Archiv der Kategorie: Umwelt und Klima

Vergesst die Klimaziele!

Es ist zum Gotterbarmen. Alles schreit sich mit GRÜN die Seele wund und nichts wird. Politik und Medien versuchen einander zu übertreffen. Ihre KlimaKlagegesänge nerven und vieles mutet hysterisch an. Auch Greta provoziert weiter (bravo!) und Instinction Rebellion schockt Spießer mit Kunstblut https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/extinction-rebellion-aktivisten-spruehen-kunstblut-auf-londoner-ministerium/25082474.html. Da reißt sich Grün mit Grün, da wettern grüne Tier- und Landschaftsschützer gegen Windkraft, Pumpspeicherwerke und Stromtrassen, da werden, ohne dass eine entsprechende Machtbasis da ist, die Ökodiktatur, der Verlust der Demokratie heraufbeschworen, da muss Trittin gegen das Wiederaufleben des „grünen Atomstroms“ wettern https://digital.freitag.de/5219/wir-werden-ueberleben/. Und Svenja Schulze Prügel für Hilflosigkeit in der Sache einstecken. Während wiederum andere Akteure die Diskussion in Gänze für unzeitgemäß, ja überflüssig halten.

Die Menschheit ist polarisiert wie nie, und Klimagipfel gebären inzwischen nur eines: die hilflose, wenn auch wissenschaftsgestützte Willensbekundung. Ja, auch beim CO2 ist der Geiz groß geschrieben, auch da ist es schwer, zu geben, was den anderen – vor allem den Unschuldigen – zusteht. Und es scheint unmöglich, das unnütz Produzierte, den liebgewonnenen Überfluss einzuhegen, wenn Wahlen anstehen. Wahlen, die jeden, der sich am großen Rennen beteiligt, sehr schnell vom Kuchen ausschließen, wenn der ökogemäß schmaler gestellt wird.

Die reichen Länder haben die Büchse der Pandora geöffnet, die armen sollen bluten, weil diese Dose nimmer geschlossen wird. Wer in Entwicklungs- und Schwellenländer so leben möchte wie wir in den Industriestaaten, der hat schlechte Karten. Das Auto, das Haus, das Studium: Sie sind mein und nie dein, sagt der Wohlstandsgestrickte – ganz gleich, ob du mich als Demokraten anhimmelst oder wegen meines Fußabdrucks verachtest.

Ja, in den großen Demokratien werden auch die größten Ungerechtigkeiten kultiviert. Hier läuft alles auf allmähliche, scheinbar friedliche Vereinnahmung. Die Restwelt wird aufgesogen – und kaum jemand stellt täglich fest, dass unser Wohlstand auf Ausbeutung beruht. Macht nichts, sagt der gestandene Bürger, es gibt freie Wahlen. Und: Was lange währt, wird gut!

Konsumismus und Warenproduktion, aber auch der Luft-, Straßen und Schiffsverkehr, die allgemeine Energieverschwendung, ja selbst reisegeile Rentner (sorry, aber viel von ihnen sind es nun mal), Rinderzüchter und HobbyReiter werden als Vorboten der Katastrophe ausgemacht. Hier und bei denen seien die Hebel anzusetzen, hier müssten auch Verbote her, rufen die Grünen und hiervon habe man gefälligst die Pfoten zu lassen, tönen AfD und Konzerne. Otto N. ist naturgemäß verwirrt. Er checkt nicht, dass sein Fußabdruck, die zunehmende Anmache, dass er, er, Otto N. klimagerecht agieren solle, zwar Indikatoren und Messgrößen für Verhaltensweisen, nicht aber maßgebliche Faktoren für notwendige Handlungsoptionen darstellen. Gewiss: Jeder Bürger sollte versuchen, umweltbewusst zu leben. Doch viel wichtiger, weil wirkungsvoller wäre es, wenn die Hauptverursacher der Umweltgifte endlich umprofiliert, stillgesetzt oder weggesperrt würden. Genau das aber wollen die, die umweltverpestend besonders hohe Profite einfahren, verhindern. Und so kurbeln sie alles an, was besserbetuchte Genießer problemlos realisieren und arme Schlucker endlich mal auskosten möchten. Beide Personengruppen sind es dann auch, die vorgeschoben werden. Und man schreit, dass man nicht beschneiden dürfe, was der Demokratie und den ihr verbundenen Menschen zustehe. Womit Einschränkungen bei Konsum, Wohlleben und Luxus der Kampf angesagt ist. Richtig: ohne Wachstum – und das resultiert aus allem, was produziert und verbraucht wird – ohne Wachstum geht der Kapitalismus vor die Hunde. Und so scheint ausgemacht, dass alles, was unser Wachstum bremst, des Teufels ist. Fakt ist, dass genau das Gegenteil der fall ist. Nur kaum jemand will das wissen. Heute ist für den, der das nötige Kleingeld hat, alles möglich und nichts ist schwerer vom Tisch zu wischen als alte Totsünden: Völlerei/Fleischfresserei, Sauferei, Raserei auf den Straßen, das Breittrampeln indigener Pfade. Ja selbst von der Böllerei zu Silvester will kaum einer lassen.

Fragt man die Jungen, fragt man die Alten, die meisten sind heiß darauf, in PS-starken, schweren Kisten umherzustochen, die Kontinente zu durchstöbern, alles zu erfahren, was GoogleMaps so aufblättert. Da geht’s selbst in stinkende Vulkane, die immer mal tödlich ausspeien.

