass man Covid 19 niemals werde beseitigen können. Man müsse sich dauerhaft auf ein Leben mit der Pest einrichten …

https://digital.freitag.de/0421/wir-koennen-die-pandemie-eindaemmen/

Der Streit um die Impfstoffe ist voll entbrannt … Schlecht, wenn man in Peru lebt. Dort geben sich Tausende als Versuchskaninchen hin – aber die Bevölkerung geht bei Impfstofflieferungen leer aus … Staaten, die die private Impfstofforschung subventionierten, sollten die Produzenten zur Umsatzbeteiligung und zur Vergabe von Lizenzen zwingen … Viele der Superreichen, aber auch Militärs und andere Ganoven haben sich den Impfstoff bereits gesichert … Jetzt muss mit Überfällen auf die Impfstoffdepots/-transporte und mit Impfstofffälschungen gerechnet werden …

https://www.youtube.com/watch?v=a4R0VRphtdQ

https://www.ardmediathek.de/daserste/video/panorama/panorama-vom-21-januar-2021/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS8zN2Y1Nzg1MS0yNWVkLTRjZDUtOTM1NS1kNDM5ZTA1Mzk2YmU/

https://www.deutschlandfunkkultur.de/patentierung-von-corona-impfstoff-toedlich-exklusiv.2162.de.html?dram:article_id=490464

https://www.nw.de/nachrichten/panorama/22943586_Impfvordraengler-in-Spanien-und-Kanada-sorgen-fuer-Empoerung.html

Ich empfehle das CoronaUpdate, das an jedem Dienstag vom NDR produziert wird. Es gibt inzwischen 76 Folgen, die ausführlich und verständlich über Corona informieren  https://www.ndr.de/nachrichten/info/podcast4684_page-2.html

Christian Drosten hat seit März 2020 Recht, wenn er behauptet, dass Kinder genauso Infektionstreiber seien können wie Erwachsene https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/fakt/videosextern/kinder-als-pandemietreiber-100.html 

… und er warnt vor zu frühen Lockerungen

https://web.de/magazine/news/coronavirus/virologe-christian-drosten-warnt-fruehen-lockerungen-lockdown-35478414

Auf der einen Seite die Bazouka, auf der anderen ein unglaublicher Geiz. Hartz-IVer, und hier vor allem die Alleinerziehenden, erleben massives Elend. Eine Schande, dass die CDU in der GroKo jede nachhaltige (auch  coronabedingte) Aufstockung der Bezüge ablehnt. https://www.zdf.de/nachrichten/wirtschaft/corona-hartz-iv-armut-grundsicherung-not-100.html

Wenn wir doch mehr Leschs hätten …

https://web.de/magazine/wissen/wissenschaft-technik/harald-lesch-verschwoerungsmythen-klimawandel-aliens-35434888

   Corona kann auch richtig Freude bereiten!

https://www.youtube.com/watch?v=lXyqaDkE7PU

Ich habe die Medien echt satt. Weil sie viel Ungares verbreiten, damit Unsicherheit und Angst befördern und selbst nichts löten können. Meist ist nur Draufhauen angesagt. Zu konstruktiver Hilfe ist kaum jemand bereit … (von wenigen Ausnahmen abgesehen)

https://www.stoerfall-zukunft.de/statt-polemik-bitte-mehr-konkretes/

https://www.stoerfall-zukunft.de/da-hab-ich-mal-die-wut-gekriegt/

Gute Idee oder heiße Luft ?

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/von-der-leyen-setzt-auf-neue-einheit-zur-corona-pandemie-abwehr-17165698.html

Zoe Beck: Wie also wird sie sein, meine Dystopie über die Welt mit dem Impfstoff? Ganz einfach: Niemand hat etwas gelernt. Niemand ändert irgendwas. Der Traum der Allermeisten ist in Erfüllung gegangen, und alles ist wieder wie vor Corona …

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/niemand-stirbt

UND  WAS  GIBT  ES  SONST NOCH?

