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Die dritte Welle ist im Kommen

Ich hab den Eindruck, dass die Politik angesichts der SpazierMassen und der wirklichkeitsfremden Öffnungsphantasien (also auf Druck der Masse) Schulen und Kitas öffnen wird https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/rheinufer-duesseldorf-stadt-erwaegt-sperrung-grossandrang-durch-ausfluegler_aid-56359295. Gegen den ausdrücklichen Willen des Lehrerverbandes (VBE). Und das nicht stufenweise im BundesGleichschritt, sondern fahrlässig föderal. Merkel hat das Geschehen leider den Ländern überlassen müssen.

Meines Erachtens ist das Öffnen von Kitas und Schule derzeit völlig unverantwortlich. Wer mal Mathe, Physik und Biologie studiert und Drosten/Cisek von der Berliner Charite/vom Universitätsklinikum Frankfurt zugehört hat, weiß ganz genau, dass es die Mutanten sind, die ein weiteres Absinken der Inzidenz verhindern. Drosten hat bereits von 14 Tagen erklärt, dass sich die Inzidenz – sofern sie nicht von Covid-19-Mutanten beeinflusst wird – in immer kürzeren Abständen halbieren würde. Was auch heißt, dass sie jetzt schon ein Niveau um 30 Neuinfektionen pro Woche und 100.000 Einwohner erreichen müsste. Da dem bei gleichbleibenden Randbedingungen (Lockdown) nicht so ist, müssen die VirusMutationen für die ausbleibenden Erfolge zuständig sein. Wir befinden uns also am Anfang der dritten Welle https://www.mdr.de/wissen/corona-impfen-britische-mutante-dritte-welle-100.html. Einfach unverständlich, dass die NRW-Politiker diesen Zusammenhang noch immer nicht begreifen, geschweige denn auf ihn reagieren https://rp-online.de/nrw/landespolitik/nrw-oppositionschef-kutschaty-will-infrastruktur-fuer-woechentliche-tests-aller-buerger_aid-56376675?output=amp.

Ich glaube inzwischen, dass man es aus Feigheit vor dem Volk drauf ankommen lässt. Um bei erneutem starken CoronaAusbruch einfacher rigide durchregieren zu können. Das Problem ist nur, dass wir dann bei hoher Inzidenz bis zum FrühSommer ausharren und noch mehr Tote hinnehmen müssen. Auch die Impfungen werden uns bis dahin nicht retten, obwohl sie ab April forciert möglich sein dürften. Sehr wahrscheinlich ist, dass unsere Hoffnungen dann durch ein erneutes Chaos bei Lieferung, Verteilung und Impforganisation ausgebremst werden.

https://de.rt.com/meinung/113465-dritte-welle-rollt-auf-deutschland-zu/

 

Ich bin sprachlos!

Viele Dinge sind in CoronaZeiten unfassbar. So z. B., dass es die in Düsseldorf ansässige Graf-Recke-Stiftung bis 2. Februar nicht für notwendig erachtete, die Besucher ihrer Seniorenheime vor dem Eintritt in ihre Räumlichkeiten auf Corona zu testen – angeblich deshalb nicht, weil die gültige Allgemeinverfügung so etwas nicht zwingend vorschreibt. Man fragt, ob man es mit einem irren oder aber mit einem von Geiz getriebenen Betreiber zu tun hat. Oder ob es der Staat wieder einmal versäumt hat, hier klare Vorgaben zu Handhabung und Finanzierung zu machen. Man hat den Eindruck, dass ein fieses Bündnis von Verbrechern Todesstrafen für alte Mitbürger ausspricht.

So z.B. wenn man hört, dass bei der telefonischen Vergabe von Impfterminen riesige Probleme auftraten – weil man auf den natürlich erwartbaren Ansturm von impfgeilen Idioten nicht eingerichtet war. Da stellt sich doch sofort die Frage, warum jedes Bundesland die Anmeldungen mit jeweils verschiedener Technik (CallCenter, Software etc.) organisiert hat und das auch beibehält, obwohl seit drei Wochen klar ist, dass die Dinge in Schleswig-Holstein prima funktionieren. Im föderalen System klappt eben wieder nichts – wenn es um Corona geht. Scheut man sich davor zu lernen, scheut man sich davor, einer in dieser Sache erfolgreichen Firma ein kleines Monopol zu gewähren oder ist man einfach nur dämlich ??????

Ich mache kein Hehl daraus: Ich hasse die Herrschenden in den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Qatar und in Saudi-Arabien, weil sie quasi leistungslos gewaltige Profite aus dem Öl ziehen, ihre Bevölkerung mit zahlreichen, durch die Ölgewinne möglichen materiellen Vorzügen menschenrechtlich dumm stellen und beispiellosen Luxus walten lassen, sprich: ein Paradies für Reiche eröffnen und offen halten. Jetzt ist es für Superreiche sogar möglich, Reisen nach Dubai zu buchen, die eine Impfung gegen Covid 19 einschließen https://www.hr-fernsehen.de/sendungen-a-z/maintower/sendungen/corona-impfung-fuer-superreiche-dubai-reise-inkl-impfung-fuer-45000-euro,video-142180.html. Ein System, dass solch dekadente Verhaltensweise zulässt, ist moralisch bankrott. Man wünscht ihm eine Revolution – aber auf die warten wir schon seit Jahrzehnten.

Morgen soll der Lockdown verschärft werden. Wetten, dass das wieder zu lax geschieht?

