Alle Beiträge von Ulrich Scharfenorth

Gut, dass wir den verfluchten Orban haben

Er ist der Einzige im  EU-Establishment, der sich sichtbar für den Frieden einsetzt. Und den Mut hat, für diejenigen zu stehen, die eine andere Politik des Westens fordern.

Der Extrakt aus dem widerständigen Politikverständnis: Es muss endlich Schluss sein mit den Opfern an den ukrainischen Fronten, es muss Schluss sein mit den Zwangsaushebungen bei Menschen, die nicht in den Krieg, die nicht erschossen werden wollen. Ungerechter Krieg hin, gerechter Krieg her! Der Mensch hat nur ein Leben.

Zurück zu Orban. Er wird von den EU-Großkopferten fast nur gescholten. Vor allem, weil er das Flüchtlingschaos nicht mittragen will, weil er die Waffenlieferungen in die Ukraine boykottiert und noch immer Gas/Öl aus Russland bezieht. Niemand kann von hier aus beurteilen, ob die gegen ihn erhobenen Korruptionsvorwürfe, ob sein Vorgehen gegen die demokratischen Prinzipien in Ungarn stichhaltig und gravierend sind oder eben nur banale Anklage, weil das besser ins bestehende Bild der EU-Kommission passt. Man darf nicht vergessen, dass Orban in den zurückliegenden schweren Jahres einiges für die ungarische Bevölkerung getan hat: Preisdeckel für Lebensmittel und  Kraftstoffe.

Orban wurde Ratpräsident, und er hat Kraft seines neuen Amtes  die Blockadehaltung der Brüsseler „Eliten“ kräftig konterkariert. Er ist einfach losgefahren, und er hat in richtiger Reihenfolge zuerst den von ihm wenig oder gar nicht geliebten Selenskij und dann erst den Aggressor Putin aufgesucht. Einen Tag später sitzt er mit Xi Jinping am Tisch, wobei der chinesische  Staatschef einmal mehr deutlich macht, dass der Krieg in der Ukraine aufhören müsse und sich China darum auch ernsthaft bemühe. Jetzt ist Orban unterwegs in die USA. Und man munkelt, dass er dort mit Trump zusammenkommen könnte https://www.sueddeutsche.de/politik/orban-friedensmission-china-lux.M4QEV1jW4217wqMFD8mTKv. Der widerum hat in der Vergangenheit mehrmals verlauten lassen, dass er den Ukrainekrieg beenden werde. Gewiss, das Ganze rückt schwer in die autoritäre und z. T.  rechte Ecke. Doch wenn mit Hilfe der besuchten Partner ein Ende des Konflikts erreicht werden kann, wäre das die froheste Botschaft seit mehr als zwei Jahren.

Der „böse“ Orban setzt Zeichen – ob nun legitimiert oder nicht. Und er wird – so man seinen  Bekentnissen glauben darf – diesem Zeichen, weitere folgen lassen.  Zumindest dürfte es jetzt auch öffentliche Debatten zum Thema Frieden geben – etwas, das viele Bürger seit langem erwarten.

Dass man Orbans Aktion jetzt auch mit dem Verweis auf AfD und  BSW, mit dem Verweis auf chinesische Investitionen in Ungarn verunglimpfen möchte, ja, dass man dem unbescholtenen Bürger einfach eintrichtern möchte, das etwas, das AfD und BSW gleichermaßen gut heißen, a priori mies sein muss … genau das gehört zu den bewusst üblen Infomanipulationen von Politik und Medien. Als wenn denn nicht die Masse der deutschen Bürger an dieser Stelle ganz genauso fühlte.

