Archiv der Kategorie: Politik

Corona – Leichtsinn, Ignoranz und böse Fügung

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Da umarmt und küsst man sich weiter. Da wäscht man sich nicht die Hände. Der ignorante, fatalistische und verblödete Teil unserer Gesellschaft ist daran Schuld, dass die Aufmerksamkeit der bewussten Bürger ständig an Wert verliert. Wir stecken uns also doch alle an.

Ich spreche nicht von Hysterie, ich spreche von völlig natürlichen Vorkehrungen bei Corona. Dass sich gerade die besonders betroffenen Italiener so lax geben (s. ARD-Tagesthemen vom 4. März), es aber keine Warnung vor Reisen nach Oberitalien gibt (weil die Lobbyisten der Tourismusindustrie den Regierenden ins Kreuz treten), nervt extrem.

Und dass Leute, die meinen, vom Virus befallen zu sein, in sogenannte Diagnosezentren gelockt werden – um andere Leute dort anzustecken oder, sofern sie gar nicht kontaminiert sind, selbst angesteckt zu werden, ist unverantwortlich. Klar, solange es wenige Fälle gibt, mag das noch funktionieren.  Häuft sich das, dann brauchen wir mobile Tester, die wahrscheinlich Erkranke für die erforderlichen Tests aufsuchen. Checkt das mal jemand?

Nachtrag vom 7. März: Unglaubliche Widersprüche in ein und derselben Ausgabe: „Italiens Corona-Todesraten irritieren die Experten“ titelt die RP auf Report A3 https://rp-online.de/panorama/ausland/coronavirus-in-italien-sterben-auffallend-viele-infizierte-warum_aid-49384841    und verweist dabei auf völlig undurchsichtige Verhältnisse „im Land der Improvisationen und der gottergebenen Gelassenheit“. Um ein paar Seiten weiter unter Reise & Welt Leute zu Wort kommen zu lassen, die Reisen nach Oberitalien, hier vor allem nach Venedig,   für völlig problemlos halten https://rp-online.de/panorama/ausland/coronavirus-wohin-kann-man-ueberhaupt-noch-reisen_aid-49333913. Wir indes wissen, dass Schulen und Unis in Oberitalien dicht sind und dass nach Nord-Italien gebuchte Flüge massenweise – und zwar kostenlos – umgebucht werden. Für Reisen nach Tirol gelten Reisewarnungen. Wie nun … Rheinische Post?

Unter den Ärzten kommt zudem Wut darüber auf, dass es keine bundeseinheitlichen Verfügungen/Maßnahmen gegen die Corona-Epidemie gibt, dass die  lokalen Gesundheitsämter, zuweilen auch die Krankenhäuser, weder zu erreichen sind, noch  einheitliche Verhaltensmaßregeln  vorschreiben.  Auch wenn es um öffentliche Veranstaltungen geht, treiben der Förderalismus und die Macht von Interessengruppen seltsame Blüten. Auch wenn die Verantwortung für die CoronaAbwehr bei Ländern und Kommunen liegt, müssen die nach festen, einheitlichen Prinzipien handeln.  Dabei  können Art und Ausmaß der Anwendungen durchaus lokal, d.h. nach Erfordernis zum Tragen kommen. Während fast alle Messen abgesagt und verschoben werden, finden BundesligaSpiele nach wie vor in riesigen Stadien statt. Bessere Übertragungsmöglichkeiten findet das Virus nirgendwo.

Italien hat die gesamte Lombardei und benachbarte Regionen für den öffentlichen Verkehr gesperrt.

8. März: Ein Verwandter von mir begibt sich, weil er  Husten und Schnupfen, aber ansonsten keine Corona-Symptome verspürt, zu seinem Hausarzt. Der untersucht ihn und verschreibt ein paar Hausmittel, weigert sich aber, den Test auf Corona-Viren bei meinem Verwandten durchzuführen. Begründung: Wenn er  Viren bei ihm fände, dann wäre es mit dem Image der Praxis vorbei. Er könne dann dicht machen.