So wie Deutschland gebaut ist, so wie die Deutschen ticken, wird es ganz ohne Zweifel zu wieder steigenden Infektionszahlen kommen. Dass VirusMutationen hier zu Lande nicht systematisch sequenziert, sprich: strikt untersucht, klassifiziert und mit entsprechenden Abwehrmaßnahmen überein gebracht werden, aber auch das bürokratische, länderspezifische föderale Wirrwar bei Verantwortlichkeiten im Impfprozedere stellen immense Gefahren für die Bewältigung der derzeitigen Krise dar. Statt den Lockdown strikt dort zu verschärfen, sprich: die Kontakte dort einzuschränken, wo Effekte zu erwarten sind, nämlich in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Betrieben, die auf ein enges Nebeneinander von Menschen angewiesen sind, statt Homeoffice z. B. für Bürobereiche strikt anzuordnen und die Impfungen schnell, sinnvoll und strikt durchzuführen, wird endlos diskutiert und zu spät beschlossen. Wenn die Zahl der Todesfälle weiter steigt und die Toten vor allem unter alten und sehr alten Menschen zu finden sind, dann hat das damit zu tun, dass vireneinschleppende Personen nicht täglich vor Betreten der Heime/Wohnhäuser getestet werden (die Impfung von Personal und Besuchern reicht nicht, weil über die Viruslast, die Geimpfte übertragen können, bisher nichts bekannt ist). Die Tatsachen, dass die öffentlichen Verkehrsmittel zu Stoßzeiten noch immer extrem gefüllt sind, dass weiterhin Partys gefeiert werden und die Reisetätigkeit kaum oder gar nicht eingeschränkt wird, dass es nach wie vor unzählige Verstöße gegen Maskenpflicht und Abstandgebote gibt, verweisen eindeutig darauf, dass mit einem Abflauen der hohen Inzidenzwerte erst in Wochen, wenn überhaupt zu rechnen ist. Denn positiven Wirkungen steht die wesentlich höhere Ansteckungsgefahr der Virusmutationen, die sich ganz ohne Zweifel auch in Deutschland schnell und umfassend ausbreiten werden, entgegen. Traurigerweise reagieren diejenigen, die schon jetzt für hohe Ansteckungszahlen verantwortlich sind, erst dann, wenn die Toten auch vor ihrer Haustür liegen. Daran wird sich angesichts der törichten, aber weit verbreiteten  Vorstellung von Freiheit in unserem Lande nichts ändern. Wer restriktive Praktiken wie z.B. in China (Impfpflicht, Eindringen des Staates in die Privatsphäre der Menschen etc.) ablehnt und sogar wochenlang über die flächendeckende Einführung von FFP2-Masken diskutiert, muss mit dem leben, was die liberale Demokratie zu leisten oder aber nicht zu geben vermag. Der Mensch kann nicht alles haben.

Wo jetzt sofort etwas getan werden muss

Dass die Inzidenzen immer weiter ansteigen, statt nachzugeben, hat inzwischen kaum noch etwas mit Weihnachten und Silvester und den anhängenden Meldeverzögerungen zu tun. Wer Letzteres glaubt, ist echt von gestern. Ich meine, dass die Quellen für neue Angst völlig woanders liegen.

Einmal nämlich im mutierten Virus, der in Deutschland kaum erkannt, geschweige denn sequenziert worden ist (hier muss schnellstens nachgebessert, auch nachfinanziert werden).

Zum anderen sind es die un- oder nur mäßig geschützten Arbeitsräume in der Wirtschaft und die Unfähigkeit, das Geschehen in Alten und Pflegeheimen unter Kontrolle zu bringen, die für neue Cluster sorgen. Dass man Unternehmen jetzt verpflichten möchte, das Homeoffice zu maximieren, ist von Ansatz her logisch, aber in der freien Marktwirtschaft weder umsetz- noch kontrollierbar. Hier wird es wohl bei der Freiwilligkeit gegenüber Schutzmaßnahmen bleiben müssen – und einem gewissen, ungewissen Vertrauen den Arbeitgebern gegenüber, die ihre Mannschaften ja brauchen, um zu existieren.

Anders in den Alten- und Pflegeheimen: Hier können die Einwohnenden gar nicht so schnell geimpft werden, wie sie durch ungeimpftes, „vagabundierendes“ Pflegepersonal immer und immer wieder angesteckt werden. Ich weiß nicht, wie es um die Produktion von Schnelltests beschaffen ist. Hier zu Lande gibt es zwar mobile Stationen zur PCR-Prüfung, aber nirgendwo Hinweise auf Schnelltests. Die aber müssten zumindest für die Pflegekräfte Pflicht werden, die Impfungen ausschlagen. Nur in einer Kombination von Impfungen für Heimbewohner, Impfungen für Teile des Pflegepersonals und Schnelltest für Impfverweigerer wäre das Risiko von Übertragungen einigermaßen kalkulierbar. Darüber hinaus muss den Betroffenen klar gemacht werden, dass man eventuelle Spätfolgen in Katastrophensituationen nicht abwarten könne. Spät bleibt eben spät – oder aus.

Dass man Söder für seinen Vorschlag, die Impfpflicht für das Pflegepersonal zu verordnen, jetzt abwatscht, hat ganz sicher wenig mit der Sache an sich, vielmehr wohl mit der Glaubwürdigkeitskrise bei SPD und CDU zu tun (beide Parteien hatte eine Impfpflicht mehrfach kategorisch abgelehnt). Wobei man Auffassungen sehr wohl ändern kann, wenn sich neue, fundiertere Erkenntnisse ergeben.

Es ist viertens genauso wichtig, alle Hausärzte, die häufig mit Coronapatienten konfrontiert sind, unverzüglich zu impfen. Diese Leute sind zu Recht  wütend und frustriert, weil sie in der von den Ländern verabschiedeten Prioritätenliste nicht vorrangig berücksichtigt werden https://rp-online.de/nrw/panorama/corona-impfung-hausaerzte-wuenschen-sich-schnellere-impfung-von-medizinischem-personal_aid-55585469

Fünftens kommt es darauf an, Menschen, die per Flugzeug, Auto oder Bahn aus RisikoGebieten nach Deutschland einreisen, konsequent zu kontrollieren. Die betroffenen Personen müssen innerhalb von 48 Stunden nach Ankunft ein Corona-Testergebnis vorweisen – ich meine, hier müsste ein PCR-Test erbracht werden! Noch strikter sind Einreisende zu behandeln, die aus besonders betroffenen Regionen kommen. Diese müssten sich bereits vor der Einreise – also noch im Flughafen bzw. noch im grenzüberschreitenden Zug (z. B. bei der Fahrkartenkontrolle) einem Test unterwerfen und je nach Ergebnis frei einreisen oder unverzüglich einen Quarantäneort aufsuchen.  Ein positiver Befund müsste dann unverzüglich dem Gesundheitsamt angezeigt werden.  Dass es bis heute, fast drei Wochen nach Auftreten der VirusMutationen, keine detaillierten Anweisungen gibt, ist unverantwortlich.

Sechstens sind es dann Vertuschungsaktionen, über die niemand spricht, die es aber in immer größerem Umfang geben dürfte. Denn nach wie vor ist ein CoronaAusbruch existenzbedrohend – und manch Mittelständler fühlte sich endgültig an die Wand gedrückt, wenn Corona bei ihm ruchbar würde. Von der gesamten Dunkelziffer will ich gar nicht erst sprechen. Einfach furchtbar, wenn man sich vorstellt, dass die 7-Tage-Inzidenz im Kreis Mettmann durchaus zwischen 600 und 800 Infizierte pro 100.000 Einwohner liegen könnte.