Der Krieg muss weg, auch wenn das jetzt ukrainisches (fast ausschließlich von russlandfreundlichen Menschen bewohntes) Territorium kostet. Der Waffenstillstand muss die Nummer 1, eine gerechte völkerrechtliche Lösung in Verbindung mit einer europäische Sicherheitsordnung unter Einbeziehung Russlands die Nummer 2 sein. Der Krieg ist von beiden Seiten nicht zu gewinnen. Auch ein Gleichgewicht der Kräfte – etwas, das die Ukraine zur Voraussetzung für Friedensverhandlungen erklärt – ist  nicht erreichbar. Selbst dann nicht,  wenn die westliche Unterstützung weiterhin so anhielte.  Denn a) dürfte derzeit fast genauso viel westliche Militärtechnik (einschließlich der Patriot-Systeme ) vernichtet werden wie jemals geliefert wurde; denn b) wird eine optimale militärische Ausstattung und Ausbildung  aufgrund der vielfältigen inkompatiblen technischen Systeme, wegen der Know-how-Restriktionen und der Anwendungsbeschränkungen bei modernster Technik und wegen der fehlenden Vorort-Unterstützung  niemals erreicht werden können; denn c) sind und bleiben die technischen und personellen Ressourcen Russlands ungleich größer als die der Ukraine (man siehe die krampfhaften Bemühungen um die Rekrutierung weiterer unkrainischer Soldaten.  Man vergesse die Legende von den unterlegenen russischen Waffen – die nahezu unaufhaltbaren russische Hyperschallwaffen zerstören quasi beliebig große Teile der Infrastruktur … und das fast täglich).

Zweifellos bricht Putin fortwährend das Völkerrecht, zweifellos ist Putin ein brutaler Agressor, dem Menschenleben egal sind. Wenn es aber darum geht, Tausenden und Abertausenden Menschen das Leben zu retten, dann muss auch mit dem Teufel verhandelt werden. Zweifellos nehmen Demokratie und Freiheit beim Nachgeben der Ukraine schweren Schaden. Das ist übel – doch wo in der Welt bleibt alles sauber und unverletzt? Wurden/werden diese Werte nicht ebenso im Irakkrieg oder im Gazastreifen brutal missachtet?

Man sollte immer auch die andere Seite: den Gewinn betrachten. Für die Ukraine ergibt sich mit der künftigen Mitgliedschaft in der EU ein großartige Perspektive – wachsenden Wohlstand und eine Gesellschaft ohne Korruption und Oligarchen.  Putin dürfte sich auf so eine Entwicklung einlassen, sie quasi als Tauschobjekt akzeptieren.

Das Grundanliegen: Die Ukrainer könnten  und sollten in einer geteilten Ukraine selbst entscheiden, wo sie leben möchten. Dieser Vorschlag wäre ein Gegenentwurf zum ehemals angestrebten Ukrainegefüge mit Autonomiestatus für die russlandfreundliche Bevölkerung. Zweifellos die schlechtere Lösung, aber angesichts der strikten Ablehnung für Variante 1 das einzig Mögliche.

Unterdrückte Minderheiten sollte  es nicht geben, heißt es in den viel bemühten Ethikformeln der EU und ich konkretisiere: unterdrückte Russen/unterdrückte russlandfreundliche Einwohner außerhalb Russlands auch nicht.  Dass es dennoch möglich war, eine erklärt russophobe Person (Kaja Kallas) für die Position der EU-Außenbeauftragten zu nominieren, dass eben diese Dame, die russischen Ehrenmale in Estland schleifen und den Russischunterricht im Lande verbieten ließ, demnächst in Sachen Ostpolitik das Sagen haben soll, ist unglaublich. Leider geschieht in der Ukraine direk Vergleichbares. Ja man geht sogar soweit, russische Künstler zu diskreditieren und  Straßenschilder – so sie denn die Namen von Tchaikovski, Glinka usw. tragen – abzumontieren. Kaum etwas davon wird im Westen registriert, geschweige denn verurteilt. Die Heuchelei ist offenbar. Ja mehr noch: Hier geht es nicht nur gegen den Verbrecher Putin, sondern gegen Russland in seiner Gesamtheit. Und genau da liegt der Krebsschaden.