Macht nix, fürs leicht oder schwer verdiente Geld wird selbst das locker, was früher festgefügt schien. Auf nichts verzichten, schnell, billig und sofort sind die Slogans der Postmoderne. Dabei müssten sich die egoistische Marktteilnehmer, die Vertreter der subjektiven Rechte längst der Reziprozität, dem gleichermaßen Geben wie Nehmen, dem Zusammenleben mit kollektiv geteilten Grundwerten unterwerfen. Völlig zu Recht fordert Andreas Reckwitz, dass der heute regierende Dynamisierungsliberalismus schnellstens einem reformierten, erneuerten Liberalismus weichen müsse https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/auf-nichts-verzichten. Und Michael Jäger ruft sehr konkret die Bürger auf, sich auf das, was sie wirklich bräuchten, zu verständigen. Sodann müsse man diesen, quasi abgestimmten Willen den Konzernen aufzwingen https://digital.freitag.de/5219/kaeufer-vereinigt-euch/.

Denkste, weder zu einem freiwilligen Konsumverzicht, noch zu einer wirkungsvollen Rebellion gegen die Konzerne wird es kommen. Dafür fehlt die Geschlossenheit, die Solidarität in der Gesellschaft. Wir sind ein Konglomerat aus Individuen, die sich mehrheitlich immer mehr Wohlstand wünschen und auch umsetzen. So geartete Sapiens zur Demo anzustiften, ist kaum möglich. Denn das hieße gleichzeitig, die Menschen gegen ihre Annehmlichkleiten zu motivieren ohne fundamentalen Ärger zu erzeugen. Zwei Sachverhalte, die schwer zusammengehen (verärgerte Typen für nachhaltiges Wirtschaften/Leben zu gewinnen, ist unmöglich. Andererseit können nur Mehrheiten einen Wandel bewirken). Geht dann doch einmal ein Protest in die richtige Richtung,  überstimmen  sesselfurzende Penner all jene, die sich aufwendig und monatelang gegen den praktizierten Irrsinn (z.B. Stuttgart 21)  ins Zeug legten.

Naomi Klein, die um all das weiß, die die Mechanismen von Macht und Hilflosigkeit gründlich analysiert hat https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=Die+Schockstrategie, bleibt dennoch optimistisch. Stoppt die Brandstifter, ruft sie und kreist einmal mehr die Täter ein, die die Erde verbrennen https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/stoppt-die-brandstifter. Letztlich glaubt sie an das Unwahrscheinliche, daran, dass der Funke GRETA zum Lauffeuer wird.

Auch ich rufe alle verantwortungsbewussten Menschen auf, so zu handeln, dass der Klimawandel gestoppt wird. Ich unterstütze die fortschrittlichen Bewegungen mit Informationen, Argumenten und Spenden. Und weiß doch, dass gegen die Lethargie, den Egoismus, gegen Raffgier und Machtambitionen des Menschen kein Kraut gewachsen ist. Wer mir heute erklären will, dass Deutschland, Europa und die Welt das Zwei-Grad-Ziel erreichen werden, den lache ich aus. Denn nichts bewegt sich. Ja, es mutet wie ein Witz an, dass sich die zwingenden Einsparungsverläufe mit jedem weiteren Zögern versteilern – bis senkrecht vollzogen werden muss, was niemand mehr kann. Wenn Wissenschaftler von Jahr zu Jahr auf diesen Sachverhalt verweisen, ist das gleichermaßen symptomatisch wie himmelschreiend. Denn ihre Rufe verebben, das eine wie das andere Mal. Schließlich gelingt nichts mehr. Weil der Mensch nur ernst nimmt, was er momentan spürt.

Könnten wir – hier vor Ort und jetzt – deutlich machen, was der homo sapiens bis heute an Klimawahnsinn ausgelöst hat, das Ganze sähe vielleicht anders aus. Auf Katastrophen reagiert der Mensch (eigentlich NUR auf Katastrophen). Aber dieser Versuch, dieses Spürenlassen von sehr viel häufiger auftretenden, immer verheerenderen Stürmen, Fluten und Dürren, ist erst in 10 bis 30 Jahren, nämlich dann, wenn sich die Folgen komplett etabliert haben, möglich (Phänomen der zeitlichen Verzögerung). Doch bis dahin dürften die Menschen einmal mehr mit der Natur geaast haben.

Parallel dazu dann die Verantwortlichen, die nur legislaturmäßig verantworten und im Zieljahr bereits unter der Erde sind. Ja, hier stimmt nichts mehr. Alles lebt als Worthülse, als Floskel. Dazu das demokratische Gebären: Demokratie setzt auf breite Zustimmung, vor allem auch auf Freiwilligkeit. Die aber wird längst von Egoisten und Konzernen missbraucht.  Ihre ständigen Aufrufe zur Selbstbschränkung sind Betrug hoch drei, eine Option, die nie aufgeht, weil der Wille zu substanziellen Zugeständnissen, hier zu Zugeständnissen an eine nachhaltige Welt,  ausbleibt – aus Egoismus und Profitsucht. Furchtbar, dass die Politik – den Lobbyisten folgend – mehrheitlich mitzieht (Stichwort: Landwirtschaftsministerin!).

Wenn sich niemand findet, der strengere Verhaltensregeln/Gesetze gegen die menschengemachte Erderwärmung in Metall gießt, bleibt alles wie es ist. Heißt: Solange die Mehrheit der Menschen unwissend und ignorant vor sich hinlebt, sprich: nicht in der Lage oder bereit ist, ein lebbares Leben revolutionär einzufordern (d. h. über machtvolle Demonstrationen – ohne Gewalt), fährt der Zug gegen die Wand.

Ja, auch der Mensch an sich vermehrt sich, dass es ein Graus ist – dass er selbst, einfach so Sapiens physisch zur Umweltlast wird. Er erzeugt Nachkommen und Nachnachkommen ohne viel über deren Zukunft und Exkrementiergehabe nachzudenken.

Und so ist im Wortsinn nur eines wahrscheinlich: Nach uns die Sintflut!

