Alle Beiträge von Ulrich Scharfenorth

Brutal und rücksichtslos

Japan Walfang_1_12_15Ich bin empört über diejenigen, die in Japan Macht ausüben. Sie setzen sich über internationale Spielregeln hinweg, verehren die Kriegsverbrecher des 2. Weltkrieges, ziehen die Verantwortlichen für die Fukushima-Katastrophe nicht zur Rechenschaft, setzen trotz des Desasters neuerlich auf Atomkraft, und genehmigen jetzt auch noch den  räuberischen Walfang http://www.tagesschau.de/ausland/japan-walfang-101.html. Das Meer, das jährlich Tausende von getöteten Delfinen hinnehmen muss, wird sich jetzt noch intensiver rot färben. Und niemand gebietet Einhalt.

Alles getürkt! Ich weiß, man sollte diesen Begriff nicht verwenden. Aber hier gehört er einfach hin

Das derzeitige türkische Regime ist einer der größten Risikofaktoren, wenn es um den Frieden in Mittelost und um die Zukunft Europas geht. Denn Erdogan tut derzeit alles, um seine Großmacht-Ambitionen – sei es auf dem Wege der Re-Islamisierung, der Kurdenknechtung, der Einschränkung von Presse- und Meinungsfreiheit, durch heuchlerische Deals mit Europa und indirekte, wechselseitige Unterstützung des IS – durchzusetzen. Dazu kommen Attacken gegen Moskau, die die Syrienkonferenz aufs Äußerste gefährden https://www.freitag.de/autoren/lutz-herden/kaliber-eskalation. Da die Türkei Hauptschnittpunkt der Balkan (Flüchtlings)Route ist, sitzt sie zudem an einem weiteren zentralen Hebel, der viel Geld und neuen Einfluss in Europa verspricht. Frau Merkel kniet geradezu vor Erdogan, obwohl völlig unklar ist, ob die von der EU versprochenen 3 Milliarden Euro wirklich bei den Flüchtlingen ankommen. Die sollen in jetzt schon bestehenden Lagern so versorgt werden, dass sie dort bis zum Friedensschluss in Mittelost ausharren können http://taz.de/Gipfeltreffen-EU-Tuerkei/!5256071/. Frau Merkel schwebt vor, dass diesen mehr als zwei Millionen Menschen auch Arbeitserlaubnisse erteilt werden, was in der derzeitig schlechten wirtschaftlichen Lage der Türkei viel Sprengstoff bedeuten würde. Denn viele Türken und vor allem Kurden sind heute arbeitslos.
Ich glaube keinesfalls, dass Erdogan alle Wünsche der Kanzlerin/der EU erfüllen, wohl aber auf Visafreiheit von türkischen Bürgern und mehr Tempo bei den EU-Beitrittsverhandlungen drängen wird. Ein schneller Friede in Mittelost, nähme ihm die Chance, all seine Forderungen durchzubringen. Folglich wird Erdogan sibyllinisch handeln -den Friedensprozess plakativ gut heißen, im Backstage aber das Gegenteil befördern. Die Russen zu attackieren bedeutet heute zweierlei: Man könnte sie aus dem syrisch-türkischen Grenzgebiet verbannen und dort die angestrebte Pufferzone errichten, was die syrischen Kurden (YPG) dezimieren, den IS aber gleichzeitig auf (gut nachbarlichem) Abstand halten würde. Die Russen zu attackieren heißt auch, deren Bombardements gegen Tanklastzüge zu stören. Die nämlich bringen das vom IS geförderte Öl regelmäßig auf zwei Routen und in großen Mengen in die Türkei https://www.freitag.de/ausgaben/4815. Alles, was heute zum Austrocknen des IS unternommen werden müsste (Unterbindung des Ölhandels, der Finanzströme etc.), schadet auch dem türkischen Establishment.
Eine Regierung, die derart restriktiv/verbrecherisch mit den Kurden und ihren eigenen Bürgern umspringt, die weit davon entfernt ist, Menschenrechte zu garantieren, kann nicht ernsthaft unser Partner sein. Folglich müssen Merkel und Co. sehr viel mehr Anstrengungen darauf verwenden, die Fluchtursachen zu bekämpfen, als heuchlerischen Versuchen nachzugehen, Erdogan für die Eindämmung der Flüchtlingsströme dienstbar zu machen. Denn den Beitritt der Türkei zur EU wird die Mehrheit der europäischen Länder, wird vor allem auch Frau Merkel nach wie vor ablehnen – was spätestens nach Bewältigung der Krise ruchbar wird.

