Blöd im Kopf

Spätestens seit Februar 2023 ist bekannt, dass bereits leichte Erschütterungen des Kopfes – mit Sicherheit aber Gehirnerschütterungen – zu gravierenden Folgen im Alter (vorzeitige Demenz, frühe Alzheimer-Krankheit) führen können https://www.businessinsider.de/wissenschaft/gesundheit/menschen-die-im-leben-mehr-als-drei-gehirnerschuetterungen-hatten-haben-ein-erhoehtes-risiko-fuer-schwere-hirnschaeden-a/. Sportverrückte interessiert das selbst jetzt, da diese Kenntnisse verifiziert vorliegen, einen feuchten Dreck. Im Gegenteil: Snowboarden, Boxkämpfe, ja auch das Kickboxen sind olympische Disziplinen, und ich gehe davon aus, dass auch viele Kampfsportarten sowie der brutale American Football solche Weihen hinkriegen werden. Völlig idiotisch nimmt sich auch das Roller Derby aus, bei dem vorwiegend massige Frauen aufeinander knallen.

Wie auch immer: Muhammad Ali hat die böse Quittung bereits hinter sich. Henry Maske, die KopfballStars der Bundesliga und all die anderen Kopfgestoßenen könnten direkt darauf zusteuern.

Foto: Rheinische Post

Nix mit GRÜN – Wegschmeißen ist nach wie vor die Devise

Wenn die wachstumsirren Konzerne nicht bald vom Verschwenden zur Nachhaltigkeit umschwenken, sieht es schlecht aus in unserer Gesellschaft. Denn Natur, Ressourcen, die Geldbeutel und die menschliche Seele nehmen immensen Schaden. Noch scheint die Wirtschaft nicht bereit. Sie entwirft im Gegenteil ihre Produkte so, dass ihre Lebensdauer aber auch die Chance, sie kostengünstig zu reparieren, gering sind. Hinzu kommt eine gigantische Werbung, die dem Kunden weismacht, dass er nur mit dem Neuesten up to date ist – selbst wenn das keinen Wertzuwachs, sondern nur eine neue attraktive Hülle impliziert.  Hinzu kommt ein Boykott für jede Standardisierung (ich besitze 12 verschiedene Lagegeräte. Für mich kommt die europäische Einigung auf diesem Gebiet – und es gibt kaum eine andere vergleichbare – Jahre zu spät) . Der Kunde soll ständig wegwerfen und neu kaufen, damit Profite und das BIP in Schwung bleiben.

Von den 20 neuesten, bei der Stiftung Warentest untersuchten Smartphones war beispielweise nur eines mit einem wechselbaren Akku ausgestattet https://www.businessinsider.de/insider-picks/technik/stiftung-warentest-das-beste-smartphone-des-jahres/. Wer glaubt, dass dieses den ersten Preis gewann, irrt mächtig. Vorn lagen die üblichen Apple- und SamsungStars, bei denen hinsichtlich Reparaturfreudigkeit nicht passiert ist.

Andere komplette Geräte werden entsorgt, weil eine Komponente den Geist aufgegeben hat (z.B. der Ein- und Ausschalter bei Tauchpumpen) und manche elektrische Zuleitung bricht dort, wo es genau ins Gerät hineingeht. Das aber ist nicht verschraubt, sondern geklebt – und  kann deshalb nicht geöffnet werden.

Bei Verdi publik ist zum Thema ein interessanter Artikel erschienen. Er beschreibt die Bemühungen der „Runde Tisch Reparatur“ – einer Organisation, die u.a. die wachsenden Elektroschrott-Müllberge abbauen möchte und das Recht des Bürgers auf herstellerunabhängige Reparaturen in der Praxis umsetzen hilft https://publik.verdi.de/ausgabe-202307/reparieren-statt-wegschmei%C3%9Fen/. In den letzten Jahren sind in Deutschland 1.500 selbstorganisierte und von Ehrenamtlichen betriebene Repair-Cafés entstanden, deren Arbeit aber permanent behindert wird. Auch dadurch, dass die Konzerne für Reparaturen quasi unerfüllbare Vorgaben machen – Reparaturen nur in Spezialwerkstätten der Hersteller und dann auf Basis von überzogen Preisen.

Foto: ver.di publik

 

 

Wann endlich wird Elon Musk in Ketten gelegt?

Wer die Serie über Elon Musk gesehen hat, mag fasziniert sein https://www.zdf.de/dokumentation/zdfinfo-doku/elon-musk-genie-und-wahnsinn-traeume-100.html. Für mich symbolisiert dieser psychisch Kranke die extremste Bedrohung, die der Kapitalismus auszusenden vermag. In der Muskschen Arbeitswelt gibt es ausschließlich Leistungswahnsinn, Angst, keinerlei Empathie und Freiheit, sondern nur die bedingungslose Unterordnung unter einen imageversessenen Menschen, der dieser Welt eine gefakte Zukunft präsentiert. Musk will zum Mars.

