Ukraine – der QuotenKnall!

Jetzt werden Krieg und Not ausgeweidet. Die Medien überschlagen sich. Quoten und Umsätze schießen in die Höhe. Es gibt Leute, die den Fernseher rund um die Uhr laufen lassen und im digitalen Blut waten. Ist es nicht schön, wenn man die Einschläge live erleben kann? So zeitnah und modern war Krieg lange nicht.

Unter dem Mäntelchen der Solidarität verbirgt sich auch heute wieder die schnöde Gier nach Sensation und Kick.

Fragt mal, wieviel Prozent der Bevölkerung bewusst für den Frieden eintreten! Ihr werdet schockiert sein…

Soeben geht ein Brief vom ZFD (Forum Ziviler Friedensdienst) bei mir ein. Auf dem Flyer die immer währende BlümchenAufschrift „Nicht noch mehr fürs Militär“. Im Text längst Verdorbenes von Anfang Februar. Dazu ein SpendenAufruf.

Nichts kommt mehr zur Unzeit als dieser Appell. Deutschland wird jetzt echt aufrüsten – auf 2% vom BruttoInlandsprodukt (so wie das die Amis seit Jahren wollen). Ich beginne das angesichts der aktuellen Lage irgendwie zu verstehen. Eine marode Bundeswehr nützt niemandem etwas – sie ist pure Geldverschwendung und Narrativ für eine Sicherheit, die es nicht gibt. Also entweder das Militär weg oder die Bundeswehr im Rahmen von Europa (nicht im Rahmen der Nato) handlungsfähig machen. Alles andere wäre wirklichkeitsfremd.

Die Waffen nieder !

Angesichts der katastrophalen Lage, in der sich die Ukraine seit Donnerstag befindet, ist Umsicht geboten. Und obwohl in Kiew und Umgebung viel (verständlicher) Patriotismus blüht, sollte jetzt alles getan werden, um weitere Opfer zu vermeiden. Vertreter der deutschen Regierung haben Waffenlieferungen ins Kriegsgebet abgelehnt und das in einem zynisch anmutendem Satz begründet: Es mache keinen Sinn, Waffen zu liefern, wenn die Niederlage der Ukrainer kurz bevorstehe. Und tatsächlich: Jedwede militärische Unterstützung würde den Krieg nur verlängern und weitere sinnlose Opfer bringen. Angesichts der russischen Übermacht bleibt nur eine weniger blutige Option: die möglichst frühzeitige Kapitulation, besser: eine gemeinsame Übereinkunft beider Staaten. Beide Seiten haben gestern Gespräche angeboten. Die müssten jetzt unbedingt zu Stande kommen und wahrgenommen werden. Es geht jetzt nicht darum, Putin ein zehntes Mal als Aggressor zu brandmarken, sondern ausschließlich um die sofortige Herstellung von Frieden. Ob Putin wirklich bereit ist, substanzielle Verhandlungen zu führen, bleibt zunächst offen. Selenskij hat bereits die Neutralität der Ukraine angeboten. Eine Zusage, die unter Druck wenig Wert hat, aber dennoch zu beachten ist.

Wie auch immer die Lösung aussieht: Ein Waffenstillstand dürfte den Ukrainern teuer zu stehen kommen. Denn Putin wird nicht nur auf einem Sonderstatus für seine Anhänger in der Ukraine bestehen, sondern auch Gebiete annektieren. Das dürfte den gesamten Donbass – vor allem aber die Gebiete um Mariupol und den Landweg zur Krim betreffen.

Der Westen, der in den Konflikt nicht eingreifen wird, übt sich in Sanktionen. Die dürften auch diesmal moderat ausfallen, weil die wirklich schmerzhafte Abkopplung der Kommunikationsplattform Swift nicht zu Stande kommt. Wirtschaftliche Interessen Deutschlands, Italiens und Frankreichs stehen konsequent dagegen. Genau das aber wird die Ukrainer weiter verbittern und ihr Gespür für eine neue Ballance in Europa stärken. Russland wird dabei weiter den Teufel spielen. Es sei denn, Putin würde gestürzt – was längst überfällig ist.

Der von Putin ausgelöste Krieg hat auch bei den Mitgliedern der deutschen LINKEN Entsetzen ausgelöst. Alle führenden Politiker beeilen sich, den Überfall zu verurteilen. Und wissen dennoch ganz genau, dass es die ewig Gestrigen- die Immer-noch-PutinVersteher weiterhin gibt. Für alle Linken ist der neue Zar zum Einflussvernichter geriert. Sie werden ihre ohnehin schon prekäre Situation weitere Jahre, vielleicht auch Jahrzehnte, ausleben müssen.

Ich würde mich freuen, wenn jeder Leser die Möglichkeit nutzen würde, an Anti-Kriegsdemos teilzunehmen. Wir haben lange nichts Machtvolles auf unseren Straßen erlebt. Jetzt ist es höchste Zeit dafür!

https://www1.wdr.de/nachrichten/ukraine-russland-krieg-nrw-reaktionen-solidaritaet-100.html

https://gruene-ratingen.de/volle-solidaritaet-mit-der-ukraine/

Foto oben: Demo und Menschenkette am 27. Februar in Ratingen

 

 

 

Die USA – klarer Punktsieger im Konflikt

Man muss zutiefst betroffen sein. Putin hat seine Truppen in die Ukraine einmarschieren lassen und damit das Völkerrecht eklatant gebrochen. Er holt sich jetzt, was zum Erreichen des von ihm definierten Sicherheitsstandards notwendig scheint. Und verhindert dann auch die drohende NATO-Mitgliedschaft des überfallenen Landes.