Gesundheitsminister Spahn gebührt ein Schlag ins Kreuz, die DBF-Funktionäre gehören eingesperrt. Wie kann es sein, dass Spahn nur eine Empfehlung ausspricht, wenn es um Fußballgroßereignisse der Bundesliga geht? Und wie ist es möglich, dass FußballFunktionäre so ungeniert aufs Geld stieren und dabei das Leben vieler Menschen riskieren dürfen? Bald nämlich wird das CoronaVirus bei einem FußballFan gefunden werden, was die Quarantäne eines halben Fußballstadions nach sich ziehen müsste. MÜSSTE! Nur, weiß niemand mehr, wer wo gesessen, wer wen angeniest oder -gehustet hat. Pech für die Idioten, die nicht selbst wissen, dass man die Stadien meiden muss. Pech für die, die anschließend mit den Infizierten zusammensitzen. Sie gehören zu den Hunderten und Aberhunderten, die dann in die Quarantäne müssen und zu 2-5% sterben. Wir müssen uns nicht wundern: Viele Menschen nehmen die Krise noch immer nicht wahr, gebärden sich wie die fatalistisch-gelassenen Italiener und beharren trotzig darauf, zum Fußball zu gehen. Sie gehören vermutlich auch zu 30%, die sich nie oder nur selten die Hände waschen. Muss man dann Politiker und Funktionäre für diese blöde Gemengelage haftbar machen?

JA, sage ich, trotzdem JA!

KatastrophenKlamauk oder bevorstehende Realität? Die größte Gefahr droht der Menschheit durch Mikrioben und Viren, heißt es http://www.stoerfall-zukunft.de/horror-ja-danke/. Aus den Laboren der Wissenschaft entfleuchte  Exemplare könnten uns alle töten.   Angesichts der  aktuellen Krise  stellt sich die Frage, ob es unbedingt Labore sein müssten …

10. März: Italien ist total abgeriegelt. Es gibt weder ein Raus noch ein Rein. Viele Länder verbieten die Einreise von Italienern. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in 27 Länder. Italien ist nicht dabei. Dieser Umstand und dass Pauschalreisende gegenüber Individualreisenden total bevorzugt werden,  treibt mir die Wut ins Gesicht.  Es geht um bereits gebuchte Reisen und die mit einer Stornierung verbundene Rückerstattung verausgabter Mittel.  Pauschalreisenden erhalten ihr Geld problemlos zurück.  Individualreisende müssen  um Kulanz bitten oder gehen leer aus.  Warum diese Ungleichbehandlung? Sie ist einfach unfair – vor allem, wenn es um undurchführbare Reisen in ein gesperrtes Italien – vielleicht noch um Personen der 1. Risikogruppe – geht. Politik und die ihr im Nacken sitzende Tourismusbranche  haben nichts anderes im Sinn, als die Individualreisenden zur Ader zu lassen – zu  Gunsten der Reiseveranstalter, die … NULL Leistung erbringen.

11. März: Die RP vermeldet seelenruhig, dass Leute ungehindert aus Italien einreisen und auch nach Italien ausreisen können. Auch die Kanzlerin ist gegen eine Abschottung von EU-Ländern – was kein klar denkender Mensch begreift. In Bergamo ist der Teufel los – Ärzte nennen das bereits Krieg https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/+id_87492038/coronavirus-arzt-ueber-covid-19-in-italien-die-situation-ist-dramatisch-.html

12. März: Inzwischen haben auch Ungarn, Bulgarien, Tschechien und die USA z. T. rigide Maßnahmen ergriffen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Einreisen aus Ländern, die stark vom Virus betroffen sind, wurden verboten. Wiedereinreisende Landsleute müssen in Quarantäne. Bezeichnend ist die Tatsache, dass Abschottung als wichtige Maßnahme gegen das Virus verstanden wird, was in krassem Widerspruch zu Aussagen der Regierenden hier zu Lande steht.

 

Nicht Erdogan, die EU ist Schuld!

Ich warte jetzt nur darauf, dass die Linken und Grünen bedingungslosen Einlass für die an der griechisch-türkischen Grenze befindlichen Flüchtlinge fordern. Dann nämlich würde klar, dass in beiden Parteien die Dummheit regiert – eine Humanitätsduselei, in deren Folge alles extrem und schlimmer würde. Denn der Sog auf die in der Türkei verbliebenen und neu eintreffenden Migranten (vor kurzem waren es „nur“ 3,5 Millionen !!!) würde so zunehmen, dass die Gesamtbewegung unregulierbar würde. Niemand mehr könnte feststellen, ob und wenn ja: wie viele Salafisten, Al Kaida-Anhänger und andere Extremisten unter den einlaufenden Migranten wären. In der bombardierten Provinz Idlib sind gerade diese Personengruppen extrem konzentriert. Bedrängt man sie weiter, dann nehmen sie schnell neue Farben an.