Ich begründe die Feststellungen und Schlussfolgerungen in meinem Blog mit folgenden Fakten:

 

Das Klimapaket der deutschen Regierung sichert nicht annähernd die Erfüllung der Klimaziele. Es ist ein Produkt fauler Hinterzimmerkompromisse, die zwischen Wirtschaft und Politik ausgekungelt wurden. Hauptblockierer einer nachhaltigen Politik sind die Energiekonzerne (die ungebremst billig erzeugten Braunkohlestrom verkaufen wollen), die Autoindustrie (die ihre höchsten Profite mit hochmotorisierten Luxuskarossen und SUVs erzielt und das Tempolimit  vehement ablehnt),  die energieintensiven Industrien (die  es verpasst haben, ihre  Energie Sparkonzepte konsequent umzusetzen), die Lobbyisten einer extensiven, insekten-, ja: tierfeindlichen Landwirtschaft (mit verheerender Massentierhaltung, Fleischexporten und degradierten Böden), die Tourismusbranche (mit dem von ihr ausgelösten Flug- und KreuzfahrtWahnsinn).     https://blog.campact.de/2019/09/klimapaket/

https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=Das+Klimapaket

Die deutsche Regierung behindert die Energiewende https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-blockade-republik-deutschland-das-wirtschaftsministerium-behindert-die-energiewende/25342056.html?ticket=ST-39705354-nkghAgoNH1ilhdKCBjDA-ap3

Der Klimagipfel in Madrid endet ergebnislos https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klima-konferenz-von-madrid-harsche-kritik-an-abschlusspapier-a-1301358.html

Die MainstreamPresse suggeriert: Ihr müsst euren Lebenstil nicht unbedingt ändern. Bisherige Lebensweise und Klimaschutz passen durchaus zusammen  https://www.zeit.de/2019/29/klimaschutz-konsumverhalten-gewissen-aktivismus-oekologie-fliegen Das stimmt nicht !

Und aktuelle Recherchen bestätigen den allgemeinen Unwillen, das Wohlleben einzuschränken https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/rabiat/sendung/klima-retten-ohne-mich-100.html

… dazu die tausend Ausreden https://www.zeit.de/2019/48/klimaschutz-klimawandel-egoismus-verhaltensoekonomie

Die deutsche Regierung verweigert deutliche Anreize für den Bahntransport – sowohl im Personenverkehr (Nulltarif in den Innenstädten https://www.nachhaltig-links.de/images/DateienJ2/0_Allgemein/PLAN-B/150521_Plan-B-mobil_web.pdf   bzw. drastische Reduzierung der Fahrpreise) als auch im Güterverkehr (Investitionsstau bei der Bahn/Verlagerung der Gütertransporte von der Straße auf die Schiene bleibt ein Problemfall.  Die Autolobby  sorgt dafür, dass  weniger  Geld für den Schienenverkehr  und mehr in den Straßenverkehr  investiert wird https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/warum-der-guetertransport-nicht-auf-die-bahn-verlegt-wird-15310289.html

 https://rp-online.de/politik/bund-reduziert-seine-investitionen-in-aus-und-neubau-von-schienen_aid-48093091

In der Reisesaison 2018 sind so viele Deutsche verreist wie nie zuvor.  Insgesamt steigerte sich der Anteil der Bundesbürger, die im vergangenen Jahr verreist sind, um 4 Prozentpunkte – der höchste gemessene Anstieg – auf aktuell 62 Prozent http://www.tourismusanalyse.de/zahlen/daten/statistik/tourismus-urlaub-reisen/2019/reisebilanz-2018/

PKW (47%) und Flugzeug (43%) waren 2017 bis 2019 mit großem Abstand zur Bahn (3%) die wichtigsten Verkehrsmittel der Deutschen, wenn sie auf Reisen gehen https://de.statista.com/statistik/daten/studie/28169/umfrage/verkehrsmittel-fuer-geplante-urlaubsreisen/

Zuwachs Flugreisen Deutschland 2018/2017: +4% https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-02/flugverkehr-flugreisen-zunahme-reiseverhalten-passagiere-airberlin

Prognose Zuwachs Flugreisen weltweit bis 2040: 1,6 %/Jahr  https://www.zeit.de/mobilitaet/2019-12/flugreisen-zunahme-flugpassagiere-flugverkehr-klimawandel-dlr

Gewaltiger Zuwachs an SUV-Verkäufen 2013 bis 2017 https://www.rundschau-online.de/wirtschaft/deutliche-zunahme-seit-2013-zahl-der-neuzulassungen-von-suvs-steigt-jaehrlich-31474664

Anteil der verkauften SUV am Gesamtverkauf in Deutschland enorm gestiegen (112%) https://www.spiegel.de/auto/aktuell/co2-suv-haben-zweitgroessten-anteil-am-weltweiten-anstieg-a-1291825.html

Anteil der SUV-Zulassungen in den ersten 4 Monaten des Jahres 2019: 31,3 %/resp. 13 %/ Jahr  https://www.n-tv.de/wirtschaft/SUV-Zulassungen-erreichen-Rekordhoch-article21102967.html

„Zwischen 2007 und 2017 hat sich die Zahl der Kreuzfahrtgäste aus dem deutschen Markt fast verdreifacht“ https://www.spiegel.de/reise/aktuell/kreuzfahrten-rekordzahlen-bei-passagierzahlen-a-1197143.html

Obwohl die Bundeswehr ganz maßgeblich an der Umweltbelastung in Deutschland beteiligt ist, werden deren Emissionen in den relevanten Statistiken nicht geführt. War ist aber, das millitärische Aktionen, vor allem aber Kriege direkt oder indirekt zu erheblicher Umweltbelastung beitragen  https://peacefactorywanfried.wordpress.com/2019/12/20/bundesregierung-schweigt-uber-anteil-der-bundewehre-an-der-klimazerstorung-aktuell-beteiligt-sich-die-bundeswehr-an-13-kampfeinsatzen-im-ausland-zudem-rotiert-die-bundeswehr-sei-2017-in-bataillonsst/