Leider sucht Orban die Nähe der rechten Kräfte in Europa – so auch des französischen Rassemblement National. Er plant im Europaparlament im Rahmen der erzkonservativen EKR eine eigene Fraktion: die „Patrioten für Europa“  – gemeinsam mit der österreichischen FPÖ, Politikern aus Tschechien (Babis), Belgien und Dänemark (zwei weitere Partner fehlen offenbar noch). Ich wünsche mir alles andere als die Stärkung der rechten Kräfte in Europa (in Frankreich hat das Gottseidank nicht geklappt!). Und muss doch zugestehen: Wenn sich wichtige Konflikte nur mit Hilfe konservativer Kräfte lösen lassen, dann bitte! Tatsächlich scheint Orbans Vorhaben nur bedingt ärgerlich, weil extreme Rechte – so die deutsche AfD – außen vor bleiben. Orbans Stategie dürfte auch aus der Tatsache resultieren, dass seine Politik von maßgeblichen EU-Größen jahrelang beargwöhnt, ausgegrenzt und „niedergebrüllt“ wurde.

Was uns gerade bewegt

Julian Assange ist frei https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/julian-assange-ein-langer-leidensweg. Welch eine Freude !!! Und wie heuchlerisch und beschämend die Kommentare unserer Politiker. Sie haben Whistleblower nie irgendwie wie unterstützt, geschweige denn Asyl in Deutschland angeboten (Edward Snowden musste sich beim Intimfeind Russland in Sicherheit bringen). Zu tief saß die Furcht, es sich mit den Amerikanern verderben zu können. Verbrechen und Menschenrechte haben da nie eine Rolle gespielt. Heute tun Baerbock &Co.  so, als hätten sie diese Werte einschließlich der Pressefreiheit schon immer für wichtig gehalten.

Jetzt werden die EU-Posten neu vergeben. Das Geschacher kennt keine Grenzen. Besonders auffällig die Bewerbung von van der Leyen für eine zweite KommissionsRegentschaft. Und beschämend die Gier nach deutscher Dominanz und deutschem Einfluss. Wir haben 28 Länder in der EU und müssen trotzdem darauf drängen zweimal hintereinander am Hebel zu sein. Die Frau, die meinens Erachtens währen ihrer ersten Präsidentschaft überhaupt nichts aufzuweisen hat https://www.cicero.de/aussenpolitik/europaische-union-eu-wahl-von-der-leyen,  eine Frau die im Verteidigungministerium kläglich versagt hat und im ersten Anlauf ohne wirkliche Nominierung zum Kommissionspräsidentin gekürt wurde, gerade diese Frau muss es sein. Da fragt man sich doch, wie so ein Kuhhandel abläuft. Die einzige Hoffnung, die verbleibt, ist die nach Ablehnung der Dame im EU-Parlament. Doch auch da sieht alles nach Einknicken der Gegner, nach faulen Kompromissen aus. Man beginnt EU-Gegner auch angesichts der horrenden Beamten-Salärs zu verstehen, obwohl man weiß, dass eine starke EU im Gerangel der Großmächte unverzichtbar ist.

Angesichts des Fußballrummels gerät der Ukrainekrieg aus dem Blickfeld. Als hätte man dort aufgehört zu schießen. Das Gegenteil ist der Fall. Die Fronten sind verhärtet wie eh und je und die ZEITENWENDE verkommt als übler PR-Trick https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesellschaft/geopolitik/die-zeitenwende-ist-ein-propagandabegriff-nichts-ist-alternativlos-li.2226244

Dass der linke Bürgermeister von Templin zum BSW wechselte, …

… spricht Bände. Denn kurz zuvor hatte die LINKE ein wichtiges Strategietreffen in dieser Stadt abgehalten – das auch Weichenstellungen für die Europawahl zum Thema hatte. Aber Detlef Tabbert hält von der Zukunftsfähigkeit seiner EX-Partei offenbar wenig und wendet sich Sahra Wagenknecht zu.

