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Marcus Maida mit wichtigen Tipps für Fans der POPkultur

FYI

Dear All,

Kurz vor Ende des Sommer-Semesters 2021 eine Information bezüglich meiner aktuellen Lehraktivitäten an der FH Dortmund.

Im Fachbereich Design praktiziere ich aktuell das jeweils 4,5 h lange W2/3-Modul

„Die Visualität der Popkultur: Re:Act / Re:Mode / Re:Do“

Popkultur als Ästhetik und Praxis der Wiederverwertung.

Diese Thematik entwickelte ich aus verschiedenen Strängen und Ansätzen, die ich in den letzten Jahren konzipiert, kompiliert und stetig erweitert hatte, initiiert unter anderem für einen Vortrag an der AdbK-Zürich und dann für ein Abstract für die ACLA-Convention „Recycling Culture: An Aesthetics of Waste“ an der Harvard University 2016 transformiert.

Das Konzept wurde nun zum ersten Mal erfolgreich in einen W2/3-Seminarkontext transformiert und umgesetzt.

Die Visualität der Popkultur: Re:Act / Re:Mode / Re:Do

Popkultur als Ästhetik und Praxis der Wiederverwertung. Marcus Maida mit wichtigen Tipps für Fans der POPkultur weiterlesen

Sanktionen wegen Nawalny – ein bizarrer Irrtum

Wenn ich noch einmal auf Nawalny zu sprechen komme, dann hat das damit zu tun, dass die EU auf dessen Verhaftung mit neuen Sanktionen gegen Russland reagiert. Ein geradezu närrisches Verhalten. Offenbar haben die betreffenden Staatschefs – und dazu gehört auch Angela Merkel –  noch immer nicht feststellen können, wer Nawalny wirklich ist.

Jetzt gibt’s NachhilfeUnterricht. Nicht von Putin, sondern von einem seiner schärfsten Gegner: Grigori Jawlinski https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/putin-weg-ist-keine-strategie. Seine Botschaft dürfte den Brüsseler Oberlehrern kalt über die Schulter laufen: „Das demokratische Russland, die Achtung des Individuums, ein Leben ohne Angst und ohne Repression sind unvereinbar mit Nawalnys Politik“.

Jawlinski weiter: Kritik an der Korruption allein bringe überhaupt nichts. Vielmehr sei es wichtig, Wege aufzuzeigen, wie man aus der Situation herauskomme, die durch eine kriminelle Privatisierung in den 90er Jahren entstanden sei. Waleria Nowodworskaja, eine Begleitfigur des Kritikers, hatte schon damals treffend geurteilt: Nawalny könne der Anführer eines gestörten Mobs, der Anführer eines neuen Untergangs werden.

Auch seien die Menschen, die Nawalny anspricht, nicht links oder rechts. Im Gegenteil: Er fordere geradezu regellos dazu auf, die Partei zu wählen, die Putins Machtpartei die meisten Stimmen abspenstig macht. Noch wesentlicher sei allerdings, dass Nawalny  bis heute an seinen nationalistischen, tendenziell faschistischen Auftritten festhalte.  Dafür sei er bereits 2011  aus der liberalen Jabloko-Partei ausgeschlossen worden.

Jetzt muss unverzüglich gehandelt werden!

Wer immer noch zögert, Besucher und Personal von Alten- und Pflegeheimen konsequent zu testen, gehört in Untersuchungshaft. Dasselbe gilt für Pflegende, die sich um allein lebende alte Menschen kümmern – auch illegale Pflegekräfte aus dem Ausland https://www.spiegel.de/politik/corona-schnelltest-pflicht-in-altenheimen-wir-versuchen-uns-selbst-hilfe-zu-holen-a-cd9b0cd3-629f-44e5-87b6-7787ba6bbf8c

