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Horst Landau ist schon mal empört, wenn es um die Abarten in unserer Gesellschaft geht (2 Texte)

                                                                     Fluten

„Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan“ – mit dieser freundlichen Ansage begrüßt Gott das Menschenpaar Adam und Eva im Paradiesgarten mit „allerlei Bäumen“, von deren Früchten sie essen dürfen. Nur vom Baum der Erkenntnis sollten sie nicht essen. – Andererseits hatte er ihnen ein Großhirn mitgegeben, welches dem Paar, das sich anscheinend zunächst als unsterblich empfand, aufgrund entsprechender Erfahrungen und Beobachtungen eine gewisse gedankliche Vorwegnahme künftiger Ereignisse ermöglichte also auch die des eigenen Todes. – Ein Mensch mit besonders sprachbegabtem Hirn legte schließlich dem mutmaßlich durch den Apfelschmaus beleidigten Schöpfer die an Adam gerichteten Worte in den Mund: „Im Schweiße deines Angesichtes sollst Du dein Brot essen, bis dass du wieder zu Erde werdest, davon du genommen bist. Denn du bist Erde und sollst zu Erde werden“. Punkt. – Die Welt ist nach der Verstoßung des Menschen aus dem mythischen Paradies so eingerichtet, dass er bis zum Schluss mit der Natur kämpfen muss (mit „Dornen und Disteln“) – und die Frauen müssen noch außerdem die Schmerzen der Geburt ertragen. – Davon, dass der Mensch die Schöpfung erhalten soll, ist meines Wissens in der Bibel nicht ausdrücklich die Rede, obwohl sicherlich einige Theologen aus irgendwelchen Bibelsätzen eine Verantwortung für die Schöpfung insgesamt herauslesen. Doch dass die Menschheit jemals in eine Situation geraten könnte, in der sie die Lebensbedingungen auf der Erde ernstlich gefährdet, ist für diesen Gott offenbar unvorstellbar. – Halten wir uns also an einen Folgetext der Genesis mit dem Bericht über die so genannte  „Sintflut“ – was eigentlich nur „große Flut“ bedeutet und nicht „Sündenflut“, wie frühere Pastoren lehrten. Diese wird von wem verursacht? – Nein, eben nicht vom Menschen (die kommt erst jetzt allmählich) sondern von Gott persönlich und sturzflutartig! Und vernichtet Menschen, „Getier“ und alle Pflanzen auf der Erde.  Ein lokaler Tsunami ist nix dagegen. Und auch das, was uns da mittelfristig ins Haus steht – Untergang etlicher flacherer Inseln und Überschwemmung weiter Landstriche – ist nicht gleich der Weltuntergang, bei dem nur eine Arche zur Rettung übrig bleibt. Oder eine Rakete zum Mond und später vielleicht zum Mars! – Allmächtiger Gott, den es nicht gibt, mach unser Hirn noch ein bisschen größer, auf dass wir erkennen, dass die Flucht ins All nichts bringt außer der Erkenntnis, dass solch Unterfangen mehr an Energie und Rohstoffen verschlingt, als wir jemals von einem kalten, fremden Himmelskörper zurück erhalten können! – Und sollten wir in etlichen Lichtjahren Entfernung einen erdähnlichen Planeten entdecken, würde uns das auch nichts nützen; die Erkenntnis, dass wir unsere Probleme auf und mit der Erde hier und nur hier lösen können (sofern sie überhaupt lösbar sind), liegt doch auch jetzt schon klar vor unseren Augen.

– Aber ich presche voraus – also alles auf Anfang:

„Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und macht sie euch untertan!“ – 1957, zur Zeit meines Abiturs, betrug die Anzahl der Menschen auf der Erde etwa 2,5 Milliarden. Jetzt sind es nach neusten Schätzungen 7,7 Milliarden: über das Dreifache! – In Afrika lebten damals etwa 200 Millionen Menschen – jetzt sind es 1,2 Milliarden – das Sechsfache! Ähnlich ist es in Südamerika, in Indien, Malaysia, auf den Philippinen… Vor einiger Zeit sah ich im Internet (1) eine 37-jährige Schwarzafrikanerin mit 38(!) eigenen, also selbst geborenen, Kindern. Bereits mit 13(!) hatte sie  Zwillinge bekommen von einem 23 Jahre älteren Mann – und danach mehrfach Zwillinge, Drillinge und Vierlinge. (Foto)

„Ich will, dass ihr in Panik geratet!“ – Ausrufzeichen – ist der rot gedruckte Titel eines Heftchens mit elf Reden der 16-jährigen Klimaaktivistin Greta Thunberg, Untertitel: „Meine Reden zum Klimaschutz“, 2019 erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag, 64 Seiten, 7 Euro. – Gretas Reden sind großen Teils aus mehrfach verwendeten, ziemlich trockenen Textbausteinen gebastelt. Doch wenn sie in den Medien, mit Tränen in den Augen schreit: „Ihr habt mir meine Kindheit gestohlen!“ – „How dare you!“, dann verkörpert sie gleichsam die „Kindliche Kaiserin aus Phantásien“, die uns beschwört, ihre Welt zu retten oder die „Jungfrau von Orléans“ oder sogar „Iphigenie“ (2). Dabei betont sie ständig, dass sie gar nichts Neues fordert, nur zusammenfasst, was „die Wissenschaft sagt“. Und: ja, die Protagonisten der seriösen Naturwissenschaften warnen tatsächlich seit Jahren vor den Folgen der ungebremsten Umwandlung von Energie lieferndem Kohlenstoff in CO2. Greta würzt diese von ihr stark vereinfacht dargestellten Sachverhalte mit grellen Vergleichen, etwa: „Das Haus brennt!“ – Und sie möchte, dass wir, siehe oben, allesamt „in Panik“ geraten. –

