Geschenke

Ach ja, ein Buch,

ach ja, eine CD!

Nehmen wir etwas,

das einfach ist,

nehmen wir etwas,

das uns selbst gefällt,

etwas,

das wir selbst

hinnehmen würden.

Kaufen wir

ohne zu fragen,

denn das zu finden,

was zweckvoll ist,

sprengt unser Vermögen,

ihm,

dem Jubilar,

nah zu sein.

 

Was uns quält

ist die vermutete

Unbeschenkbarkeit,

das nicht wissen können,

das nicht wissen wollen,

was ihm,

ja, was dem, den wir

im Fokus haben,

so nützen, guttun,

vielleicht auch

Freude bereiten könnte.

 

Schenken wir ein Buch ,

schenken wir eine CD.

Er kann ja nicht

alles haben –

und wenn wir

tatsächlich doppelt liegen,

dann tauschen wir.

 

Um welchen Preis

zermartern wir die Gehirne

Wenn er sich doch äußerte:

Wenn er doch riefe:

Keine Klamotten,

keine Billiguhren,

keine Kosmetika,

wir wären sicherer

in unserer Entscheidung,

denn das Buch, die CD,

sie gewönnen an

Treffsicherheit.

 

Bleibt die fehlende Größe,

bleiben die Volumina,

die alles größer

und wertvoller

erscheinen lassen.

Bücher sind klein

und CDs winzig.

Unattraktiv im Vergleich

zum Ausladenden,

zum Aufgeblasenen,

zur Schaumpuppe.

 

Wäre der zu Beschenkende

nur wie ich.

Würde er

das Stecknadelkopfgroße,

das Unfunkelnde,

das bescheiden Scheinende,

würde er das,

was mir total

in die Seele geht,

würde er das wollen,

wäre alles getan.

Würde er

Salami lieben,

oder äthiopischen Arabica,

würde er Trüffel wollen,

wäre das auch okay.

Salami, Trüffel

und beste Bohnen

sind leicht beschaffbar.

Nichts davon gammelt

in Abseiten,

nichts davon

schimmelt

in Containern,

Das wird einfach

aufgefressen, aufgenossen,

erbaulich ins

Dünndarmige verbracht.

 

Aber wir Beschenker

erfahren das nicht.

Müssen das

Naheliegende vergessen.

Fürchten schließlich,

dass man uns

des Banalen bezichtigt.

Es bedarf

Des Ausladenden,

des Eindruck Erweckenden.

 

Ach ich sag’s ja:

Wären doch wir

diejenigen,

die beschenkt werden müssen,

wie schnell

würde sich

alles regeln.

Keine Klamotten,

würden wir rufen,

keine Kosmetika

und Billiguhren.

Die lägen bereits in

unseren Kellern

würden wir rufen.

Harren der Dinge,

die da kommen oder

ausbleiben werden.

 

Bis heute

zögerten wir,

das Ungewollte

zurückzuweisen,

die Geschmacklosigkeiten anzuprangern,

das Ganze einfach

Mist zu nennen

und STOP zu brüllen.

 

Ich will keine Billigtüte

von Tchibo,

ich will nichts,

was ich nie benutzen würde.

Das nämlich

nervt nur,

starrt mich an und

bereut sich.

 

Ja, wir scheuen uns,

die Schenker zu düpieren,

sie zu ärgern,

zu enttäuschen oder

gegen uns aufzubringen.

 

Ich weiß nicht,

ob diese Leute

bei Amazon listen,

ob sie Paketboten

durch die Welt hetzen.

Ich weiß nicht,

ob sie deren Frust anstacheln,

deren Wut

über verpeilte Zustellungen,

zu schwere oder

auslaufende Pakete.

Keine Frage: Wer hetzt,

löst auch

Folgen aus:

Das Bewegen

in  Gegenrichtung,

das Zurückschleppen.

Schließlich das

gewärtigen müssen,

dass die Inhalte –

je nach falsch, schlecht,

oder unmodern,

für Bethel frisiert werden,

der Tafel oder

der Vernichtung anheimfallen.

 

Unheilvoll das Chaos

vor Weihnachten,

wenn  die Kauflustigen

in immer neue Runden

des vorauseilenden

Anprobierens, Anschauens,

Verachtens und Zurückweisens

katapultiert werden.

Wenn Kaufhäuser und

Online-Shops

von Retouren überlaufen und

falsche Waren

zu spät dorthin gelangen,

wo pfiffige Zuweiser

schnell und treffsicher

zuordnen könnten.