  •  Am 1. März müssen sichere Schnelltest en masse verfügbar sein. Positiv getestete müssen notfalls durch Prämien bewegt werden, ihre Krankheit anzuzeigen
  • Überall dort, wo Krankenhaus- und Pflegepersonal akuten CoronaGefahren ausgesetzt sind, muss die Prävention/Prophylaxe erweitert werden. Neben hochwertigen Masken müssen ebenso hochwertige Brillen und Visiere zum Einsatz kommen
  • Um ein voraussichtliches ImpfChaos bei plötzlich massenhaft eintreffenden Impfdosen zu vermeiden, sind Abläufe – wo auch immer –„vorauseilend“ zu trainieren
  • Der Staat muss kurzfristig ein Programm zur Erforschung von Covid-19-Spätfolgen mit dem Ziel auflegen, die Krankheitsverläufe zu studieren und Betroffenen optimal zu helfen. Letzteres bedeutet auch, für die Versorgung krank Bleibender einzutreten https://www.helios-gesundheit.de/magazin/corona/news/covid-19-genesen-aber-mit-spaetfolgen/
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  • Wer glaubt, dass die Regierung selbst angesichts der Mutanten-Explosion zeitlich fixierte Öffnungspläne vorlegen kann/muss, hat die CoronaSituation auch nach einem Jahr nicht verstanden. Was wir brauchen, sind Stufenpläne, die sich unabhängig von der Art des Virus an Inzidenz, R-Wert und an der Belegung von Intensivstationen orientieren müssen – und zwar bundeseinheitlich
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  • Die Regierung sollte Geimpften Sonderrechte zugestehen (Beispiel ISRAEL!). Die noch nicht Geimpften sollten die Neiddebatte stecken lassen und mal großzügig sein, wenn Immunisierten der zugang zu mehr Freiheit ermöglicht wird. Es ist ja nur für ein paar Monate und es könnte den kleinen Gewerbetreibenden und Künstlern (Läden, Kneipen, Hotels, Kinos, Theatern etc.) vorzeitig helfen

Wer jetzt nach Öffnungsszenarien schreit, muss sich im Klaren sein, dass es Zeitpläne dafür nicht geben kann. So hilfreich das für den im Wartestand befindlichen Einzelhandel, für Kneipen, Theater und all die anderen derzeit Ausgegrenzten auch wäre. Jegliches Öffnen muss sich am Infektionsgeschehen, an der Situation auf den Intensivstationen orientieren, und da ist wieder mal nichts klar. Denn die VirusMutationen  bringen neue Unsicherheit. Allein die britische ist inzwischen bis zu 20% vertreten und treibt die Neuinfektionen empor.

Angesichts der schleppenden Versorgung mit Impfstoffen kann nur eine Revolution bei Schnelltests in Kombination mit niedriger Inzidenz Abhilfe schaffen.A Denn erst wenn Infektionen schnell und en masse erkannt werden, wenn die Verfolgung des Infektionsgeschehens wieder möglich wird, sprich: wenn die Gesundheitsämter wieder in der Lage sind, die Rück- und Nachverfolgung der Infektionen vorzunehmen, ist die Einhegung der Pest denkbar. Wir brauchen R-Werte weit unter 1, um zu normalen Verhältnissen zurückkehren zu können.

Minister Spahn hat für den 1. März Schnelltests für jeden Bürger versprochen – ein spätes Ziel, an dem sich Bürger und oppositionelle Politiker wund reiben.  Vielfach wird Spahn für Zögerlichkeiten attackiert, die es angesichts der vielen Toten nicht geben dürfe. Man fordert die Zulassung für Tests, die weder ausreichend geprüft, noch irgendwie validiert sind. Nach dem Motto: Wenn da ein paar Tests falsch ausfallen, ist das weniger schlimm als die rasante tödliche Ausbreitung der Mutanten https://www.freitag.de/autoren/wolfgang-michal/bloss-nicht-das-infektionsrisiko-senken. Dem widersprechen all diejenigen, die es sicher und sauber haben wollen. „Das Ding muss wirklich idiotensicher sein“, titelt die FAZ und verweist darauf, dass die Selbstnutzung falsch oder gar nicht erfolgen, also auch vorgetäuscht sein könnte https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/in-oesterreich-werden-corona-selbsttests-verkauft-17199578.html. Bislang war es ärztlichem oder ApothekenPersonal vorbehalten, die Schnelltests durchzuführen – was bei positiven Ergebnisse immer auch Meldevorgänge und die Aufforderung zu ergänzenden PCR-Tests nach sich zog. Was aber passiert, wenn niemand mehr zur Meldung angehalten und die Infektion – vor allem, wenn sie mild abläuft –   verschwiegen und so weiterverbreitet wird?  Zumal das Ganze noch von aufblühender Arg- und Sorglosigkeit begleitet wird (ich hab ja nichts und kann jetzt …). Keine Ahnung, wie die Regierenden das austeuern wollen.