Fangen wir stattdessen noch mal bei „Adam und Eva“ an: Kohlenstoff wird seit Jahrmillionen von allen Tieren in einem komplizierten Energiegewinnungsprozess („Zitronensäurezyklus“) in Verbindung mit Sauerstoff letztlich in Kohlendioxid verwandelt, aus dem die Pflanzen dann den Kohlenstoff in ihren Organismus einbauen, während sie das für sie schädliche ‚Abgas‘ Sauerstoff ausscheiden… Irgendwann hat ein früher Mensch, wahrscheinlich ein Homo erectus, das Feuer entdeckt und genutzt, und ein anderer hat sogar gelernt, es zu erzeugen – und damit begann der zweite „Sündenfall“ der Menschheit, für den dann auch jemand mythisch-literarisch zu büßen hatte – Prometheus oder Lucifer (der „Lichtbringer“). – Tatsächlich entstehen bei der Verbrennung von kohlenstoffhaltigen Materialien in Industrie, Verkehr und Hausbrand – außer CO2 und H2O – auch noch eine Reihe anderer Abgase: „Hallo, Schwefeldioxyd, hallo Kohlenmonoxyd – herein, herein, ich atme euch ein… Und wenn die viele Giftluft dann nicht mehr in meine Lungen kann, frisst sie noch meinen Grabstein an.“ – Das sangen wir mit den Hippies von „Hair“ vor gut 40 Jahren; damals hatten wir andere Sorgen: Vergiftung von Luft und Wasser durch Chemie, Verstrahlung durch Atombomben und -kraftwerke – und nun erweist sich das relativ harmlose, weil ungiftige, Kohlendioxid als globale Bedrohung! – Wenn Greta jetzt meint, wir, also die aufgeklärten, umweltbewussten Menschen, hätten die ganze Zeit nichts getan, so irrt sie. Schon als sich bei uns die Grünen1980 zur Wahl stellten, gab es diese selbst gemalten Plakate mit dem Globus drauf und dem Spruch: „Wir haben die Erde nur von unseren Kindern geliehen“. – Dank der Grünen und etlicher engagierter Naturwissenschaftler und Ingenieure aus der Generation unserer Kinder haben sich Luft- und Wasserqualität erheblich verbessert – auch und besonders in der ehemaligen DDR, wo die Verhältnisse seinerzeit katastrophal waren. Atomkraftwerke werden bei uns nicht mehr gebaut, Wind und Sonne werden zur emissionsfreien Energieerzeugung genutzt, Wasserkraft hingegen kaum. Dafür wurde die schmutzige Steinkohle durch die noch schmutzigere Braunkohle ersetzt, und die Kraftfahrzeugbranche schoss sich durch betrügerische Abgasmanipulationen selbst ins Knie. Aber sind Elektrofahrzeuge in der ökologischen Gesamtbilanz wirklich ein Fortschritt?? –

Doch enorm war der, freilich auch nicht umweltneutrale, Fortschritt in anderen Bereichen: etwa in der Nahrungserzeugung, der Hygiene und der Medizin. Das führte zu einer deutlich erhöhten Lebenserwartung – besonders von Kleinkindern einerseits und von Alten andererseits  – und dies nicht nur in der westlichen Welt sondern auch, wenngleich in geringerem Ausmaß, in den Entwicklungsländern. In Indien feierte man bis vor kurzem die Geburt eines Kindes – nicht! Erst, wenn das Kind sein erstes Jahr überlebt hatte, wurde gefeiert: so selbstverständlich ging man von einer erheblichen Sterbewahrscheinlichkeit bei Säuglingen aus. Doch die deutlich bessere Versorgung und die erhöhte Lebenserwartung von Kindern hat nicht dazu geführt, dass die Geburtenzahl zurück ging. So kam es zu dem, was man etwas plakativ „Bevölkerungsexplosion“ genannt hat; ich schlage stattdessen die Metapher ‚Menschenflut‘ vor: kaum sind die Kinder von heute erwachsen, wollen sie sich natürlich ebenfalls vermehren – manchmal, siehe oben, auch schon vorher (1). Und außerdem möchten sie für sich und ihren Nachwuchs einen Wohlstand erreichen, wie sie ihn aus den Medien kennen, die ja auch für die Ärmsten mittlerweile fast universal zugänglich sind. Irgendjemand hat ausgerechnet, dass die Anzahl der gegenwärtig lebenden Menschen größer ist als die all derer die jemals gelebt haben: Eine schwindelerregende Vorstellung – erstmals in der Menschheitsgeschichte gäbe es dann mehr Lebende auf der Erde als Tote darunter!

– Greta weist mehrfach darauf hin, dass zusätzlich zu den im „Weltklimarat“ geforderten Schritten zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen „um mindestens fünfzig Prozent bis 2030“ noch der „Aspekt der Klimagerechtigkeit“ berücksichtigt werden müsse. – Und da liegt der Hase im Pfeffer! – Jedes Menschlein, das in aller Unschuld in die Welt gesetzt wird, produziert, wie oben angedeutet, von Anfang an durch seine Ausatmung u. a. CO2. Und je älter es wird, desto größer wird auch sein klimaschädlicher „Fußabdruck“. – Dass es jemals diesbezüglich „Gerechtigkeit“ geben könne, ist eine liebenswerte Utopie – noch unrealistischer als die sozialistische Utopie, deren Scheitern wir vor 30 Jahren beobachtet haben!  Es führt also, wenn man Kriege um knappe Ressourcen vermeiden will, kein Weg an der Forderung nach globaler Geburtenkontrolle vorbei, um die sintflutartige Vermehrung der Menschheit zu stoppen. Die große Frage ist demnach: wie? – Lässt sich das auf humane Weise durchsetzen – oder nicht? – Wenn Greta davon träumt, „hundert Jahre“ alt zu werden, und dass sie ihren potentiellen Kindern und Enkeln eine heile Welt hinterlassen möchte, dann übersieht sie diesen entscheidenden Aspekt! – Lediglich im alten Europa und anderen hoch zivilisierten Gegenden der Welt stagniert die Bevölkerungszahl, weil die Menschen zunehmend erkennen, dass sie nur für wenige Kinder ein auskömmliches Leben einschließlich Bildung finanzieren können (wenn überhaupt) – vielleicht auch eine instinktive Reaktion auf die veränderten zivilisationsbedingten Lebensumstände. (3) Außerdem nehmen Verhaltensweisen, die keine Schwangerschaft bewirken, wie Homo-und Transsexualität, in den reichen Ländern deutlich zu. So können diese immerhin einen Teil der Menschen aufnehmen, die aus den armen und schlecht regierten Regionen fliehen. – Doch die Aufnahmekapazität und -willigkeit ist in Europa begrenzt, woraus die Notwendigkeit einer Hilfe ‚vor Ort‘, also in den Entwicklungsländern, resultiert.