Er will dort Atombomben zünden, um eine wärmende  CO2-Atmosphäre zu schaffen. Er braucht dort 1 Million begeisterte, indoktrinierte Menschen, die mit über 1000 Raketen dort hingeschafft werden müssten. Das ist ein Plan, der angesichts beispielloser Verstrahlung und angesichts des unendlichen roten Marsgerölls irrwitzig anmutet. Denn wer bitte will verkrebst in so einem Umfeld leben?

Es gibt m. E. nur eine Begründung für einen solchen, bisher nicht realisierbaren Plan: nämlich die, dass die Vernichtung unseres Planeten durch eine  Kometen/Asteroiden feststeht (das ist bisher nicht der Fall, dennoch wird auf Verdacht der Ernstfall geprobt). Die Übersiedlung unter dem Aspekt vorzusehen, dass der Mensch die Erde in Kürze kaputt kriegt,  zeugt von Zynismus und Inkompenetz. Denn anzunehmen, dass der kapitalismusgebundene Mensch lernen und es irgendwo besser richten wird – genau das ist mehr als unreallistisch.

Heute hat Musk eine weitere Niederlage einstecken müssen. Die Riesenrakete ist erneut explodiert. Ihre 8minütige Existenz oberhalb der Startrampe wird als Erfolg gefeiert.

Dieses Unbedingte darf nicht das letzte Wort sein

Ich verurteile das von der Hamas verübte Massaker auf das Schärfste! Nichts rechtfertigt einen solchen Angriff!

Ich empfinde Trauer ob der vielen, durch die Hamas getöteten und verschleppten Opfer

Ich stehe – wie der deutsche Staat  – zum Existenzrecht Israels, gleichzeitig aber auch zu allen zu den Juden, die für den Rechtsstaat, faire Koexistenz, Menschenrechte  und Frieden in der Welt eintreten.

Ich habe Verständnis für Israels Rachfeldzug in Gaza, billige aber die Unverhältnismäßigkeit des militärischen Einsatzes in keiner Weise.

 

Es ist einfach unerträglich, wie jetzt auch die Klimabewegung wegen einer Thunberg-Haltung (die uns wahrscheinlich auch schräg serviert wird) auseinandergebrochen wird. Gestern die Infragestellung von 60 Mrd. Euro für Klimamaßnahmen, heute das.

Szenenwechsel: Es ist einfach unerträglich, dass die Linken im SPIEGEL 47/2023 ganz schnell mal und pauschal zu Judenfeinden erklärt werden und dass der Antisemitismusbegriff in vorauseilendem Gehorsam mal wieder nicht deutlich definiert wird (Antisemitismus ist Feindlichkeit gegenüber dem Juden als Menschen. Diese Haltung hat nichts mit einer Protesthaltung gegen die brutale Politik der israelischen Regierung und den ihr anhängenden radikalen Eiferern zu tun).

Der Nahostkonflikt produziert unentwegt neuen Hass auf Israel. Statt politisch und mit  Druck eine faire Zweistaaten-Lösung für Israel und Palästina anzugehen, glauben die Radikalen um Netanjahu das Problem mit der Auslösschung der Hamas lösen zu können. Ein fataler Irrtum – bei der Hydra, die sich hundertfach erneuert.

Dumm, dass Deutschland nicht differenziert und die bedingungslose Unterstützung befiehlt. Diese Haltung ist Gift für unsere und die europäische  Gesellschaft. Sie bringt Juden in ganz Europa in immer größere Gefahr. Deborah Feld man hat das in ihrem Beitrag umfassend und deutlich formuliert https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/deborah-feldman-habeck-entscheidet-sich-fuer-israel-uns-juden-laesst-er-im-stich. Nur eine solche Haltung ist unter den gegebenen Bedingungen akzeptabel. Aber die Extremisten auf beiden Seiten wollen weder den Frieden noch eine Zwei-Staaten-Lösung – weil sie dann „weg sind vom Fenster“.

Die verdammte Hamas, die wirklich fast alles Rückwärtsgewandte in dieser Welt repräsentiert (Hass auf Menschen und Menschenrechte,  Frauenfeindlichkeit, intoleranten religiösen Fanatismus etc.), hat vor allem Israelis umgebracht, die für eine Verständigung mit Palästina standen. Und die, weil Netanjahu die Sicherheitskräfte vom Überfallort zum Schutz der banditischen Siedler umverlegt hatte, schutzlos ausgeliefert waren. Der Tod dieser Menschen kam beiden extremistischen Seiten zupass. Netanjahu – weil diese Leute erklärte Gegner der rechten Politik und gut genug waren, den brutalen (schon immer gewollten) Angriff auf Gaza zu begründen.  Netanjahu – weil mit dem Krieg die inner-israelische Protestbewegung erstickt und damit seine Macht gefestigt werden konnte (er behält weiterhin seine immunität und muss sich keinem Gericht stellen).