Es ist furchtbar, dass die Machtpolitik der Blöcke einmal mehr auf dem Rücken unschuldiger Menschen ausgetragen wird. Jetzt sterben Ukrainer wie Russen für ein Ziel, das nirgendwohin, vor allem aber nicht ins 21. Jahrhundert passt. Europa erlebt das, was fast niemand für möglich gehalten hat.

Spätestens die Tatsache, dass die russische Duma ein solches Vorgehen von Putin verlangt hat, dann aber auch der Umgang Putins mit seinen Untergebenen, haben mir eines klargemacht: Putin regiert wie ein einsamer absolutistischer Herrscher, der strikte Anerkennung und Gefolgschaft einfordert, als Führer einer Weltmacht akzeptiert und nicht ständig durch gegnerische Umzingelung bedroht werden will. Putin hat den mit dem Untergang der Sowjetunion einhergehenden Bedeutungsverlust Russland nie verwunden. Das alles scheint klar. Und so wie ein Herrscher des späten Mittelalters dressiert Putin die von ihm herangezüchteten Lakaien und scheut sich keineswegs, Tausende Menschen in den Tod zu treiben.

Putins Zeit ist um, doch niemand scheint zur Stelle, um ihn abzulösen und den Krieg zu beenden. Es liegt nunmehr beim russischen Volk, nicht bei den Geheimdiensten des Westens, den neuen Zaren vom Thron zu stoßen.

Soweit die eine Seite. Die andere, die europäische, die transatlantische Seite scheint auf moralisch festem Grund zu stehen. Doch das täuscht. Denn ohne die totale Kompromisslosigkeit des Westens hätte ein Krieg mit hoher Wahrscheinlichkeit vermieden werden können (keine einzige substanzielle Forderung der Russen wurde erfüllt!). Es sei denn, man schurkt Putin noch weiter auf und wirft ihm vor, die diplomatischen Bemühungen nur zum Schein inszeniert zu haben. Nach dem Motto: Er habe von Anfang an nur diese eine Option, nämlich den Krieg gegen die Gesamt-Ukraine, im Auge gehabt. Sehr wahrscheinlich ist diese Deutung nicht, und Beweise dafür gibt es auch nicht. Gleichwohl müssen solche Gedanken in die Betrachtung mit einbezogen werden.

Sehr viel einleuchtender ist allerdings, dass Putin die immensen wirtschaftlichen Verluste und den Imageverlust lieber vermieden hätte – was bei Durchsetzung des Minsker Abkommens und Verzicht der Ukraine auf NATO-Mitgliedschaft durchaus möglich gewesen wäre. Der Westen, genauer gesagt: die USA, haben diese Lösung mit Hilfe des Filmemachers Selenskyj zu Tode diskutiert und letztlich unmöglich gemacht. Das Bemühen um eine Konfliktlösung, der Wille zu einer Autonomielösung für die Aufständischen in Donezk und Luchansk – beides war vor allem von Seiten der Ukraine nicht gegeben. Es ist völlig sicher, dass diese Haltung von den USA maßgeblich erzeugt und befördert wurde. Denn sie sind letztlich die Einzigen, die vom laufenden Krieg profitieren – und die Geschehnisse folglich auch von vornherein so programmiert haben dürften:

  • Es ist ihnen gelungen, den Abstand zwischen Europa und Russland immens zu vergrößern (klare Festigung des bestehenden westlichen Blocks/der NATO mit Unterwerfung der europäischen BündnisPartner – bei Ausschluss einer schleichenden Kooperation mit Russland/China)
  • Die USA dürfen auf die Stilllegung von Nordstream 2 und auf den Export von US-FrackingGas hoffen
  • Die von den USA und von der NATO inszenierte kompromisslose Haltung des Westens mit Kriegsfolge hat das zarte Pflänzchen „Souveränität Europa“ komplett niedergetreten. Europa wird sich nach den zurückliegenden und künftigen Ereignissen nicht von den USA emanzipieren -sondern weiter den „devoten Dackel“ spielen. Der Krieg spaltet und schwächt Europa in erheblichem Umfang (höhere Kosten und verringerte Marktchancen) und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit der Amerikaner. Polen, Rumänien und die baltischen Staaten werden sich wegen der vermeintlichen russischen Bedrohung (obwohl es die angesichts der Beistandsverpflichtung der NATO-Staaten überhaupt nicht gibt) noch mehr an die USA anlehnen und Resteuropa wegen seiner Handlungsunfähigkeit verachten.
  • Das US-Establishment kann das Trauma von Irak und Afghanistan endlich relativieren. Denn es hat jetzt den Schurken auf der anderen Seite
  • Der losgetretene Krieg, der vermutlich länger dauert als von Putin vorgesehen, schwächt Russland moralisch und materiell. Sein Status als Weltmacht könnte durch „Totrüsten“ gänzlich verloren gehen.
  • Die USA hoffen auf massive ukrainische Gegenwehr – folglich auch auf neue Erkenntnisse/den Verbrauch von neuen amerikanischen Waffen/Munition
  • Deutschland muss sich angesichts des KriegsDiktates der Forderung der USA nach höheren Rüstungsausgaben (2% des BIP) beugen. Profitieren werden die Rüstungskonzerne in Deutschland und in den USA, leiden werden deutsche Investitionen in Klimatechnik und Infrastruktur.
  • Putin – und leider auch Russland –  verlieren viele Freunde und Unterstützer in der gesamten Welt
  • Europa, insbesondere Deutschland verlieren weiter an Glaubwürdigkeit (DDR-Waffen an die Ukraine) und werden  durch die immensen Flüchtlingsströme wirtschaftlich geschwächt