 

Ich hasse  es.

Schreibe Wunschzettel

pro Salami und Trüffel,

hoffe, dass die,

die mir

etwas zustecken wollen,

ein Einsehen haben.

Ich bin alt,

besitze alles,

was ich brauche

und ja:

Ich esse gern,

und mache es

einigen schwer.

 

Tatsächlich soll

niemand glauben,

mich mit Unsinnigem

zuschütten zu dürfen.

Und schon gar nicht

damit rechnen,

dass ich

wortlos annehme,

um weiter zu reichen,

was mir

missfällt.

 

Ich, liebe Freunde,

reiche nicht weiter.

Wem auch

könnte ich

die zu großen Hosen andienen,

wem die Uhr schenken,

von der ich fürchte,

dass ihr Armband

und Zeit verloren gehen?

Wem soll ich die von

Metallen, Mikroplastik

und Farbstoffen

durchsetzten Shampoos,

Eau de Toilettes oder

Seifen anbieten.

Ich, der ich

auf Natur setze.

 

Und so bleibt es dabei:

Nur der Mutige,

der selbstbewusste denkende

zu Beschenkende

wird die Last los.

Schenkt mir Salami,

schenkt mir Trüffel,

würde der sagen,

gebt mir etwas dazu –

für die Reise nach X,

für den neuen Fernseher,

gutscheint mir etwas

für Kino, Theater oder Puff.

Aber lasst das,

um Gottes Willen,

mit den Büchern,

mit den CDs,

meidet Billiguhren

und Kosmetika!

 

Bedenkt

auch irgendwann

die Verschwendung,

die sinnlose Existenz

des Verschmähten,

das Vererben von Dingen,

die nicht mehr en vogue sind.

Bedenkt, dass alles wieder

in Kisten verkastet

containert werden muss.

Bedenkt, dass jeder

Beteiligte Wertstoff

die Erde auslaugt!

Fühlt den

an Unsinn

gebundenen Rohstoff,

die Ressource,

die anderweitig gebraucht

oder gar nicht erst

entnommen werden dürfte.

 

 

Bedenkt, dass das

sinnlos Produzierte

nur dem nützt,

der es produziert

und euch aufnötigt.

In der Hoffnung,

euren Widerstand zu brechen.

Auf dass ihr irgendwann

kraftlos aufgebt und

lieblos entscheidet,

etwas darzureichen,

was mich

zum Lächeln zwingt,

obwohl ich vor Wut

aufschreien möchte.

 

Denn im Grunde

wisst ihr es:

 

Keine Klamotten, keine Billiguhren, keine Kosmetika …..

 

Dreck auf Greta

Kaum hat Greta Thunberg, eine Sechzehnjährige, ihre aufrüttelnde Rede in der UNO gehalten, kriechen die Ratten aus ihren Löchern. Und zeihen „Fridays for Future“ der Oberflächlichkeit, der Stimmungsmache  – ohne Faktencheck https://www.pressreader.com/. Es war klar, dass sich die beschimpften und verurteilten Gegner, die Verächter des von Greta geforderten radikalen Wandels melden würden. Dass sie es aber so plump und interessengesteuert tun würden, hätte ich nicht gedacht. Unter dem Titel „Die Klimabewegung schadet sich selbst“ tritt die konservative Rheinische Post eine Diskussion los, die vordergründig berechtigt scheint, bei genauerem Hinsehen aber trefflich der Diskreditierung dient. Die Bewegung verfolge eine überzogene Symbolpolitik, sagt Alev Dogan. Sie zeichne sich mehr und mehr durch die Beschimpfung von SUV-Fahrern und Vielfliegern aus und treibe schon deshalb einen Keil in die Gesellschaft. Der Autor hält sich bedeckt. Er schweigt zum Thema Automobilindustrie, und er lässt die BraunkohleVerstromer außen vor. Er sagt überhaupt nichts zum schmählichen Klimapapier von Merkel, und er nennt das, was die Klimaaktivisten gerade vom Zaun brechen, einen Hype. Als ob – die üblichen Handlungsweisen vorausgesetzt – überhaupt an einen Klimawandel zu denken wäre. Alev Dogan hat die Zeichen der Zeit verkannt. Ein bisschen mehr von dem Wenigen, was derzeit auf dem Tisch liegt, reicht eben nicht. Und das leise demokratische Gehabe eben auch nicht. Natürlich kann man gegen SUV-Fahrer und CO2-Reisende  polemisieren, vor allem, wenn man den Rahmengeber, unseren Staat, mit einbezieht.   Natürlich kann man protestieren  – nur eben, ohne Gewalt auszuüben. Schließlich kann nur massivster Protest  noch retten, was viele schon verloren geben.

