Archiv der Kategorie: Wirtschaft

Schwein gehabt?

Das klingt zynisch, und das ist es auch: Komm afrikanische Schweinepest, Laschet schließ die verfickten Schlachthäuser von Tönnies & Co!

Ich habe kein Mitleid mit den Protagonisten der Massentierhaltung, denen jetzt die Schweine die Ställe einlaufen. Ich weise ihre Schutzbehauptung energisch zurück – sie könnten mit den ganz Großen nur mithalten, wenn sie Schweine zu Tausenden, wenn sie Schweine wie arme Schweine, nämlich in den verhassten Gitterboxen, halten. Mir ist es egal, ob die Schweinefleischpreise wegen Pest und Schlachthausschließung jetzt ins Bodenlose stürzen. Mir ist es egal, ob die, die das ekelhafte Quälspiel mitmachten, jetzt pleitegehen. Sollen sie doch. Eine vernünftige Fleischproduktion braucht ihre Existenz nicht. Hier genügte die halbe, ja vielleicht nur ein Viertel der Kapazitäten. Wenn dann nur die ganz Großen am Leben blieben, wäre das zwar ungerecht. Aber die Überlebenden würde man dann zu artgerechter Haltung zwingen. Die Fleischpreise würden sich schnell an den Kosten orientieren. Denn Aldi & Co. dürften kaum in der Lage sein, den ganz Großen Dumpingpreise für die Fleischzulieferung  aufzwingen. Und FleischExporte? Diese  Exporte von „primitiven“ Gütern braucht ein Land wie Deutschland nicht. Das sollte – wenn  schon exportieren – die lohnenswerteren hightech goods vermarkten.

Was heißt hier TREUHAND?

Keine Frage: Dass die Arbeit der Treuhandanstalt vor allem dazu diente, die DDR-Substanz zu zerstören oder aber für westliche Käufer attraktiv aufzubereiten, ist weitgehend bekannt. Wenngleich dieser Vorgang von den Regierenden auch heute noch als „altruistische Handlung“, als zwangsläufige, ja letztmögliche Rettung der ostdeutschen Existenz verfälscht wird. Das ist Geschichte und leidige Wirklichkeit. Solch Rettung hat in den Neuen Ländern als böser Witz gegolten. Heute mündet sie in der massiven Unterstützung der AfD.

Die vor kurzem gezeigte Dokumentation „Der große Preis – die Treuhand und der Osten“ https://www.youtube.com/watch?v=XyxtyN0Z4HI macht einmal mehr die Mechanismen des Einverleibungsprozesses deutlich. Eines Prozesses, für den Thilo Sarrazin Fahrplan und Handlungsanweisungen konzipiert hat. Sarrazin, den wir vor allem über „Deutschland schafft sich ab“ kennen – bezeichnender Weise ein Mann aus der rechten SPD-Ecke (ich hasse diese verkappten CSU-BlauPäuslinge!) – hat also schon 1990 sein Unwesen getrieben. Ein Unwesen, dass seine rassistischen Gedanken wie kleine Versprecher erscheinen ließ und lässt. Dieser top-vernetzte Mann hat sich nicht etwa für die alte SPD-Klientel, die Arbeiterschaft (auch die ostdeutsche!) ins Zeug gelegt. Nein: Er hat den BRD-Wirtschaftseliten die Tools geliefert, die eine schnelle Vereinnahmung und Machterweiterung ermöglichten. Der „überlegene Kapitalismus“ sollte siegen!

Da waren fähige ostdeutsche Führungskräfte, die ihre z. T. modernen und leistungsfähigen Betriebe in die neue Zeit retten wollten, da waren vor allem Mitglieder der Treuhand-Führung – man hatte sie aus gespielter Fairness heraus zunächst akzeptieren müssen – sehr schnell lästig.  Sie deshalb baldmöglichst auszuklinken, war schnell angesagt.   Da bedurfte es keiner Diskussion, schon gar keiner  um sozialistische Sonderwege oder Konförderationen, da wurde einfach  geschossen. Und zwar mit  WestGeld.