Schlimm auch, dass der Mensch in diesem VabanqueSpiel nicht vorkommt. Er wird  – wie immer – belogen und verheizt. Gleichfalls schlimm, dass die auf Putin gerichteten Vorbehalte auf ganz Russland abfärben und dieses Land in den Augen einer breiten Öffentlichkeit – ganz egal, ob zaristisch, kommunistisch oder kapitalistisch – weiter diskreditieren. Schlimm ebenfalls, dass sich Russland mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine immer enger werdende Kooperation mit China einstellen wird. Nicht nur, was den Warenaustausch anbelangt. Nein – auch was die langfristige Erschließung und Besiedlung Sibiriens betrifft. Hier wird es über kurz oder lang zu einer großflächigen Win-Win-Situation kommen: Chinesen und neueste Technologie nach Sibirien – in der Folge: Moderner Aufbau ganzer Regionen/Erschließung gigantischer Rohstoffvorkommen und Befriedigung von Bedürfnissen, die durch weiteres chinesisches Wachstum entstehen. Wachsende Prosperität Russlands durch immense Rohstofferlöse und „Landvermietung“.

Diese Entwicklung angestoßen zu haben, wird sich in Kürze als Kardinalfehler der westlichen Politik erweisen. Denn vereint werden Russland und China dem Westen, wenn nicht mittel- so doch langfristig den Garaus machen. Und schon bald wird klar sein, dass allgemeine Rüstungsanstrengungen – und seien sie noch so groß – angesichts von möglichen Cyberattacken und  atombombenbestückten LangstreckenRaketen allenfalls für Rüstungskonzerne, nicht aber für Staaten oder Staatenverbunde zu mehr Stärke, geschweige denn Abschreckung führen.

Russland mag trotz erheblicher wirtschaftlicher Einbußen aus einer Besatzungsmacht-Lösung langfristig profitieren, Europa aber wird – wie oben schon angeführt – nur verlieren. Denn nicht nur viele Importe (Gas!) dürften teurer werden – auch der Export wird signifikant beschädigt (wachsende Produktionskosten, abgeschnittene Märkte). Europa dürfte – Putins Weiterregieren vorausgesetzt – manigfaltige kulturelle Kontakte zu Russland einbüßen. Das europäische Russland mit all seinen Schriftstellern, Künstlern und Wissenschaftlern wird in weite Ferne rücken.

Die gegenwärtige Politik wird von einer heuchlerischen Bande von Scharfmachern beherrscht

Die Situation ist nicht nur brenzlig, sie ist höllisch gefährlich. Das ist der psychologischen Kriegsführung, aber auch dem aktuellen Geschehen geschuldet. US-Außenminister Blinken zerrt – aufgehetzt durch absurde Recherchen der Geheimdienste – an sämtlichen roten Linien, die das Geschehen hergibt. Blinken wörtlich: „Wir befinden uns in einem Zeitfenster, in dem ein Einmarsch zu jedem Zeitpunkt beginnen könnte, und um es ganz deutlich zu machen: Das schließt die Zeit der Olympischen Spiele mit ein“, https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/usa-russland-nato-ukraine-101.html.

Ist dieser Mann noch bei sich? Ist das, was er sagt, nicht genau das falsche Zeichen – in einer Situation, die dringend des Innehaltens bedarf. Stattdessen werden die Russen bis aufs Blut gereizt – in der Hoffnung, dass sie doch irgendwann die Nerven verlieren*.

Die Russen werden sie nicht verlieren. Aber die deutsche Regierung ist dicht dabei. Wenn sie sich im Vorfeld von Scholz‘ Ukrainebesuch doch noch entschließen sollte, Waffen zu liefern, sind wir auf Dauer diskreditiert https://www.tagesschau.de/inland/ruestungshilfe-ukraine-101.html. weniger in den Augen derer, die uns ständig zum Bruch unserer Selbstverpflichtung überreden wollen – vielmehr vor uns selbst. Denn unser Tun wäre nicht nur angesichts unserer Vergangenheit schändlich, sondern auch, weil immer dann, wenn von Deutschland die Rede ist, üble Eigenschaften wie Wankelmütigkeit und Unterwürfigkeit assoziiert würden. Keine Waffen in Spannungsgebiete –  jener edle und (bislang) eiserne  Vorsatz – wäre dann erneut und diesmal sehr ernsthaft  zur Worthülse verkommen. Deutschland würde zu einem Land, dem man nicht vertrauen kann.

Dass US-Außenminister Blinken den kommenden Mittwoch als möglichen Termin für den Beginn einer militärischen Aggression der Russen gegen die Ukraine benennt, ist einzigartig in der Geschichte der modernen Welt https://www.t-online.de/nachrichten/ausland/krisen/id_91650602/drohender-krieg-russlands-praesident-putin-fuehrt-den-westen-vor.html. Es zeigt aber auch, wozu Politiker, die innenpolitisch unter Druck stehen, heute fähig sind.

Worauf soll die Ansage hinauslaufen? Soll sie der Aufforderung an alle Amerikaner, die Ukraine schleunigst zu verlassen, zusätzlichen Druck verleihen? Soll sie die Menschen diesseits und jenseits in Panik versetzen, sie zu Vorkehrungen animieren, die im Ernstfall notwendig sind? Oder soll sie die Menschen täuschen?

Immerhin wäre es möglich, dass auf die Russen gezeigt wird, während Ukrainer einen Angriff auf die Separatisten vorbereiten und dann lostreten. Letzteres wäre ein Schreckensszenario, denn die Lage würde zweifellos so dargestellt, dass auch hier die Russen schuld wären. Weil deren Agenten, perfekt getarnt, einen solchen Angriff steuerten. Die USA haben solch ein Szenario bereits beschworen und vorveranstaltet. Was also, wenn in jedem Fall Putin der Verbrecher wäre  – und nicht die Amerikaner?

