Liedermacher: Die alten machen sich rar, die jungen stürmen die Bühne

Ich persönlich halte die politischen Liedermacher *, aber auch diejenigen, die sich anderweitig ernsthaft, sprich: lyrisch-literarisch “in unserer Erlebnis- und Gefühlswelt breit machen”, für wichtiger als alle anderen Musik-Interpreten. Weil ihre Töne und Texte nicht auf “bloße Genussbefriedigung/reine Vergnüglichkeit” aus sind, sondern ernstzunehmende Dinge bewegen und sich “ohrwurmig” festsetzen. Hier klappt die Kommunikation noch, hier ist Zugang möglich – auch ohne SchlipsKragen und Plattitüden.

Um es kurz zu machen: Die Liedermacher gehören m. E. zum Wichtigsten, was uns heute in dieser Gesellschaft begegnen muss. Da tut es weh, wenn bei Wikipedia Sorgfalt und Aktualisierung fehlen. Nicht nur, dass im Beitrag fast alle ostdeutschen Barden fehlen, man sucht auch viele der aufkommenden jungen vergebens.

Acht Monate lang habe ich auf Websites und unzähligen CDs, sprich: im Liederfundus der letzten Jahre und Jahrzehnte herumgesucht und … pures GOLD geschöpft. 100 Liedermacher-Lieder und Chansons stehen demnächst in meinem Kanon (Aufstellung folgt in Kürze), 204 auf meinem Stick.

Liedermacher waren schon immer etwas Besonderes – vor allem deshalb, weil sie kunstvolle Musik mit anspruchvollen Texten verbanden, und zwar so, dass das eine das andere nicht nur zuließ, sondern auch verstärkte. Liedermacher wollten und wollen auch heute Botschaften vermitteln. Dabei könnte man meinen, dass das kaum möglich ist – weil  modernen Medien über alles, was zum Nachdenken und –sinnen anhält, ihren Schrott ausbreiten. Schlussfolgernd heißt es oft: Junge Menschen hingen nur noch mit ihren PCs, MP3-Playern und Smartphones herum. Sie läsen so gut wie nie und seien mit deutscher Sprache auf Kriegsfuß. Das Analphabetentum ließe nicht nur grüßen, es sei auf dem Vormarsch. Einiges davon trifft sicher zu. Doch keiner der Mängel lässt sich auf die Gesamtheit übertragen. Denn es gibt sie wohl: diejenigen, die über Kopfhörer, Google-Glass und Tellerrand hinaus, in Umwelt und Gesellschaft blicken … und dann auch vehement Schlüsse ziehen.
Wer heute meint, dass das Genre der großen Liedermacher ausstirbt, irrt sich. Zwar sind Franz Joseph Degenhard, Ludwig Hirsch und Reinhard Lakomy vor einigen Jahren gestorben, zwar gehen Hannes Wader und Wolf Biermann auf die achtzig und Hermann van Veen, Ulla Meinicke, Reinhard Mey, Bettina Wegner und Marius Müller-Westernhagen auf die siebzig zu. Und selbst Konstantin Wecker ist nicht mehr der “Frischeste”. Doch neben den großen Barden haben sich längst neue, junge Sängerinnen und Sänger etabliert – die vor allem bei ihresgleichen auf große Resonanz stoßen. Gräbt man z. B. bei Youtube, dann lässt sich schnell feststellen, das Sängerinnen/Sänger wie Tim Bendzko, Xavier Naido, Dota Kehr, Annett Louisan, Oliver Timpe, Enno Bunger, Ulrich Roski, Alin Coen, Anouk Plany, Catharina Sieland (Cäthe), Philipp Poisell, Ich & ich, Joel Brandenstein etc. für einzelne Songs schon mal ein- bis drei Millionen Anklicke bekommen, während sich die Altvorderen mit zehn- bis einhundertfünfzigtausend begnügen müssen. Dass da schon mal Konzerte der Youngster ausverkauft, respektive mit Hunderten bis Tausenden von Jungendlichen “befüllt sind”, ist keine Seltenheit.

Dazwischen toben sich – mehr oder weniger erfolgreich – die “Mittelalten” aus. So etwa Reinhard Grebe, Ina Müller, Stefan Stoppok, Jost Erhard (Yopi) und einige Größen, die der Ex-DDR entwachsen sind: Veronika Fischer, Stephan Krawczyk, Anna Loos (Silly), Hartmut Krug etc.

Hin und wieder spielt die alte Liedermacher-Burg Waldeck (Foto) eine Rolle, wenngleich der Wahnsinns-Impuls aus den Sechzigern und Siebzigern wohl verpufft ist. Eine Arbeitsgemeinschaft fördert vor allem junge Künstler.

 

Und so tönen die Liedermacher heute! Komponist, Gitarrist & Sänger: Hartmut Krug

 

Der Zerstörer

Bundespräsident Gauck trägt maßgeblich dazu bei, dass die so wichtigen Beziehungen zu Russland allmählich zerstört werden. Sein notorischer Antikommunismus lässt ihn vergessen, dass Russland kulturell und historisch zu Europa gehört (siehe seine Dichter, Komponisten und Denker !), dass Zar Peter III. Preussen einst vor dem Untergang rettete (wie sähe Europa wohl heute aus?) und die westliche Allianz im 2. Weltkrieg ohne die fast 20 Millionen sowjetischen Opfer zehnmal tiefer im Blut gestanden hätte. Antje Vollmer, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages a. D., hat diese Haltung, die sich vor allem im (Nicht-)Verhältnis zu Wladimir Putin manifestiert, scharf kritisiert. Und Gauck auch in anderen Bereichen schwere Fehlleistungen unterstellt. Selbst die konservative Rheinische Post meint heute, dass sich Gauck allerlei Kritik gefallen lassen müsse. Er sei zwar redegewandt, vor allem aber geltungsbedürftig. Im Kontext zitiert sie Gaucks ehemaligen Sprecher Legner, der ein Buch zum Thema herausgebracht hat. Dessen Einschätzung fällt ebenfalls wenig schmeichelhaft aus: Nirgendwo habe Gauck erkennen lassen, dass er in der Lage wäre, Verantwortung zu übernehmen. Erst mit den Wende-Ereignisse habe sich der antikommunistische DDR-Bürger “neu erfunden”.

Da mutet es seltsam an, dass die Mehrheit der deutschen Bürger mit der Arbeit ihres Präsidenten zufrieden ist. Rückschlüsse sind erlaubt!

Was der Präsident einst war, was er heute so alles tut, scharf macht oder sein lässt:

http://www.taz.de/!88343/

http://www.taz.de/!88071/

http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/gauweiler-gaucks-thesen-sind-gefaehrlich-kritik-siko-rede-zr-3346256.html

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/rede-gauck-schont-die-banken-a-963442.html

http://www.sueddeutsche.de/politik/gauck-ueber-den-ukraine-krieg-deutsche-besserwisser-1.2117290

http://www.neues-deutschland.de/artikel/944587.linke-chefin-wirft-gauck-saebelrasseln-vor.html

http://www.heise.de/tp/artikel/42/42776/1.html http://luegenmaul.blogspot.de/2012/02/gauck-und-wikileaks.html

und so weiter …