Und so wie Thilo Sarrazin genau wusste, was die Einführung der DM in Ostdeutschland anrichten würde (nämlich die Vernichtung der Wirtschaft), so genau wusste ein Helmut Kohl, dass er mit eben dieser Maßnahme den einfachen geld- und reisegeilen Ossi über den Tisch ziehen konnte. Der Geldumtausch, der harte Kohle brachte, zerstörte zeitgleich die ostdeutschen Betriebe und mit ihnen die Existenz der kaufwütigen und umherreisenden Bürgerlein.

Prof. Dr. Karl Döring schildert im Beitrag, wie er das große Stahl- und Walzwerk EKO in Eisenhüttenstadt, eine moderne Produktionsstätte der DDR, vor den mächtigen Auslöschern bewahren konnte. Eine Heldentat – angesichts der Machtverhältnisse im Land. Gut – er hatte Rohwedder und Kohls Angst an der Seite, dass die totale Beseitigung der DDR-Industrie eine Revolution auslösen könnte. Doch das änderte sich, als nach Rohwedders Ermordung die Breuel das Ruder übernahm und Kohl soviel Tritt fasste, dass ihn „ostdeutsches Gezeter“ nicht mehr stören musste.  Auch in dieser Situation blieb Döring am Ball und trug dazu bei, dass zumindest der wesentliche Kern des EKO erhalten blieb. In einer Treuhandanstalt, der zum Schluss ausschließlich BRD-Leute vorstanden, wurde der Kehraus an andere Stelle brutal zu Ende geführt. Wobei moderne Substanz (die gab es allen westlichen FakeNews zum Trotz in erheblichem Maße) erfolgreich privatisiert wurde, andererseits aber auch clevere Gangster in den Besitz subventionierter Betriebe gelangten, die ihnen vorgeschriebenen Auflagen (Investitionen, Arbeitsplatzerhalt etc.) ignorierten, erworbene Immobilien extrahierten und „versilberten“.

Die Tatsache, dass die Treuhand viele, nicht mehr lebensfähige Betriebe am Leben erhielt, andere für westliche Käufer aufrüstete und die DDRischen Altlasten der Betriebe in DM-Schulden verwandelte, hat zu einer teuflischen NegativBilanz geführt. Und den deutschen Steuerzahler viel Geld gekostet. Deutsche Banken hingegen profitierten vom Aderlass – mehr als jeder andere der üblichen Verdächtigen.

Rohwedder hat lebensfähige DDR-Betrieb aufrechterhalten und für die Marktwirtschaft fit machen wollen. Was die Beute der auf Zuwachs fixierten westlichen Konzerne signifikant geschmälert, die Abschlussbilanz der Treuhand ganz sicher positiv gestaltet hätte. Solch Tun muss den Mächtigen im Lande obsolet erschienen sein. Rohwedder musste weg. Dass sein Tod noch immer mit der RAF in Verbindung gebracht wird, ist reines Kalkül. Die „böse Truppe“ hat Furchtbares praktiziert, aber sie bestand nicht aus Dummköpfen. Folglich dürfte das Haar am Tatort zum Dürftigsten gehören, was deutsche Kriminalisten je auf den Tisch packten. Wolfgang Schorlau wird mir da sofort beipflichten (W. Schorlau: „Die blaue Liste“ https://www.book2look.com/book/9783462300161).

Weitere Fakten zum Thema: „abgebloggt“, Labonde Verlag 2010 https://www.stoerfall-zukunft.de/20-jahre-deutsche-zwei-heit-aus-abgebloggt-2011-heiner-labonde-verlag/

 

Merz behält die Füße in zwei Türen

Eine ImageKampagne, Eine TOP-Scharlatanerie  oder bloß Dummenpulver: Die Krake Black Rock ruft zum Umweltschutz auf. Der Konzern will sich von Aktien der Kohleförderer im Wert von ca. 0,5 Milliarden US-$ trennen und grün werden https://www.faz.net/aktuell/finanzen/blackrocks-kohle-rueckzug-laesst-die-branche-kalt-16585513.html. Das heißt nichts oder wenig. Denn Black Rock verwaltet Kundengelder in Höhe von 7 Billionen US-$, ist weltweit an 2.500 Firmen – und so auch an 27 der 30 Dax-Unternehmen mit 2,7 bis 8,9 % – beteiligt https://de.wikipedia.org/wiki/BlackRock. Als größter Einzelaktionär (das trifft auf acht Dax-Konzerne zu) kann das Unternehmen maßgeblichen Einfluss auf die jeweilige Firmenpolitik nehmen, was auch geschieht. Aufsichtsrat für das Deutschlandgeschäft von Black Rock ist Friedrich Merz https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/friedrich-merz-bleibt-aufsichtsrat-bei-blackrock-a-1248702.html, der als aussichtsreicher Kandidat für die nächste Bundestagswahl gilt. Und im Erfolgsfall ganz sicher weitere Breschen für Black Rock schlägt.