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Der Faschismus und alle, die ihm verdeckt oder offen beipflichten, sind unsere Hauptfeinde. Und deshalb muss unser Augenmerk vorrangig dem geschlossenen WIDERSTAND GEGEN RECHTS gelten. Was auch bedeutet, dass wir bei den anstehenden Wahlen nicht allein nach Gewissen und Sympathie, sondern vor allem strategisch entscheiden müssen. Eine wirksame Kraft gegen Rechts , eine wirksame Kraft, die in der Lage ist, eine andere Politik durchzusetzen und damit auch fähig wird, den Rechten den Wind aus den Segeln zu nehmen, eine solche Kraft ist nur durch Bündnisse und damit einhergehende sinnvolle Kompromisse möglich. Wer meint, dass er der DKP, der letzten Generation, der verbliebenen Linken, den Maoisten oder Anarchisten seine Stimme geben muss – „nur“, weil  Anstand und Moral die Umsetzung der Gesinnung zu 100% auf dem Wahlschein  vorschreiben – wer das denkt, hat den Grünen, den Christdemokraten und der FDP bereits das warme Nest bereitet. Denn das konservative Bündnis wird sich angesichts der vielfachen 1-3%-Ergebnisse voll ins Fäustchen lachen. Diese Stimmen unterhalb der 5%-Klausel – all diese Stimmen sind für eine Veränderung in unserer Gesellschaft verloren. Unter dem Strich bleibt alles beim Alten – ob mit Ampel oder unter der Ägide von CDU/CSU. 

Deshalb appeliere ich an euch: Schaut in das vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verabschiedete Programm zur Europawahl https://www.europawahl-bw.de/wahlprogramm-buendnis-sahra-wagenknecht. Macht euch klar, wohin diese Schrift weist und wählt dann, wenn ihr aus eurem Denken und Fühlen heraus dieses Bündnis für wichtig und richtig erachtet, wählt dann … den  BSW!

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Was Detlef Tabbert tat, wird jeder, der den Zwist zwischen der LINKEN und der BSW-Chefin über die Monate und Jahre verfolgt hat, sofort nachvollziehen können. Links lief über Jahre hinweg garnichts – allenfalls Gendergedöns und Parolen, die niemand mehr ernst nahm.  Sahra Wagenknecht scherte da zu Recht aus. Sie will, dass endlich mehr für die Bedürftigen in Deutschland getan, dass der unselige Krieg in der Ukraine beendet und die Zuwanderung strenger reglementiert wird. Damit vertritt sie Positionen, die im Volk populär sind – vielfach aber von Wagenknechts Gegnern entweder ignoriert oder missbräuchlich instrumentalisiert werden. Für den mündigen Bürger, der mehr Gerechtigkeit bei Verdienst und Mitbestimmung fordert, der Waffenlieferungen an die Ukraine nebst gigantischer Aufrüstung ablehnt und auf stabile Preise und Mieten setzt, hat das Parteiprogramm des BSW Dutzende Vorschläge. Wir brauchen mehr bezahlbare Wohnungen, mehr Kitaplätze, eine Krankenhausreform, die ihren Namen verdient, sagt Sahra Wagenknecht und vor allem den Willen zum Frieden. Es sei unerhört, dass kaum ein Politiker den diplomatischen Weg zur Durchsetzung eines Waffenstillstandes thematisiert. Und wer das Einfrieren des Todes auf die Tagesordnung setzen will, wird offen ausgebuht. Geradezu grotesk ist es, dass die Grünen noch vor Strack-Zimmermann (FDP), Roth (SPD) und  Kiesewetter (CDU) nach jahrzehntelanger Friedesarbeit zu Kriegsbefürwortern gerierten. Allen voran Anton Hofreiter, den die Bundeswehr 1990 ausmusterte, begleitet von Habeck, der mit Vertretern der Rüstungskonzerne gerade das Geld, dass zur Ankurbelung der FriedensWirtschaft, für soziale Leistungen (bezahlbare Wohnungen, Kitas, Beseitigung der Altersarmut, Kindergrundsicherung usw.) und die Sanierung der Infrastruktur dringend gebraucht wird, für Granaten und Panzer (ein untaugliches Gerät im modernen Krieg) verjubelt. Dass die grüne Führung, die von Inkompetenz total durchsetzt ist (weil grundsätzliche keine Erfahrung in Politik und Wirtschaft) heute den Mut hat, vor den Wähler zu treten, ist haarsträubend. Denn auch Heizungs- und Klimagesetzgebung sind derzeit nicht nur aufgeweicht, sondern geradezu untauglich, um die gesetzten Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Was die Ampelregierung in ihrer beispiellosen Zerstrittenheit bislang auf die Beine gestellt hat, lässt sich in wenigen Sätzen auslisten. Sie steht für eine unglaubliche Wachstumsschwäche Deutschlands (die anvisierten 0,2% Wirtschaftswachstum sind einmalig in Europa), ein Ausbluten durch Aufrüstung und Migrationspolitik. Für mich ist völlig sicher, dass die CDU/CSU die nächste Bundestagswahl für sich entscheidet und dann ggf. auf die Grünen zurückgreift – die sich quasi täglich als liebdienerische Speichellecker verdient machen.