Havana-open vertont Kuba

Am Donnerstag, dem 26. November 2015, 20 Uhr,  gibt es im Ratinger Tragödchen wieder einmal KARIBIK  PUR! Diesmal sind es drei Musikerinnen, die mit ihren Instrumenten und ihrem Gesang dafür sorgen werden, dass die Herzen höher schlagen. Kubanische Musik ist in ihrer Vielfalt unübertroffen und das Trio „Havana Open“ wird genau das zu beweisen versuchen. Alle drei – Amparo Cesar (Gitarre, Piano, Gesang) , Majela van der Heusen (Bongos, Gesang) und Lauren Munguia (Querflöte) – haben auf kubanischen Akademien studiert. Sie leben seit vielen Jahren als Kulturbotschafter Kubas in Deutschland und haben seitdem regelmäßige Engagements – deutschlandweit. Amparo Cesar hat einen Lehrauftrag an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf – und tritt regelmäßig bei Konzerten, u.a. in der Düsseldorfer Tonhalle im Schloss Dyck auf.
Neben der Musik sorgen Cuba Libre, Zigarren und traditionelle Hüte für das unerlässliche karibische Flair. Eine Ausstellung kubanischer Plakate und Infos über Kuba, vor allem auch über die derzeitigen Reisemöglichkeiten, runden den Abend ab.
Das Konzert findet im Buch-Café Peter & Paula, Grütstr.3-7 (Nähe Marktplatz)Carlos_Kuba_Flyer_11_11_15 statt.
Weitere Informationen unter Tel. 02102 26095 oder www.buch-cafe.com.

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OOOch! Imame ins christliche Heer?

Imame Bundeswehr_20_11_15Ich kann’s nicht glauben: Frau von der Leyen prüft derzeit den Bedarf an Militär-Imamen http://www.pressreader.com/germany/rheinische-post/20151109/281642484054268/TextView. Offenbar weil jetzt zunehmend auch Muslime des konfessionellen Beischlafs bedürfen. Integriert ist nämlich nur, wer auch diesen Hirnriss mitgestaltet. Oder geht es „nur“ um die Segnung der Waffen, die demnächst dem IS heimleuchten könnten? Klar: Katholische und evangelische Panzerbespritzer gibt’s schon seit vielen Jahrzehnten – oft auf beiden Seiten der Frontlinie, von Christ gegen Christ bis Christ gegen Muslim etc. etc. Immer schon hatte das Kanonenfutter die Chance, ins Sterben gesäuselt zu werden. Wohingegen kaum ein Geistlicher je einen Krieg verhinderte. Im Gegenteil – die kriegslüsternen Fürsten, Könige und Kaiser durften sich stets des kirchlichen Beistandes erfreuen. Jene rot- und bordeauxköpfigen Würdenträger sind – im Grunde immer – die Stütze der Herrschaft gewesen. Die kleineren unter ihnen hat’s dann schon mal mitverbrannt.

Flüchtlinge und Terror

Wer jetzt glaubt, dass sich mit den Flüchtlingen Terroristen nach Europa einschleichen, der vergisst, dass es die hier zu Lande bereits in großer Anzahl gibt. Die Medien offerieren am laufenden Band neue Zahlen – und stellen sie der jeweiligen ÜberwachungsUnmöglichkeit gegenüber. Terroristen verfügen in der Regel über viel Geld und damit die Möglichkeit jederzeit ohne ErtrinkRisiken nach Europa einzureisen. Mehr von denen sind einfach nicht nötig, um auch hier alles vom Zaun zu brechen.

 

Zum anderen schockt mich der Gedanke, dass verdeckt Einreisende und dann Enttarnte noch höheren polizeilichen Aufwand erfordern. Das könnte schon Angst machen – wenn die Polizei eingriffwütig wäre. Ist sie aber nicht, wie die von Galgen begleiteten Pegida-Demos zeigen. Folglich dürfte viel Potential frei liegen ….
Noch ein Gedanke: Eine unserer Hauptaufgaben bei der Lösung des Flüchtlingsproblems müsste darin bestehen, Muslime nicht nur deutsch zu lehren, sondern auch zu Demonstranten zu machen, sprich: ihnen den Mut einzuflößen, gegen die Islamisten zu protestieren. Solch eine Courage gibt es offenbar in der gesamten muslimisch dominierte Sphäre nicht – aber vielleicht sind ja die einkommenden Syrer, denen Assad seit 1963 die Trennung von Kirche und Staat verordnete, jene Syrer, die betonen, vor den Schrecken des IS geflohen zu sein, mutiger als andere Migranten…

Eren Güvercin, Initiator der alternativen Islamkonferenz, hat seine Glaubensbrüder zu mehr Empathie und Selbstkritik aufgerufen und gleichzeitig den Terror der Islamisten verurteilt – über längst fällige Demos aber auch kein Wort verloren … („der Freitag“, 19. November 2015).

 

Nachtrag vom 9. Dezember. Dass sich mit dem Flüchtlingsstrom auch die Kriminalität in Deutschland verstärkt hat, ist kein Geheimnis. Obwohl die Medien derartige Sachverhalte gern verschweigen.  Angezeigt werden vor allem Ladendiebstähle und Einbrüche – also Kleindelikte. Ich gehe davon aus, dass diese Vergehen künftig geahndet werden, damit sichtbare Zeichen für deutsche Rechtstaatlichkeit gesetzt werden. Wenn Anlieger und Supermärkte heute klagen, muss das ernst, aber nicht überernst genommen werden. Wer Flüchtlinge monatelang zwingt, untätig herumzuhängen, muss mit Konsequenzen rechnen. Wo auch sollen Kraft, Kreativität und Testosteron hin.