Auto ade?

Als bräche das ArktisEis ins Meer – so oder ähnlich mutet an, was derzeit in der Automobilindustrie passiert. Das Bestreben, bis ganz zuletzt aus konventionellen Anlagen zu produzieren (nahezu leistungslose Profite aufgrund abgeschriebener Technik) und der abrupte, viel zu spät empfundene Zwang zur Strukturänderung haben bereits jetzt tiefe Wunden geschlagen. Immerhin stellt die Branche eine, wenn nicht die Grundfeste deutschen Wirtschaftens dar. Und der Abbruch geht weiter. Massenentlassungen und Kurzarbeit gehören zur Tagesordnung, Firmenschließungen und Insolvenzen werden folgen. Nicht auszudenken, was Zulieferern, Versorgern und Kommunen ins Haus steht. Arbeiter, die zu den zufriedensten und meist reich belohnten Arbeitnehmern gehörten, werden plötzlich auf die Straße gesetzt. Ohne, dass ihnen jemand sagt, wie es weiter geht https://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/videos-und-manuskripte/mondays-for-jobs-aufstand-der-industriearbeiter-104.html.

Es wird höchste Zeit, dass die Politik die Reißleine zieht und den profitgeilen Ambitionen der Autobauer ein Ende bereitet. Immerhin wird auch jetzt noch das meiste Geld mit konventionellen Fahrzeugen, mit hochmotorisierten Luxuskarossen und SUVs verdient, obwohl zeitgleich die ganze Welt weiß, dass das egoistischer Wahnsinn ist. Wir brauchen die Energiewende und mächtige Instrumente gegen den Klimawandel. Dagegen sträubt man sich bis zum Umfallen. Die Bilanz ist verheerend:  Erst der betrügerische Dieselskandal, jetzt der verschlafene Umbau. Wer sperrt die Leute ein, die so bewusst  falsch steuern – und das vor allem zu Lasten der Arbeitnehmer?

Da muss erst Tesla kommen und deutlich machen, dass es sich lohnt, im Herzen des Autobaus Wurzeln zu schlagen. Ja, die Zeichen sind unmissverständlich: Man traut es den Deutschen nicht mehr zu, Marktführer zu sein. Weiß allzu gut, dass es an langfristigem Denken, intelligenten Strategien, unbürokratischem Handeln, an Infrastruktur und Kompetenzen im E-Bereich, an Umprofilierungsideen für Technik und Mitarbeiter, an progressiver Digitalisierung und an attraktiven Alternativtechnologien (Wasserstoff+Brennstoffzelle) fehlt.  Wer aus diesem Chaos noch raus will, muss revolutionär handeln. Nicht mit Massenentlassungen, sondern mit bürokratiefreien, bahnbrechenden Ideen.

Premier Abe setzt aufs Vergessen

Was derzeit in Japan läuft, ist unbegreiflich. Nachdem Aktivisten aufgrund des Unglücks von Fukushima erfolgreich für die Herausnahme der japanischen Atomkraftwerke aus der Energieversorgung des Landes gestritten hatten, hat die konservative Regierung in Tokio jetzt die Wiederinbetriebnahme zweier Werke genehmigt. Sie tat das, obwohl die Sicherheit der Reaktoren vor Erdbeben und Tsunamis in keiner Weise gegeben ist http://www.tagesschau.de/ausland/japan-atomreaktoren-101.html.

 

Der Profit diktiert, was mit Tihange passiert.