Genau das sollte sich auch Reinhold Michels, das zweite untaugliche Geschütz der RP, hinter die Ohren schreiben. Wenn er fordert „Weniger Hysterie, mehr Verstand“ https://rp-online.de/politik/deutschland/kolumnen/kolumne-die-klimadebatte-offenbart-einen-hang-zu-ideologien_aid-46120341, dann hat er die Verbindung zwischen Greta und der Wissenschaft nicht begriffen und einfach nur herausgebrüllt, was ihm die Geister von gestern verkauft haben.

In diese Kerbe haut auch Jacob Augstein, der den Widerständlern um Greta ausdrücklich auf die Schultern klopft https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/think-greta. Für ihn ist die Bewegung authentisch und zwingend und ein Stück weiter als es die Grünen derzeit sind. Kretschmann und Co. säßen mit zerknautschten Gesichtern in der Gegend, sähen ihre Felle wegschwimmen – ob der neuen Dynamik. Richtig beurteilt: Die Zeiten, in denen energisch diskutiert, in denen Petra Kelly so wie Greta gefordert und gekämpft hat, sind lange vorbei. Was sich heute einbürgert, ist ein abstruses schwarz-grün-Denken, aus dem alles andere erwachsen dürfte – nur eben kein STOPP für die Klimakatastrophe. Selbst Kretschmann lobbyiert – und neigt eher dazu, die Autoindustrie für unantastbar zu halten als ihr Widerstand entgegen zu bringen. So etwas hätte es früher mit den Grünen nicht gegeben.  Nur gut, dass Anton Hofreiter das Rennen um den Fraktionsvorsitz gegen Özdemir gewonnen hat. Von ihm kann man erwarten, dass er seine Forderung nach Erhöhung des CO2-Preises auf mindestens 40 Euro pro Tonne (das Umweltbundesamt fordert 180 Euro pro Tonne!) nicht wie eine heiße Kartoffel fallen lässt. Und vielleicht gewinnt er ja doch mehr Einfluss, als derzeit absehbar ist – und schließt rechtzeitig zu Greta auf.

Links ist futsch oder … bis zur Zerreißprobe

Die SPD ist krampfhaft bemüht, sich neu aufzustellen, was angesichts ihrer Beteiligung an der GroKo mehr als problematisch ist https://www.deutschlandfunk.de/walter-borjans-spd-groko-bremst-zukunftsgerichtete-politik.694.de.html?dram:article_id=457861. Denn vom jüngst geschnürten Klimapaket gibt’s kein Distanzieren. Da hat man fleißig mitgestrickt und folglich den unheilvollen Kompromiss mit zu vertreten. Dazu gibt’s Führungsprobleme und wenig Personal, dass die eine überzeugende Wende auch durchsetzen könnte. Weder Kevin Kühnert, noch Norbert Borjans+Saskia Esken  dürften in absehbarer Zeit aufsteigen.   Dafür ist der Seeheimer Kreis, der die SPD ins Chaos geritten hat, noch zu mächtig. Und so kann sich der derzeitige, dem konservativen Flügel zuzurechnende Finanzminister Scholz alle Chancen für die Spitze ausrechnen. Dass der Vorsitzende der NRW-SPD  bei dieser Sachlage  für neuen Linksdrall trommelt, wirkt da wie ein Griff in die wahlpolitische Trickkiste. Man möchte alle und alles und ist dabei nur eines:  scheinheilig https://rp-online.de/politik/deutschland/gastbeitrag-sebastian-hartmann-den-solidarischen-staat-neu-beleben_aid-46082161. Hartmann hat die sozialen Themen, die die LINKE und z.T. auch die AfD in ihrem Programm führen, quasi okkupiert und dröhnt damit Menschen und Medien zu.

In Brandenburg verbündet sich der SPD-Sesselkleber Woidke mit CDU und Grünen, was  den Abschied von wichtigen sozialen Fragen bedeutet. Für die hatte sich zuletzt die LINKE – damals noch mit in der Koalition – deutlich eingesetzt.