Fest steht: die Türkei übt aus eigener Not heraus Druck auf die EU aus. Die EU hat sich überhaupt nicht um die Fortsetzung des bislang gut funktionierenden EU-Türkeiabkommens gekümmert. Erdogan der Erpressung zu beschuldigen, ist folglich reine Bosheit. Wir brauchen sofort eine Übereinkunft mit der Türkei sowie mit den wichtigsten Herkunftsländern – so, wie das der Migrationsexperte Gerald Knaus fordert https://www.youtube.com/watch?v=1MmRspkYRQ8. Seiner Argumentation kann man schnell folgen. Dass Gabriel mit am Tisch sitzt, stört, aber den kann man ja problemlos ausblenden.

Jetzt zerlegt sich auch die CDU

Statt Weitsicht zu beweisen und die Thüringer Situation dafür zu benutzen, den gesammelten Widerstand gegen die AfD zu proben, betreibt sie Aus- und Abgrenzungspoloitik gegen links wie in Zeiten des Kalten Krieges https://www.tagesschau.de/kommentar/thueringen-cdu-115.html. Ihre Protagonisten sind unfähig. Sie  haben noch nicht gecheckt, dass sich Situationen wie in Thüringen jetzt öfter in Deutschland einstellen werden. Gibt es keine Sammlungsbewegung aller demokratisch legitimierten Kräfte gegen rechts, ist der Rechtsstaat bald ausgehebelt. Immerhin kann die ebenfalls demokratisch legitimierte Afd weiter Stimmen sammeln und Propaganda veranstalten. Wenn täglich weitere 500 Migranten in Deutschland anlanden (demnächst auch corona-infiziert – ich weiß, dass klingt brutal und unsortiert – wir müssen uns aber selbst in dieser Situation klug und argumentativ verteidigen und nicht nur draufklatschen !!!), bleibt ihr Hauptargument heiß wie eh und je.

Nichts ist ekelhafter als so ein Hackentrick

5.2.20: Nicht zu fassen, was da in Thüringen abgeht … was vor allem – mit Berlin abgestimmt – geschieht. Die Demokratie zeigt einmal ihre Zerrissenheit bis zur Untauglichkeit. Ein System, das so etwas hergibt, bedarf dringender Korrekturen. Da wird ein FDP-Mann zum Ministerpräsidenten gewählt, dessen Partei mit einem Wahlergebnis von 5% am Boden herumkrebst – nur, weil ein rot-rot-grünes Bündnis und vor allem: ein roter Ministerpräsident, der in der Vergangenheit bestens gewirtschaftet hat, verhindert werden soll. Da darf die FDP, weil ihr ein Zusammengehen mit der AfD nicht ausdrücklich verboten wurde, vorpreschen, während sich die CDU (ihr Kandidat stand ja nicht zur Debatte, ihr war ein Zusamengehen mit der AfD ausdrücklich untersagt) feige und feixend abducken kann. Es ist völlig richtig, was die Tagesschau gerade ausposaunt: Diese Wahl hat Höcke gewonnen, und der lacht sich tot https://www.tagesschau.de/kommentar/thueringen-kemmerich-ministerpraesident-105.html.

Diese Schmierenkömmödie, nein: es ist eine DemokratieTragödie muss schleunigts beendet werden. Bereits heute dröhnen in Berlin und Leipzig die Demos https://www.attac.de/presse/detailansicht/news/klare-kante-gegen-pakt-mit-faschisten-zeigen-1/.

 

7.2.20: AKK versucht rot-rot-grün zu spalten. Nachdem die Dreckspolitik von FDP und CDU/CSU gescheitert ist, versuchen konservative Kräfte jetzt, die ehemalige Koalition aus Linken, SPD und Grünen auseinander zu dividieren https://www.tagesschau.de/inland/thueringen-fdp-cdu-107.html. Oberster Leitsatz. Der linke Ramelow darf es nicht wieder. Es geht also nicht um eine sachbezogene, sondern um eine politisch-polemische Lösung. Wir können nur hoffen, dass die ehemalige Koalition zusammenhält und den reaktionären Kräften Paroli bietet. Die mit Abstand stärkste Partei hat jeden Anspruch auf den Sessel des Ministerpräsidenten.