Es ist tatsächlich zum Steinerweichen. Konservative Aufrüstungs- und Kriegspolitik bestimmen das Geschehen und bald – davon gehe ich fest aus – fliegen auch die Taurus-Marschflugkörper: nicht ausschließlich gegen anfliegende russische Bomber oder befestigte Stellungen,  vielmehr auch gegen Moskau und andere russische Städte. Und wir alle wissen schon, dass dann ähnlich wie jetzt schon der Ukraine, zivile Ziele alles andere als tabu sind. Wir alle – und da schließe ich Sahra Wagenknecht ausdrücklich ein – verurteilen Putins Aggression in der Ukraine. Dieser Mann ist und bleibt ein Verbrecher. Doch auch der Westen, allen voran die USA, tragen Mitschuld am Dilemma. Letztendlich durch ihr Einflussnahme beim Umsturz des gewählten Präsidenten Janukowitsch, mit der Torpedierung sowohl von Minsk II als auch von Friedensvorschlägen kurz nach Beginn des Krieges … und heute deshalb, weil sie einen nicht gewinnbaren Krieg fortlaufend anheizen und die Ukrainer für westliche Werte sterben lassen. Ich möchte heute nicht über den Irak-Krieg sprechen. Fest steht, dass im Ukrainekonflikt auf beiden Seiten schweres Unrecht begangen wurde. Und dass die Toten  vehement ein Ende der Feindseligkeiten einfordern.

Tatsächlich ist es so, dass einzig die Gruppierung um Sahra Wagenknecht für Wohlstand, Frieden und Sicherheit in Deutschland und Europa eintritt, dass allein sie überzeugend für mehr soziale Gerechtigkeit plädiert und dass allein sie in der Lage sein wird, der AfD Stimmen abzujagen. Denn viele Forderungen, die heute völlig berechtigt von den Rechten aufgemacht werden, gehören ins Portefolio der Linken, genauer gesagt in das der BSW! Sahra Wagenknecht ist derzeit in ganz Deutschland unterwegs, und sie hat Erfolg beim Publikum https://www.tagesschau.de/inland/regional/badenwuerttemberg/swr-sahra-wagenknecht-stellt-programm-fuer-europawahl-in-mannheim-vor-100.html Völlig klar, dass das den Regierenden nebst Opposition nicht in den Kram passt. Zumal das, was sie gegenwärtig zur Schwächung der AfD in petto haben, der reine Witz ist. Ihre lächerlichen Bemühungen, die Rechten durch Spionage- und Korruptionsvorwürfe zu diskreditieren, ihr totales Versagen beim Stillegen von Höcke – das alles zeugt von bloßem Raufhauen statt vom Bestreben, Dinge, die die AfD zu Recht anprangert (vor allem das Versagen der Politik in Ostdeutschland), auf richtige Gleis zu bringen. Nein: Auch wenn die Medien heute suggerieren, dass die AfD Stimmen verliert, das radikale Wählervolk wird – da sich praktisch nichts im politischen Umfeld ändert – den  Stimmenanteil von über 20% bei den im Herbst anstehenden Landtagswahlen befestigen. Die Europawahl, die von Zwistigkeiten im rechten Lager bestimmt wird und möglicherweise schwache Ergebnisse für die quasi alleinstehende AfD auswerfen wird, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es innerdeutsch völlig anders aussieht.