Wenn nun aber Greta neben der zweifellos notwendigen Einschränkung des globalen Verbrauchs von Kohlenstoff zusätzlich fordert, dass die Menschen in den armen Ländern ihren „ökologischen Fußabdruck“ erst mal vergrößern dürfen, während „die Reichen“ wie Schweden und Deutschland sich gefälligst vorab erheblich einzuschränken haben, so zeigt dies, dass sie keine Vorstellung von wirtschaftlichen Voraussetzungen hat, ohne die auch keine Umweltschutzmaßnahmen möglich sind.

– „Brennt“ also, um mit Greta zu sprechen, „das Haus“? – Nun, das Bild eines Wasserrohrbruchs im Keller erscheint mir treffender. Dass außerdem noch was brennt, der Regenwald nämlich, wird teilweise durch die materiell und geistig Armen in Südamerika bewirkt, die ihre eigene Lebensgrundlage – und die von uns allen, nämlich das Recycling von Sauerstoff – gefährden, indem sie den Wald, den man als „grüne Lunge des Planeten“ bezeichnet hat, abfackeln. – Ist es nun Zeit, „Apfelbäumchen“ zu pflanzen – wie das Luther vorschlägt? –

Blicken wir noch ein Stück zurück und von dort voraus: In dem Roman „Schöne neue Welt“, 1932 von Aldous Huxley publiziert, sind etliche dieser Probleme, die damals noch im Anfangsstadium waren, auf elegante Weise gelöst: Alle Frauen sind „empfängnisfrei“, können also ebenso unbekümmert Sex haben wie die Männer und werden von klein auf in diesem Sinne programmiert: „Jeder ist seines Nächsten Eigentum“. So wird auch einem sozialschädlichen Individualismus vorgebeugt. – Embryonen werden „auf Flaschen gezogen“, also nach anonymer Befruchtung entnommener Eizellen in künstlichen Inkubatoren gezüchtet (wie sie derzeit nur für größere Feten zur Verfügung stehen) und nur in einer Menge und Qualität, die für die diversen unterschiedlichen Arbeitsprozesse benötigt wird. – Entsprechend rationell wird das Altersproblem gelöst: nach Eintritt des Rentenalters werden die Menschen in Heimen untergebracht und mit einer Wohlfühldroge („Soma“) ruhig gestellt, deren Dosierung so lange allmählich gesteigert wird, bis das gewünschte – modern ausgedrückt – „sozialverträgliche Frühableben“ eintritt. –

Zwar haben wir noch keine künstlichen ‚Gebärmütter‘, aber künstliche Befruchtung wird ausgiebig praktiziert. Und vereinzelt gibt es bezahlte „Leihmütter“, die den Frauen die Lästigkeiten von Schwangerschaft und Geburt abnehmen. – Ungelöst ist bislang das Problem der „Überalterung“, das die Sozialkassen in kaum zumutbarem Maße belastet. – Die „schöne neue Welt“ bietet eine konkrete Lösung dieses Problems, um für eine junge, ständig sich erneuernde Völkergemeinschaft angemessenen Lebensraum zu schaffen, wodurch die Überflutung vieler Küstenbereiche begrenzt und die Ressourcen der Erde geschont würden. –

Aber brächte ich, 82, also mit bereits erheblich überschrittenem „Verfallsdatum“, so viel Selbstverleugnung und Opferbereitschaft auf, um diese Endlösung auch für mich selbst zu befürworten? – Die Alternative zur Begrenzung der Menschenflut, also Geburtenkontrolle in globalem Maßstab mit leichtem Druck auf potentielle Eltern, erscheint mir deutlich humaner. – Doch vielleicht wird mir diese Lösung ja auch nur durch meinen Egoismus suggeriert, mit dem ich mich einstweilen weigere, meinen Löffel abzugeben.

 

(1) U. a. in „Welt“ vom 27. 4. 2017.

(2) „Rettet mich / Und rettet euer Bild in meiner Seele!“, Goethe, „Iphigenie auf Tauris“, 4. Aufzug, 5. Auftritt, V. 1716, f.

(3) Auch bei intelligenten Tieren – etwa Wölfen – ist zu beobachten, dass sie ihr Vermehrungsverhalten den Umweltbedingungen anpassen. Gegenbeispiel: Heuschrecken vermehren sich unbegrenzt, fressen alles ratzekahl und sterben dann in Massen.

 