Nimmt man alles zusammen, dann ist nur eine Schlussfolgerung möglich: Die SPD zersplittert weiter in Richtungen, die völlig konträr sind und das Verständnis der Bürger für sozialdemokratische Werte weiterhin  strapazieren.

Für die Linke, die völlig aus dem Blickfeld verschwunden scheint, sind die Aktionen von SPD und AfD ebenfalls schmerzhaft. Wird ihr doch die eigene Substanz von zwei Seiten streitig gemacht. Schlimm ist, dass sie aus dieser Kontroverse nicht hervorzutreten und mit neuen Alleinstellungsmerkmalen zu punkten vermag. Ihr Dilemma: Sie muss gleichzeitig die Interessen jener vertreten, die sich den sozialen Aufstieg (samt entsprechender Lebensweise) wünschen, zum anderen aber auch gegen soziale Ungleichheit und die Klimakrise kämpfen. Ihre Aufgabe ist es, die ökologische Krise sozial gerecht zu bearbeiten. Dass sie deshalb auch für die sozialen Interessen von Menschen in ökologisch eher schädlichen Branchen stehen muss, treibt sie in den Widerspruch. Der Spagat wird durch eher hilflos anmutende Wunsch- und Willensbekundungen begleitet. Auch durch Abgesänge („Die Linke … hat Mut und Herz verloren“) https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/neuorientierung-tut-not .

Fazit: Die deutsche Führung wird auch künftig  zu einer nachhaltigen und sozialen Politik nicht bereit sein. Alles steht auf schwarz-grün, und mit diesem Konstrukt kann nichts, was derzeit auf den Nägeln brennt, gelöst werden – weder Wohnungsnot, noch Altersarmut, weder die Reform von Hartz IV, noch die Klimakrise. Denn auch die   Grünen sind wenig sozial gepolt (sie vertreten eher wohlhabende MultiKultis), und sie  werden JuniorPartner.  Wobei Juniorpartner in der Regel nur wenig oder garnichts  zu sagen haben.

SPD und Linke kommen heute in Umfragen gerade mal auf 22%. Das ist ein katastrophales Ergebnis – das  linke Regierungspolitik in weite Ferne rückt.

Immerhin sitzen SPD und Linke auch zusammen. Kühnert, Wagenknecht und REZO gehören zusammen. Ihr Potenzial lässt hoffen https://www.youtube.com/watch?v=1sMfY0dAdi0

Die von Sahra Wagenknecht im Bundestag entfesselte Klimadebatte ist beispielgebend https://www.youtube.com/watch?v=EC5uCtEdkfQ

 

Sie verspielen die Zukunft unserer Kinder und Enkel

Es macht keinen Sinn, die Rückwärtsgewandtheit der GroKo in Sachen Klimapolitik noch einmal im Detail abzuspulen. Jeder weiß, dass das, was die Regierung jetzt anbietet, ein Komplettschlag ins Wasser ist. Diese Leute, die die Kompromissfähigkeit in Politik und Gesellschaft einfordern, schließen in Wirklichkeit einen Kompromiss mit der Wirtschaft. Die lauert mit ihren Lobbyisten in den Hinterzimmern und bedroht/korrumpiert deutsche Führungskräfte. Was dabei herauskommt, ist die Kapitulation vor den Unbilden der Zukunft – die bei weiterem Pillepalle und Nichtstun voll auf die folgenden Generationen einschlagen werden. Schon jetzt lamentieren wir über Dürre, Überschwemmungen und Hurrikane. Wüssten die Bürger, wie das in 25 Jahren aussieht, dann nämlich, wenn unsere bis jetzt angerichtete Umweltverschmutzung zum Tragen kommt – sie würden verzweifelt in die Knie gehen.

Eines steht fest, die von der Bundesregierung offerierten Maßnahmen zum Klimaschutz sind weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die CO2-Bepreisung ist ein Witz. Ebenso die lächerlich restriktiven Maßnahmen gegen den Flugverkehr und die Monster der Autoindustrie. Wo bleibt ein klares Bekenntnis zur Wasserstoffwirtschaft – mit dem dazugehörigen MilliardenPaket für die Forschung? Nirgendwo geht’s richtig nach vorn, nirgendwo wird ein energischer Strich gezogen, der die Vorgaben des Pariser Abkommens erfüllen hilft. Dabei ist klar, dass selbst Paris das 1,5 Grad-Ziel klar verpeilen wird.