Es ist unbegreiflich, dass eine deutsche Firma Brennelemente für den belgischen Katastrophen-Reaktor Tihange 2 liefert und die deutsche Umweltministerin nichts tun kann, um diesen vom Geld diktierten Deal zu unterbinden http://www.tagesschau.de/ausland/akw-belgien-101.html. Der Bevölkerung im angrenzenden Aachener Umfeld werden Jodtabletten in Aussicht gestellt. Eine Farce ohnegleichen – eine deutsche Regierung, die ihre Bevölkerung im Regen stehen lässt. Ein öffentlich rechtliches Fernsehen, das den Lieferanten der Brennelemente nicht benennt. So sieht 2017 ein Geflecht aus Interessenkonflikten, Lobbyismus,  Hörigkeit und Verantwortungslosigkeit aus. Die Verantwortung trägt Frau Merkel.

Freihandelsabkommen: das gleiche betrügerische Theater mit Japan

Attac berichtet in einer Mail vom 21. März 2017 http://www.attac.de/startseite/:

Heute geleakte Verhandlungsdokumente geben erstmals Einblick in das seit 2013 völlig geheim verhandelte Handels-und Investitionsabkommen zwischen der EU und Japan (hier JEFTA). Die Dokumente zeigen, dass es sich dabei in weiten Teilen um einen TTIP-Zwilling handelt.

„Das Abkommen zwischen der EU und Japan enthält Sonderklagerechte für Konzerne und räumt Konzernlobbyisten direkten Einfluss auf geplante Gesetze ein. Wie TTIP und CETA gefährdet es Regulierungen im öffentlichen Interesse, beschneidet die Rechte von Parlamenten sowie Bürgerinnen und Bürgern und höhlt die Demokratie aus. Damit wird klar:

EU-Kommission und Regierungen behaupten zwar, aus dem Protest gegen TTIP und CETA gelernt zu haben. Doch egal, mit wem sie neue Handelsverträge aushandeln – es dominiert stets die gleiche Konzernagenda„, sagt Roland Süß vom bundesweiten Attac-Koordinierungskreis.

+ EU-Kommission Mandat entziehen

Attac fordert die Bundesregierung auf, sich dafür einzusetzen, dass der EU-Kommission das (weiterhin geheime) Mandat für die Verhandlungen mit Japan entzogen wird.

+ Protektionismus für Konzernprofite

Wie bei TTIP geplant und in CETA festgeschrieben, sollen auch mit JEFTA Konzerne abseits des demokratischen Rechtsstaates auf Entschädigung klagen können, wenn sie ihre Profitmöglichkeiten durch neue Gesetze im öffentlichen Interesse geschmälert sehen. (1) Die Grundlage dafür bieten auch in JEFTA schwammige Formulierungen wie „gerechte und billige Behandlung“ oder „legitime Erwartungen“. Prozesse auf dieser Basis haben bereits weltweit zu Milliardenzahlungen von Staaten an Konzerne geführt.

Das staatliche „right to regulate“ wird dabei nicht garantiert. Denn Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter können sich stets darauf berufen, dass ihre Urteile technisch gesehen nur „Entschädigungen“, aber keine Änderung der Gesetze verlangen. Wenn es zu keiner Verurteilung kommt, sondern sich Staat und Konzern einigen, enthält diese Einigung oft die Rücknahme oder Abschwächung des angegriffenen Gesetzes. Zudem können schon Androhungen von Klagen Regierungen davon abhalten, Gesetze im Allgemeininteresse zu beschließen.

Für Attac ist eine derartige Sonderjustiz für Konzerne grundsätzlich unnötig und gefährlich. „Zweck der Sonderklagerechte ist es, Konzernen die Möglichkeit zu geben, sich gegen demokratische Regulierungen abzuschotten. Die Klagerechte sind daher nichts anderes als Protektionismus für Konzernprofite„, erklärt Roland Süß.

Regulatorische Kooperation: Erst die Lobbyisten, dann die Parlamente

Wie TTIP und CETA beinhaltet auch das EU-Japan-Abkommen die sogenannte Regulatorische Kooperation. Sie hat zum Ziel, jede geplante Regulierung dahin zu überprüfen, inwieweit sie den Handel beschränkt. Dazu wird ein Gremium (Regulatory Cooperation Committee, RCC) gegründet, über das Konzernvertreter vorab über geplante Regulierungen informiert werden und ihre Meinung dazu abgeben können. Japanische und europäische Konzernlobbys bekommen somit direkten Einfluss auf geplante EU-Gesetze – und das noch bevor, diese überhaupt den Regierungen oder dem EU-Parlament vorgelegt werden. Erfahrungen mit NAFTA zeigen, dass diese neuen Einflussmöglichkeiten für Konzerne eine Barriere für besseren Verbraucherschutz und gemeinwohlorientierte Gesetze darstellen, kritisiert Attac. (2)