Jetzt wird gegen Gerhard Schröder blank gezogen – weil er die Nähe zu Putin nicht aufgibt, weil er für Frieden in der Ukraine plädiert und alle Provokationen an dieser Stelle verurteilt, weil er zur offiziellen Politik der Ampel quer steht und den Amis ihre Fracking-Gas-Träume (es handelt sich hier um ein höchst verachtenswertes Produkt**)verhagelt.  Vorgeschoben werden seine materiellen/wirtschaftlichen Interessen, dass er NordStream II und damit das russische Gas für Deutschland um jeden Preis durchsetzen möchte, dass er mit seinen Aufsichtsrats-/Verwaltungsrats-Mandaten bei Gazprom&Co. reich und ein politischer Fürsprecher/ eine Galionsfigur der Russen werde.

Ich habe Schröder nie besonders leiden können – vor allem deshalb nicht, weil er sich gnadenlos für die Wirtschaft und zu wenig für die Unterprivilegierten in unserem Land einsetzte. Er erlaubte deutschen Banken den Handel mit toxischen Papieren, er ließ Hartz IV lostreten, reduzierte die Steuerlast von Unternehmen und hievte das Renteneintrittsalter auf 67 Jahre. Außerdem lobbyierte er für die russische Gasindustrie – kaum, dass er 2005 sein Amt als Kanzler loswurde. Witzig ist, dass ihm die CDU für sein Wirken nach wie vor dankbar ist, während ihn die eigene Partei mehrheitlich verteufelt.

Auf der anderen Seite hat Schröder – vor allem außenpolitisch – Mut bewiesen. Er hat sich von den Amis nicht in den Irakkrieg hineinziehen lassen, die Sicherheitspartnerschaft zwischen der NATO und Russland unterstützt und damit auch den Geist der Brandtschen Ostpolitik weiter getragen. Und das gegen den erklärten Widerstand der amerikahörigen, russlandfeindlichen Kräfte, die heute das Sagen haben. 

Schröder war und ist ein dynamischer Politiker – er wusste, was er tat und bewies im Amt ein starkes Durchsetzungsvermögen, etwas, dass heutigen Politikern zumeist abgeht.

Jetzt, da er alt ist, wagt man, auf ihm rumzuhacken, spricht von Verweisen gegen ihn, will ihn sogar aus der Partei ausschließen.

Dass russisches Gas nur dann fließt, wenn zwischen Deutschland und Russland Frieden herrscht, ist klar. Schröder zu unterstellen, dass er ausschließlich deshalb für Frieden plädiert, wäre mehr als bösartig. Schröder pflegt seine Freundschaft mit Putin. Das allein reicht schon, um ihn anzuprangern – als ob Freundschaften und gute Beziehungen nichts wert wären. Klar, die USA wollen ihre Vorherrschaft auf den Weltmärkten nicht nur befestigen, sondern weiter ausbauen. Das bedeutet auch, Konkurrenten – wo immer möglich – zu schwächen/ niederzurüsten. Eine Politik gegen Russland und China ist damit ebenso vorprogrammiert wie der Hass auf all diejenigen, die mit Russland oder China kooperieren möchten. Vor allem letzteres bestimmt die politische Situation der Gegenwart. Wer aus Russland die Hauptmenge seines wichtigsten Energieträgers (Gas) bezieht und eine Substitution durch US-FrackingGas vom Grundsatz her ablehnt, verstößt ganz ausdrücklich gegen amerikanische Interessen, geriert zum Bremser, zum unsicheren Kantonisten.  Diese Diskussion ließe sich endlos fortsetzen und trefflich um Befindlichkeiten der umgangenen Nachbarländer, um Gas als Brückentechnologie, um die Fragwürdigkeit von Partnerschaften und die Europa betreffenden Spaltungsbemühungen der USA ergänzen.

Hier soll es aber ausschließlich um Naheliegendes gehen, darum, dass sich die USA erfrechen, in deutsche Wirtschaftsprojekte einzugreifen, sprich: einen Boykott gegen alle am Bau beteiligten Firmen auszusprechen. Dass es sich dabei um einen einzigartigen feindlichen Vorgang handelt, wird hier zu Lande so gut wie nicht thematisiert. Um die Fertigstellung und Finanzierung sicherzustellen, müssen sich die mit dem Pipelinebau beteiligten Firmen quasi abducken und eine staatliche Stiftung um Unterstützung bemühen. Weil staatliche Unternehmen von US-Boykott ausgenommen sind. Wo leben wir denn, wo kriechen wir denn. Unsere Souveränität ist auch hier wieder einmal total am Boden. Und wenn Biden bereits verspricht, dass er NordStream II stillegen will, dann sieht das nach kompletter, nicht nur nach Schröders, sondern nach Deutschlands Niederlage aus. Keiner weiß heute, wie er im Konfliktfall russisches Gas ersetzen könnte. Das amerikanische FrackingGas reichte hinten und vorn nicht (man wäre auch gar nicht in der Lage, kurzfristig die dazugehörige Infrastruktur zu schaffen) und anderweitig beschafftes Gas würde die schon jetzt rasanten Preise weiter ins Uferlose katapultieren.  Sprich: die Wirtschaft müsste gigantische Zusatzkosten schlucken. Sie würde ihre Konkurrenzfähigkeit auf den Weltmärkten gefährden – sie geriet in Schockstarre.