Siebentens ist es der Förderalismus, den man gerade in Gefahrensituationen auf das unbedingt Notwendige und Sinnvolle zurückstutzen muss. Vielfach konterkarieren Befürworter der Vielstimmigkeit Maßnahmen, die bundesweit einheitlich definiert werden müssten. Schlimm schon, dass Polizei und Verwaltung in den Ländern ihre Anschlussfähigkeit durch unterschiedliche Ordnungsrahmen und Software in Frage stellen und niemand den schlüssigen Gedanken verfolgt, ein bundeseinheitliches Maßnahmepaket gegen Corona zu fixieren. Es könnte problemlos in Schweregrade gerastert werden – nach dem Motto: Bei einer Inzidenz von 50 sind diese und jene Vorkehrungen, bei einer von 100 jene anderen und bei 200 und mehr zusätzlich noch die verbliebenen restlichen durchzusetzen. Hier müsste man ganz sicher noch die Belegung von Intensivbetten als Variable mit verknüpfen (oder wie von Rudolf Henke vorgeschlagen, noch weitere Parameter https://www.presseportal.de/pm/30621/4774199). Diese flexible, an die örtlichen Verhältnisse direkt anpassbare Strategie könnte sofort zentral verordnet werden. Und würde dem unsäglichen Wirrwarr an vielen Stellen abhelfen. Ein wenig Mathematik, und die Sache stimmte.

Entspannung erst im Frühsommer

Es ist überaus bedrohlich, was derzeit in Deutschland abläuft. Die Zahl der täglichen Todesfälle bewegt sich bei 1.000 (sie ist dabei bezogen auf die Bevölkerungszahl ebenso hoch wie in den USA !), es mangelt an Impfdosen und an Skiliften und auf Skipisten spielen die Leute verrückt. Selbst jetzt gibt es Leute, die gegen die CoronaMaßnahmen aufbegehren. Was ist nur los hier zu Lande? Sandra Ciesek, die u.a. die hessische Landesregierung berät, ist sich sicher, dass es erst im Frühsommer zur Entspannung der Lage kommt https://www.tagesschau.de/inland/corona-todeszahlen-rki-101.html. Dann nämlich, wenn der laufende Lockdown Wirkung zeigt und die Durchimpfung sichtbare Fortschritte gemacht hat. Aus den USA hört man ebenfalls wenig Optimistisches. So soll eine Impfquote von mindestens 80% erreicht werden müssen, um Herdenimmunität zu erreichen. Eine solche Zahl wäre mit Blick darauf, dass mehr als 10% der Deutschen aus gesundheitlichen Gründen nicht geimpft werden können und rd. 20% als Impfgegner auftreten, praktisch nicht realisierbar. Denkbar ist jedoch, dass die Zahl der Impfmuffel mit zunehmender Akzeptanz der Wirkstoffe abnimmt.

Soweit so gut, soweit so schlecht

Was treibt das Weltgeschehen?  Was stellt sich zum Jahreswechsel 2020/2021 als wichtig und außergewöhnlich heraus – was eher als Fortsetzung des sattsam Bekannten?

Unsere Welt ist zerrissen wie nie zuvor. Folgt man einer Denkschule der US-amerikanischen „Strategic Community“, dann „ist es angesichts der heutigen Kriegsführung nicht mehr möglich, klar zwischen Krieg und Frieden zu unterscheiden. Demnach sind künftig internationale Konflikte und die Anwendung von Gewalt … die Norm – nicht der Frieden.“ So ernüchternd diese Botschaft ist, sie trifft vielerorts ins Schwarze. Große, länderübergreifende Kriege werden seltener, die hybriden nehmen zu.

Jenseits von Krieg und Frieden werden wir von Corona in Atem gehalten. Und hier schwerpunktmäßig von Menschen, die die Pest leugnen, Abstand und Masken ablehnen und deshalb andere Mitbürger gnadenlos gefährden. Kann es sein, frage ich, dass ein Nest wie Hildburghausen, ein Städtchen, in dem Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft erlangen wollte, das so ein winziges Gemeinwesen auch zum Inbegriff der Corona-Schrecklichkeit wird? Jeder weiß inzwischen, dass in H. eine Hochzeitsfeier zu einer Inzidenz von fast 600 geführt hat, dass dieser Vorgang die Einwohner der Kommune nicht verschreckt, sondern im Gegenteil dazu animiert hat, dicht gedrängt und singend durch die Stadt zu ziehen https://www.insuedthueringen.de/region/hildburghausen/Hildburghausen-Inzidenz-sinkt-leicht;art83436,7485524. Auch in H. hat der Irrsinn offenbar Methode. Und er findet in der Haltung der deutschen Ministerpräsidenten ein fast ebenso irres Gegenüber. Denn die scheuten sich am 25. November nicht nur, die sehr viel strengeren CoronaAuflagen früher zu verabschieden, sie nötigten auch die Kanzlerin, einem faulen Kompromiss zuzustimmen. Sie nämlich hatte bereits bei einer 7-Tage-Inzidenz von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner rigide vorgehen wollen, musste dann aber die sehr viel höher liegende Latte von 200 akzeptieren.

Über das, was sich sonst zu Corona ereignet, wird an dieser Stelle nicht ausführlich referiert. Vieles findet sich unter https://www.stoerfall-zukunft.de/durchbruch-bei-biontech-stellt-coronamassnahmen-nicht-in-frage/

Fest steht, dass die deutsche Regierung Strafgefangene, Geflüchtete, ausländische Werksvertragsarbeiter, deutsche Saisonarbeiter, Migranten ohne gesicherten Aufenthaltsstatus, Menschen mit Behinderungen, Pflegebedürftige, Suchtkranke, Prostituierte , Erwerbslose , Geringverdiener, Kleinstrentner und Transferleistungsbezieher – also Empfänger von ALG II, Sozialgeld, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung sowie Asylbewerberleistungen, dass die deutsche Regierung diese Personengruppen bei der Verteilung von Hilfsgeldern/-leistungen auf beschämende Weise vernachlässig hat („der Freitag“ 48/2020).

Zudem wird auf der deutschen Polizei herumgehackt https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/sollte-die-polizei-durchgreifen. Sie sei von rassistischen Elementen durchsetzt, behandle Ausländer sehr viel strenger als „BioDeutsche“(man verzeihe mir die Formulierung!) und gehe mit Wasserwerfern auf  AntiCorona-Demos los. Obwohl Letzteren immer auch von zurecht besorgten Bürger mit ihren Säuglingen besucht werden.

Dumme, falsche Welt, brüte ich da. Wer muss sich – um seine Besorgnis vorzutragen – mit Kriminellen und Nazis zusammenrotten? Ganz zu schweigen von den Zumutungen, der die Polizei in Sachen Corona und ClanKriminalität ständig ausgesetzt ist. Wer gegen gewalttätige Linksextreme hart vorgeht, muss seine Handlungen offenbar unsäglichen Vergleichen ausliefern.