Irgendwie lief das früher anders

Manchmal habe ich nämlich das Gefühl, dass ich (nunmehr 82) völlig aus der Zeit gefallen bin: es gab wohl noch nie eine Generation deren Lebenserfahrung so rasch und definitiv entwertet wurde, wie das die unsere erfährt. In allen Bereichen, selbst in der Medizin, wo ich früher ganz gut mithalten konnte. Als ich Examen machte, gab es, wenn man in einen Menschen reingucken wollte nur 3 Möglichkeiten: 1. geradeaus in Körperöffnungen und dann besten Falls noch einmal um die Ecke rum (Spiegel, 45 Grad Winkel für HNO und Zahnarzt); 2. Röntgen – gegf. mit Kontrastmittel; 3. Großzügig aufschneiden. – Heute: Ultraschall, CT, MRT… und Glasfaseroptiken, mit denen man fast überall reinkommt und sogar operieren kann! (Vor knapp 7 Jahren am eigenen Leib erfahren).
Wenn man einen Beruf hatte, übte man den bis zur Rente aus und starb dann meistens innerhalb von 5 Jahren. Und alle Leute wussten, wenigstens ungefähr, was jemand machte. – Aber was es heute für Berufe gibt, von denen man vorher nie was gehört hatte, und wo einem selbst die Bezeichnungen nichts halbwegs Einleuchtendes sagen „Coacher*in, „Controller*in“, „Business-Trainie*in“ usw. – Okay: Menetscher gab’s schon, und ich wusste auch nie genau, was die eigentlich machen – wollte es aber auch nicht wirklich wissen.
– Zum Militär ging man (ich auch) nur gezwungenermaßen und aus Angst vor den Sowjets. – Dass nun Soldaten – und Soldatinnen!! – freiwillig in „Krisengebiete“ gehen, um sich dort mit Eingeborenen rumzuschlagen, deren Sprache sie nicht verstehen und deren Sitten noch weniger – ?? – Ich versteh’s nicht! –
Und immerfort wird neuer Konsum-Killefit hergestellt! – Wenn ich durch einen Supermarkt gehe, sind dort schätzometrisch 70 % der Nahrungsmittel ungesund bzw. überflüssig (Zucker!, Alkohol, „Fun-Food“ – zu Deutsch; Belustigungsfutter! – Lediglich der Tabakkonsum ging zurück). – Ähnlich die Textilkaufhäuser: in jedem mittleren Haushalt quellen die Kleiderschränke über – und wenn man dann sieht, wie die Ständer vollbepackt sind mit Billighüllen aller Art! Meist von Kindern und Sklavinnen in der „Dritten Welt“ hergestellt, weil die Ware billig sein muss, sonst kauft’s ja niemand. Aber als „Schnäppchen“ nimmt man’s halt mit und quetscht es dann in den Schrank. Und dieses ganze elektronische Spielzeugeinschließlich dieser entsetzlichen Roller, die auf dem Bürgersteig halsbrecherisch um einen rumkurven. 4,3 Milliarden Smartphones gibt es bereits, las ich vor etwa einem Jahr: da hungern Leute, können ihre vielen Kinder nicht ernähren – von Bildung ganz zu schweigen – aber ein Smartphone muss her! – Und all dieses Plastikzeugs!!!! – Jo Himmihergottzackramentkreizkruzefixhallelujascheißglumpvarreckts!

Ihr habt keinen Plan

Ziemlich rigoros watscht der Jugendrat der GenerationenStiftung die Regierenden in Deutschland ab . Die jungen Leute sind wütend – zu recht wütend, denn ihre Zukunft wird mit jedem Tag fragwürdiger. Im gleichnamigen Buch wird klar aufgelistet, was passieren muss, um ein lebbares Leben zu sichern https://www.randomhouse.de/Paperback/Ihr-habt-keinen-Plan-darum-machen-wir-einen/Der-Jugendrat-der-Generationenstiftung/Blessing/e568381.rhd.

Man kann nur hoffen, dass die Stiftung Tiefenwirkung erreicht. Und irgendwann, besser gesagt: schon morgen, Massen bewegt. Es ist fünf vor zwölf!

Bild: Rheinische Post vom 19. Dezember 2019

30. August 2019: Hallo Freunde, hier wieder die aktuellen Schlagzeilen aus dem BLOGhaus

 

Am Vorabend der in Brandenburg, Sachsen und Thüringen stattfindenden Wahlen sollten wir uns noch einmal über die Entwicklung und Lage der in Ostdeutschland lebenden Menschen klar werden. Mit einem herablassenden Räsonieren ob der AfD-Stärke, mit der oberflächlichen Verurteilung ostdeutscher Nazisümpfe ist es nicht getan. Gut, dass einige linksliberalen Medien zunehmend über die Ursachen der in der Ex-DDR entstandenen Schieflagen berichtet haben (ich denke da an der Freitag, Junge Welt, Panorama, Report Mainz, Monitor etc.) . Schlecht, dass der Mainstream genau diese Analysen immer wieder übertönt und durch gängige ErklärungsKlischees ersetzt. Wer die Stimmung vor den Wahlen, wer am SonntagAbend die Ergebnisse der Abstimmungen einigermaßen fachkundig beurteilen möchte, sollte sich einlesen:

https://digital.freitag.de/3219/der-sog-der-ddr/

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/sehnsucht-nach-frueher

https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=Zerrbild+DDR

https://www.stoerfall-zukunft.de/?s=Warum+die+Rechten

https://www.moz.de/nachrichten/brandenburg/artikel-ansicht/dg/0/1/1747937/

https://www.freitag.de/autoren/jan-c-behmann/es-ist-trist

https://www.stoerfall-zukunft.de/20-jahre-deutsche-zwei-heit-aus-abgebloggt-2011-heiner-labonde-verlag/

https://www.jungewelt.de/artikel/358654.politische-soziologie-der-wende-der-osten-wird-vom-westen-verwaltet-und-beherrscht.html

https://digital.freitag.de/3219/der-sog-der-ddr/

https://www.stoerfall-zukunft.de/category/blog/neues-aus-dem-bloghaus/

Boeing 737 Max: Die Bosse von Boeing haben auf Druck von raffgierigen Kapitaleignern 346 Menschen umgebracht. Sie tun darüber hinaus alles, um die Existenz des Unternehmens und damit 80.000 Arbeitsplätze zu gefährden.

Der Beitrag im SPIEGEL, Heft 32, ist exzellent recherchiert und offenbart eines der größten Debakel unserer Zeit.

https://magazin.spiegel.de/SP/2019/32/165221280/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

ein Kommentar ergänzt die Aussagen

https://flugundzeit.blog/2019/08/04/kopflos-in-seattle-oder-in-hamburg/#more-19717

  Seit der Wende sind etwa 2 Millionen DDR-Bürger in den Westen gegangen. Nur etwa jeder Sechste kehrte in den Osten zurück. Tatsache ist, dass die Rückkehrer nicht in der Lage sind, eine weitere Abwanderung zu kompensieren. Vor allem die ostdeutschen Flächenländer dürften weiter ausbluten …

https://magazin.spiegel.de/SP/2019/32/165218726/index.html?utm_source=spon&utm_campaign=centerpage

Man hätte den NAZI-Dreck längst ausmisten müssen. Wenn doch

Bastian Fleermann

schon vor 50 Jahren Leiter der Düsseldorfer Mahn- und Gedenkstätte gewesen wäre…

https://rp-online.de/nrw/staedte/ratingen/ratingen-lintorf-bastian-fleermann-die-kripo-von-weimar-bis-zur-nachkriegszeit_aid-45389855

Manchmal wacht man zu spät auf. Und entdeckt ganz einzigartige Menschen. Die aber sind gerade verstorben. Z. B.