Der FeuerwerkUmsatz zu Silvester stagniert auf hohem Niveau  (137 Mill. Euro) Über 4.000 Tonnen gesundheitsschädlicher Rußpartikel wurden in die Luft geblasen, schätzt das Umweltbundesamt. Die Menge entspricht etwa 15,5 Prozent dessen, was der Straßenverkehr im gesamten Jahr an Feinstaub produziert https://www.mdr.de/wissen/sieben-gruende-gegen-silvester-boeller-100.html

Im weltweiten Durchschnitt stößt jeder Erdenbürger pro Jahr rund fünf Tonnen Kohlendioxid aus – in Deutschland jedoch sind es nach Berechnungen des Forschungsverbunds Global Carbon Project pro Kopf der Bevölkerung 9,7 Tonnen, also fast doppelt so viel. Und dieser Wert ist in den letzten fünf Jahren nur wenig zurückgegangen https://www.zeit.de/news/2019-09/20/ein-klimasuender-unter-vielen-co2-emissionen-in-deutschland

Nirgendwo in Europa wird mehr Milch und Schweinefleisch produziert als in Deutschland. Die Nutztierhaltung ist auf Exportsteigerung und Wettbewerb ausgerichtet https://www.boell.de/de/2019/01/09/tierhaltung-deutschland-wunsch-und-wirklichkeit

Deutschland: Der Verzehr von Fleisch hat sich in den zurückliegenden Jahren nur unwesentlich verändert und stagniert bei etwa 60 kg/Bürger https://de.statista.com/statistik/daten/studie/36573/umfrage/pro-kopf-verbrauch-von-fleisch-in-deutschland-seit-2000/

Jährlich werden in Deutschland 800 Millionen Tiere brutal niedergemetzelt. 98 Prozent der Tiere stehen ihr ganzes „Leben“ in riesigen Hallen, dunklen Ställen oder in Käfigen auf ihrem eigenen Kot zusammengepfercht. Damit die Tiere diese Zustände überleben, werden ihnen pro Jahr 1.700 Tonnen Antibiotika verabreicht. 7x so viel wie in unseren Krankenhäusern. Dadurch gibt es immer mehr multiresistente Keime. Wer sich infiziert, kann mit Medikamenten nicht mehr dagegen angehen und stirbt. Allein in Deutschland jedes Jahr 30.000 Menschen https://jedertag.org/report-12018-massentierhaltung-in-deutschland-schockierende-wahrheit-von-der-industrie-verschwiegen/

Der deutsche Fleischexport ist zwischen 2008 und 2018 um rd. 22% gestiegen https://de.statista.com/statistik/daten/studie/459259/umfrage/export-von-fleisch-aus-deutschland/

Bei der Bewertung des Grundwasserzustands nach EU-Wasserrahmenrichtlinie /GWRL sind 27,1 % der 1200 deutschen Grundwasserkörper wegen der Überschreitung des Schwellenwertes von 50 mg Nitrat je Liter in einem schlechten chemischen Zustand https://www.umweltbundesamt.de/faqs-zu-nitrat-im-grund-trinkwasser#textpart-5

2002 hat die Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie das Ziel vorgegeben, den täglichen Zuwachs der Siedlungs- und Verkehrsfläche bis zum Jahr 2020 auf 30 Hektar zu reduzieren. Insgesamt besteht bei anhaltendem Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum und intensiver Bautätigkeit die Gefahr, dass der Flächenverbrauch auch über das Jahr 2019 hinaus weiter zunimmt https://www.umweltbundesamt.de/daten/flaeche-boden-land-oekosysteme/flaeche/siedlungs-verkehrsflaeche#textpart-4

 

 

 

 

Das KlimaPaket: Ein Skandal ohnegleichen

Dass keine der bisher in Deutschland aktiven Großen Koalitionen zu großen Würfen fähig war,  ist eine Binsenweisheit. Denn durchgängige, in sich schlüssige Lösungen werden durch sie  – ganz gleich, ob sie das schwarze oder rote Spektrum stärken könnten – systematisch vereitelt. Was bleibt, ist der Kompromiss, ein gegenseitiges Zugeständnis, dass mitunter unumgänglich ist, immer aber Potenzial kostet.

Auch heute regiert die GroKo. Was es besonders schlimm macht: Sie verliert permanent an Zustimmung. Würden nämlich die Ergebnisse der jüngsten ARD-Sonntagsfrage machtwirksam, dann hätte schwarz-rot bereits verloren (41%). Alternativ böte sich ein schwarz-grünes Bündnis an (52%), während ein grün-rot-rotes (mit grüner Führerschaft und zerstrittenen Linken) außer Sicht wäre (45%) https://www.infratest-dimap.de/umfragen-analysen/bundesweit/sonntagsfrage/. Für die deutsche Klimapolitik bedeutet das in doppeltem Maße rückwärtsgewandte Handlungsoptionen, denn schon das, was die Sozialdemokratin Svenja Schulze im Klinch mit der CDU verkümmern ließ und dann in ein nochmals kastriertes Gesetz presste, war „Klimaschutz erbärmlich“ https://rp-online.de/politik/deutschland/klimaschutz-und-klimapaket-frau-schulze-muss-nicht-mehr-bitten_aid-46372817. Spätestens als die Wirtschaftsverbände, als die Autoindustrie und dann auch Medien wie die Rheinische Post Zustimmung signalisierten, wurde klar, dass das von der GroKo verabschiedete Gesetz nicht mit dem Ziel verabschiedet wurde, das Pariser Abkommen zu erfüllen. Ganz im Gegenteil: Es sichert mit seinen anspruchslosen und zum Teil nicht einmal ausformulierten Zielen (CO2-Einstiegspreis, Pendlerpauschale), ja mehr noch: mit dem bewussten Verzicht auf Sanktionen bei Nichteinhaltung der Vorgaben ein störungsfreies WEITERSO https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/fuer-veraenderung-bereit. Nur eine von den Grünen geführte grün-rot-rote Koalition wäre in der Lage, einen grundlegenden Paradigmenwechsel zu vollziehen. Wobei nicht nur klimarelevante, sondern auch sozialpolitische Weichenstellungen möglich wären (Stichworte: Hartz IV, Mindestlohn, fehlende Sozialwohnungen, Grundrente/Altersarmut, Fortsetzung des NSU-Prozesses). Mit der Folge, dass der AFD wichtige soziale Themen und damit auch Macht entrissen würden. Die Linke, genauer gesagt: Sahra Wagenknecht, hat hierzu das bisher überzeugendste Konzept vorgestellt https://www.youtube.com/watch?v=EC5uCtEdkfQ. Sie findet, dass Klimaschutz auch bei den weniger betuchten Menschen ankommen muss, um die große Kehrtwende zu ermöglichen. Dies geschehe aber nur, wenn sich die Lebenssituation bis hinein in den Mittelstand signifikant verbessere.