Fragt sich natürlich, ob dass den USA nicht bestens ins Konzept passte. Sie würden ihr FrackingGas zu Vorzugspreisen in Deutschland loswerden, sie würden Deutschland mit Erfolg von Russland abkoppeln, sie würden im Baltikum, in Polen und in der Ukraine weiter Punkte sammeln und damit die Spaltung Europa – so auch dessen Schwächung – erfolgreich fortsetzen. Wenn es dann noch gelänge, einen Stellvertreterkrieg vom Zaun zu brechen, sprich: die ukrainischen Nationalisten – allen voran die faschistischen Swoboda-Brigaden – gegen die Aufständischen in Donezk und Luhansk in Stellung zu bringen, wäre der amerikanische Fischzug perfektioniert. Immerhin dürfte es leicht fallen, ein paar korrupte und waffengeile Provokateure zu finden, die den Konflikt morgen lostreten. Die neuen amerikanischen Waffen und Granaten würden dann auch getestet. 

Was hat das alles mit Schröder zu tun?

Nun, Gerhard will den USA das einträgliche, höchst komplexe Geschäft vermasseln. Doch nicht nur das. Er setzt dem ständigen, im Grunde unerträglichen RusslandBashing mal eine Mahnung an die Ukraine entgegen (hört auf mit dem Säbelrasseln!). Etwas höchst Ungewolltes, eine Botschaft, die nach Auffassung der tonangebenden Politik zur Unzeit kommt, etwas, dass in den MainstramMedien total ausgespart wird. Klar, dass Olaf Scholz und sein Team da aufstöhnen. So kurz im Amt, so vordergründig auf Fortschritt gebürstet und schon in der alten Kniefälligkeit. Alles kuscht vor den USA, und auch Gabriel – einst so nett verbündet mit Schröder –  fährt klaren BRÜCKE***-Kurs. Schon erstaunlich, dass das Volk völlig anders gepolt ist. Nach letzten Recherchen des SPIEGEL wünschen 46 % der Deutschen mehr Nähe zu Russland. Zu vermuten ist, dass sie in Sachen Frieden auch eher nichts gegen Gerhard Schröder haben. Dass diese Haltung völlig konträr zur weitgehend gleichgeschalteten Propaganda steht, ist grotesk. Da wird die mecklenburgische Ministerpräsidentin Schwesig als SchröderVersteherin und NordStream II- Trickserin verunglimpft, da wird verbreitet, dass Schröder bis auf ein paar ihm verpflichtete Typen keine Freunde und Fürsprecher habe (DER  SPIEGEL Nr. 7/2022, S. 22 ff.: „Ein fatales Signal“ https://www.spiegel.de/politik/deutschland/gerhard-schroeder-wie-der-altkanzler-die-spd-mit-seinen-russland-jobs-quaelt-a-5cc8d3be-0fa0-4edb-adf6-7b60ecfa57a3), da wird letztlich die Panikmache von US-Außenministers Blinken (alle Amis sofort raus aus der Ukraine!) durch gleichlautende Aufrufe an deutsche Staatbürger befeuert.

Ich finde das alles zutiefst unfriedlich … und höchst gefährlich …

 

*Ich halte es für mutig, dass DER SPIEGEL in seiner Ausgabe vom 12. Februar 2022 umfangreiche Rechercheergebnisse zum Thema „NATO-Erweiterung“ preisgibt. Und dann feststellt,dass es bereits Anfang der Neunziger Jahre – nicht nur von den USA, sondern auch von Großbritannien und Frankreich – mündliche Versprechen gab, den Einflussbereich der NATO nicht weiter auszudehnen. Der Westen habe mit einer gegenteiligen Politik keine Verträge gebrochen (denn die gab es schriftlich nie), er habe aber sehr deutlich gegen den Geist der Absprachen verstoßen (Genscher in einem Interview)  https://www.spiegel.de/panorama/nato-osterweiterung-was-hat-der-westen-1990-heimlich-dem-kreml-zugesagt-a-38b7dc85-ab4f-48db-837d-1b974c8ae95a

** https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=Fracking

***gemeint ist die Atlantik-Brücke – lt. Wikipedia ein gemeinnütziger Verein, der mit dem Ziel gegründet wurde, eine wirtschafts-, finanz-, bildungs- und militärpolitische Brücke zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland zu schlagen.

Der US-Diplomat George F. Kennan hatte am 5. Februar 1997 eindringlich vor der Osterweiterung der Nato gewarnt – ist aber von Clinton nicht gehört worden https://www.infosperber.ch/politik/welt/so-kann-man-aus-der-geschichte-lernen/.

So kann man aus der Geschichte lernen

Die Geschichte der Menschheit – oft geklittert

Für mich war eigentlich immer klar, dass die Geschichte der Menschheit immer von denen geschrieben wurde, die als „Sieger“ aus den jeweiligen Epochen hervorgingen (ich spreche ganz ausdrücklich nicht von den moralischen Siegern, denn die wurden zumeist „untergepflügt“).

So kann man auch getrost annehmen, dass vorhandene Monumente, Bilder, Schriftzeichen und Artefakte von nachfolgenden Generationen – aus welchen Gründen auch immer – zerstört oder verfälscht wurden. Die heutige Bibel, ja: die kirchlichen Schriften in ihrer Gesamtheit  beschreiben ganz sicher nicht, was deren „Urverfasser“ einst ausschwitzten bzw. als freundlich und heilbringend gemeint aufs Papier brachten. Vermutlich hat nicht jeder, vielleicht doch aber jeder dritte oder vierte Papst seine Schreiber angewiesen, Unliebsames aus der heiligen Schrift zu tilgen, um es durch Liebsames zu ersetzen. Man muss nur den sexuellen  Orgien des 10. Jahrhunderts nachgehen, die solcherlei Korrekturen geradezu einforderten https://www.welt.de/geschichte/article151118141/Als-hemmungslose-Pornokratie-die-Kirche-ruinierte.html.