Unterm Strich wird klar, dass es in der deutschen Regierung keine ernsthaften Bemühungen gibt, den Klimawandel zu stoppen. Was ansteht ist ein leicht gedämpftes WEITERSO, das Deutschland und Europa gegen die Wand fahren lässt.

Die Jammerei der Konzerne, sie würden bei stärkerem Umweltengagement an Konkurrenzfähigkeit verlieren, entpuppt sich schnell als durchsichtiges Manöver. Man will – wie immer – altbewährte Technologien so lange wie möglich nutzen. Und scheut den Wandel, weil er die Gewinne zeitweise ausbremst. Dabei können wir in Germany gar nichts falsch machen, wenn wir die alternativen Energien schneller als bisher vorgesehen, kommen lassen. Davon nämlich würde das E-Auto (dessen Klimabilanz beim derzeitigen Strommix völlig undiskutabel ist) profitieren, das würde die sehr viel effektivere Wasserstofftechnologie befördern, davon könnten die auf alternative Energien setzenden Unternehmen profitieren, das ermöglichte die Wiedererlangung der Forschungshoheit auf diesem Gebiet, sparte fossile Energieträger (die für die Chemie sehr viel sinnvoller eingesetzt werden können) und hülfe, die Pariser Klimaauflagen zu erfüllen.  Wer Energie spart, wer sie aus natürlichen Vorkommen zieht – dem gehört die Zukunft. Völlig klar, dass hier ein enormes wirtschaftliches Potential/enorme Gewinne schlummern – die freilich auch neuen, innovativen Unternehmen zufallen werden. Dass trägen GroßKonzernen, die mit alten, abgeschriebenen Anlagen möglichst lange hohe Gewinne erzielen wollen, ein schnelleres Umsteuern missfällt, ist klar. Und dass Gewerkschaften hier einstimmen und heftig mitziehen, wenn es gilt, die Ablösung der Braunkohle nach hinten zu verschieben, stimmt traurig. Umso mehr Druck ist dann erforderlich, um die Entscheidungsträger zu einem funktionierenden, effektiven Strukturwandel zu zwingen. Erst wenn hier klare Zeichen gesetzt werden, wird auch der Braunkohlekumpel den Umweltbegehren folgen. Darüber sollten wir uns klar sein.

Eines fällt mir heute ganz besonders auf – vor allem, weil es meine Thesen ausdrücklich unterstützt: Ich lese in der RP, dass 5 Regierungsmitglieder in vier separat fliegenden Regierungsmaschinen Richtung USA unterwegs sind https://rp-online.de/politik/deutschland/kritik-an-parallelfluegen-der-regierung_aid-45997745. Dabei geht es auch um die Klimakonferenz in New York.

Ich bin entsetzt.  Das Marionettenhafte, die Ignoranz, die fehlende Sensibilität und das bewusste  Nichtstun können nicht eindrucksvoller dokumentiert werden. Ich fordere, dass die an diesem TollhausStück beteiligten Personen und ihre Chefs sofort abgelöst werden/zurücktreten !!!

Ich appeliere an die SPD-Mitglieder, einen Finanzminister, der dieses Fiasko mitgestaltet hat,  niemals  an die Spitze der Partei zu lassen. Scholz hat sich  auf  beschämende Weise selbst diskreditiert.

Husten im All

Weil ich mich nicht mehr recht erinnern konnte, hab‘ ich mir den Sciece-fiction-Film Interstellar nun ein zweites Mal reingezogen. Immer verfolgt von der Neigung, den Fernseher abzudrehen. Denn physikalisch stimmt da kaum etwas und menschlich erst recht nicht https://www.welt.de/kultur/kino/article134221317/Warum-Christopher-Nolan-heillos-ueberschaetzt-wird.html.

Immerhin wurde ich an die Idee erinnert, die Erde zu verlassen. Weil der Mensch sie ja irgendwann versaut hat und dann gar nicht anders kann, als … ja, was … eigentlich?

