Der Papst hat es endlich formuliert, doch KI lässt sich kaum mehr zähmen

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Papst Leo XIV kritisiert nicht nur den KI-Kapitalismus und fordert dessen Entwaffnung. Er macht auch sehr konkrete Vorschläge , wi eine humane künstliche Intelligenz aussehen könnte – so Olivia Mitscherlich-Schönherr in der Wochenzeitung „der Freitag“.  Das Engagement kommt spät, ist aber im Vergleich zu alldem, was die Politik äußert, eine ziemlich konkrete und vollständig Botschaft. Aber Wunsch und Wirklichkeit klaffen bereits weit auseinander. Die KI hat bereits in intimsten Räume erschlossen, Menschen in Angst und Schrecken versetzt und ist gerade dabei, alles, was nicht niet- und nagelfest ist, zu unterwerfen. Freilich im Verbund mit Menschen, die sie überall als seligmachendes Geschütz in Stellung bringen. Man kann bereits heute mit KI immense Leistungen erbringen. Mehr als 50% aller in Deutschland arbeitenden Unternehmen nutzen KI bereits – vermutlich ohne recht zu ahnen, dass ihr dunkles Gegenstück alles einzureißen vermag.

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Als Schriftsteller bin ich geradezu entsetzt, wenn ich höre, dass die polnische Literatur-Nobelpreisträgein Olga Tokarczuk KI benutzt hat. Angeblich nur für normale Arbeiten und Recherchen.  Quatsch und Lüge! Wer mit Hilfe von KI recherchiert, verwendet fürs eigene Werk ganz sicher ganze Passagen aus den Quellen – ohne, dass das kenntlich (gemacht) wird. Man gerät ganz automatisch in die Plagiatfalle. Aber bitte, dass könnte in Zukunft irrelevant sein. Denn die Mittel, den KI-Anteil an der Arbeit quantitativ/qualitativ ausfindig zu machen, gibt es bisher nicht. Und gäbe es sie: Wie sollte ein zum Literaturnobelpreis vorgeschlagener Autor/ respektive: sein Werk, dann bewertet werden?

Tut mir leid – der Nobelpreis wurde bisher unter völlig anderen Voraussetzungen ausgelobt. Zumindest, was die Literatur angeht, war er bislang an die ausschließliche Tätigkeit des Menschen gebunden. Gut möglich, dass man diese Bedingung künftig aufgibt. Irgendwie muss es ja weiter gehen. Allerdings ohne mich – doch wen juckt das schon …

Quelle 1: „der Freitag“ vom 28. Mai 2026

Quelle 2: „Rheinische Post“ vom 29. Mai 2026