Ihr Hass trifft jetzt auch uns

Typisch für Umgang der deutschen Regierung/der europäischen Regierungen mit dem Iran. Der wird wieder mal kräftig verschaukelt. Und das ist gerade schön einfach, weil die Revolutionsgarden ein Flugzeug vom Himmel geholt haben. Letzteres ist furchtbar und unentschuldbar. Aber der Grundkonflikt ist bekanntlich ein anderer: Alle Partner des Atomabkommens bis auf die USA wollen – offenbar leistungslos – am bestehenden Vertrag festhalten. Und beschimpfen bereits den Iran, das Abkommen zu unterlaufen. Ja, er unterläuft, aber die Wahrheit ist: Die EU hat bisher nichts gegen die bestehenden Sanktionen der Amerikaner getan, oder anders gesagt: Sie hat das für den Handel mit dem Iran zugesagte autarke Geschäfts- und Finanzierungsmodell nicht realisiert/aktiviert. Eine von den USA unabhängige Geschäftsbasis gibt es also nicht. Derzeit blockieren die USA jeden, der mit dem Iran Handel treiben möchte. Sie drohen mit harten Strafen, zumindest aber mit dem Aus der Geschäftsbeziehungen zu den USA.

Zusammengefasst: Der Iran muss die Sanktionen der USA ertragen, ist nicht in der Lage, Geschäfte mit der EU abzuwickeln und wird außerdem bedrängt, sich an die Regeln des Atomvertrages zu halten. Das erzeugt massive Not und selbstverständlich auch weiteren Hass im Lande https://www.wiwo.de/politik/ausland/iran-wirtschaftliche-not-ueberstrahlt-die-angst-vor-trump/24360474.html

Wer hier von Nötigung/Erpressung und Heuchelei sprich, trifft den Nagel auf den Kopf.

Laut, aggressiv und dann auch noch für Erdogan

Tut mir leid, aber hier ist die Integration schwer daneben gegangen. Leute, die alles überdröhnen und dann auch noch  Politik für Erdogan machen – sie sind mir ein Gräuel! Zum Teil hat das die deutsche Politik zu verantworten https://www.swr.de/report/parallelgesellschaft-warum-sich-in-deutschland-geborene-tuerkeistaemmige-immer-haeufiger-zurueckziehen/-/id=233454/did=25013134/nid=233454/8vrxjy/index.html

https://www.sueddeutsche.de/politik/anhaenger-des-tuerkischen-praesidenten-wenn-ihr-uns-nicht-wollt-dann-eben-erdogan-1.4150552

Diese Brände sind eine Schande für die gesamte Menschheit

Immer wieder brennt es: In Australien, in Griechenland, in Portugal, in Spanien, in den USA (Kalifornien) und nirgendwo wird darüber diskutiert, fremde, also ausländische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nicht einmal innerhalb der EU ist das ein Thema. Keine Zeitung schreibt darüber, kein TV-oder RadioSender berichtet über etwaige Vereinbarungen. Die Staaten lassen einander allein, und es brennt sehr viel mehr ab als abbrennen müsste. Gerade jetzt, da in Australien riesige, für uns kaum vorstellbare Flächen mit den darauf befindlichen Tieren und Häusern in Schutt und Asche fallen https://rp-online.de/panorama/ausland/buschbraende-australien-die-feuer-werden-noch-ueber-monate-brennen_aid-48155295, müsste es doch Angebote von anderen Ländern geben, bei der Brandbekämpfung zu helfen. Möglich, dass es diese Angebote gibt., dass sie aber – aus welchen Gründen auch immer – nicht angenommen werden. Könnte das damit zu tun haben, dass sich die von Bränden betroffenen Länder scheuen, die Überflugrechte zu gewähren? Fühlen sie ihre Sicherheit bedroht, fürchten sie Spionage aus der Luft? Zumindest verbündete Staaten müssten sich doch vertrauen, oder?