Ab Mitte Dezember wird geimpft, und es kommen zunächst diejenigen ran, die besonders gefährdet sind (Alte, Kranke, medizinisches Personal). Zumindest in NRW hat sich die AlternativStrategie – zuerst die Maxi-Überträger (Jugendliche von 10-20 Jahren), dann die anderen – nicht durchgesetzt.

Die Genfer Verhandlungen zur Lösung des Syrienkonfliktes stecken nach wie vor in der Sackgasse. Syrien soll eine überarbeitete oder neue Verfassung bekommen https://www.tagesspiegel.de/politik/syrien-verhandlungen-in-genf-assads-gegner-erwarten-mehr-von-europa/25167750.html. Doch bisher sind sich die im Verfassungsrat vertretenen Parteien – das AssadRegime, die Opposition (SNC etc.) und die syrische Zivilgesellschaft  noch nicht einmal einig, was die Grundvoraussetzungen und Prozeduren betrifft.

Auch im UkraineKonflikt bewegt sich nichts. Das Minsker Abkommen wird im Wesentlichen eingehalten. Doch ein Friedensvertrag, der die Zukunft des Landes greifbar gestalten könnte, ist nicht in Sicht https://www.zdf.de/nachrichten/politik/russland-ukraine-konflikt-loesung-100.html.

Gottlob gibt es noch zwei erfreuliche Nachrichten: Zum einen, dass sich Trump aus dem Weißen Haus zurückzieht, zum anderen, dass die Amerikaner bis zum 15. Januar 2021 zweitausend weitere Soldaten aus Afghanistan abziehen – aus einem Krieg, der der Menschheit nichts erbracht, dafür aber Konzernen 2 Billionen Dollar in die Kassen gespült und amerikanischen Familien 3.600 tote Angehörige beschert hat https://www.ifsh.de/news-detail/raus-aus-afghanistan-gastbeitrag-im-freitag.

Bleibt die Hoffnung, dass die Regierenden in Deutschland entsprechende Schlussfolgerungen ziehen und dem US-Vorgehen schnellstmöglich folgen. Und dann Scham und Asche auf Haupt der meisten Bundestagsabgeordneten, die diese Einsätze immer wieder absegneten.

Zwischen Merkel (Kramp-Karrenbauer) und Macron schwelt derweil ein Missverständnis. Oder ist es ein sehr viel grundlegenderes AndersVerständnis? Macron möchte, dass sich Europa auch militärisch von den USA emanzipiert, eigene autarke Streitkräfte unterhält und europataugliche Beziehungen zu Russland aufnimmt. Vermutlich aber mit der Option, dass Frankreich die Alleinverfügung über EU-Atomwaffen behält. Eben das scheint der deutschen Regierung zu missfallen, zumal sie vermutet, dass sich die baltischen Länder und Polen zugunsten der USA von Europa abspalten könnten https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/sein-oder-siechtum.

 

 

 

 

 

Förderalismus um jeden Preis – was für ein Unsinn!

Man kann ja immer etwas missdeuten und dabei schlau herüberkommen. Man kann ja immer und aus Prinzip vorhaben, der Merkel etwas auszuwischen. Dumm, dass man mit einer solchen Verhaltensweise an wirklichkeitsnahen Beurteilungen meist vorbeischlittert. Wolfgang Michael, der immer mal goldrichtig liegt, hat hier wieder Kleingeist bewiesen. Denn er hat, was die jüngste Corona-Auseinandersetzung zwischen BundesLändern und Zentrale angeht, gnadenlos für die angeblich benachteiligten Länder Partei ergriffen https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/aufstand-der-zwerge. Keine Ahnung, warum Michal den Förderalismus so hochlobt, wo der doch in unendlich vielen Sachverhalten von großem Nachteil für unser Land ist. Man denke nur an 70 Jahre Diskussion um sinnvolle Schulformen, aber auch an die unsinnigen Eigenentwicklungen bei Polizei, Gesundheit und sonstwo. Die entstandenen Flickenteppiche sind ein Graus, wenn man nur daran denkt, dass die in allen Ländern bestehenden gleichnamigen Institutionen z. T. unterschiedliche Kompetenzen besitzen und noch dazu unterschiedliche Software benutzen, so dass sinnvolle Gesamtübersichten ( z. B. Gesundheits-, Bildungs-, Kultur-KriminalitätsKataster) , aber auch ein geschlossenes Gesamtverhalten (z. B. bei einer Seuche) immer wieder blockiert werden. Es gibt nachweislich bestimmte, aus der Sache heraus unstrittig optimierte Sachlagen, die nicht nur aus sich heraus, sondern auch aus ökonomischen Gründen zentral geregelt werden müssten. Andere Länder, die das tun, sind doch nicht automatisch schlechte Demokratien, oder wollen wir solches z. B. Frankreich anhängen?

Nein, Wolfgang Michal, Förderalismus macht nur Sinn, wenn Sachverhalte vor Ort – also in den Ländern – besser beurteilt werden können als von Berlin aus. Für mich ist bis heute nicht verständlich, warum man die Maßnahmen gegen Corona nicht klipp und klar an der Inzidenz, am R-Wert, an freien Intensivbetten etc. festmacht (die Kriterien sind auszudiskutieren und dann als verbindlich hinzunehmen). Um es dann den Ländern in Abhängigkeit vom dort herrschenden Infektionsgeschehen zu überlassen, ins jeweilige Maßnahmen-Register zu greifen. Wenn Merkel (Physikerin) und Braun (Arzt) am letzten Wochenende einen Vorschlag für strengere CoronaMaßnahmen an die Länder verschickt haben, dann geschah das doch nicht, weil man die Länder düpieren wollte, sondern offensichtlich aus einer immer schärferen Corona-Notlage heraus. Und mit dem Wissen um die Zusammenhänge. Eine Abstimmung vor dem darauffolgenden Mittwoch (18. 11.) wäre sinnvoll gewesen, JA. Aber hatten die Länderfürsten nicht genug Zeit, ihre Argumente bis zum Mittwoch zu sammeln? Nein – sie wollten sich lieber übergangen fühlen. Welch blödsinniger Kompetenzstreit in Zeiten, in denen alles schnell gehen muss.