Dreht uns Nawalny das Gas ab?    https://www.stoerfall-zukunft.de/3405-2/

Gero Jenner führt einen interessanten Vergleich. Dabei geht es um die Frage, ob Freiheit und Demokratie in den USA ebenso untergehen könnten wie im alten Rom …

https://www.gerojenner.com/wp/in-rom-ging-die-freiheit-unter-wie-steht-es-um-die-freiheit-in-den-usa/

Jenner hat zudem ein neues Buch mit dem interessantem Titel „Ob wir das schaffen“ veröffentlicht. Näheres dazu unter:

https://www.gerojenner.com/wp/ob-wir-das-schaffen-eine-andere-bessere-welt/

https://www.amazon.de/dp/B08LJZLPXF/ref=sr_1_4?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&dchild=1&keywords=Gero+Jenner&qid=1603306893&s=books&sr=1-4

Endlich spricht Kurt Starke ein Machtwort: Gendern ist populär. Langfristig wird es sich aber nicht durchsetzen können, denn es führt sozial, formal und kulturell ins Nichts …         https://digital.freitag.de/0321/jenseits-von-geschlecht/  (Foto: der Freitag)

Ich kann ihm da, was unsere Sprache angeht, nur zustimmen …    https://www.stoerfall-zukunft.de/gestrafft-oder-abgespracht/

Zwei Jahrzehnte westlicher Militärpräsenz sind ein trauriges Lehrstück. Wird Biden der Ankündigung von Trump folgen und tatsächlich Truppenteile aus Afghanistan abziehen ? 

https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/scheitern-mit-ansage  (Foto: der Freitag)

Kennt ihr/kennen Sie das mit den tausend Lemmingen, die allesamt losmarschieren und dann gemeinsam in eine Schlucht springen? Das und weitere FilmLügen unter …

https://www.freitag.de/autoren/barbara-schweizerhof/lemminge-und-andere-luegen

In Kuba herrscht zur Zeit bittere Not. Dafür sind vor allem Trump und die Pandemie verantwortlich. Inmitten und wegen der Misere versuchen Biologen, die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln durch die Züchtung von gentechnisch veränderten Pflanzen voranzubringen. In Deutschland wenden sich viele vor Ekel ab. Auch ich vermeide Lebensmittel, die auf Gentechnik basieren – weil man über solche Nahrung auch Pestizide aufnimmt. Zudem weiß niemand , was derartige Produkte mit dem eigenen Genom anstellen. Auf Kuba wird man die negativen Wirkungen der Gentech zwar nicht völlig  vermeiden, möglicherweise aber eindämmen können. Die Ansätze jedenfalls sind vielversprechend

https://amerika21.de/analyse/246737/transgene-kuba?pk_campaign=newsletter&pk_kwd=weekly

Mehr durch Zufall fiel mir ein Buch in die Hände, das ein phantastisches Deutschlandbild für die Zeit nach dem erstenWeltkrieg entwirft. Der offenbar fast vergessene ProsaBand stammt von Gustav Regler. Er zeugt nicht nur von herausragenden historischen Kenntnissen, sondern auch von Sensibilität und literarischem Können. BRAVO!     https://www.stoerfall-zukunft.de/ein-buch-das-die-augen-oeffnet/

Wusstet ihr/Wussten Sie, dass die durch Alkoholmissbrauch entstehenden Kosten/Schäden zehnmal höher sind als die Steuereinnahmen des Staates auf Alkohol? Auch hier gilt: Die Konzerngewinne werden privatisiert, die Kosten sozialisiert, sprich: durch den Steuerzahler getragen …

https://www.youtube.com/watch?v=aZYFkyANX68

Ich sag’s doch: Mit der Diskriminierung der Männer muss endlich Schluss sein!

https://www.freitag.de/autoren/cbaron/maennerdaemmerung

https://digital.freitag.de/1019/ein-kerl-wie-ein-pfirsich/

https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/menschen/gleichberechtigung-fuer-maenner-vaeter-sind-nicht-zweitrangig-17128024.html

Unsere Welt ist auf Verschwendung und Wegwerfen programmiert. Höchste Zeit, dass wir uns zurückbesinnen – auf das Reparieren … (foto: edit-magazin)

https://www.heise.de/news/Frankreich-fuehrt-Reparierbarkeits-Index-fuer-Elektronikprodukte-ein-5000768.html

https://www.youtube.com/watch?v=ndBdXBs2vIU

Morgen soll der Lockdown verschärft werden. Wetten, dass das wieder zu lax geschieht?