Scherz beiseite. Wir verfügen heute über eine Viezahl neuerer Schriften und Dokumentationen, deren Autoren sich erkühnen, das Schicksal der Menschheit zu deuten. Das meiste davon ist in sogenannten freiheitlichen Gesellschaften erschienen und so etwas weniger verdächtig als irgendwelche Schriften aus dem Absolutismus. Recht beeindruckend fand ich Yuval Noah Hararis „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-coolness-des-universalhistorikers-100.html und helder yurens „Die Evolution kassiert die Kriegskultur“ https://www.amazon.de/Die-Evolution-kassiert-Kriegskultur-Weltgeschichte-ebook/dp/B00B9M6BWE. Jetzt wartet ein neuer Brocken auf geduldige Leser: „Anfänge: Eine neue Geschichte der Menschheit“ von David Graeber und David Wengrow https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/zivil-und-pervers. Beide Autoren versuchen einen völlig anderen Blick auf die Geschehnisse, nämlich den aus den Augen von Unterdrückten, Indigenen und Getöteten (Doppelzählungen sind wahrscheinlich!). Europa und die entwickelte Restwelt scheinen dabei schlecht wegzukommen. Was sich ja seit längerem schon andeutet. Denn was ist von dem einst bewunderten Kolumbus übrig geglieben. Ein brutaler seucheneinschleppender Eroberer, der konfiszierte und platt machte. Ein Beispiel, aber es hinkt nicht.

Und noch ein Aspekt ist erwähnenswert: Heutige VergangenheitsErkunder besitzen zwar die besten Techniken, um Altes, Vergangenes aufzurollen. Was sie nicht loswerden, ist die Brille der von Wohlstand und Verwöhnung bestimmten Jetztzeit. Festzustellen, wie „damals“ die Stimmung war, was Menschen warum wie bewegte, ist extrem schwierig.

Mal sehen, wie die Davids mit dem Thema umgehen …

10. Februar 2022: Hallo Freunde, hier wieder die aktuellen Schlagzeilen aus dem BLOGhaus

Wir brauchen Frieden – verdammt noch mal!

So hatte ich am 26. Januar getitelt https://www.stoerfall-zukunft.de/wir-brauchen-frieden-verdammt-noch-mal/ – und eine Botschaft verbreitet, die weithin verstanden wurde. Inzwischen ist es im Konfliktgebiet Ukraine nicht einfacher geworden. Im Gegenteil: Die Russen kündigen weitere Manöver an, die Amis wollen zusätzliche 3.000 Soldaten nach Osteuropa schicken https://www.tagesschau.de/ausland/us-truppen-deutschland-ukraine-krise-103.html. Niemand weiß derzeit, ob die Konfrontation endlich zu klaren Vereinbarungen oder aber doch nur zur Festschreibung eines „vereisten“ Staus quo führt. Mir scheint, dass viele Beobachter die Situation vor Ort verkennen und falsch beurteilen. Spaziergänge von Baerbock & Co. im Grenzgebiet jedenfalls klären da gar nichts https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-europa/deutsche-aussenministerin-besucht-die-ukraine-100.html. Die Ukraine ist seit jeher in sich zerrissen (der westliche Teil ist prowestlich, der östliche prorussisch orientiert, die Mitte gibt sich gemischt) und wirtschaftlich am Boden (seit 1990 praktisch kein Zuwachs am Pro-Kopf-Bruttoinlandsprodukt). Staatspräsident Selenskyj vertritt diejenigen Kräfte im Lande, die den Beitritt  des Landes zur Nato befürworten und damit Putin zur Weißglut bringen. Selenskyj hat die russlandfreundlichen Ukrainer – vor allem nach den Aufständen in Donezk und Luchansk – stark zurückgedrängt, drei ihrer Radiostationen stillgesetzt, prorussische Politiker mundtot gemacht und per Gesetz einschneidende Restriktionen für die russische Sprache verwirklicht. Von ausländischen Berichterstatern wird oft übersehen, dass Putin in der Ukraine kein Land erobern oder gar putschen, sondern allenfalls die Rechte der prorussischen Bevölkerungsmehrheit sichern wollte. Dennoch wird ihm eine böse Aggressionswut unterstellt, die m. E. aber ausschließlich auf das Bestreben des Westens, die Ukraine mittels Nato gegen Russland zu instrumentalisieren, zurückgeht. Die in den letzten Jahrzehnten praktizierte Einkreisung Russland habe ich des öfteren kommentiert, u.a. in  https://www.stoerfall-zukunft.de/ist-der-freitag-nun-im-mainstream-agekommen/ sowie https://www.stoerfall-zukunft.de/3949-2/. Putin verweist nach wie vor darauf, dass der Westen schon in den Neunziger Jahren versprochen  habe, auf die Ausdehnung der Nato in Richtung der ehemaligen Warschauer-Pakt-Staaten zu verzichten. Dafür gibt es nach meinen letzten Recherchen keinen Anhaltpunkt. Gleichwohl ist weder 1990 (Einigungsvertrag) noch 1997 (Grundakte über gegenseitige Beziehungen …) von einer solchen Erweiterung die Rede gewesen. Besagten Staaten war es aber freigestellt, sich so zu verhalten, wie es ihnen beliebte. Das Ergebnis ist bekannt. Was ich erst mit der Berliner Zeitung vom 30. Januar 2022 erfuhr, ist die Mutmaßung, dass die Durchsetzung von Zielen des NormandieFormates  –  Verhandlungen der ukrainischen Regierung mit den Aufständischen sowie Schaffung von Grundlagen für die Autonomie von Donezk und Luchansk – schnell zur Destabilisierung der Ukraine (mit der sofortigen Entthronung von Selenskyj) führen könne https://www.berliner-zeitung.de/wochenende/die-wochenendausgabe-der-berliner-zeitung-vom-29-januar-2022-li.208771?pid=true*. Wie genau diese Einschätzung die tatsächliche Lage spiegelt, ist unklar. Man kann nur hoffen, dass sie die Risiken überzeichnet. Ich für meinen Teil wüsste nicht, wie das UkraineProblem ohne ein gesetzlich geregeltes Nebeneinander von russlandfreundlichen und prowestlichen Bürgern gelöst werden könnte. In der Verfassung der selbständig gewordenen Ukraine war zunächst verankert worden, dass das Land neutral bleiben sollte. 2019 verabschiedete das Parlament eine Resolution, die diesen Vorsatz quasi austilgte. Ihr Titel: „über vorrangige Schritte zur Gewährleistung der euro-atlantischen Integration der Ukraine und zum Erwerb der Nato-Vollmitgliedschaft“. Die NATO antwortete mit der Vergabe des Status eines Enhanced Opportunities Partners, der bereits vor dem NATOBeitritt engste gegenseitige Kontakte auf nachrichtendienstlichem und militärischen Gebiet ermöglicht. Auch diese Botschaft war für Russland ein rotes Tuch.  Inzwischen ist die Welt voll von interessengesteuerten Zustandsbeschreibungen, Schuldzuweisungen und „Säbelgerassel“. Vor allem die westlichen MainstreamMedien sind sich einig im Putin-Bashing, die taz stößt ins selbe Horn https://taz.de/Treffen-zum-Ukrainekonflikt/!5827560/. Yale-Professor Snyder, der im Westen als ausgewiesener Ukraine/Russlandkenner gilt, schlägt in der Washington Post besonders aggressive Töne an. Für ihn ist Russland ein Teufel, der der Ukraine jede Staatlichkeit aberkennen und sie als kleinen, folgsamen Puffer gegen den Westen benutzen möchte.  Snyder serviert altbekannte Klischees und zeigt wenig Neigung, Historie und Gesamtsituation angemessen zu bewerten https://www.stoerfall-zukunft.de/ukraine-man-kann-es-auch-so-sehen/. Damit liegt er hinter den instruktiven Beiträgen der Berliner Zeitung und des Freitag weit zurück.