Michal stärkt mit seinem Kommentar die Fürstlichkeit der Landesfürsten und freut sich über deren Beleidigtsein. Meine Güte! Das Ergebnis wird sich noch als eklatant herausstellen, denn unterlassene Verschärfungen werden sich bald in weiterhin bedenklichen Infektionszahlen manifestieren. Da ist nämlich kein wirkliches Abklingen in Sicht. Auch deshalb nicht, weil man längst gewonnene Erkenntnisse in den Ländern einfach nicht wahrhaben will. Man streitet gegen flexible Lösungen in den Schulen (Mix aus Homeschooling und Präsensunterricht) und versäumt es, die gesetzlichen Grundlagen für ein Verbot vorhersehbar gesundheitsgefährdender Demos zu schaffen. Dabei wissen wir, dass in der Kategorie Jugendliche zwischen 10 und 30 Jahren die höchsten Infektionszahlen kursieren (NDR-CoronaUpdate Ciesek vom 17. November 2020) und CoronaProtestler die Seuche geradezu antreiben (s. Stuttgart, Leipzig, Berlin). Merkel und Braun wissen das, denn sie sind – im Gegensatz zu den meisten Länder-Ministerpräsidenten – in der Thematik kompetent. Wissenschaftsfremden fehlt da oft das MatheGen.

Um das Ganze friedlich zu beenden: Ich hoffe, dass die Länder am kommenden Mittwoch ein ordentliches, ein ordentlich abgestimmtes CoronaPapier zur Diskussion bringen – und nicht wieder kontrovers in Diskutiertiraden stecken geblieben sind. Und ja: Ich bin für die offene Auseinandersetzung – doch nur dann, wenn es möglich ist, die Themen komplett auszuleuchten. Aber das sagte ich schon in meinem letzten Blog.

Durchbruch bei Impfstoffen stellt CoronaMaßnahmen nicht in Frage

Corona ist nach wie vor das beherrschende Thema. Nachdem die Zahl der täglichen Neuerkrankungen die 20.000, nachdem die Inzidenz in vielen deutschen Städten die 200 Neuerkrankungen/7Tage überschritten haben,  300.000 Schüler und 30.000 Lehrer in Quarantäne  und die Testlabore an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit geraten sind, herrscht extreme Anspannung im Land. Experten hoffen, dass der exponentielle Charakter der InfiziertenKurve 14 Tage nach Beginn des Lockdown light gebrochen wird. Und ein zunächst degressiver, dann konstanter und schließlich ein abfallender Verlauf erreicht werden kann. Derzeit sieht es danach aus. Doch ob die Tendenz zu Besseren anhält, wird maßgeblich davon abhängen, wie sich die Teile der Bevölkerung verhalten, die der Pandemie bislang Vorschub leisteten. Darüber hinaus dürften der Umgang mit besonders gefährdeten Personengruppen, Strategien für den Krankenhaus-, Kita- und Schulbetrieb, aber auch Start, Umfang und Verteilung der Antigen-Schnelltests erheblichen Einfluss auf die allgemeine Entwicklung haben. Lt. ARD-Deutschlandtrend vom 12. November ist der überwiegende Teil der deutschen Bevölkerung mit den CoronaMaßnahmen der Regierung nicht nur einverstanden, sondern fordert sogar eine Verschärfung https://www.tagesschau.de/inland/deutschlandtrend-2403.html.

Nach meinem Verständnis sollten Bund und Länder abgestimmt und verhältnismäßig reagieren – und zwar in Abhängigkeit vom aktuellen, regionalen Infektionsgeschehen, der regionalen IntensivBettenbelegung, der regionalen Situation in Alten- und Pflegeheimen, der regionalen sozialen Struktur etc. . M.E. geht es hierbei um folgende Maßnahmen mit den entsprechenden Handlungsoptionen. Wobei im Zweifelsfall – gerade zu Rechstfragen –  der Bundestag befragt und ggf. zur Gesetzgebung bzw. -änderung aufzurufen wäre:

  • Besuche in Krankenhäusern und Altenheimen ausschließlich in Schutzkleidung und nach negativem Testergebnis
  • Regelmäßiges Testen von Ärzten und Pflegepersonal in Krankenhäusern sowie in Alten- und Pflegeheimen; Tests auch bei Patienten und Pflegebedürftigen
  • Bildung von Gruppen aus „unverdächtigen“, sprich: negativ getesteten Personen in Alten- und Pflegeheimen sowie in Haushalten ohne Kinder (AntiDepressionsStrategie)
  • Überlastung der Labors vermeiden: Bei einer Inzidenz unter 50 pro 100.000 in 7 Tagen müssen die Gesundheitsämter unverzüglich die Rückverfolgung von möglichen ClusterKontakten  (retrospektives cluster tracing) aufnehmen und die Vorwärtsverfolgung (wen hat der Proband angesteckt) einstellen. Darüber hinaus müssen PCR- und AntigenSchnelltests sauber gegeneinander abgegrenzt werden. Die loborbelastenden PCR-Tests müssen zahlenmäßig zurückgeführt  werden und vornehmlich dem KlinikBereich (Schwerpunkt: CoronaNachsorge) vorbehalten bleiben (Aussagen  Drosten)
  • die Regierung muss ein neues Werkzeug schaffen, damit Leute, die sich freiwillig dem AntigenSchnelltest unterziehen, bei positivem Testergebnis von informierten Kontaktpersonen Ernst genommen werden und Rückmeldungen erhalten (z. B.: Ja, danke, ich vertraue Deiner Info und werde mich jetzt sofort auch testen lassen und das Gesundheitsamt informieren)
  • Bei höheren Inzidenzen: Einführung des WechselUnterrichts (Flexibler Mix von Homeschooling und Präsenzunterricht)vor allem für Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren, die sich besonders oft anstecken; bei Wechselunterricht: Präsensunterricht vorrangig für PC-lose Kinder aus prekären Verhältnissen; grundsätzlich: Abkehr vom Kurssystem in den Schulen – stattdessen: Bildung von festen Lerngruppen
  • Die Schülertransporte sind wegen möglicher Hotspots schnellstmöglich zu entzerren, sprich: Die Überfüllung von Schulbussen muss über gestaffelte Anfangszeiten in den Schulen und Erhöhung der Transportkapazitäten weitestgehend beseitigt werden.
  • Regelmäßige Schnelltest für Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren in Schulen und Ausbildungsstätten
  • Volle Öffnung für Kitas (Kleinkinder widerstehen Corona am besten)
  • Ausrüstung von Schulen und Kitas mit Hepa-Hochleistungsfiltern und Sichtscheiben https://www.ndr.de/ratgeber/verbraucher/Coronavirus-Was-bringen-Luftfilter-an-Schulen,luftfilter100.html (finanzielle Unterstützung durch den Bund)
  • Kostenfreie, vom Staat finanzierte Einkaufsdienste – vor allem für bedürftige Bürger
  • Beschleunigen der Pflegereform mit dem Ziel, mehr Pflegekräfte auszubilden und „geflohenes“ Pflegepersonal zurückzuführen. Dabei grundsätzlich bessere Bezahlung in der Branche
  • Demo-Verbot für Querdenker, Impfgegner, Verschwörungstheoretiker, Nazis und ähnliche Gruppierungen (Gesetz einbringen)
  • Stärkung der Vollmachten bei Ordnungsdienst und Polizei (Gesetz einbringen)
  • Strikte Bestrafung von Bürgern, die Abstandregeln, Maskenpflicht und Versammlungsverbote vorsätzlich missachten (Exempel statuieren, Präzedenzfälle schaffen)
  • Genehmigung von Ausrüstungen, die dann, wenn Restaurants wieder geöffnet werden können, einen Betrieb auf Außenflächen ermöglichen (Gas- und Infrarotstrahler, Trennwände usw.)
  • Besondere Belüftung von OP- und Sterilbereichen in Krankenhäusern (Hepa-Filter, Anwendung spezieller Strömungstechniken, statischer Schutzdruck etc.) https://www.krankenhaushygiene.de/informationen/fachinformationen/leitlinien/12