Also Leute: Ruhe bewahren und nicht überreagieren!

 

Post-Pariser Gewaltphantasien

Jakob Augstein befürchtet zu Recht, dass jetzt die Hardliner das Ruder in Europa übernehmen, und er traut Merkel nicht, die noch zögert, aber durchaus in der Lage scheint, erneut eine Wendung zu vollziehen – vom hintergründigen Unterstützen zum offenen militärischen Einsatz. Augstein meint, uns müsste nur der Terror selbst treffen, schon wäre der Hund (der Gauck) von der Kette.
Ganz klar: die Welt ist voller Idioten, von Leuten, die noch immer glauben, alles mit der Kraft des Marktes und der Bombergeschwader lösen zu können. Augstein ist mit mir einer Meinung: So geht’s nimmer! https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/werkzeuge-des-zorns

Sorry, dass ich gegen die Totenruhe verstoße

Natürlich muss man Zeit haben für stilles Gedenken. Ich hab sie mir genommen. Glaube aber, dass ich jetzt – 20 Stunden nach den Pariser Geschehnissen – dringend nachdenken muss. Denn es gilt die Stille zu nutzen, um der im Werden begriffenen Kampagne der Meanstraem-Medien zuvor zu kommen.

 

In der abendlichen TAGESSCHAU-Sendung, die sich ausführlich über die Geschehnisse in Paris und die weltweiten Reaktionen ausließ, gab es nur einen 20 Sekunden währenden Satz, der die Dinge hätte zurechtrücken können – wenn man das gewollt hätte. Dieser eine Satz betonte die Mitschuld Frankreich am gestrigen Massaker, und er wurde bezeichnender Weise aus dem Mund des syrischen Präsidenten Assad zitiert. Womit ja nur gemeint sein konnte, dass die Auffassungen eines Verbrechers nichts wert seien. So werden in Deutschland Nachrichten gemacht, und ähnlich wie bei Charlie Hebdo wird alles in Bewegung gesetzt, um den Hass gegen die Islamisten, pauschal gegen den IS und natürlich auch gegen die unbeteiligten Muslime zu schüren.

Den Kopfabschneidern dürften jetzt die Attentäter von Paris zur Seite gestellt werden. Und noch immer dürften die meisten Europäer nichts über die komplette Substanz des IS und die unter ihm leidenden Menschen erfahren haben. Das ist ebenso gewollt wie die Verkürzung Assads auf seine verbrecherischen Fassbomben.

 

Ich habe noch am Abend des 13. November auf eine Stellungnahme der Nahostexperten Peter Scholl-Latour, Michael Lüders oder Jürgen Todenhöfer gewartet. Scholl-Latour ist tot – ein herber Verlust. Aber Jürgen Todenhöfer meldete sich. In einem Beitrag bei ARD/ttt hat er mit der schiefen Berichterstattung der öffentlichen Medien aufgeräumt – und die Gesamtzusammenhänge klar gestellt. Natürlich trifft Frankreich eine Mitschuld an den Attentaten. In keinem anderen Land sind die Vorbehalte gegenüber Muslimen so ausgeprägt wie in Frankreich, und nirgendwo anders wird so wenig für für die Integration der Fremden getan http://www.sueddeutsche.de/politik/migration-die-botschaft-der-banlieue-1.2715426. Die brutalen Militäreinsätze in Syrien und in Afrika tun ein Übriges http://www.daserste.de/information/wissen-kultur/ttt/sendung/sendung-vom-15112015-104.html   
und http://www.rp-online.de/panorama/ausland/paris-und-der-terror-warum-wieder-frankreich-aid-1.5562055

 

Jetzt fürchte ich die falsche Antwort auf die Anschläge in Paris. Der IS hat sich ganz offensichtlich für die Bombardierungen im arabischen Raum gerächt – mit der Bombe im russischen Passagierflugzeug ebenso wie mit seinen Pariser Attentaten. Das ist durch nichst, durch gar nichts zu rechtfertigen. Denn derartige Aktionen gegen friedliche, wehrlose Menschen sind nicht nur unmenschlich. Sie lösen auch automatisch eine neue Spirale der Gewalt aus.
Eines hat der gestrige Abend deutlich gemacht: Der hölzerne, von seinen Militärs und Marie le Pen beherrschte Hollande ist unfähig, Frankreich zu schützen und er bleibt das auch. Er hat seine Bomber immer „reingehalten“, wenn das aus seiner einfallslosen Perspektive, aus der Sicht der waffenproduzierenden Einflüsterer nützlich schien. Den Einsatz von Bodentruppen hat er feige vermieden. So geschehen in Libyen, so geschehen und immer noch akut in Syrien. Wo quasi täglich Zivilisten sterben, über die hier zu Lande niemand nachdenkt – für die kein Europäer, Amerikaner oder Russe Lichter und Kränze bereit hält. Sorry, dass ich gegen die Totenruhe verstoße weiterlesen