Der Faschismus und alle, die ihm verdeckt oder offen beipflichten, sind unsere Hauptfeinde. Und deshalb muss unser Augenmerk vorrangig dem geschlossenen WIDERSTAND GEGEN RECHTS gelten. Was auch bedeutet, dass wir bei den anstehenden Wahlen nicht allein nach Gewissen und Sympathie, sondern vor allem strategisch entscheiden müssen. Eine wirksame Kraft gegen Rechts , eine wirksame Kraft, die in der Lage ist, eine andere Politik durchzusetzen und damit auch fähig wird, den Rechten den Wind aus den Segeln zu nehmen, eine solche Kraft ist nur durch Bündnisse und damit einhergehende sinnvolle Kompromisse möglich. Wer meint, dass er der DKP, der letzten Generation, der verbliebenen Linken, den Maoisten oder Anarchisten seine Stimme geben muss – „nur“, weil  Anstand und Moral die Umsetzung der Gesinnung zu 100% auf dem Wahlschein  vorschreiben – wer das denkt, hat den Grünen, den Christdemokraten und der FDP bereits das warme Nest bereitet. Denn das konservative Bündnis wird sich angesichts der vielfachen 1-3%-Ergebnisse voll ins Fäustchen lachen. Diese Stimmen unterhalb der 5%-Klausel – all diese Stimmen sind für eine Veränderung in unserer Gesellschaft verloren. Unter dem Strich bleibt alles beim Alten – ob mit Ampel oder unter der Ägide von CDU/CSU. 

Deshalb appeliere ich an euch: Schaut in das Europawahl- und in das Parteiprogramm des Bündnisses Sahra Wagenknecht. Macht euch klar, wohin diese Schriften weisen und wählt dann, wenn ihr aus eurem Denken und Fühlen heraus dieses Bündnis für wichtig und richtig erachtet, wählt dann … den  BSW!

https://bsw-vg.de/wp-content/uploads/2024/01/BSW_Parteiprogramm.pdf

Das knallt jetzt öfter und auch heftiger auf uns nieder …

… doch die Schlussfolgerungen, die Behörden und Vereine daraus ziehen, sind geradezu hinterwäldlerisch. Bis zum nächsten großen Crash im Ahrtal ist es nicht mehr weit … https://www.energiezukunft.eu/klimakrise/das-ahrtal-zurueck-in-die-zukunft/

Die Geschichte beweist, dass Schlafmützigkeit, Ignoranz und Vertrösten schon immer zu gewaltigen Schäden geführt haben. Dass Katastrophen im Ahrtal nur alle 100, 200 oder 300 Jahre vorkommen, ist einfach gelogen ...

https://kreis-ahrweiler.de/kvar/VT/hjb1983/hjb1983.25.htm

https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/wie-gehts-der-ahr-100.html

 

Niemand charakterisiert die Lage in der Ukraine besser als …

Jan Opielka und Julian Nida- Rümelin.

Tut mir leid, dass ihre Beiträge hier als schlecht fotografierte TextBilder erscheinen. Aber ohne Abonnement bekommt man das eben nicht ins Haus. Deshalb einfach mal genauer hinsehen und … lesen.

Ich kann dem beim besten Willen nichts hinzufügen. Entdecke die Gedanken heller Geister, die im Verdummungsprozess der Politik  schnell verlöschen  …  Quellen: jeweils DER  FREITAG

 

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„Die Zukunft sieht anders aus“ – Performance am 28. April, 18 Uhr im KulturEck OTTO ZWO