Kaum ist die Freude über die von Biontech/Pfizer erreichten Ergebnisse bei der Impfstoffentwicklung abgeklungen, kommen Bedenken auf. Könnte es sein, dass die frohe Botschaft ganz falschen Leuten Anlass zum Feiern gibt? Könnte es sein, dass der Bürger ein weiteres Mal dieses „alles nicht so schlimm“, diese trügerische Entwarnung aus querdenkerischer Ecke bekommt?

Ich bin gespannt, wie Merkel, Spahn und die Landesfürsten auf die Aussicht reagieren, recht bald einen Impfstoff in der Hand zu haben. Wobei zunächst unklar ist, ob und wenn ja: wie der zwischen Deutschland und den USA – oder weltweit (?) – verteilt wird. Derzeit läuft das ZulassungsRennen – mit klarem Vorsprung für die Vereinigten Staaten. Pfizer und BioNTtech wollen für den genbasierten mRNA-Impfstoff BNT162b2 in den USA sofort eine Notfallgenehmigung  beantragen. Mit einer entgsprechenden Zulassung der US-Arzneimittelbehörde FDA könnten Teile der US-Bevölkerung – zum Beispiel medizinisches Personal oder ältere Menschen – auch vor der offiziellen Zulassung geimpft werden. BioNTech und Pfizer rechnen damit, noch in diesem Jahr weltweit bis zu 50 Millionen Impfstoff-Dosen bereitstellen zu können, im kommenden Jahr sollen es bis zu 1,3 Milliarden sein.

Inzwischen hat auch bei der  europäischen Arzneimittelbehörde EMA ein beschleunigter Zulassungsprozess begonnen https://www.t-online.de/gesundheit/krankheiten-symptome/id_88535176/corona-impfstoff-von-biontech-wie-funktioniert-er-und-wie-gut-schuetzt-er-.html.

Der Druck, die Anwendung des Impfstoffes auch hier zu Lande zu genehmigen, wächst dabei stündlich. Immerhin dürfte zuerst dorthin geliefert werden, wo man verkaufen kann. BioNTech hofft, den Impfstoff noch im vierten Quartal 2020 auch in Deutschland anbieten zu können.

Interessant ist ein inzwischen vorliegendes Positionspapier, dass die  Ständigen Impfkommission, gemeinsam mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erarbeitet hat. Es ist ein vorläufiges Papier mit vorläufigen Prioritäten. Denn noch ist unklar, wie Menschen unterschiedlichen Alters auf BNT162b2 reagieren. Vorerst glaubt man, dass Jüngeren besser geholfen werden kann als Älteren. Doch sicher ist diese Vorausschau nicht.

Derzeit möchte man zuerst Ältere und vorerkrankte Menschen gegen Covid-19 impfen. Bevorzugt würden darüber hinaus Beschäftigte im Gesundheitswesen sowie Personen, die in „Bereichen der Daseinsvorsorge“ Schlüsselfunktionen innehaben. Dazu zählten Beschäftigte in der Altenpflege, bei den Sicherheitsbehörden, der Feuerwehr, in Gesundheitsämtern oder auch Lehrerinnen und Lehrer. Ob man privat oder gesetzlich krankenversichert ist, spiele dabei keine Rolle. Eine Impfpflicht solle es nicht geben https://www.mdr.de/brisant/impfung-corona-deutschland-reihenfolge-risikopatient-100.html.

Bund und Länder haben sich auf eine Arbeitsteilung bei der Vorbereitung der Corona-Impfungen verständigt. Der Bund sei verantwortlich für die Beschaffung der Impfstoffe, Bund und Länder für die Einrichtung der Impfzentren und die Länder selbst für die Anschaffung von Impfutensilien wie Spritzen und Kanülen. Mithilfe einer nationalen Impfstrategie plant die Bundesregierung gemeinsam mit den Bundesländern rund 60 Impfzentren, Thüringen setzt eher auf kleine BehandlungsEinheiten https://www.insuedthueringen.de/region/thueringen/thuefwthuedeu/Impfpraxen-und-Tiefkuehllager-Thueringen-bereitet-Corona-Impfung-vor;art83467,7457458. Bei der Lieferung der Impfstoffe soll auch die Bundeswehr eine Rolle spielen. Zudem wird es eine zentrale Datenbank geben, die die Impfungen registrieren soll https://www.pharmazeutische-zeitung.de/bundesweit-60-impfzentren-geplant-121679/.

  1. November: Auch die in Tübingen ansässige Firma CureVac ist, was ihren gentechnisch entwickelten mRNA-Impfstoff CVnCoV angeht, optimistisch. Er wird zwar etwas später als der von BioNTech entwickelte auf den Markt kommen (man vermutet im Januar 2021), dafür aber bei normaler Kühlschranktemperatur lagerbar und länger haltbar sein.8
  2. November: Die US-amerikanische Firma Moderna gibt bekannt, dass sie nach Abschluss der 3. Testphase einen noch wirksamen Impfstoff gegen Covid 19 entwickelt hat (Effektivität 94,5%) als BioNTech (Effektivität: 90 %). Der zumal bei Kühlschrank- Normaltemperatur längere Zeit gelagert werden kann und dessen Handling deshalb erheblich kostengünstiger ausfallen dürfte.9 Auch Moderna wird kurzfristig eine Notfallgenehmigung bei der FDA beantragen. Bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA ist der Zulassungsprozess ebenfalls im Gange.