  Bernd Fischerauer                  https://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Fischerauer,

oder

  Wiglaf Droste                          

https://www.deutschlandfunkkultur.de/zum-tod-des-satirikers-wiglaf-droste-das-glatte-und.2156.de.html?dram:article_id=448942

Beider Werk wird sie überleben …

Fischerauer: „Vom Reich zu Republik“ ….. eine ausgewogene, Deutschland betreffende Geschichtsschreibung in zehn Teilen

https://www.amazon.de/Vom-Reich-zur-Box-10DVD/dp/B00AYE3FR2

https://www.youtube.com/watch?v=hflGawLiMF0

Droste: „Vino und Dino“  ….  der Satiriker im Fokus

https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/Archiv-Zum-Tod-von-Wiglaf-Droste-Vino-und-Dino-SWR2-Beitrag-des-Satirikers,aexavarticle-swr-43142.html

Ulrich Scharfenorth stellt am Sonntag, 15. September 2019, im Rahmen eines lebhaften KUBA-Nachmittags seinen ersten Dokumentarfilm vor: „Kuba – fast die gesamte Wahrheit“. Das Ganze läuft ab 17 Uhr im Jugend- und Kulturzentrum LUX, 40878 Ratingen

  Auf Kuba sind die Löhne für öffentliche Bedienstete ( ca. 1,5 Millionen) sowie die Renten (ca. 1,3 Millionen) signifikant erhöht worden.

http://de.granma.cu/cuba/2019-06-27/kubanische-regierung-beschliesst-massnahmen-zur-ankurbelung-der-wirtschaft

Außerdem wurde bekannt, dass Kuba 2018 mit insgesamt 66 Ländern im Bereich „Medizin/Gesundheit“ kooperierte. Dabei kamen 36.000 kubanische Mitarbeiter, davon 18.000 Ärzte, zum Einsatz.

http://www.fg-brd-kuba.de/granma/ausgaben/2019-06-granma-internacional.php

In deutschen Zeitungen sucht man solche Fakten vergeblich.

  Apropos Flüchtlinge…   https://www.stoerfall-zukunft.de/apropos-fluechtlinge/

KHATIA !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

https://www.youtube.com/watch?v=SlTTgJau33Q

 

Unsensibles Pack oder … was PaketEmpfänger so drauf haben.

Ich gebe dem Paketboten jedesmal ein Trinkgeld … 

https://www.merkur.de/leben/wohnen/zusteller-packt-aus-leiden-paketboten-zr-9439455.html

https://www.freitag.de/autoren/pep/unteres-mittelfeld-schlechte-sicht

Die Wissenschaft reizt aus, was ihr in die Quere kommt.

Wollen Sie wissen, wann es mit Ihnen bergab geht?

https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2017/Der-Todesalgorithmus-Computer-berechnet-Lebenserwartung,todesalgorithmus112.html

Gero Jenner: „Das 21. Jahrhundert braucht ja in Wahrheit noch eine viel größere Einheit als die der Europäischen Union; sie braucht noch in diesem Jahrhundert eine wirkliche Weltregierung (nicht nur die inoffizielle, schlecht funktionierende Vorstufe des UN-Weltsicherheitsrats), wenn sie die tödlichen Gefahren überstehen will, die sie auf andere Weise nicht überwinden kann.“

http://www.gerojenner.com/wp/freiheit-die-wir-meinen/

  Gestern, heute und morgen: Protzfahrer und Shisha-Bars …. eine kulturelle Bereicherung

https://www.morgenpost.de/berlin/polizeibericht/article226858911/Razzia-gegen-Clans-in-Neukoelln-und-Kreuzberg-Berliner-Polizei-im-Grosseinsatz.html

https://www.tagesspiegel.de/berlin/ps-starke-luxusautos-hartz-iv-beziehen-trotzdem-im-protzauto-durch-berlin-rasen/22885128.html

Mir ist schleierhaft, wie Deutschland seine Klimaziele erreichen will. Nicht nur der Ausbau der Stromtrassen gen Süden verzögert sich, auch der Windstrom selbst sieht sich einer zunehmenden Gegnerschaft gegenüber. Im ersten Halbjahr 2019 sind nur 86 neue Rotoren an Netz gegangen, obwohl doch für jedes Jahr 1.000 – 1.500 neue Windkraftanlagen geplant waren. Maßgebliche Bremser sind gerade die Umweltschützer, die einst den Windstrom zur wichtigsten Errungenschaft der Energiewende erklärt hatten. M E. wird es höchste Zeit, einen sinnvollen Kompromiss zwischen alternativer Energie und Artenschutz zu finden und durchzusetzen.

https://www.agrarheute.com/energie/ausbau-windenergie-naturschuetzer-dagegen-554108

Eine der größten deutschen Künstlerinnen, wenn nicht die größte überhaupt, wird endlich – nach über 70 Jahren Desinteresse und Ignoranz – in einer großen   Werkausstellung gewürdigt: Lotte Laserstein. Die erfolgreiche Jüdin, die in den Dreißer Jahren von den Nazis aus Deutschland vertrieben wurde und bis zu ihrem Tod in Schweden lebte, konnte es mit den ganz Großen ihrer Zeit – ich nenne nur Max Liebermann und George Grosz – problemlos aufnehmen. Die bedeutende Ausstellung war im Frühjahr in Frankfurt/Main und bis 12. August 2019 in Berlin zu sehen

https://www.youtube.com/watch?v=bJnP5cZY79g

Manchmal denke ich an
Shin’ichi Fujimura, der vorgab, Artefakte aus der Steinzeit entdeckt zu haben und später zugeben musste, dass er selbige zuvor eigenhändig vergraben hatte. Darüber ließe sich trefflich lachen – wäre da nicht teuflischer Ernst im Spiel.