Kriecht dann eine – auf welche Weise auch immer –  ausgesuchte Mannschaft in Raumschiffe, um irgendwo außerhalb zu siedeln? Nicht zu glauben, aber selbst Stephen Hawkin hat diesen Ausweg in Erwägung gezogen https://www.welt.de/wissenschaft/weltraum/article165782800/Die-Menschheit-ist-verloren-wenn-wir-nicht-die-Erde-verlassen.html. Fragt sich nur, wann, wie und wo der Exodus stattfinden soll. Zyniker wünschen den vermuteten Insassen schon heute viel Glück auf den ruppigen Felsgraten der Galaxis. Ja, sie neigen dazu, das Ganze als göttliche Strafe zu deuten. Immerhin dürften es wieder die Mächtigen sein, die sich Zugang zum Extraterrestrischen verschaffen, immerhin dürften es wieder die hinterhältigsten, cleversten und brutalsten Exemplare unserer Spezies sein, die die Chance auf ganz neu bekommen. Obwohl sie – so die Zyniker weiter – obwohl gerade sie der Menschheit das Leben auf Erden zur Hölle gemacht haben. Das wäre auf den Tod ungerecht, wüssten man nicht, dass die Reisenden recht schnell ausatmen und das Zeitliche segnen – ohne einem Wurmloch oder gar der Glitzerwelt des Saturn begegnet zu sein.

Wie, frage ich mich, kann die Flucht von der Erde zum Thema werden? Ist es die Verzweiflung darüber, dass in Sachen Klima, Künstlicher Intelligenz, Gentechnik und Mensch nichts mehr oder eben nur Furchtbares gelingt? Sind wir soweit, dass wir den Horror bereits festschreiben und den Blödsinn einer Absetzbewegung proben?

Gerade erlebt Alexander Gerst, wie sein Blut heiß wird, dass der Mix aus Strahlung, Schwerelosigkeit und PsychoStress nur bedingt aushaltbar ist, ziemlich sicher sogar das Hirn  schädigt https://www.zeit.de/2018/40/weltallforschung-astronaut-alexander-gerst-iss-raumfahrt und https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/heute-journal-vom-18-november-2018-100.html (8:22 Minuten). Was zweifellos heißt, dass nur härtetesten, vielleicht auch hirnlosesten Kerle ein Stück weiter kommen. Doch was sollten die auf dem trostlosen Mars, was sollten die auf dem noch lebensfeindlicheren Saturn. O ja, Letzterer in diesem irrwitzigen Film! Da lebt es, da wächst es. Woher nur das erdähnliche Gehabe, woher die fruchtbare Erde, das nette Klima? Ja, und die Jungs – sie sind schon wieder beim Super Bowl, und es sind natürlich Amis, die da rumspazieren und die Restwelt sich selbst überlassen. Denn 99,9999 % aller Menschen sind in diesem Szenario dem Tod ausgeliefert. Niemand nämlich könnte dem ausgelaugten Planeten Erde die Ressourcen abzwingen, die notwendig wären, um 10 (oder sind es gar 20) Milliarden Menschen so einfach, so mir nichts, dir nichts … nach oben zu befördern?

Übrigens will Elon Musk – Sie wissen schon –  das ist der mit den TESLA-E-Autos und den wiederverwendbaren FalconRaketen – übrigens will der 2025 auf den Mars umziehen http://www.spiegel.de/wissenschaft/weltall/elon-musk-will-auf-den-mars-umziehen-a-1240407.html.

Fragt sich ob das ein bloßer Gag ist oder ob auch hier wieder Fakenews gestreut wurden. Gut möglich, dass die 200.000 reisewilligen Marskandidaten aus aller Welt erneut motiviert werden sollen, die Schlacht ums One-Way-Ticket erfolgreich weiter zu führen https://www.n-tv.de/wissen/Mars-One-waehlt-erste-Reisende-aus-article12007536.html. Noch einen  Tick schräger plant die 24jährige Engländerin Maggie Lieu: Die RaumfahrtExpertin will oben den ersten Marsmenschen gebären. https://www.focus.de/familie/geburt/schraege-weltraum-vision-englaenderin-will-erstes-mars-baby-zur-welt-bringen_id_4465263.html Soviel Ehrgeiz, soviel gespielte Dummheit machen uns sprachlos. Ohne Gürtel und Hosenträger, ohne Rückfahrkarte ein Kind in die Welt setzen zu wollen. Allein der Gedanke sollte strafwürdig sein.

Aber nein: Die Gedanken sind frei, auch wenn sie – wie hier –abstrus scheinen. Kein Wunder, wenn besagte Irrlichter trefflich in diese Zeit passen, dahin, wo die Grenzen zwischen Sinn und Wahnsinn langsam verschwimmen. Und der Mensch zum gläsernen Blödioten mutiert.