+ Handels- und Investitionspolitik demokratisieren

Attac fordert, dass künftig alle Parlamente – jene der Mitgliedsländer und das EU-Parlament – bereits bei der Ausarbeitung von Verhandlungsmandaten involviert werden. Verhandlungen selbst müssen nicht nur transparent sondern mit parlamentarischer und zivilgesellschaftlicher Beteiligung geführt werden. Fehlentwicklungen müssen bereits während des Verhandlungsprozesses korrigiert werden können. Dies würde auch dem immer größer werdenden Einfluss von Konzernen auf die Politik entgegenwirken.

Viele der Mandate der derzeit 46 in Verhandlung befindlichen EU-Abkommen sind geheim, die Verhandlungen finden unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Die Abkommen enthalten oftmals Sonderklagerechte für Konzerne.

(1) Offen ist laut Verhandlungsdokumenten noch in welchem institutionellen Rahmen künftige Konzernklagen gegen Staaten verhandelt werden. In jedem Fall werden damit aber legitime Allgemeininteressen den Profitinteressen von Investoren untergeordnet: Eine richterliche Unabhängigkeit ist nicht gewährleistet.

(2) Siehe: Von NAFTA zu CETA: Konzernlobbyismus durch die Hintertür:

https://www.lobbycontrol.de/wp-content/uploads/Von-NAFTA-zu-CETA_-Konzernlobbyismus-durch-die-Hintert%C3%BCr.pdf

Für Rückfragen:

* Roland Süß, Attac-Koordinierungskreis, Tel. 0175 2725 893

 

 

Die Politik des billigen Geldes führt bei gleich bleibendem Finanzregelwerk direkt ins Chaos

Die mit der Niedrigzinspolitik von der EZB verursachte Geldflut, die die EU-Wirtschaft ankurbeln, Staaten und angeschlagene Banken retten sollte, zeitigt horrende Nebenwirkungen. Sie raubt dem einfachen Sparer das Geld und stellt seine Vorsorge in Frage, ermöglicht aber den Reichen günstige Kredite aufzunehmen, mit denen hoch profitable Aktien, Immobilien und Kunstgegenstände erworben werden. Völlig klar, dass auf diese Weise vor allem die Mittelständler immer ärmer und die Reichen/Superreichen immer reicher werden. Sprich: die Schere zwischen den „Wenig- und den bestens Betuchten“ öffnet sich weiter.

Gleichzeitig nimmt die Geldschöpfung privater Banken bedrohliche Ausmaße an – ohne, dass die Staaten eingreifen. Das hierbei erzeugte Giralgeld (Geld auf Knopfdruck) erlaubt die Finanzierung großer Kredite, von denen Banken und Kreditnehmer enorm profitieren können. Erstere über die Kreditzinsen, letztere beim preiswerten Kauf und dann profitablen Weiterverkauf von Unternehmen.

Billiges Geld – da sind sich Finanzexperten sicher – kann Staaten, denen der wirtschaftliche Aufschwung abgeschnitten wird (Griechenland), aber auch maroden Banken, nicht helfen. Sie kaufen sich lediglich Existenzzeit. Ohne grundlegende strukturelle Veränderungen kommen beide nicht aus der Krise.

Um die weltweit bestehenden Probleme – vor allem die Probleme der Verschuldung – lösen zu können, sind folgende Maßnahmen erforderlich:

 

  • Straffe Regulierung der Finanzwirtschaft/Zurücknahme der Deregulierungen, die durch Thatcher, Schröder und Clinton vorgenommen wurden und Abwehr ganz neuer Freizügigkeiten, wie sie Donald Trump vorsieht.
  • ein Verbot der Geldschöpfung durch private Banken. Ausschließlich die Zentral-/Nationalbank eines Landes darf Geld schöpfen – das Vollgeld
  • Gegenseitiger Schuldenerlass der Länder
  • Gesetz zur weiteren Erhöhung der Eigenkapitalausstattung für Privatbanken
  • Weltweite Einführung der Finanztransaktionssteuer (London hat dieses Vorhaben erneut gesprengt)
  • Einsatz des Geldes für Forschung und Wirtschaft, vor allem im Mittelstand (Startups)/die Finanzwirtschaft muss zu ihrer dienenden Funktion zurück finden