       Tatsächlich dürfte das,

was uns in den kommenden Jahren und Jahrzehnten bevorsteht, anders aussehen als das, was uns die gewollten oder gekauften Heilsbringer der Branche weismachen wollen. Schließlich hat sich kaum jemand von ihnen den künftig zu erwartenden Verhältnissen auf unserem Planeten komplex und allumfassend genähert. Diesen Futurologen war und ist es wichtig, nette, kickträchtige Hurra-Positionen aufzuschäumen – was bei der Auswahl einzelner attraktiver Themen  durchaus möglich und zulässig ist. Aber an dem, was insgesamt passiert, was also unter Berücksichtigung sowohl der gesellschaftlichen Verhältnisse wie auch der Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Geschehnissen/Entwicklungen geschieht, in Größenordnungen vorbeigehen dürfte. Unsere Welt von morgen wird also nicht so aussehen wie sie Huxley, Schätzig, Horx, Harari, Vitello, Janszky oder ähnliche Protagonisten ausmach(t)en – sondern konfliktbedingt in einen Mix geraten. Einen Mix, der völlig neue Entwicklungen hervorbringen wird, heute Bekanntes sowohl beschleunigen als auch verzögern, im Extremfall auch auslöschen kann. Der Innovationen hervorbringt, die alles positiv stützen aber auch nirgendwo passen können, die jeder oder niemand gebrauchen kann – die aber gleichwie manchen Profit wert sein dürften. Anderseits wird es massiven Widerstand gegen die Vereinnahmung des Menschen, sprich: gegen den Diebstahl von Dingen, von Personen und personengebundenen Eigenschaften, gegen die Manipulierung des Sapiens durch künstliche Intelligenz u. ä. geben. Und genau das dürfte an den üblichen Positiv-Meldungen zerren. Unbändig zerren!

Die neue nachhaltige Welt, eine Welt ohne Kapitalismus und dessen Tentakel, bleibt in Frage gestellt. Weil die üblichen Verdächtigen nicht nur den Verbleib des WEITERSO  massiv befeuern, sondern auch das Grundsätzliche – nämlich ihre Macht – niemals kampflos aufgeben werden. Umso mehr gilt es zu beweisen, dass es ohne einen Paradigmentwechsel mit der Menschheit nicht weiter geht, dass der Mensch nur dann eine Zukunft hat, wenn er destruktives Wachstum und Krieg auf immer aus seinem Leben verbannt.

Ich habe dieses wichtigen Fragen in meinem neuen Buch „Die Zukunft sieht anders aus“ erneut aufgegriffen und analysiert. Und dabei die Vorläufer-Texte aus „Störfall Zukunft“ und „Zukunft … oder keine“ so fortgeschrieben und aktualisiert, wie das die gegenwärtige Sachlage erfordert.

Viel Freude beim Lesen!

 

PS.  Das Buch kann ab 25. April 2024 unter der ISBN 978-3-9824506-8-1 bei jeder Buchhandlung, alternativ auch im ARACHNE-Verlag oder bei mir persönlich bestellt werden …  Preis: 10,50 €

https://www.arachne-verlag.de/

ulrich.scharfenorth@gmx.de

Die erste Performance zum Buch findet am 28. April 2024, 18:00 Uhr im Kultureck  OTTO  ZWO in Düsseldorf, Otto-Straße 2, statt

 

 

 

 

 

 

Am 17. März vor dreißig Jahren starb Walter Janka

  In seinem Buch

„Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ hat Walter Janka scharfe Schlaglichter in Richtung DDR-Vergangenheit aufgemacht –  die jeden, der nostalgisch unterwegs ist, zutiefst erschüttern müssen. Als Chef des „Aufbau-Verlags“ hat Janka zu vielen Größen der Literatur, aber auch zu maßgeblichen Politikern der DDR Kontakt gehabt. Seine Abrechnung trifft alle, die ihn belogen, ausgenutzt, betrogen, im Stich gelassen und eingekerkert haben. Anna Seghers, Bertold Brecht und andere DDR-Literaten sehen da total alt aus. Und Thomas sowie Golo Mann entpuppen sich als üble Nutznießer. Die beigefügten Quellen geben das nur ansatzweise wieder. In Jankas Buch, das sich neben dem thematisch benachbarten Roman „Das Ohr des Malchus“ von Gustav Regler besonders erhellend ausnimmt, sind die angedeuteten Begebenheiten, aber auch andere, dem einfachen Bürger völlig unbekannte Sachverhalte minutiös seziert und umfassend aufbereitet.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/vor-100-jahren-geburtstag-von-walter-janka-er-hatte-den-mut-100.html