Offenbar ist es so, dass die nach gentechnischen Verfahren entwickelten mRNA-Impfstoffe von BioNTech und Moderna zuerst auf den Markt gelangen, und zwar auf den US-amerikanischen. Die Zulassung in Europa dürfte dagegen noch etwas Zeit erfordern. Experten befürchten, dass sich aus diesem Umstand eine Schräglage in der Versorgung zwischen den US und Europa ergeben könnte. Sowohl die USA als auch Europa haben Millionen und Milliarden Impfstoffdosen bei den in Frage kommenden Firmen geordert, wobei nicht in allen Fällen konkrete Verträge vorliegen. Auf die Frage, ob auch ärmere Länder, und wenn ja: zu welchen Preisen in den Genuss der „Covid-Killer“ gelangen werden, schweigen sich die potentiellen Hersteller bislang aus. BioNTech-Chef Uğur Şahin hat verkündet, dass er sein Vakzin weltweit und dann zu unterschiedlichen Preisen vermarkten möchte.10

Die UNO versucht über zwei wichtige Organisationen – die Global Alliance for Vaccines and Immunisation (Gavi) sowie die Coalition for Epidemic Preparedness Innovations (CEPI) – die Versorgung der ärmeren Länder mit Impfstoffen zu sichern. Ob es dabei gelingt, faire Preise durchzusetzen, steht derzeit in den Sternen.

Man darf bei diesen Betrachtungen nicht vergessen, dass die Impfstoffforschung nicht allein ethischen Motiven, diesen vielleicht sogar nachrangig folgt. Im Vordergrund steht  – wie immer im KAP – der Profit. Und so dürfte der Wettlauf zwischen den inzwischen 224 Forschungsprojekten vergleichsweise brutal erfolgen.11 Kleine Länder – ich denke da an Kuba mit seiner Entwicklungslinie Soberana12 dürften da schnell ins Hintertreffen geraten. Gut, dass sie dann wenigstens für den eigenen Bedarf produzieren können.

Und vergessen wir diejenigen nicht, die sich dem großen Menschenversuch für Geld ausliefern. Zumeist handelt es sich um sehr bedürftige, um abhängige oder unterdrückte Menschen – vor allem in Entwicklungsländern. Ihnen ist die gesamte Menschheit zu großem Dank verpflichtet.

Nachtrag vom 29. November 2020:

Bund und Länder haben sich am letzten Mittwoch nicht nur auf strengere Maßnahmen gegen Corona, sondern auch auf ein unwirkliches Weihnachten, besser gesagt: auf eine letzte ungestüme Woche in 2020 verständigt. Niemand weiß, ob die neuen Kontaktbeschränkungen bis zum 23. 12 fruchten, zumal die hotspotrelevanten Zonen – etwa Schulen, Kaufhäuser, öffentliche Verkehrsmittel und private Wohnbereiche – nur unentschlossen oder garnicht angetastet werden. Bis zum 28. November jedenfalls – seit dem Beginn des Logdowns sind bereits mehr als 14 Tage vergangen – kann von einem abflauenden Infektionsgeschehen nicht die Rede sein. Im Gegenteil: die Zahlen steigen weiter. Und wenn jetzt Freude darüber aufkommt, dass die Zuwächse zurückgehen, dann heißt das allenfalls, dass es mit dem exponentiellen Wachstum, nicht aber mit dem Wachstum an sich zuende geht. Die Fallzahlen steigen also weiter und R=0,9 heißt auch nur, dass jetzt 10 Infizierte nur 9 weitere Mitbürger anstecken. Und tatsächlich kann allenfalls von einer sich abflachenden Kurve gesprochen werden und keinesfalls von einer, die sich nach unten in Richtung einer 7-Tage-Inzidenz von unter 50 bewegt.  Dabei ist klar, dass sich erst dann – bei diesen 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner – Gesundheitsämter wieder frei schwimmen und irgendwelche Nachverfolgungen vornehmen können. Bis dahin breitet sich Corona nahezu ungehemmt aus. Man trifft inzwischen Leute, die CoronaInfizierte kennen und ahnt, dass die Seuche näher kommt.

An besagtem Mittwoch – das abgestimmte Aktionspapier der Länder lag bereits vor – waren eine besorgte Kanzlerin und ihr Amtschef neuerlich auf eine unerbittliche Front von Widersachern gestoßen. Die dann auch nach heftigen Zusammenstößen nicht nachgab. Wer bis dahin an eine durchsetzungsfähige, mächtige Kanzlerin glaubte, sah sich getäuscht. Mir selbst wurde das erst klar als ich irgendwann auf die von der Kanzlerin vertretene Position, nämlich darauf stieß, dass Merkel  bereits ab einer Inzidenz von 50 zu verschärften Maßnahmen greifen wollte. Dass man sich  schließlich auf einen Grenzwert von 200 einigte und das als Kompromiss pries, sagt alles. Merkel hatte zu diesem Zeitpunkt nicht nur die Schlacht um die verlorene Woche vom 18.11. bis 25.11. 2020, sondern auch die um scharfe, wirksame Waffen verloren. Sie war damit nicht allein, denn auch Braun, Lauterbach, Drosten, RKI und die Leopoldina und und und erlitten ein eklatante Niederlage. Denn dass vor allem Schulen erst dann zum Wechselunterricht übergehen sollen, wenn das Maß übervoll ist, heißt schlicht und besoffen,  dass die Landesfürsten die Schlüsse der Wissenschaft in den Wind schlugen. Dass solches geschen konnte, liegt nicht nur daran, dass die Föderalen den Aufstand der Massen befürchten. Nein. Es geht vor allem auf die Tatsache zurück, dass das Infektionsgeschehen bei Kindern und Jugendlichen noch immer unterschiedlich beurteilt wird. Genauer formuliert: Dass es noch immer Leute gibt, die Kinder als Wenig – oder KaumÜberträger von Covid einstufen. Oder – und hier setzt eine böse Vermutung ein – zweckgesteuert eine solche Deutung verbreiten. Ich bin sicher, dass das vehemente Bemühen, Schulen um jeden Preis offenzuhalten,  über Leichen, besser gesagt über Gesetze geht – auch wenn das fundamental biologisch-physikalische sind. Offenbar ist das Wiederholen eines Schuljahren die Todsünde überhaupt. Selbst wenn dabei Todesfälle en gros vermieden werden. Ja, diese Todesfälle steigen rasant an. Sie übertreffen schon jetzt die Zahlen vom März erheblich, und sie werden weiter ansteigen. Denn solange es keine harten Lockdown und windelweiche Feierwochen gibt, sind vor allem die alten und gefährdeten Menschen unter uns jeder Gefahr ausgesetzt.