https://www.zeit.de/2019/30/wissenschaftliche-studien-forschung-ueberpruefung-validitaet-evidenz

Es gibt in der Schweiz neben  Jean Ziegler  noch einen weiteren, überaus bemerkenswerten Linksliberalen: Lukas Bärfuss …

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/der-nestbeschmutzer

Da geigt’s im Gebirge: HUNNUrock

https://www.youtube.com/watch?v=v4xZUr0BEfE

Libyen am Abgrund

Ziel des vom Westen gesponserten arabischen Frühlings war es auch, Gaddafi umzulegen, was mit Hilfe von US-Cruise-Missles und französischer Bomber blendend gelang – mit dem Ergebnis, dass Libyen in Auflösung begriffen ist, mit dem Ergebnis, dass sich Teile der Bevölkerung Gaddafi inzwischen zurückwünschen https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wir-waren-nicht-bereit. Man verflucht die von Clan-Banditen durchsetzte legitime Regierung in Tripolis (der es nicht einmal gelingt die EX-Hauptstadt sicher zu machen) und setzt auf Khalifa Haftar, der das in den letzten Jahren entstandene Chaos aufräumen soll. Wenn nötig mit Gewalt, wenn nötig als neuer Diktator. Die Revolution jedenfalls – so Beobachter – sei gründlich nach hinten los gegangen und mit der Pervertierung der Flüchtlingspraktiken in ihr Gegenteil mutiert https://www.freitag.de/autoren/sabine-kebir/chaos-und-profit.

Nicht tot zu kriegen?

Man ist der Unsterblichkeit auf der Spur – offenbar mit dem Ziel, den Superreichen das oft parasitäre Leben weiter zu verlängern. Das ist in Ansätzen schon möglich, doch mit der Gesundheit der Greise hapert es noch https://www.freitag.de/autoren/the-guardian/schluss-mit-tod. Klar, wenn 600.000 Hundertfünfzigjährige in der Welt umhersprängen, gäbe das keine demoskopische Revolution, wohl aber die Vermutung, dass Idioten auch in diesem Alter noch befehlen würden. Nicht auszudenken, was das bedeutet. Der Kapitalismus treibt auch diese Initiativen an, ganz gleich, ob das ethisch fruchtet oder in die Hose geht. Hauptsache Kohle, und die lässt sich lebenslang super verdienen.

Rackete, Teil 3

Vor Tunesiens Küste sind 72 Menschen ertrunken. Und ja: Dieser Zustand ist untragbar! Offenbar wagen auch Menschen, die nicht schwimmen können und davon ausgehen müssen, dass sie bei einer Havarie ertrinken, die Überfahrt nach Europa. Das dürfte auf die akute Not hindeuten, der diese Menschen ausgesetzt sind. Derzeit werden in Not befindliche Flüchtlinge – sofern man sie überhaupt wahrnimmt – von Flugzeugen ausgemacht. Diese benachrichtigen die libysche Küstenwache, die ihrerseits ausläuft und die Havarierten zurück nach Libyen bringt.  Dort wandern sie dann erneut in die Auffanglager. Die für die Schlepper aufgebrachten Gelder sind weg, die Familien im Ursprungsland müssen nachüberweisen, oder es bleibt beim ungewissen, oft qualvollen Lageraufenthalt. Es ist so, dass man sich über die in den Booten Befindlichen, vom Ertrinken Bedrohten naturgemäß mehr Sorgen macht als um diejenigen, die es nie auf die Fluchtboote schaffen. Auch hier bieten arm und reich eine brutale Differenzierung. Sind die Familien der Flüchtenden in der Lage, das Geld für die Flucht aufzubringen, und das vielleicht sogar zwei- oder dreimal, dann muss man davon ausgehen, dass blanke Armut nicht unbedingt das Fluchtmotiv ist, und hier schließt sich der Kreis in totaler Ungewissheit.

Noch eine Ansage: Carola Rackete muss den in Italien anstehenden Prozess zu einem Plädoyer gegen die infamen Nichtstuer in der EU machen. Nur wenn sie die über ihre Fluchthilfe hinausreichende Problematik anspricht, wird Bewegung in den Prozess kommen. Was da wie bewegt werden muss, habe ich bereits gesagt https://www.stoerfall-zukunft.de/bei-aller-humanitaet-die-rackete-ist-fehlgesteuert/ … https://www.stoerfall-zukunft.de/rackete-teil-2/

Und: Carola Rackete muss freigesprochen werden, denn sie handelte – daran besteht nicht der geringste Zweifel – aus humanitären Gründen. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass sie flüchtlingspolitisch falsch lag.

Die Zeitung – wieder mal ein Flop

Manchmal frage ich mich, ob ich die Zeitung, für die ich ständig werbe, selbst weiter lesen möchte. Zu vieles finde ich langweilig, hergeholt, uninteressant, vieles politisch abwegig. Aber andere Leser sehen das vermutlich anders – je nach Interessengebiet. Als ich den neues Freitag aufschlage, bin ich mal wieder bedient. Das Plädoyer für eine autofreie Welt versteht man ja noch https://digital.freitag.de/2719/das-auto-muss-weg/, obwohl viele der geäußerten Gedanken wirklichkeitsfremd sind  und allenfalls in der ÖkoDiktatur verwirklicht werden könnten – und die dürfte es erst nach der großen Katastrophe geben. Ziele erkannt, Zeitpunkt unbekannt.

Aber was dann auf Seite 11 folgt, ist zum einen schmerzlich unlösbar, zum anderen vom blöden Ehrgeiz getragen, die Rocheschen Feuchtgebiete weiter auszubauen und neuerlich Kohle zu machen.