Der Tod der jungen Israelis wurde andererseit zum teuflischen Instrument für die Hamas. Einmal, um Israel in den Krieg zu zwingen und zweitens, um die Verständigung zwischen Israel und Palästina zu boykottieren. Auch die Hamas ist nicht am Frieden und an an einer Zweistaatenlösung interessiert. Weil eine solche Lösung die Hamas machtlos und überflüssig machen würde. Die Hamas verfolgt aus diesem Grunde bedingungslos eine Konfrontationspolitik, die die Auslöschung des israelischen Staates zum Ziel hat. Fatalerweise hat sie – vor allem bei den dummen, indoktrinierten  und emotionsgeladenen Menschen –  einen Sturm der Empörung  auslösen und den Judenhass neuerlich anfachen können.

Wenn sich heute Millionen Menschen für die palästinensische Zivilbevölkerung und weniger für die israelischen Opfer einsetzen – dann ist das nicht hinnehmbar. Opfer sind Opfer, und man muss beide Seiten im Blick haben. Und zwar gleichgewichtig, wenn es um soviele Tote geht. Zum anderen darf niemand  den Überfall der Hamas rechtfertigen, weil es eine mehr als 50jährige Kolonialgeschichte für Palästina gegeben hat. Nichts rechfertigt solche Morde – auch wenn das emotionale Moment hier durchbrennt. Die Geschichte Palästinas ist eine schreckliche Geschichte, für die vor allem die Großmächte verantwortlich sind. Hätte man eine Zwei-Staaten-Lösung ernsthaft haben wollen, dann gäbe es sie heute.

So schlimm es sich anhört: Vielleicht hat der furchtbare Konflikt eine positive Seite. Vielleicht bringt er jetzt die Großmächte, Schiiten und Sunniten sowie Israelis an den Verhandlungstisch, um die Ursachen für die bislang permanent schwelende Krise zu beseitigen. Geschieht Letzteres nicht, wird die Nachfolgeorganisation der vermutlich ausgelöschten Hamas in zehn Jahren ein vergleichbares Massaker anrichten.

Brutal hinters Licht geführt – die Menschlichkeit im Krieg

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Soeben sehe ich, dass die Rheinischen Post vom Samstag den Film „Merry Christmas“, der heute Abend bei ARTE laufen wird,  halbseitig bewirbt. Ein Unterfangen, dass mich erneut in Weißglut versetzt. Hatte ich doch bereits 2018 massiv auf die gefälschte, interessengesteuerte Bewertung des Themas im ARTE-Magazin hingewiesen (Ulrich scharfenorth: „Ich habe euch gewarnt“, Essays 2021).

Es gibt keine Humanität im Krieg – aber es gibt die gezielt eingebrachte ekelerregende Pause, die ungebildeten Soldaten Menschlichkeit vorheuchelt ….

Claudia Pechstein ist die beste Sportlerin aller Zeiten

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Ich muss die traurige Geschichte der aus der DDR stammenden mehrmaligen Eislauf-Olympiasiegerin und Weltmeisterin Pechstein nicht noch einmal aufrollen. Sie sah sich nach der Wende jahrelang unzutreffenden Dopingvorwürfen ausgesetzt, wurde mehrfach und jahrelang von Wettkämpfen ausgeschlossen – bis sie vor einigen Monaten  von allen Vorwürfen freigesprochen wurde https://de.wikipedia.org/wiki/Claudia_Pechstein. Aber das allein ist es nicht. Wenn die RP vor einigen Tagen vermeldet, dass Pechstein jetzt als Mentorin die Schlittlaufjugend beraten soll, aber nur in  einem Nebensatz darauf eingeht, dass die inzwischen 51jährige am 28. Oktober 2023 ihren 43. nationalen Meistertitel gewonnen hat, ist das ein  starkes Stück. Und zeugt davon, dass der verharzte Glauben an eine Missetäterin im Untergrund weiter lebt. Der Meistertitel war inmitten des wie immer maßlosen Wirbels um Fußball keine Zeile, geschweige denn einen separaten Beitrag wert. Da fragt man sich natürlich, ob der Eislauf in Deutschland am Boden oder die Pechstein nach wie vor mit vorn liegt. Am kommenden Weltkcup in Japan ist sie jedenfalls wieder mit dabei.  Unglaublich!

Foto: Badische Neueste Nachrichten