Kürzlich las ich, dass ein Baum in der Lage sei, zwölf Menschen mit Sauerstoff zu versorgen https://www.zeit.de/2019/47/atemluft-sauerstoff-baeume-co2-stimmts. Dass sein Verbrennen einen immensen Schaden verursacht, liegt auf der Hand.  Denn nicht nur der Sauerstoff schwindet. Es entsteht auch CO2.

In Australien sind  10 Millionen Hektar  Land verbrannt.  Keine Ahnung, wieviel Bäume dabei betroffen waren. Sicher einige Millionen.  Man ahnt irgendwie, dass das  Ergebnis für uns alle furchtbar ist.

Die Australien Open finden trotzdem statt. Wenn die Aktiven wegen der miesen Atemluft Anfälle bekommen, ist das kein Grund für Absagen. Klar, das Management hat viel in das Spektakel investiert. Da müssen die Tennismillionäre einfach mal durch.

https://www.merkur.de/welt/australien-buschfeuer-waldbraende-tote-wetter-klima-vergleich-schock-feuer-tote-zr-13426215.html

Unverantwortliche Eskalation

Keine Frage: Man musste Soleimani nicht mögen. Aber das, was die USA mit seiner Ermordung angerichtet haben, schreit zum Himmel. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren: die US-Rüstungsindustrie und mit ihr alle Hardliner brauchen einen neuen Krieg, damit sich die Munitionsdepots leeren und Umsatz gemacht werden kann. Allen gegenteiligen Beteuerungen Trumps zum Trotz wird hier Feuer gelegt. Auf sehr gefährliche Weise. Denn der Anschlag kann den gesamten Nahen Osten destabilisieren. Wir wissen, dass die Spannungen bewusst angeheizt werden, um immer mal neue Waffen testen zu können, und wir wissen auch, dass sich rechte Regierungen in Israel nur halten können, wenn Gefahren drohen. So wird an derartigen Szenarien permanent gebastelt. Da ist es völlig uninteressant, was die übrige Welt denkt und empfindet. Völkerrecht, ein internationaler Gerichtshof, Klimakonferenzen etc. sind dann allenfalls Luftblasen, an die sich ein auf Vormacht versessenes Regime nicht halten muss. Heute erfährt man, dass sich Soleimani auf Friedensmission befunden hat als ihn die Rakete traf https://www.nachdenkseiten.de/?p=57461. Ob das so war oder nicht, spielt hier keine Rolle mehr. Der sogenannte „begrenzte Schlag“ sollte zweifellos auch Trumps Image als harten Durchgreifer befestigen, nachdem ihm Kritiker vorwerfen, weder auf den Drohnenabschuss, noch auf die Angriffe gegen das saudische Ölterminal reagiert zu haben https://www.deutschlandfunk.de/iran-usa-konflikt-verlierer-ist-in-erster-linie-der-frieden.694.de.html?dram:article_id=467429. Dass die Iraner US-Stützpunkte im Irak sehr „schonend“ beschossen haben, wirkt angesichts der hochgepeitschten Trauer irrwitzig. Aber irgendetwas musste die iranische Führung offenbar tun, um die aufkommende Wut im Lande  etwas zu dämpfen. Ob Trumps vorläufiger Verzicht auf weitere Militärschläge und Irans Stopp in Sachen Raketenbeschuss jetzt Zeichen der Deeskalation sind, muss sich noch zeigen. Ausgestanden ist bisher nichts. Denn die Grundsituation ist unverändert: Das Atomabkommen liegt zerstört, Europa kriecht vor Trump und die USA scheuen sich, vor den anstehenden Präsidentschaftswahlen auf Krieg zu setzen. Das alles sagt viel oder … gar nichts.

Dass die Iraner – wie ich soeben höre – ein ukrainisches Flugzeug abgeschossen haben, dreht sie Situation auf katastrophale Weise. Es ist nicht hinnehmbar, dass in diesem Konflikt unschuldige Menschen in ZivilFlugzeugen sterben müssen. Jetzt muss der Iran auf die Knie. Ich glaube es nicht!