Leider stehen die Zeichen eher auf schwarz-grün, was in beiden Feldern zur Verschärfung der Situation beitragen muss. Denn ein von der CDU/CSU dominiertes Bündnis mit den Grünen würde sowohl in Sachen Klima als auch im sozialen Bereich weitere Rückschritte, zumindest aber eine anhaltende Stagnation festschreiben. Vor allem dann, wenn ein Mann wie Friedrich Merz, derzeit deutscher Sachwalter der weltgrößten Finanzkrake, die Macht ergriffe https://blog.fdik.org/2019-03/s1552333938.

Keine Ahnung, wie es jetzt weiter geht. Drei Optionen scheinen denkbar: Entweder es kommt zur weiteren Aufheizung in der Klimafrage – wie es die Extinction Rebellion erahnen lässt.  Oder der von  Greta Thunberg, von Fridays für Future von Ende Gelände und anderen Organisationen praktizierte zivile Ungehorsam löst eine breite, friedliche Bürgerbewegung aus. Letzte und deprimierendste Vision: Der Protest verdampft allmählich.

Eines ist klar: Völlig friedlich werden die Ressourcenverschwender und Umweltverpester ihre Pfründe nicht aufgeben, und keiner der Mächtigen in Deutschland ist freiwillig bereit, das Auseinanderdriften von Arm und Reich einzudämmen. Daran, dass sich die Dinge in absehbarer Zeit so drehen, wie es für eine lebenswerte Zukunft der folgenden Generationen notwendig wäre, ist folglich nicht zu denken. Die bestehenden Kräfteverhältnisse, die unterschiedlichen Auffassungen in der Sache, aber auch die aus Sicht des  Gesetzgebers möglichen Handlungsoptionen geben solchen Wandel nicht her.

Gewiss: Auch in Deutschland könnten Gelbwesten auftauchen. Vor allem solche, die die Spannungen in der Gemengelage nutzen, um Randale zu veranstalten, weniger die, die trotz der lächerlichen Benzinpreiserhöhung auf die Barrikaden gehen.

Tatsächlich weniger die! Und gut möglich, dass die GroKo die lächerliche Erhöhung so lächerlich konzipiert hat, weil sie vor Gelbwesten in Deutschland … panische Angst hat.

Dreck auf Greta

Kaum hat Greta Thunberg, eine Sechzehnjährige, ihre aufrüttelnde Rede in der UNO gehalten, kriechen die Ratten aus ihren Löchern. Und zeihen „Fridays for Future“ der Oberflächlichkeit, der Stimmungsmache  – ohne Faktencheck https://www.pressreader.com/. Es war klar, dass sich die beschimpften und verurteilten Gegner, die Verächter des von Greta geforderten radikalen Wandels melden würden. Dass sie es aber so plump und interessengesteuert tun würden, hätte ich nicht gedacht. Unter dem Titel „Die Klimabewegung schadet sich selbst“ tritt die konservative Rheinische Post eine Diskussion los, die vordergründig berechtigt scheint, bei genauerem Hinsehen aber trefflich der Diskreditierung dient. Die Bewegung verfolge eine überzogene Symbolpolitik, sagt Alev Dogan. Sie zeichne sich mehr und mehr durch die Beschimpfung von SUV-Fahrern und Vielfliegern aus und treibe schon deshalb einen Keil in die Gesellschaft. Der Autor hält sich bedeckt. Er schweigt zum Thema Automobilindustrie, und er lässt die BraunkohleVerstromer außen vor. Er sagt überhaupt nichts zum schmählichen Klimapapier von Merkel, und er nennt das, was die Klimaaktivisten gerade vom Zaun brechen, einen Hype. Als ob – die üblichen Handlungsweisen vorausgesetzt – überhaupt an einen Klimawandel zu denken wäre. Alev Dogan hat die Zeichen der Zeit verkannt. Ein bisschen mehr von dem Wenigen, was derzeit auf dem Tisch liegt, reicht eben nicht. Und das leise demokratische Gehabe eben auch nicht. Natürlich kann man gegen SUV-Fahrer und CO2-Reisende  polemisieren, vor allem, wenn man den Rahmengeber, unseren Staat, mit einbezieht.   Natürlich kann man protestieren  – nur eben, ohne Gewalt auszuüben. Schließlich kann nur massivster Protest  noch retten, was viele schon verloren geben.

Genau das sollte sich auch Reinhold Michels, das zweite untaugliche Geschütz der RP, hinter die Ohren schreiben. Wenn er fordert „Weniger Hysterie, mehr Verstand“ https://rp-online.de/politik/deutschland/kolumnen/kolumne-die-klimadebatte-offenbart-einen-hang-zu-ideologien_aid-46120341, dann hat er die Verbindung zwischen Greta und der Wissenschaft nicht begriffen und einfach nur herausgebrüllt, was ihm die Geister von gestern verkauft haben.