Das Schicksal zweier lesbischer Mädchen aus Kamerun ist anrührend, ja furchtbar https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/kein-vorwaerts-kein-zurueck. Aber wäre Homophobie ein allseits akzeptierter Fluchtgrund, wir müssten auch gleichgeschlechtliche, verfolgte Paare in Europa/Deutschland auffangen. Sehr viel naheliegender wäre es doch, dem verdammten Regime vor Ort die Hölle heiß zu machen und gleiche Rechte ähnlich zu erkämpfen wie das hier in Europa geschah.  Wir können doch nicht sämtliche Menschenrechtsverletzungen durch Asylgebung aus der Welt schaffen, und die Diktatoren machen daheim unbelästigt weiter. Jedes Land ist aufgerufen, eine Entwicklung zu durchlaufen, die letztlich zu demokratischen Verhältnissen führt. Und dafür bedarf es der Einheimischen, wer sonst könnte einen Wandel bewirken/durchsetzen?

Charlotte Roche will, gemeinsam mit ihrem Mann aus dem intimen Nähkästchen plaudern. Sie nennt das Paardialogie und zielt auf zwölf gemeinsame Ehejahre ab, die sie voyeuristisch durchackern möchte (der Freitag, Nr. 27, S. 11). Wen interessiert solch Unsinn, oder besser: wer soll daraus Rückschlüsse ziehen. Ich fürchte, da bleiben allenfalls die üblichen geilen Gestalten und weitere Unterbelichtete, die sich so etwas reinziehen. Und der Freitag muss auch das zum Thema machen.

Ebenso irrwitzig und überflüssig der Beitrag auf Seite 23 https://digital.freitag.de/2719/oh-oh-a-a/. Scheiße ist das Thema, und die wird endlos ausgewalzt, und der Autor, Felix Lill, entblödet sich nicht, das Ganze locker zu finden. In der Subhead heißt es: Locker. In Japan wird Kot zum Ausstellungsobjekt, ein Kackehäufchen zum Star: Davon können wir nur lernen. Armer Felix Lill, armer Freitag, was für ein Scheißland wollt ihr eigentlich? Ich bin sicher, euch gehen die Themen aus. Ihr kompensiert das mit journalistischen Exkrementen. Schrecklich!

Da kann man doch nur die Wut kriegen!

Es ist höchste Zeit, dass in unserem Land mal kräftig dazwischen gehauen wird. Und zwar nicht von der AfD, sondern vom mündigen Bürger. Letzterer wird seit Jahren verarscht. Verzeihen Sie mir die blöde Wendung, aber MIR KOCHT DEM BLUT.

Soeben lese ich in der Rheinischen Post, dass nicht nur die Mieten, sondern auch Wohnungen selbst in den letzten fünf Jahren um bis zu 80% teurer geworden sind https://rp-online.de/nrw/panorama/wohnungen-und-haeuser-in-duesseldorf-neuss-oder-koeln-werden-immer-teurer_aid-39551691. Ähnliches gilt für Wohnhäuser, die sich der Normalverdiener aus dem Kopf schlagen kann.

Die Regierungen seit Schröder haben es nicht vermocht, dem Wucher Einhalt zu gebieten. Der Markt frisst allerorten, auch dort, wo er im Sinne von Daseinsfürsorge nichts, aber auch gar nichts  zu suchen hat. Bezahlbare Wohnungen sind seit einem Jahrzehnt akute Mangelware. Es wird Jahr für Jahr zu wenig gebaut http://www.general-anzeiger-bonn.de/news/thema/2018-entstanden-nur-27.000-neue-Sozialwohnungen-article4126809.html. Die weniger Betuchten, vor allem auch Kranke und Alte,  werden mit Hilfe eines Modernisierungsfiaskos aus den Zentren der Großstädten an die jeweiligen Peripherien gedrückt, und in den Zentren selbst ersticken die Menschen an Abgasen, die die Autokonzerne über die von ihnen manipulierten Dreckschleudern nach wie vor initiieren. Niemand muss dafür büßen, niemand muss dafür einsitzen.

Auch wenn die Missstände allerorts sichtbar werden – es geschieht praktisch nichts, auch jetzt nicht, da REZO und Friday für Future die Proteste geradezu herausschreien. Ganz recht: Es sind marginale Proteste, die kaum an Kraft gewinnen, weil sich Erwachsene und Alte mehrheitlich raushalten. Und glauben Sie mir: Wirtschaft und konservative Politiker warten nur darauf, dass sich der Widerstand totläuft, einfach, um dann weiter machen zu können, weiter … gegen die Wand.

Die höchst überfällige und in anderen europäischen Ländern längst praktizierte CO2-Steuer soll angesichts der Desaster bei CDU und SPD auch in Deutschland auf die Agenda. Aber bitte sachte! Der Bauernpräsident grinst dann auch, meint gar, dass die Steuer einen gewissen Charme habe. https://rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/bauernpraesident-wirbt-fuer-oekoprodukte_aid-39574131K. Keine Frage: hier wird dumm und süffisant formuliert, hier wird trendbedingt abgewiegelt, während in den Hinterzimmern die Weichspüler am Werk sind. Letztlich dürften die Hardliner alles daran setzen, um die Steuer zu konterkarieren – wenn sie denn überhaupt kommt.

Die Polizei ist nahezu machtlos im Lande. Allein in NRW – und allein in einer Woche – musste sie achtunddreißigmal türkische Hochzeitswahnsinnige zur Ordnung rufen https://rp-online.de/nrw/panorama/duesseldorf-38-polizeieinsaetze-wegen-hochzeitsfeiern-in-nrw_aid-39526881, ohne wirklich etwas zu bewirken. In der Tat randalieren die Betreffenden wegen fehlender oder untauglicher Restriktionen unbeirrt und nahezu unbestraft. Und erst die Messerstecher, die weder benannt, noch richtig dingfest gemacht werden. Mitunter bedarf es sechs bis acht Vorstrafen, bis ein krimineller Maghrebiner gefasst und festgesetzt wird, während es das vergleichbare deutsche Arschloch sofort erwischt. Und dann die Salafisten, die Gefährder, die Schläfer, die Rockerbanden, die Faschisten in den Fußballstadien.