Viel gefährlicher sind indes Rufe, die Ukraine mit deutschen DefensivWaffen zu versorgen. Sowohl Gabriel (ein devoter Unterstützer der AtlantikBrücke) als auch Heusgen, der künftige  Chef der Münchener Sicherheitskonferenz, aber auch der CDU-Außenpolitiker Kiesewetter plädieren dafür (Baerbock und Habeck, die früher auch in diese Richtung votierten, haben von Scholz den zeitweiligen Maulkorb verpasst bekommen). Angesichts des ukrainischen Faschismus im 2. Weltkrieg, angesichts auch der heutigen NaziUmtriebe im Lande, angesichts des in Deutschland geltenden Verbots, Waffen in Spannungsgebiete zu liefern, machen derartige Bestrebungen einfach fassungslos https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/christoph-heusgen-fuer-lieferung-von-defensivwaffen-an-kiew-17772391.html  sowie  https://www.rnd.de/politik/ukraine-konflikt-cdu-politiker-kiesewetter-fuer-deutsche-waffenlieferungen-QTFLDZ3QBW4BZKKR4FTXJCZ6NE.html. Bleibt zu hoffen, dass der Kanzler Haltung bewahrt und die zahlreichen Anfeindungen, die ihn tägllich erreichen, strikt zurückweist. Wer glaubt, dass eine aggressive Einheitsfront des Westens die Probleme mit Putin klärt, ist auf dem Holzweg. Und gleichzeitig dafür verantwortlich, dass Russland in die Arme der Chinesen getrieben wird (FAS vom 30. Januar 2022; https://www.tagesschau.de/ausland/asien/russland-china-nato-101.html ).

*Ihr solltet/Sie sollten das Ukraine-Russland-Special der Berliner Zeitung unbedingt studieren                                                                                                                                                                                                                           Foto: ARTE.tv

Auch eine so

sympatische und engagierte Kämpferin wie Malu Dreyer scheint ab und zu zu lügen,  z. B. wenn sie in einem RP-Interview behauptet, dass sie keinen maßgeblichen SPD-Politiker kenne, der die Einstellung von Gerhard Schröder zur UkraineKrise teile. Über diesen – ich meine fauxpas – macht sich jetzt die gesamte Presse her. Fragt sich, ob das berechtigt ist. Niemand weiß nämlich, ob der Interviewer verkürzt oder gepfuscht hat                         https://www.tagesspiegel.de/politik/dreyer-ueber-altkanzler-schroeder-ich-kenne-niemanden-in-der-partei-der-seine-auffassungen-teilt/28042070.html

  Es ist offensichtlich,

dass die irren Laubbläser derzeit von den irren Kettensägern abgelöst werden. Überall säbeln die ab, was aufgeholzt im Wege scheint – dabei immer wieder gesunde und starke Bäume. Fast scheint es, als ob Querdenker zu Gange seien, Leute, die ihre Wut auf Staat und Corona auf Wald und Park auslassen. Die Bäume sind nicht nur am Ratinger Liebevoll, sondern auch an vielen anderen Orten dem NICHTS gewichen https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/kahlschlag-macht-buerger-fassungslos_aid-19035757. Ade, Sauerstoff. Ich bin (stink-)sauer!