In diese Kerbe haut auch Jacob Augstein, der den Widerständlern um Greta ausdrücklich auf die Schultern klopft https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/think-greta. Für ihn ist die Bewegung authentisch und zwingend und ein Stück weiter als es die Grünen derzeit sind. Kretschmann und Co. säßen mit zerknautschten Gesichtern in der Gegend, sähen ihre Felle wegschwimmen – ob der neuen Dynamik. Richtig beurteilt: Die Zeiten, in denen energisch diskutiert, in denen Petra Kelly so wie Greta gefordert und gekämpft hat, sind lange vorbei. Was sich heute einbürgert, ist ein abstruses schwarz-grün-Denken, aus dem alles andere erwachsen dürfte – nur eben kein STOPP für die Klimakatastrophe. Selbst Kretschmann lobbyiert – und neigt eher dazu, die Autoindustrie für unantastbar zu halten als ihr Widerstand entgegen zu bringen. So etwas hätte es früher mit den Grünen nicht gegeben.  Nur gut, dass Anton Hofreiter das Rennen um den Fraktionsvorsitz gegen Özdemir gewonnen hat. Von ihm kann man erwarten, dass er seine Forderung nach Erhöhung des CO2-Preises auf mindestens 40 Euro pro Tonne (das Umweltbundesamt fordert 180 Euro pro Tonne!) nicht wie eine heiße Kartoffel fallen lässt. Und vielleicht gewinnt er ja doch mehr Einfluss, als derzeit absehbar ist – und schließt rechtzeitig zu Greta auf.

Sie verspielen die Zukunft unserer Kinder und Enkel

Es macht keinen Sinn, die Rückwärtsgewandtheit der GroKo in Sachen Klimapolitik noch einmal im Detail abzuspulen. Jeder weiß, dass das, was die Regierung jetzt anbietet, ein Komplettschlag ins Wasser ist. Diese Leute, die die Kompromissfähigkeit in Politik und Gesellschaft einfordern, schließen in Wirklichkeit einen Kompromiss mit der Wirtschaft. Die lauert mit ihren Lobbyisten in den Hinterzimmern und bedroht/korrumpiert deutsche Führungskräfte. Was dabei herauskommt, ist die Kapitulation vor den Unbilden der Zukunft – die bei weiterem Pillepalle und Nichtstun voll auf die folgenden Generationen einschlagen werden. Schon jetzt lamentieren wir über Dürre, Überschwemmungen und Hurrikane. Wüssten die Bürger, wie das in 25 Jahren aussieht, dann nämlich, wenn unsere bis jetzt angerichtete Umweltverschmutzung zum Tragen kommt – sie würden verzweifelt in die Knie gehen.

Eines steht fest, die von der Bundesregierung offerierten Maßnahmen zum Klimaschutz sind weniger als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Die CO2-Bepreisung ist ein Witz. Ebenso die lächerlich restriktiven Maßnahmen gegen den Flugverkehr und die Monster der Autoindustrie. Wo bleibt ein klares Bekenntnis zur Wasserstoffwirtschaft – mit dem dazugehörigen MilliardenPaket für die Forschung? Nirgendwo geht’s richtig nach vorn, nirgendwo wird ein energischer Strich gezogen, der die Vorgaben des Pariser Abkommens erfüllen hilft. Dabei ist klar, dass selbst Paris das 1,5 Grad-Ziel klar verpeilen wird.

Unterm Strich wird klar, dass es in der deutschen Regierung keine ernsthaften Bemühungen gibt, den Klimawandel zu stoppen. Was ansteht ist ein leicht gedämpftes WEITERSO, das Deutschland und Europa gegen die Wand fahren lässt.

Die Jammerei der Konzerne, sie würden bei stärkerem Umweltengagement an Konkurrenzfähigkeit verlieren, entpuppt sich schnell als durchsichtiges Manöver. Man will – wie immer – altbewährte Technologien so lange wie möglich nutzen. Und scheut den Wandel, weil er die Gewinne zeitweise ausbremst. Dabei können wir in Germany gar nichts falsch machen, wenn wir die alternativen Energien schneller als bisher vorgesehen, kommen lassen. Davon nämlich würde das E-Auto (dessen Klimabilanz beim derzeitigen Strommix völlig undiskutabel ist) profitieren, das würde die sehr viel effektivere Wasserstofftechnologie befördern, davon könnten die auf alternative Energien setzenden Unternehmen profitieren, das ermöglichte die Wiedererlangung der Forschungshoheit auf diesem Gebiet, sparte fossile Energieträger (die für die Chemie sehr viel sinnvoller eingesetzt werden können) und hülfe, die Pariser Klimaauflagen zu erfüllen.  Wer Energie spart, wer sie aus natürlichen Vorkommen zieht – dem gehört die Zukunft. Völlig klar, dass hier ein enormes wirtschaftliches Potential/enorme Gewinne schlummern – die freilich auch neuen, innovativen Unternehmen zufallen werden. Dass trägen GroßKonzernen, die mit alten, abgeschriebenen Anlagen möglichst lange hohe Gewinne erzielen wollen, ein schnelleres Umsteuern missfällt, ist klar. Und dass Gewerkschaften hier einstimmen und heftig mitziehen, wenn es gilt, die Ablösung der Braunkohle nach hinten zu verschieben, stimmt traurig. Umso mehr Druck ist dann erforderlich, um die Entscheidungsträger zu einem funktionierenden, effektiven Strukturwandel zu zwingen. Erst wenn hier klare Zeichen gesetzt werden, wird auch der Braunkohlekumpel den Umweltbegehren folgen. Darüber sollten wir uns klar sein.

Eines fällt mir heute ganz besonders auf – vor allem, weil es meine Thesen ausdrücklich unterstützt: Ich lese in der RP, dass 5 Regierungsmitglieder in vier separat fliegenden Regierungsmaschinen Richtung USA unterwegs sind https://rp-online.de/politik/deutschland/kritik-an-parallelfluegen-der-regierung_aid-45997745. Dabei geht es auch um die Klimakonferenz in New York.