Das Deutschland von 1990 ist eine Erinnerung wert

Sorry, dass ich noch mal auf die DDR, besser gesagt: auf deren Zusammenbruch zurückkomme. Das geht aktuell auf Lutz Herden – und weiter ausholend – auf Klaus Blessing zurück. Ersterer hat mit seinem Aufsatz “Wer jetzt nicht tanzt“ eine weitere und zwar gründliche Aufarbeitung der Wende- und Nachwendezeit angemahnt und genau dort seine Marker hinterlassen, wo Rückschlüsse auf die heutige Situation in den Neuen Bundesländen angesagt sind https://digital.freitag.de/0220/wer-jetzt-nicht-tanzt/. Die Zeit zwischen dem Mauerfall und dem 3. Oktober 1990 empfindet der Autor einmal mehr als Chaos-Periode , in der alle Regeln von Anstand und Fairness über die Wupper gingen. Die Leute an den Runden Tischen wurden ebenso hinters Licht geführt wie die letzte Regierung der DDR und die Bevölkerung überhaupt. Herden sinngemäß: Die plebiszitären Vorstellungen einer ostdeutschen Bürgerbewegung, die im Bemühen der Runden Tische um eine neue gesamtdeutsche Verfassung/ein neues Grundgesetz gipfelten, wurden im Westen solange hoffiert, wie sie sich gegen die DDR richteten. Wo sich das anders gestaltete, wurde abgeräumt. Und weiter:  „Um der Wahrheit die Ehre zu geben, wäre es (ebenso) an der Zeit, nach 30 Jahren einzuräumen, wie sehr die Wahl im März 1990 einerseits der Fernsteuerung unterlag, was ihren demokratischen Anspruch konterkarierte, anderrseits in ihrem Ergebnis von einem in der DDR anerzogenen Anpassungsbedürfnis profitierte.  Herden in seinem Resumee: „Die seinerseits genährten falschen Erwartungen, die ausgelösten Enttäuschungen, das Gefühl betrogen worden zu sein, gären im ostdeutschen Unterbewusstsein und richten Unheil an.“ Stichwort AfD.

2016 hatte bereits Klaus Blessing auf die zahllosen Lügen und HinterzimmerTricks der westdeutschen Politik und Wirtschaft, insbesondere bezüglich der Währungsumstellung, der WirtschaftsTransformation, der Treuhandarbeit und des Einigungsvertrages verwiesen, die 1989/1990 den deutsch-deutschen Alltag prägten

https://www.amazon.de/Wer-verkaufte-die-DDR-bereiteten/dp/395841107X/ref=sr_1_1?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&keywords=Klaus+Blessing&qid=1578589500&sr=8-1.

„Wir sind wieder wer“ oder wie Matthias Beermann auf militärische Auslandeinsätze der Bundeswehr drängt

Es ist unfassbar. Der deutsche Militarismus feiert fröhliche Urständ. Oder vorsichtiger formuliert: Er möchte seine ekligen Pfoten neuerlich in fremde Territorien ausstrecken. RP-Redakteur Matthias Beermann liefert hierfür kräftige Vorlagen https://rp-online.de/politik/ausland/deutsche-aussenpolitik-die-sprache-der-macht-lernen_aid-47877177. Er möchte offenbar, dass Deutsche endlich wieder mehr zu sagen haben. Und im Weltgeschehen zumindest hier und da mal den Ton angeben. Nicht zu glauben, dass er damit der Verteidigungsministerin AKK Flankenschutz gibt. Denn die will das auch. Dabei schreibt das Grundgesetz /Artikel 87a eindeutig klar: „Der Bund stellt Streitkräfte zur Verteidigung auf“. Und tatsächlich ist die Bundeswehr lt. Wehrverfassung nicht dazu da, geopolitische, machtstrategische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen https://rp-online.de/politik/deutschland/diese-grenzen-zieht-das-grundgesetz-bei-einsaetzen-der-bundeswehr_aid-47877357. Was AKK und nun auch Beermann offensichtlich nicht begreifen wollen. Ihnen reicht es offenbar nicht, den Bestand der Bundesrepublik zu verteidigen. Sie sind möglicherweise drauf und dran, 87a auszuhebeln.

Wir wissen allerdings bereits, was die Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder, das Absaugen ihrer Rohstoffe, das Gefügigmachen ihrer Märkte  nach sich zieht:  Krieg.  Aber für den will man ja gerüstet sein.

Hoffentlich ohne Zustimmung des Bundestags.