Das Gebot der Stunde: Auch Ungeimpfte menschlich behandeln!

Ich bin – das stelle ich mal ausdrücklich voran – ein strikter Impfbefürworter. Aber auch ein Mensch, der Menschlichkeit einfordert – andererseits aber instrumentalisierten Mitleidsbotschaften nicht auf den Leim geht. Man kann und muss wirkliche Not erkennen und ihr nachgehen!

Es gibt eine mir unbekannte Zahl von Ungeimpften, die aus der Unkenntnis von Sachlagen heraus in Geiselhaft geraten sind. Vor allem deshalb, weil sie als Vorerkrankte davor gewarnt worden sind, sich impfen zu lassen – von welchem Arzt auch immer. Leider liegen erst seit kurzer Zeit Erkenntnisse darüber vor, dass nahezu niemand zwingend vor einer Impfung geschützt werden muss. Das – so Dr. Marc Hanefeld im NDR Corona-Update vor zwei Tagen – könne allenfalls auf Allergiker zutreffen https://www.ndr.de/nachrichten/info/Sonderfolge-Geruechte-und-Fake-News-zur-Impfung-einordnen,audio1030648.html. Schon seit Anfang der Pandemie wird von vulnerablen Gruppen gesprochen, also von sehr alten oder vorerkrankten Menschen, die die Impfung ganz im Gegenteil besonders nötig haben. Weil Corona sie wegen ihres angegriffenen Gesundheitszustandes besonders hart treffen könnte. Was Gesunde noch einigermaßen gut wegstecken könnten, bedeute bei Vorerkrankungen oftmals den sofortigen Tod.

Schlimm, dass falsche Schlussfolgerungen und Fake-News so weit verbreitet wurden und viele Menschen YouTube, Instagramm und Telegram mehr vertrauen als seriösen Dokumentationen wie dem NDR Corona-Update, dass bislang 105 mal alles zur Pandemie umfassend und wissenschaftlich begründet erläuterte. Heute sind diese Menschen quasi gefangen, auch deshalb, weil es ihnen schwerfällt, ihre „Verirrung“ zuzugeben, sprich: sich selbst zu korrigieren und neu zu handeln. Ein zutiefst menschliches Problem!

Leider befasst sich die Politik mit betroffenen Randgruppen zu wenig, was Letztere oft in massive Probleme bringt. Wer schon in die beschriebene Falle geraten ist, muss die Chance bekommen, aus ihr herauszukommen – ohne sein Gesicht zu verlieren. Wenn mir eine Freundin schreibt, dass sie MS-bedingt mit einer akute Blasenschwäche zu tun und dann in der Öffentlichkeit das Problem hat, als Ungeimpfte keine für sie offene Toilette zu finden (da 2G!) –  ist das ein nicht hinnehmbarer Skandal! Immerhin hatte sie wegen der MS mehr Angst vor einer Impfung als vor Corona, der sie mit einer selbst verordneten Isolation zu entkommen hoffte. Als Frau, die nicht Fahrrad fährt und kein Auto besitzt, hatte sie zudem das Problem, eine Teststation zu erreichen. Zu Fuß war es wegen besagter Blasenschwäche nicht zu erreichen – es sei denn sie nähme eine beschämende Wildpinkelei irgendwo in der Landschaft in Kauf (wozu sie schließlich gezwungen war). Ohne Test ein öffentliches Verkehrsmittel zu benutzen, um die Teststation zu erreichen, wagte sie nicht. Das hätte ihr teuer zu stehen kommen können.

Mein Fazit: Die Politik muss sich intensiver mit Ungeimpften – die eine Diskussion zulassen – beschäftigen und diesen einen Ausweg in die Normalität ermöglichen. Menschen wie meiner Freundin muss ein Sonderausweis ausgestellt werden, der ihr die Toilettenbenutzung auch ohne 2G gestattet.  Darüber hinaus müssen Leute wie sie durch mobile TestTeams aufgesucht werden – auf telefonische oder MailAnfrage hin. Es ist nicht hinzunehmen, dass auf Impfverweigerer wie meine Freundin dadurch Impfdruck ausgeübt wird, dass man ihr die fundamentalen menschlichen Zuwendungen vorenthält. Nicht Zwang zur Peinlichkeit ist hier das richtige Mittel der Wahl sondern Hilfestellung, kombiniert mit Aufklärung. So wird aus einem Impfgegner friedlich manch Impfbefürworter. PUNKT!

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/ungeimpfte-impfstoffe-aengste-bremen-100.html

Bild: St. Galler Tagblatt