Was ist los in unserem Land, warum ist man so erstaunt, dass die AfD in Brandenburg, in Sachsen, ja im gesamten Osten alle Chancen hat, stärkste Partei zu werden? Warum reagieren unsere Regierenden auf ausgewählte -verdammt noch mal: berechtigten soziale Forderungen der Rechten- mit Ausgrenzung. Statt endlich etwas für die Armen und Benachteiligten zu tun und so die Chancen der AfD auszuhöhlen (sprich: den Mindestlohn auf 12-14 Euro zu erhöhen, die Mieten in den Großstädten zu deckeln, Chancengleichheit bei Medizin und Bildung herzustellen, Familien und Alleinerziehende stärker zu unterstützen, mehr Steuergerechtigkeit herzustellen und… und … und). Hätte man die Jahrzehnte währenden Warnrufe der Linken/Linksliberalen – sie spiegeln genau diese Forderungen –  Ernst genommen, die AfD hätte nie so erstarken können.

Warum entwickelte sich Deutschland vom Umweltvorreiter zum Umweltsünder, warum sind wir Deutsche Weltmeister oder Fast-Weltmeister im Gebrauch von Plastikprodukten, bei der antibiotikagestützten Massentierhaltung, beim Wegwerfen von Lebensmitteln, beim Export von Kriegswaffen https://rp-online.de/politik/deutschland/deutschland-exportiert-waffen-fuer-eine-milliarde-euro-an-jemen-kriegsallianz-erstes-halbjahr-2019_aid-39466095. Warum sind Deutschland und Europa devote Lakaien, wenn die US-Administration Völker- und Menschenrechte mit Füßen tritt, Atomwaffen in Deutschland lagert, Whistleblower einlocht, ohne UN-Mandat Kriege anzettelt, wichtige internationale Abkommen einfach aufkündigt (Pariser Abkommen, Atomabkommen mit dem Iran, Abrüstungsabkommen) und fast die gesamte Welt wirtschaftspolitisch unter Kuratel stellt (Helms-Burton-Act, jetzt auch Repressionen gegen Firmen, die mit dem Iran Handel treiben).

Warum sind wir in den letzten Jahrzehnten so eingeknickt? Warum beteiligt sich unsere Regierung immer maßgeblicher an der Zerstörung unseres Planeten? Warum gefährdet sie den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft, warum stellt sie unser gesundes Leben und die Demokratie selbst in Frage? Warum fordert sie die Wut der Massen geradezu heraus?

Der Sicherheitsrat muss eine Verhandlungslösung erzwingen

Keine Frage: Venezuelas Machthaber wirkt brutal und hilflos, und er scheint unfähig, die Wirtschaft, die Nahrungsmittelknappheit und die Misere im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Auch, weil reaktionäre Kräfte aus Latein- und Südamerika und vor allem die USA alles tun, um das rohstoffreiche „HauptKettenglied“ im Linken Verbund ALBA  zu sprengen. Stirbt die linke Regierung in Venezuela, dann geht es auch Kuba, dann geht es auch Nikaragua schlecht, möglicherweise sogar an den Kragen. Denn genau diese „linken Anhängsel“ sind es, die nach Auffassung des Westens – vor allem aber der USA – mit absterben sollen. Der Trend zu rechten Regierungen in Latein- und Südamerika würde gestärkt – viele Errungenschaften zu Gunsten der Armen gingen erneut verloren. In Brasilien werden bereits Hunderte Arztstationen dicht gemacht. Ähnliches dürfte in Kürze auch in den Nachbarstaaten, in Argentinien, Kolumbien etc. Raum greifen. Die Präsidenten, die für die Armen unglaubliche Verbesserungen geschaffen hatten – Kirchner, Lula, Rousseff, Chaves, Mujica, Correa – sind längst abgedrängt. Wir dürften schon in den kommenden Monaten eine Restitution der konservativen Mächte erleben, die ihresgleichen sucht – was nicht nur neues Elend für große Teile der Bevölkerung, sondern vor allem eine weitere Konzentration von Macht und Reichtum für Wenige nach sich ziehen wird. Latein- und Südamerika sind schon jetzt für die extremen Unterschiede bei Vermögen und Einkommen innerhalb der Bevölkerung – also für hohe GINI-Koeffizienten – berüchtigt. Die Welt wird darüber hinaus mit einer weiteren schonungslose Abholzung des brasilianischen Urwalds, mit gefährlichen TiefseeÖlbohrungen, mit dem unheilvollen Fracking, einer weiter anwachsenden, extrem umweltschädlichen Rinderzucht, mit dem massenhaftem Anbau und Export von genmanipulierten Kraftstoffpflanzen und Tierfutter, der Behinderung alternativer Energien etc. rechnen müssen.

Die Parteinahme fast aller deutschen Medien für den selbsternannten „ParallelPräsidenten“ Guaido ist selbst angesichts der in Venezuela herrschenden Not gleichermaßen bezeichnend wie unverständlich. Statt für einen runden Tisch, also für ein Verhandlungslösung zu plädieren, um die Chance einer Kompromisslösung für Venezuela auszuloten, schießt man scharf und befördert die Konfrontation. Allen voran die ARD, die kein Wort darüber verliert, dass die von den USA an der kolumbianischen Grenze postierten Hilfslieferungen als trojanisches Pferd daherkommen. Ausgerechnet die USA, seit vielen Jahrzehnten der Hinterhof-Sklavenhalter Latein- und Südamerikas und nun auch potenzieller, vielleicht sogar militärischer Umstürzler, spielen sich als Helfer auf. Zu dumm, dass Menschen diesen naheliegenden Zusammenhang nicht begreifen. Aber Hunger und fehlende Medikamente treiben den Zorn, und dann entgleist alles. Dennoch: Wäre ich in Venezuela an der Regierung, ich würde Hilfslieferungen von allen anderen 192 UN-Staaten sofort ins Land lassen, aber keine einzige Kiste aus den USA. In diesem Punkt unterstütze ich ganz ausdrücklich die Ergebnisse der letzten Woche. Gleichwohl muss der Sicherheitsrat der UN ein Machtwort sprechen und die Konfliktparteien zu Verhandlungen zwingen.

Was sich heute immer mehr zuspitzt, kann morgen bereits in einen brutalen, großflächigen Bürgerkrieg münden. In einen Krieg, auf den in Stellung gebrachtes US-Militär geradezu wartet. Um die rechten, amerikahörigen Kräfte im Lande ans Ruder zu bringen.