Schon seit Monaten frage ich mich, warum es nicht bundesweit gültige und vom Infektionssituation abhängige  CoronaMaßnahmen/Verhaltensregeln gibt. Prinzipiell, dachte ich, könne doch jeder Ministerpräsident die regionale Lage einschätzen und dann ins Maßnahmeregister greifen. So logisch dieser Gedanke war, er wurde monatelang gar nicht erst in Erwägung gezogen. Den Mächtigen im Lande war es wichtiger, eine eigene, vom Bund unabhängige Kompetenz zu beweisen, als der Logik des Pandemiegeschehens zu folgen. Erst jetzt am 26. November gibt es einen Vorschlag von Rudolf Henke, dem langjährigen Vorsitzenden des Marburger Bundes. Er definiert einen sogenannten Corona-Index vor, ein komplexes Kriterium, nach dem die Politik differenziert agieren und  reagieren kann. Der gesamte gegen Corona gerichtete MaßnahmeKatalog  kann demnach in Abhängigkeit von dieser Kennziffer quasi stückchenweise abgerufen werden. Henke schlägt vor, bei der Berechnung des Corona-Index alle regionalen, sozialen und coronarelevanten Kriterien wie folgt zu berücksichtigen: „Der Index soll sich aus festen Werten – wie etwa der Anzahl der in Heimen lebenden Pflegebedürftigen und der Bevölkerungsdichte – sowie aus variablen Parametern pro Landkreis oder kreisfreier Stadt speisen. Zu zweiter Gruppe zählt Henke beispielsweise den Anteil der Risiko- und beruflich besonders exponierten Bevölkerungsgruppen, die bereits gegen das Virus geimpft wurden. Weitere Kriterien könnten die Inzidenz positiver Testergebnisse  im Zeitverlauf, der prozentuale Anteil positiver Testergebnisse  an den durchgeführten Tests, die Auslastung des öffentlichen Gesundheitswesens, die Auslastung der Intensivstationen, der Reproduktionswert R und eventuell auch der Anteil der in Quarantäne befindlichen Schulklassen sein.“ Henke möchte in einem zweiten Schritt fünf Stufen etablieren und diesen dann konkrete Lockerungs- bzw. Verschärfungsschritte zuordnen – also das, was ich oben bereits andeutete.

Mit Aufkommen weitere wirksamer Vakzine ist die Diskussion darüber entbrannt, welche Personengruppen in welcher Reihenfolge geimpft werden sollen. Dabei stehen  sich derzeit zwei Strategien gegenüber: Beide stimmen zunächst darin überein, dass systemrelevante Gruppen, die mit dem infektionsgeschehen unmittelbar zu tun haben (medizinisches Personal), zuerst geschützt werden müssen. Dann aber gibt es Streit: Eine Gruppe von Virologen/Epidemieologen – es handelt sich um die bisher dominierende Gruppe  –  vertritt die Auffassung, dass im zweiten Schritt ausschließlich Gefährdete – also alte Menschen und solche mit Vorerkrankungen – geimpft werden sollten. Die andere Gruppe möchte die Menschen anschließen, die die Epidemie am ehesten/wahrscheinlichsten verbreitet – Kinder und Jugendliche im Alter von 10-20 Jahren. In NRW ist die Entscheidung offensichtlich gefallen. Hier sollen in einer Frühphase von Mitte Dezember bis etwa April 2021 ausschließlich Bewohner und Mitarbeiter von Pflegeheimen über mobile Teams, Pflegebedürftige , die daheim betreut werden, sowie Senioren jeweils in zu errichtenden Impfzentren geimpft werden (Kategorie 1). Von März bis Juli 2021 seien ambulante Pflegekräfte und das Personal der kritischen Infrastruktur – also Feuerwehrleute und Polizisten an der Reihe (Kategorie 2). Die Massenimpfung erfolge ab Mitte 2021 über die Hausärzte (Kategorie 3).

Sehr sonderbar, dass das medizinische Personal – Ärzte und Pflegekräfte in der Verlautbarung unterschlagen wurden. Dabei hatte die Impfgesellschaft diese Personengruppe  bereits Anfang November völlig zu Recht in die Kategorie 1 eingeordnet.

Mit Hochdruck wird in ganz Deutschland an der Beschaffung der Impfstoffe sowie an der Errichtung von Impfzentren gearbeitet. Wie die Dinge im Detail erfolgen, ist bisher wenig bekannt https://www.zdf.de/nachrichten/politik/corona-impfzentren-faq-100.html  und https://www.dw.com/de/corona-wie-deutschland-sich-auf-die-impfung-vorbereitet/a-55737094

Für den 6. Dezember sind neue Demos der CoronaLeugner in Düsseldorf geplant. Angesichts der Geschehnisse in Stuttgart, Frankfurt, Berlin und Leipzig müssten diese Zusammenkünfte sofort verboten werden. Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung hat sich in aller Schärfe auch gegen die Querdenker positioniert https://www.dw.com/de/antisemitismusbeauftragter-klein-kritisiert-querdenken-bewegung/a-55707010.

 

Plötzlich wieder draußen

Heinrich G. freut sich. Er kann im Altenheim des M-Krankenhauses der Stadt R. wieder Besuch empfangen. Und dieser Besuch darf ihn sogar nach draußen ins Freie entführen.  Heinrich G. weiß nicht,   warum das so ist. Man sagt ihm nur, dass die Gefahr vorbei sei. NieSo wie er, erfährt auch seine Lebensgefährtin nicht, aufgrund welcher  Kriterien die plötzliche Öffnung möglich wurde. Waren es epidemiologische Zeichen oder harsche Proteste von Angehörigen?  Niemand weiß, ob ärztliches Personal, ob Pfleger oder Hilfskräfte auf Corona getestet wurden, geschweige denn, wieviel mal das geschah. Er selbst, Heinrich G. wurde nicht getestet, und so erging es zweifellos auch den übrigen Heimbewohnern. Kein Wunder also, dass Betroffene wie Außenstehende jetzt wütend sind. Kein Mensch in R. weiß, wieviel überhaupt stadtweit getestet wurde/wird und wie folglich die täglich gemeldeten Infektionszahlen zu bewerten sind. Die im März 2020 mit viel Trara eingeführten CoronaTestZelte sind seit langem abgebaut. Dabei weiß man, dass das Testen – vor allem dort, wo Menschen unmittelbar in Gefahr sind, Sicherheit schafft. Allerdings nur, wenn man öfter testet und bestimmte Regel einhält https://rp-online.de/panorama/coronavirus/harald-renz-corona-test-aussagekraft-nicht-so-einfach-interview_aid-52000189. Testen ist aber auch teuer, und so schwelt die Vermutung, dass hohe Infektions-Dunkelziffern aus kommerziellen Erwägungen heraus mindestens bis zum 16. Mai bewusst in Kauf genommen wurden. Von diesem Zeitpunkt an regelt das zweite Gesetz zum Schutz der Bevölkerung, dass die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) für die Zeche zuständig ist https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/aktuelles/corona-gesundheitsschutz-1749338. Aber auch dann könnte jemand ans Sparen gedacht haben.