Lohnt es sich, die Demokratie zu bewahren?

Zugegeben: Die Frage ist provokativ. Und man ist geneigt, sofort mit JA zu antworten. Eine Recherche des SPIEGEL („Verdient es die Demokratie, dass sie überlebt“) hat ergeben, dass dieses JA vakant, genauer gesagt an eine Reihe von Bedingungen zu knüpfen ist. Das weltweite Anwachsen der rechten Bewegungen im kapitalistischen Westen  signalisiert, dass viele Menschen vom bislang geltenden Wertesystem, besser gesagt: von seiner fehlerhaften Umsetzung enttäuscht sind und deshalb Alternativen suchen. Vieles läuft dabei falsch, wirkt bedrohlich und ist es auch. Was nicht heißt, dass alles so bleiben sollte, wie es ist.  Vielmehr muss sich auch die Demokratie verändern – den Zeichen der Zeit folgen und kommenden Übeln gegenüber wehrhaft werden und bleiben. Wobei die wichtigen Momente/Inhalte der Demokratie … Hoffnung, Mitgefühl und Schuld  … nicht etwa aufgegeben werden dürfen, sondern vielmehr auf höherem Niveau weiter befördert und durch neue Elemente ergänzt werden müssen. Dem Populismus, der Angst, Ekel, Rache und Nationalismus mit sich führt, muss ein bevölkerungsnahes Zukunftmodell entgegengestellt werden. Wobei Letzteres ein durch mutige Experimente generiertes  sinnvolles Update beinhalten muss. Über allem aber steht:  Die Demokratie muss künftig erfüllen, was sie verspricht.

Im österreichischen Elmau haben sich kürzlich „denkende Geister aller Couleur“ zusammengefunden, um sich des Themas „Demokratie“ gnadenlos anzunehmen. Was dabei herauskam, ist dem beigefügten Kasten zu entnehmen.

Die zuständigen, namentlich nicht genannten Redakteure des SPIEGEL haben es verstanden, die Ergebnisse der Zusammenkunft  interessant und aufschlussreich zu spiegeln. Das war nicht mal so aus dem Ärmel zu schütteln.

 

 

 

Quelle: DER  SPIEGEL Nr. 17a vom 21. April 2026