UKRAINE: Die Menschheit ist hilflos und nicht lernfähig

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Mich bewegt seit langem die Frage, ob Kriege in der heutigen Gesellschaft vermeidbar sind https://www.stoerfall-zukunft.de/mein-neues-buch-die-zukunft-sieht-anders-aus-tatsaechlich-duerfte-die-zukunft-anders-aussehen/. Die vorläufige Antwort lautet wohl NEIN.

Seltsam mutet an, dass zwei der größten Denker – Albert Einstein und Siegmund Freud –  die Ursache für Kriege ausschließlich in der Beschaffenheit des Menschen – in seiner Neigung zur Aggression – sehen. Und offensichtlichen Ursachen für militärische Konflikte – wie Macht- und Geldgier – entweder garnicht oder als sekundär einstufen (sie beistehenden Beitrag aus „Der Freitag“ vom 19. Mai 2026). Zweifellos spielt die Neigung zur Aggression eine entscheidende Rolle, wenn sie in Menschen hochkocht, die auf rücksichtslose Weise Macht erlangen. Und die auch nutzen, um durch Gewalt materielle Güter anzuhäufen. Doch auch einfache Bürger, die Frieden langweilig* oder persönliche Situationen als unerträglich/ungerecht empfinden finden, können Gewaltinstinkte befeuern und Kriegshysterien begeistert folgen (siehe die Kriegsbegeisterung zu Beginn der Weltkriege).

Ein demokratischer Sozialismus würde Kriege a priori ausschließen. Doch derzeit kann niemand eine solche Gesellschaftsordnung  auf friedliche Weise herbeiführen. Sie auf kriegerische Weise zu erlangen, stellte ein solches Konstrukt von vornherein in Frage.

Blickwende!

Der Ukrainekrieg entwickelt sich zu einem Monster. Er ähnelt inzwischen dem ersten Weltkrieg, der allein als Stellungskrieg über eine Million Tote gefordert hat. Für mich ist und bleibt furchtbar, dass die Weltgemeinschaft diesen Zustand einfach hinnimmt. Dabei wäre es längst geboten, einen Kompromiss zu finden. Warum, frage ich, gibt die Ukraine die von Russland besetzten Gebiete – in denen vorwiegend russlandfreundliche Menschen/Gegner der derzeitigen ukrainischen Regierung leben – nicht endlich auf? Die bestehende Pattsituation lässt sich auch durch die zunehmende Fähigkeit der Ukrainer, russische Infrastruktur zu zerstören, nicht beseitigen. Der Zustand lässt sich nur durch andauernde, immer weiter um sich greifende Zerstörung ohne Siegchancen auf beiden Seiten beschreiben. Wobei täglich Menschen ins Gras beißen. Beide Seiten: Russland und die Ukraine+EU müssen endlich einen Waffenstillstand und letztendlich eine europäischen Friedensordnung ansteuern. Russland und die EU tun deutlich das Gegenteil: Russland engagiert weitere nordkoreanische Kämpfer und die EU übt Druck auf all diejenigen Ukrainer aus, die dem Krieg entfliehen** https://www.tagesschau.de/ausland/europa/eu-rat-schutz-ukrainer-100.html. Die ukrainische Regierung fahndet derzeit nach 2 Millionen Männern, die sich dem Krieg entziehen https://www.berliner-zeitung.de/article/ukraine-2-millionen-maenner-landesweit-wegen-wehrdienstverweigerung-gesucht-10014227. Was sagt uns das? Dass es diesen Menschen an Freiheitsgefühl und Patriotismus fehlt?

NEIN! Es sagt uns, dass die Grenzen des (positiv) Möglichen längst ausgeschöpft sind und der Wille in diesem Konflikt zu überleben mehr zählt als ein Stück Land samt seiner Bodenschätze und argrarischen Güter. Der Mensch besitzt nur ein Leben, und es ist sein gutes Recht, dieses Leben zu schützen. Wenn die EU-Politik eine Intensivierung des ukrainischen Fleischwolfs ansteuert, dann zeigt das nur eines: dass sie ukrainische Soldaten für westliche Interessen (für eine Schwächung Russlands, für die künftige Nutzung ukrainischer Ressorcen etc.) verbluten lässt.

*Ich erinnere an Yuval Noah Harari, der in seinem Buch „Eine kurze Geschichte der Menschheit“ auf derartige Tendenzen hinweist.

**Barbara Tuchman hat in ihrem berühmten Buch „Die Torheit der Regierenden“ die irrwitzigen Reaktionen von Staatenlenkern beschrieben – die immer dann Gestalt annahmen, wenn militärische Konflikte unliebsame Ergebnisse brachten https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Torheit_der_Regierenden.

Merkmale politischen Eigensinns
  • Ignoranz von Warnsignalen: Offensichtliche Fehlentwicklungen werden kleingeredet oder ausgeblendet.
  • Verstärkung des Kurses: Anstatt Fehler zu korrigieren, werden die gleichen Maßnahmen in schärferer Form fortgesetzt („nachlegen statt einlenken“).
  • Verlust des Realitätsbezugs: Ideologie oder Prestige stehen über dem pragmatischen Nutzen für das Gemeinwohl.