Ich bin entsetzt.  Das Marionettenhafte, die Ignoranz, die fehlende Sensibilität und das bewusste  Nichtstun können nicht eindrucksvoller dokumentiert werden. Ich fordere, dass die an diesem TollhausStück beteiligten Personen und ihre Chefs sofort abgelöst werden/zurücktreten !!!

Ich appeliere an die SPD-Mitglieder, einen Finanzminister, der dieses Fiasko mitgestaltet hat,  niemals  an die Spitze der Partei zu lassen. Scholz hat sich  auf  beschämende Weise selbst diskreditiert.

Die Deutschen gehören zu den schlimmsten Klimaheuchlern

Unser Treibhausausstoß pro Kopf ist so gigantisch (11 Tonnen CO2 pro Kopf und Jahr), dass drei Erden vonnöten wären, würden alle Menschen so leben wie wir Deutschen. Das Paradoxe daran: Gerade die umweltbewussten Bürger stoßen mehr CO2 aus als der Durchschnitt https://www.energiezukunft.eu/klimawandel/wir-klimabesorgten-klimasuender/

Die Politik – aufgeschreckt durch Greta – streitet inzwischen vehement über notwendige Maßnahmen zu Reduzierung der Treibhausgase. Und steckt erneut im BlockadeChaos. Die vorgeschlagenen CO2-Steuer ist untauglich, weil sie die Lasten erneut am Verbraucher festmacht und den Versuch darstellt, Umweltschutz ohne substanzielle Veränderung des Wirtschaftes  zu erreichen https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/die-co2-steuer-erloest-uns-nicht. Und der Handel mit CO2-Verschmutzungsrechten (ETS) kommt nicht in Schwung, weil zuviel günstig oder kostenlos verteilte Zertifikate, den Zertifikatepreis auf niedrigem Niveau halten. Was es den Umweltsündern leicht macht, sich frei zu kaufen. Ökonomisch gesehen wäre die Einbeziehung von Verkehr, Gebäudesanierung und Landwirtschaft in den ETS-Handel der ökonmisch sinnvollste und effektivste Weg, den Treibhauseffekt zu bekämpfen http://www.rwi-essen.de/presse/rwi-in-den-medien/190711_RP_Der-Preis. Doch dazu gibt es immensen Streit in Europa. Was die Politik bewegt, gerade auf diesen, nicht machbaren Weg zu setzen. Ein Irrsinn!

All dies geschieht angesichts der Tatsache, dass die Permafrostböden , die doppelt soviel CO2 binden wie die Atmosphäre, 70 Jahre früher auftauen als ursprünglich berechnet. Der Prozess, der neben CO2 auch sehr viel Methan freisetzt gilt als eine der massivsten Bedrohungen der Menschheit https://www.br.de/mediathek/video/klimakiller-methan-die-verkannte-gefahr-av:5d12893492088c001a1177d9. Er findet seine Entsprechung in den Weltmeeren, wo bei weiterer Erwärmung Methanhydrat „auftaut“ und Methan in gewaltigen Mengen freisetzen wird. Diese Vorgänge werden in der Politik faktisch ignoriert. Doch die Uhr tickt!

Völlig närrisch gibt sich Gregor Mayntz in der Rheinischen Post. Zur Freude der AKW-Betreiber (wenn nicht sogar auf deren Wunsch hin) wärmt er die Legende vom CO2-sparenden Atomstrom auf https://rp-online.de/politik/deutschland/auch-durch-den-atomausstieg-scheitert-deutschland-an-den-klimazielen_aid-39419567. Dem Mann scheint nicht klar zu sein, dass   Klimaziele weder über konstruierte Argumente, noch unter Inkaufnahme von  AKW-Risiken erfüllt werden dürfen.  Die Erzeugung von Atomstrom ist natürlich auch CO2-belastet, wenn man die Rechnung ganzheitlich betrachtet, denn Aufbau und Abriss der Atomkraftwerke sowie die Endlagerung des Atommülls müssen mit in die Betrachtung einbezogen werden.  Ein Weiterbetreiben der Atomkraftwerke zu Lasten der Braunkohle – es beträfe ja weitere Jahrzehnte – hieße, die derzeitige Politik/Energiephilosophie gänzlich umzustoßen und die AKW-Risiken in Kauf zu nehmen. Nur, weil man nicht bereit ist, CO2 aus anderen Bereichen zu verbannen.

Wir rasen auf eine Wand zu

Wenn die Rheinische Post ihren Report zur Klimakonferenz mit „Tausend kleinen Schritten für den Klimaschutz“ beschreibt https://rp-online.de/politik/deutschland/kattowitz-das-dokument-der-tausend-kleinen-schritte-fuer-den-klimaschutz_aid-35165993, klingt das mehr als euphorisch und schönt das klägliche Ergebnis des Kattowitzer Treffens über Gebühr. Denn in der Fortsetzung von Paris ist man – bei entscheidenden Punkten – einfach nur stecken geblieben. Aber es fehlt auch an unwiderlegbaren Beweisen für die drohende Katastrophe, da die Klimamodelle nach wie vor unzureichend sind. Noch immer sind Wolken, Sandstürme und Sonneneruptionen als mutmaßliche Einflussfaktoren nicht ausreichend oder gar nicht erfasst https://digital.freitag.de/4418/kleine-turbulenz/. Noch gibt es keine exakte Bestimmung der NICHT durch den Menschen verursachten ErdErwärmung sowie eine nachvollziehbare Aussage zu den jeweiligen Größenordnungen – das … ohne Mensch und das … durch den Menschen. Keine Ahnung, wie lange die Wissenschaft  an wasserdichten Beweisen, an soliden Erklärungen noch basteln muss. Sie bald, möglichst sofort, auf den Tisch zu legen, ist mehr als geboten. Selbst, wenn dafür das Fünf- bis Zehnfache an Forschungsinvestitionen bereitgestellt werden muss. Aber auch hier hakt es, denn die finazstarken Länder gehören leider zu denjenigen, die den Kampf gegen die Erderwärmung eher plakativ/heuchlerisch betreiben. Siehe die Bundesrepublik Deutschland, die steigende statt fallende CO2-Emissionen ausweist, siehe die Gesamtwelt der Flugzeugbetreiber, für die Steuern auf Kerosin nicht in Frage kommen.

