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Sie schaut auf den Mond und ist … desillusioniert

Ganz so ist es ja nicht, aber der Gedanke an sich …

 

 

Ja, als Armstrong am 21. Juli 1969, 3:56:20 den Mond betrat, lag ich – offenbar zitternd – im Bett und träumte, dass ich Schnee schippen, den Deckel der vereisten Mülltonne aufkloppen und dann Kohlen in die qualmende Etagenheizung schütteten musste. Die Vision war weit weg von Mond und Armstrong, aber immerhin von Kälte gezeichnet.

Ich lebte damals in der DDR und ahnte, dass sich oben etwas zusammenbraute. Immerhin konnten wir im Großraum Berlin Westfernsehen empfangen und die Pläne der NASA verfolgen. Zum nächtlichen Aufsitzen hat es dann doch nicht gereicht, weil der exakte Plan im Nebel blieb und ab 7 Uhr früh am Alex gearbeitet werden musste. Hinzu kam, dass die geplante Mondlandung bei uns als politischer Aktionismus, als ImageKampagne gedeutet– und letztlich als bloße Geldverschwendung diskreditiert wurde.

Keine Frage, die Mondlandung war eine Sensation, etwas sehr Emotionelles. Aber gleichzeitig auch etwas, das den Mond als Beleuchter der Liebenden entzauberte. Und natürlich diente das Ganze der Propaganda, sollte vom Vietnamkrieg ablenken, das Auf- und Überholen der USA gegenüber der UdSSR klarstellen.  Einen praktischer Nutzen der tollen Landung konnte ich damals nicht ausmachen, und als die ganze Sache als gefakte RealityShow in Frage gestellt war – ich erinnere an die zahlreichen Verschwörungstheorien – blieben allseits die Münder offen https://www.welt.de/kultur/history/article13809245/War-die-Mondlandung-eine-einzige-Verschwoerung.html.

Ganz sicher hat die Mondlandung damals stattgefunden und menschlich/logistisch war das eine Meisterleistung. Schon komisch, dass der NASA bis heute viel Wissen und technisches Know-how aus den zurückliegenden Mondmissionen verloren ging. Jetzt braucht man erneut neun Jahre, um neuerlich auf dem Mond zu stützpunkten https://www.derstandard.de/story/2000098056995/nasa-chef-usa-werden-sichmoeglichst-bald-dauerhaft-auf-dem-mond  – so jedenfalls die letzten Infos aus dem US-Raumfahrtzentrum.

Armstrongs linker Fuß wird uns dennoch im Gedächtnis bleiben. Er zeugt vom Willen und vom Mut des Menschen, rote Linien zu überschreiten, Linien, die im Nachgang immer auch auf Grün umswitchen. Hier bei Armstrong & Co. besteht keinerlei Zweifel.