So wie Deutschland gebaut ist, so wie die Deutschen ticken, wird es ganz ohne Zweifel zu wieder steigenden Infektionszahlen kommen. Dass VirusMutationen hier zu Lande nicht systematisch sequenziert, sprich: strikt untersucht, klassifiziert und mit entsprechenden Abwehrmaßnahmen überein gebracht werden, aber auch das bürokratische, länderspezifische föderale Wirrwar bei Verantwortlichkeiten im Impfprozedere stellen immense Gefahren für die Bewältigung der derzeitigen Krise dar. Statt den Lockdown strikt dort zu verschärfen, sprich: die Kontakte dort einzuschränken, wo Effekte zu erwarten sind, nämlich in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Betrieben, die auf ein enges Nebeneinander von Menschen angewiesen sind, statt Homeoffice z. B. für Bürobereiche strikt anzuordnen und die Impfungen schnell, sinnvoll und strikt durchzuführen, wird endlos diskutiert und zu spät beschlossen. Wenn die Zahl der Todesfälle weiter steigt und die Toten vor allem unter alten und sehr alten Menschen zu finden sind, dann hat das damit zu tun, dass vireneinschleppende Personen nicht täglich vor Betreten der Heime/Wohnhäuser getestet werden (die Impfung von Personal und Besuchern reicht nicht, weil über die Viruslast, die Geimpfte übertragen können, bisher nichts bekannt ist). Die Tatsachen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel zu Stoßzeiten noch immer extrem gefüllt sind, dass weiterhin Partys gefeiert werden und die Reisetätigkeit kaum oder gar nicht eingeschränkt wird, dass es nach wie vor unzählige Verstöße gegen Maskenpflicht und Abstandgebote gibt, verweisen eindeutig darauf, dass mit einem Abflauen der hohen Inzidenzwerte erst in Wochen, wenn überhaupt zu rechnen ist. Denn positiven Wirkungen steht die wesentlich höhere Ansteckungsgefahr der Virusmutationen, die sich ganz ohne Zweifel auch in Deutschland schnell und umfassend ausbreiten werden, entgegen. Traurigerweise reagieren diejenigen, die schon jetzt für hohe Ansteckungszahlen verantwortlich sind, erst dann, wenn die Toten auch vor ihrer Haustür liegen. Daran wird sich angesichts der törichten, aber weit verbreiteten  Vorstellung von Freiheit in unserem Lande nichts ändern. Wer restriktive Praktiken wie z.B. in China (Impfpflicht, Eindringen des Staates in die Privatsphäre der Menschen etc.) ablehnt und sogar wochenlang über die flächendeckende Einführung von FFP2-Masken diskutiert, muss mit dem leben, was die liberale Demokratie zu leisten oder aber nicht zu geben vermag. Der Mensch kann nicht alles haben.

Wo jetzt sofort etwas getan werden muss

Dass die Inzidenzen immer weiter ansteigen, statt nachzugeben, hat inzwischen kaum noch etwas mit Weihnachten und Silvester und den anhängenden Meldeverzögerungen zu tun. Wer Letzteres glaubt, ist echt von gestern. Ich meine, dass die Quellen für neue Angst völlig woanders liegen.

Einmal nämlich im mutierten Virus, der in Deutschland kaum erkannt, geschweige denn sequenziert worden ist (hier muss schnellstens nachgebessert, auch nachfinanziert werden).

Zum anderen sind es die un- oder nur mäßig geschützten Arbeitsräume in der Wirtschaft und die Unfähigkeit, das Geschehen in Alten und Pflegeheimen unter Kontrolle zu bringen, die für neue Cluster sorgen. Dass man Unternehmen jetzt verpflichten möchte, das Homeoffice zu maximieren, ist von Ansatz her logisch, aber in der freien Marktwirtschaft weder umsetz- noch kontrollierbar. Hier wird es wohl bei der Freiwilligkeit gegenüber Schutzmaßnahmen bleiben müssen – und einem gewissen, ungewissen Vertrauen den Arbeitgebern gegenüber, die ihre Mannschaften ja brauchen, um zu existieren.

Anders in den Alten- und Pflegeheimen: Hier können die Einwohnenden gar nicht so schnell geimpft werden, wie sie durch ungeimpftes, „vagabundierendes“ Pflegepersonal immer und immer wieder angesteckt werden. Ich weiß nicht, wie es um die Produktion von Schnelltests beschaffen ist. Hier zu Lande gibt es zwar mobile Stationen zur PCR-Prüfung, aber nirgendwo Hinweise auf Schnelltests. Die aber müssten zumindest für die Pflegekräfte Pflicht werden, die Impfungen ausschlagen. Nur in einer Kombination von Impfungen für Heimbewohner, Impfungen für Teile des Pflegepersonals und Schnelltest für Impfverweigerer wäre das Risiko von Übertragungen einigermaßen kalkulierbar. Darüber hinaus muss den Betroffenen klar gemacht werden, dass man eventuelle Spätfolgen in Katastrophensituationen nicht abwarten könne. Spät bleibt eben spät – oder aus.