 

Obwohl diese Reformvorschläge allen Experten, die stabile Verhältnisse in der Welt für notwendig erachten, einleuchten, dürften sie mit dem Brexit und der weiteren Deregulierung in den USA kaum eine Chance haben. Folglich segelt die Welt einer neuen gigantischen Finanzkrise entgegen – einem Desaster, das die Ereignisse von 2008 bei weitem übertreffen dürfte. Den Schaden – das ist ebenfalls außer Frage – werden Unter- und Mittelschicht tragen. Die Verluste dürften riesig ausfallen. Sie zu beziffern wagt heute niemand.

Detaillierte Infos zum Thema unter  http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/die-grosse-geldflut-100.html

 

Deutsche Bank – pervers, verkommen, brutal

Jetzt ist es heraus: Die Deutsche Bank ist für die US-Immobilienkrise maßgeblich mit verantwortlich. Auch sie hat faule Hypotheken in komplexe Wertpapiere gebündelt und mit großem Geschrei auf den Markt gebracht. Während die Bank die Papiere als sicheres Investment teuer verkaufte, wettete sie intern-insgeheim auf den großen Crash – also gegen die eigenen Papiere (!). Und tatsächlich wurden die fragwürdigen Produkte mit Einbruch des US-Häusermarktes schlagartig wertlos – was der Bank noch einmal gigantische Gewinne bescherte. Jetzt wird die Deutsche Bank für diese Machenschaften bestraft. Sie muss 3,1 Milliarde Dollar Zivilbuße an die Staatskasse und 4,1 Milliarden Dollar  als Entschädigung an Kunden zahlen. Damit scheint die Sache erledigt. Das große boni-gesteuerte Roulette läuft weiter.

Dass die Erfinder des großen Betrugs in  Ketten gelegt werden, ist nicht zu erwarten. Keinen der abgefeimten Spekulanten hat es bisher in Deutschland erwischt – obwohl sie dem deutschen Steuerzahler in der Finanzkrise Verluste von über 200 Milliarden Euro beschert haben.

Der große Ausverkauf

Dem Normalbürger ist es unverständlich, dass lukrative, innovative und zukunftsfähige deutsche Unternehmen so mir nichts dir nichts an Ausländer verkauft werden. So geschehen vor kurzem, als der Roboterhersteller Kuka    zur Disposition stand. Der gehört heute den Chinesen. Damit nicht genug. Deutsche haben in den zurückliegenden Jahrzehnten immer wieder bahnbrechende Erfindungen gemacht. Die meisten von ihnen konnten weder hier zu Lande  noch weltweit ertragreich vermarktet werden. Oft sind es US-amerikanische Unternehmen gewesen, die Patente aufkauften und dann das große Geld machten. Für andere Erfindungen – wie den Transrapid – ist es nicht gelungen, Referenzanlagen in Deutschland zu errichten. Die gab es dann im fernen China, wo man Interessenten an der betreffenden Technik sehr viel schlechter betreuen/überzeugen konnte als in Deutschland. Und dieser Murks dauert an.

 

Sehr viel schlauer gehen offenbar Polen und Russen zu Werke. Sie verhindern erfolgreich, dass strategisch bedeutsame Technologien ins Ausland abwandern. Hiesige Ökonomen schwadronieren dann von Wirtschafts- und Handelshemmnissen. Dass ich nicht lache. Wenn freie Wirtschaft und freier Handel den Ausverkauf von Wissen bedeuteten, dann wäre unsere Politik gut beraten, ebenfalls Schutzzäune zu errichten. Daran denkt heute keiner, weil die von den USA verkündete grenzenlose Freiheit ideenlos nachgeahmt wird. Was letztlich zur Vormachtstellung der Staaten führen muss, die einfach verdientes Geld (Billiglöhne, Spekulationserträge etc.) geldgierigen Anlegern von Hightech-Unternehmen in den Schoß werfen. Nach dem Motto: Freut euch des Geldes, was mit dem Geist passiert, kann euch scheiß egal sein.