  Merz & Co. schäumen,

aber vielleicht geht es jetzt doch mit der deutschen Umweltpolitik voran …                  

Fotos: br.de;   BMUV.de

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/annalena-baerbock-stellt-klima-sonderbeauftragte-jennifer-morgan-vor-a-a10648a7-556c-4ef5-af18-d3fc5b40978c

Der Freitag Nr. 6/22, S. 2: „Unterwegs im Gegenwind“

Für mich

war eigentlich immer klar, dass die Geschichte der Menschheit immer von denen geschrieben wurde, die als „Sieger“ aus den jeweiligen Epochen hervorgingen (ich spreche ganz ausdrücklich nicht von den moralischen Siegern, denn die wurden zumeist „untergepflügt“). So kann man auch getrost annehmen, dass vorhandene Monumente, Bilder, Schriftzeichen und Artefakte von nachfolgenden Generationen – aus welchen Gründen auch immer – zerstört oder verfälscht wurden. Die heutige Bibel, ja: die kirchlichen Schriften in ihrer Gesamtheit  beschreiben ganz sicher nicht, was deren „Urverfasser“ einst ausschwitzten bzw. als freundlich und heilbringend gemeint aufs Papier brachten. Vermutlich hat nicht jeder, vielleicht doch aber jeder dritte oder vierte Papst seine Schreiber angewiesen, Unliebsames aus der heiligen Schrift zu tilgen, um es durch Liebsames zu ersetzen. Man muss nur den sexuellen  Orgien des 10. Jahrhunderts nachgehen, die solcherlei Korrekturen geradezu einforderten https://www.welt.de/geschichte/article151118141/Als-hemmungslose-Pornokratie-die-Kirche-ruinierte.html.

Scherz beiseite. Wir verfügen heute über eine Viezahl neuerer Schriften und Dokumentationen, deren Autoren sich erkühnen, das Schicksal der Menschheit zu deuten. Das meiste davon ist in sogenannten freiheitlichen Gesellschaften erschienen und so etwas weniger verdächtig als irgendwelche Schriften aus dem Absolutismus. Recht beeindruckend fand ich Yuval Noah Hararis „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ https://www.deutschlandfunkkultur.de/die-coolness-des-universalhistorikers-100.html und helder yurens „Die Evolution kassiert die Kriegskultur“ https://www.amazon.de/Die-Evolution-kassiert-Kriegskultur-Weltgeschichte-ebook/dp/B00B9M6BWE. Jetzt wartet ein neuer Brocken auf geduldige Leser: „Anfänge: Eine neue Geschichte der Menschheit“ von David Graeber und David Wengrow https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/zivil-und-pervers. Beide Autoren versuchen einen völlig anderen Blick auf die Geschehnisse, nämlich den aus den Augen von Unterdrückten, Indigenen und Getöteten (Doppelzählungen sind wahrscheinlich!). Europa und die entwickelte Restwelt scheinen dabei schlecht wegzukommen. Was sich ja seit längerem schon andeutet. Denn was ist von dem einst bewunderten Kolumbus übrig geglieben. Ein brutaler seucheneinschleppender Eroberer, der konfiszierte und platt machte. Ein Beispiel, aber es hinkt nicht.

Und noch ein Aspekt ist erwähnenswert: Heutige VergangenheitsErkunder besitzen zwar die besten Techniken, um Altes, Vergangenes aufzurollen. Was sie nicht loswerden, ist die Brille der von Wohlstand und Verwöhnung bestimmten Jetztzeit. Festzustellen, wie „damals“ die Stimmung war, was Menschen warum wie bewegte, ist extrem schwierig.

Mal sehen, wie die Davids mit dem Thema umgehen …

 

Weil wir es nach wie vor nicht drauf haben, von den Nachbarländern zu lernen,    

fliegen immer mehr Geldautomaten in die Luft – gibt es eklatante PCR-Test-Probleme

https://www.zdf.de/politik/frontal/ec-bomber-mit-sprengstoff-geldautomaten-knacken-youtube-100.html

https://www.zdf.de/politik/frontal/mangelware-pcr-test-priorisierung-omikron-covid-100.html

  Habt ihr/haben Sie

auch noch so ein Schätzchen? Als ich vor  Kurzem mit meinem Nokia 6210 in den TelekomLaden kam und den Verkäufer bat, die SIM-Karte auszutauschen, platzte der enthusiastisch heraus: Mann, das waren noch die besten Handys! Gesagt, gestutzt und dann rumgefummelt. Der Mann war begeistert, doch aufbekommen hat er das nicht …

 

Immer, wenn ich die Rufe „Lügenpresse“ höre, bin ich versucht, ein wenig einzustimmen, denn das Gro unserer Medien scheint wie nie zuvor – nicht vom Staat, so doch aus sich selbst heraus – gleichgeschaltet. Ob es sich um die Themen „Pandemie/Impfpflicht“, Ukraine, „Winterolympiade“, „Olaf Scholz“, Windräderabstände“ oder „Identitätspolitik“ handelt, alles klingt wie abgeschrieben/abgedroschen. Ständig dieselben Tiraden, ständig dieselbe halbgesichtige Kommentierung, die mit Blick auf Auflage und Einschaltquote lieber auf einseitig bösartig, denn auf kooperativ/friedlich und vollständig schaltet. Mir scheint, dass wir mit Ausnahme des Freitag jeglicher linksliberaler Medien verlustig gegangen sind. Allenfalls Georg Restle (ARD/Monitor) und Anja Reschke (ARD/Panorama) löcken noch gegen den Stachel – müssen ihre kritischen Kommentare aber regelmäßig mit Schmähungen gegen Russland und China kombinieren (so zumindest mein Eindruck). Ganz unerträglich ist auch Welke, dessen satirisch gemeinte Wochenshow (ZDF) mit plumpen Tiraden gegen die Olympiade einen neuen Tiefpunkt erreicht hat  https://www.zdf.de/comedy/heute-show