Für mich steht fest. Seit genau 10 Jahren, seit ich „Störfall Zukunft“ und mit ihm das Kapitel „Nebel im Treibhaus“ in der Öffentlichkeit  vorgestellt habe https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=St%C3%B6rfall+Zukunft, hat sich in Sachen Klima wenig getan – man möchte meinen: eher negatives (vgl.  https://www.stoerfall-zukunft.de/nebel-im-treibhaus-aktuell-wie-eh-und-je/). Und es ist unübersehbar, dass Egoismus und Profitdenken – vielleicht sogar mehr denn je – die Anstrengungen zum Erreichen des + 2 Grad-Zieles (vom 1 ½ Grad spreche ich gar nicht) aushebeln. Hans Joachim Schellnhuber formuliert mir aus der Seele: „Wir rasen wirklich auf eine Wand zu – und der Crash könnte das Ende unserer Zivilisation herbeiführen“.

„Nebel im Treibhaus“ – aktuell wie eh und je

Mit Veröffentlichung meines Buches „Störfall Zukunft – SchlussFolgerungen für einen möglichen Anfang“* und seiner ersten Präsentation – heute vor genau 10 Jahren – fiel der Startschuss  für meine politisch-futuristische Diskussionen.

Ich zitiere aus aktuellem Anlass  das  „Störfall Zukunft“-Kapitel        Nebel im Treibhaus (2008)

Bitte beachten: Der Fließtext in Normalschrift wird immer wieder von fett gesetzten Blocks unterbrochen)

Nach den vier Sachstandsberichten des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change – Weltklimarat) und der Bali-Konferenz ist das Thema »Umwelt/Klima« zwar nicht gänzlich aus dem Bewusstsein der Menschen geschwunden, wohl aber in die Schubladen von 2020 und 2050 verbannt worden. Auf näher liegende Ziele des Umweltschutzes hat man sich allenfalls im Kyoto-Protokoll verständigen können. Mit ungewissen Aussichten, denn große schadstoffemittierende Länder wie die USA, China, Kanada und Australien sind nicht mit im Boot. Andererseits gibt es heftige Gegenbewegungen, z.B. von der Internationalen Nichtregierungskommission zum Klimawandel (NIPCC), die nahezu alle Ergebnisse des IPCC in Frage stellen. Ihre These: Der Treibhauseffekt gehe nicht auf die Handlungen des Menschen, sondern auf kaum/nicht beeinflussbare natürliche Vorgänge zurück. Überhaupt habe das IPCC bei der Deutung der Klimaphänomene wesentliche Einflussgrößen vernachlässigt/falsch bewertet und infolge untauglicher Messverfahren und Modelle falsche Ergebnisse generiert. Die Auswirkungen der zu beobachtenden Erwärmung (Anstieg des Meeresspiegels, Zunahme der Hurrikans, Verschiebung der Klimazonen etc.) seien übertrieben dargestellt und medienwirksam verkauft worden. „Nebel im Treibhaus“ – aktuell wie eh und je weiterlesen

Deutschland sabotiert das Pariser Klimaabkommen

Das Deutschland als viertgrößte Wirtschaftsmacht der Welt zu den größten Umweltverschmutzern auf unserem Planeten gehört, ist vielen Menschen nicht wirklich bewusst. Weil ihnen über die zurückliegenden Jahrzehnte ständig eingeblasen wurde, dass wir in Sachen Umweltschutz eine Führungsposition einnehmen. Klar, vieles wurde in diesem Bereich auf den Weg gebracht – nicht zuletzt auch die Energiewende. Und doch gehören wir, was den C02-Ausstoß angeht, zu den miesesten Kandidaten. Konnte Deutschland nach der Wende auf recht einfache Weise mit der Stilllegung zahlloser emissionsintensiver DDR-Betriebe punkten, so zieht diese Maßnahme jetzt nicht mehr. Im Gegenteil: Deutschland fällt vor allem wegen der verbliebenen Braunkohleverstromung, aber auch wegen seines hohen Verkehrsaufkommens, vor allem in der Luft, im Ranking weit zurück. Wie jetzt bekannt wurde, hat Deutschland in den ersten drei Monaten bereits so viel Kohlendioxid ausgestoßen wie es im gesamten Jahr 2017 freisetzen dürfte, um das Pariser Klimaabkommen zu erfüllen. Einer Studie zufolge ist diese skandalöse Ergebnis auch für die folgenden drei Jahre zu erwarten http://www.tagesschau.de/inland/deutschland-emissionen-101.html.

Frau Merkel, die einst als UmweltIkone gehandelt wurde, ist für diese Situation verantwortlich.

Umweltsünder Deutschland

Deutschland hat als Vorreiter für nachhaltiges Wirtschaften und Umweltschutz längst ausgedient. Wir gehören zu den weltweit größten Emittenten von CO2; die deutsche Regierung tut so gut wie nichts gegen die Abgasskandale bei fast allen Autofirmen, versagt beim Zertifikatehandel und verzögert die Energiewende. Konkret stützt sie unverändert die Auto-Konzerne, indem sie so gut wie nichts zur Aufklärung der Betrügereien tut, indem sie Dieselkraftstoff nach wie vor subventioniert, nichts gegen das ungezügelte Wachstum bei umweltschädlichen Monsterautos (SUVs) unternimmt, die Betreiber von Solaranlagen, wo immer das möglich ist, ausbremst, die Verlagerung des LKW-Transportes auf Bahn und Schiff behindert, den großflächigen Abbau von Braunkohle weiterhin zulässt und andererseits den Steuerbürger für einen Großteil der atomaren Altlasten aufkommen lässt. Eine jetzt veröffentlichte EU-Studie belegt große Teile dieses Befundes