Dass man Söder für seinen Vorschlag, die Impfpflicht für das Pflegepersonal zu verordnen, jetzt abwatscht, hat ganz sicher wenig mit der Sache an sich, vielmehr wohl mit der Glaubwürdigkeitskrise bei SPD und CDU zu tun (beide Parteien hatte eine Impfpflicht mehrfach kategorisch abgelehnt). Wobei man Auffassungen sehr wohl ändern kann, wenn sich neue, fundiertere Erkenntnisse ergeben.

Es ist viertens genauso wichtig, alle Hausärzte, die häufig mit Coronapatienten konfrontiert sind, unverzüglich zu impfen. Diese Leute sind zu Recht  wütend und frustriert, weil sie in der von den Ländern verabschiedeten Prioritätenliste nicht vorrangig berücksichtigt werden https://rp-online.de/nrw/panorama/corona-impfung-hausaerzte-wuenschen-sich-schnellere-impfung-von-medizinischem-personal_aid-55585469

Fünftens kommt es darauf an, Menschen, die per Flugzeug, Auto oder Bahn aus RisikoGebieten nach Deutschland einreisen, konsequent zu kontrollieren. Die betroffenen Personen müssen innerhalb von 48 Stunden nach Ankunft ein Corona-Testergebnis vorweisen – ich meine, hier müsste ein PCR-Test erbracht werden! Noch strikter sind Einreisende zu behandeln, die aus besonders betroffenen Regionen kommen. Diese müssten sich bereits vor der Einreise – also noch im Flughafen bzw. noch im grenzüberschreitenden Zug (z. B. bei der Fahrkartenkontrolle) einem Test unterwerfen und je nach Ergebnis frei einreisen oder unverzüglich einen Quarantäneort aufsuchen.  Ein positiver Befund müsste dann unverzüglich dem Gesundheitsamt angezeigt werden.  Dass es bis heute, fast drei Wochen nach Auftreten der VirusMutationen, keine detaillierten Anweisungen gibt, ist unverantwortlich.

Sechstens sind es dann Vertuschungsaktionen, über die niemand spricht, die es aber in immer größerem Umfang geben dürfte. Denn nach wie vor ist ein CoronaAusbruch existenzbedrohend – und manch Mittelständler fühlte sich endgültig an die Wand gedrückt, wenn Corona bei ihm ruchbar würde. Von der gesamten Dunkelziffer will ich gar nicht erst sprechen. Einfach furchtbar, wenn man sich vorstellt, dass die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Mettmann durchaus zwischen 600 und 800 Infizierte pro 100.000 Einwohner liegen könnte.

Siebentens ist es der Förderalismus, den man gerade in Gefahrensituationen auf das unbedingt Notwendige und Sinnvolle zurückstutzen muss. Vielfach konterkarieren Befürworter der Vielstimmigkeit Maßnahmen, die bundesweit einheitlich definiert werden müssten. Schlimm schon, dass Polizei und Verwaltung in den Ländern ihre Anschlussfähigkeit durch unterschiedliche Ordnungsrahmen und Software in Frage stellen und niemand den schlüssigen Gedanken verfolgt, ein bundeseinheitliches Maßnahmepaket gegen Corona zu fixieren. Es könnte problemlos in Schweregrade gerastert werden – nach dem Motto: Bei einer Inzidenz von 50 sind diese und jene Vorkehrungen, bei einer von 100 jene anderen und bei 200 und mehr zusätzlich noch die verbliebenen restlichen durchzusetzen. Hier müsste man ganz sicher noch die Belegung von Intensivbetten als Variable mit verknüpfen (oder wie von Rudolf Henke vorgeschlagen, noch weitere Parameter https://www.presseportal.de/pm/30621/4774199). Diese flexible, an die örtlichen Verhältnisse direkt anpassbare Strategie könnte sofort zentral verordnet werden. Und würde dem unsäglichen Wirrwarr an vielen Stellen abhelfen. Ein wenig Mathematik, und die Sache stimmte.