https://www.spiegel.de/politik/schwierigkeiten-mit-der-wahrheit-a-e6a9c7c6-0002-0001-0000-000013499360

https://www.deutschlandfunkkultur.de/vom-soldaten-zum-ethiker-der-gewaltlosigkeit-102.html

Ich spreche immer wieder Künstler, die KI arglos hinnehmen …

… dabei stellt die künstliche Intelligenz eine gewaltige Gefahr dar – für jede Art von Kunst. Angefangen von der Literatur, über die Musik bis hin zur Bildenden Kunst (siehe den beigefügten Text aus der „Wirtschaftswoche“ Nr. 3/2024).

Die Argumentation, dass sich KI immer nur der Daten aus Vergangenheit und Gegenwart bediene, aber nie zur Konkurrernz für völlig Neues werden könne, ist richtig. Aber zum einen werden sich viele Kunstliebhaber die Nachbildungen der Impressionisten oder der berühmten Expressionisten kaufen/an die Wand hängen. Und andererseits wird es fast unmöglich, etwas Neues zu schaffen, dem man die KI-Freiheit bescheinigen kann. Ob wir letztlich mit der Kombination aus künstlerischem Tun und KI zufrieden sein müssen, wird sich zeigen. Wahrscheinlich ist es schon …

Jetzt kriegt auch noch der Papst eins hinter die Ohren …

… obwohl er genau das Richtige fühlt und sagt  https://www.tagesschau.de/ausland/europa/papst-ukraine-krieg-100.html.

Einfach unverschämt, wie hier deutsche Politiker reinschlagen.  Dummköpfe, die nicht wahrhaben wollen, dass Russland in diesem Krieg nicht zu besiegen ist. Die nicht wahrhaben wollen, dass jetzt alle Kraft darauf verwendet werden muss, diesen unseeligen Konflikt zu beenden. Es wird diesen Raubfrieden leider geben müssen.

Wer glaubt, dass Europa angesichts des vermutlichen Wahlsiegers Trump soviel militärische Hilfe leisten kann, dass ukrainische Soldaten die besetzten Gebiete einschließlich der Krim zurückerobern können, ist ein Illusionist – schlimmer noch: ein Typ, der bewusst weiteres Blutvergießen hinnimmt. Allein die Tatsache, dass alle Waffen fünf bis zehn Herkünfte haben, also völlig unterschiedlich konstruiert und zu bedienen sind, müsste hellhörig machen. Aber nein, die Politiker lassen sich von ihren Emotionen hinreißen oder schlafen durch…

Liedermacher wie der unvergessene Franz Josef Degenhard, wie Konstantin Wecker oder Hannes Wader, Friedensbewegte wie Petra Kelly, Gerd Bastian und Millionen andere werden heute wenig oder garnicht gehört. Es herrscht eine Allianz aus naiver Freiheitsrethorik Rüstungsversessenheit und brutaler Meinungsmache. Ich kenne nur zwei Medien, die sich dem widersetzen: Die Berliner Zeitung und den „Freitag“…..

Hören wir Degenhardt:

Manchmal denke ich an Veronika Fischer

Am 28. Juli 2023 Veronika Fischer  72 Jahre alt geworden. Ich habe einige ihrer Lieder sehr gemocht. Sie hat 18 Jahre lang Musik gemacht und  1,5 Millionen Platten verkauft – vor allem in der DDR. Im Westen konnte sie nach ihrer Übersiedelung kaum mehr an die einstigen Erfolge  anknüpfen. Dennoch ist 2020 eine Musik-Box entstanden, die ihr gesamtes Schaffen spiegelt:

 

mein Faorit:

https://www.youtube.com/watch?v=B5fiGfJS0uI