Natürlich muss es auch mit den Impfungen weiter gehen  – und zwar in hohem Tempo. Doch nebulöse Bestellzurückhaltung, die problematische Aufstockung der Produktuionskapazitäten/Lieferketten mit daraus resultierenden Lieferengpässen stehen dem entgegen. Dabei sind die Infektionszahlen „dank“ Mutantenexplosion schon wieder aufwärts unterwegs. Droht eine dritte Welle?

Tatsächlich geht es auf dem ImpfSchlachtfeld seit Wochen furchtbar zu. Vor allem deshalb, weil die Medien jede nur erkennbare TeilNachricht zur Impfstoffsituation gnadenlos ausschlachten und bis ins Unkenntliche verzerren. Heraus kommen Hiobsbotschaften, die die Impfbereitschaft der Menschen erschüttern und Teile der schon knappen ImpfstoffVorräte „versauern“ lassen. Auch der AstraZenica-Impfstoff ist ein guter Impfstoff sagen Drosten und Spahn, und sie haben Recht, denn die wichtigste Aufgabe, nämlich die vor schweren Krankheitsverläufen zu schützen, erfüllt auch das britisch-schwedische Präparat – egal, welcher Mutant da gegenwärtig um die Ecke kommt. Ungenutzter Impfstoff ist heute Teil des Verbrechens – das trifft auch auf BioNTechDosen zu, die nicht oder nur teilweise voll ausgenutzt werden. Extrem wichtig ist es jetzt, die Impfstoffe gezielt zu modifizieren, sprich: sie im Kampf gegen die Mutanten auf genau deren Veränderung auszurichten. Wenn hier nicht sofort weitere Mittel (mit den dazugehörigen Verwendungsgeboten) bereitgestellt werden, müssen wir damit rechnen, dass das passiert, was im Kapitalismus üblich ist. Dass die derzeitigen Produzenten mit den bisher entwickelten Produkten so lange weiter machen, bis sich ihre Profite verwahnsinnigt haben. Hier muss sofort und direkt über den Staat „gelöhnt“, überwacht und umgesteuert werden.  Niemand weiß zudem, warum Verhandlungen über die Erteilung von Impfstofflizenzen weiterhin ausbleiben. Wie frage ich, soll Europa, wie soll die gesamte Welt geimpft werden, wenn die Immunisierung vornehmlich den Reichen vorbehalten, ansonsten aber endlos verzögert wird. Schließlich ist Covid nur dann zu tilgen, wenn es keine Wirte mehr findet. Auch uns, die wir privilegiert vor uns hinleben, erreicht dieser Egoismus der Erfinder permanent. Denn solange der Virus außerhalb unserer Sphäre herumturnt, schleppen wir ihn über Lieferketten, Wirtschaftsgüter, Pendler, Touristen und Geschäftsreisende immer wieder ein. Worauf der Vernichtungskrieg erneut aufflammen muss. Wieder und immer wieder.

Alles in allem fehlt dem normalen Bürger die Übersicht. Er weiß nicht mehr, wie viel der (vielleicht oder doch in jedem Fall) bestellten Impfstoffe wann und wo eingehen, und wie sich der persönliche Impftermin wohin schiebt. Für die Menschen, die in beengten Verhältnissen wohnen, aber auch für Gastronomen und Hoteliers, für den Einzelhandel, für Künstler, Schulen, Kitas etc. sind das schlechte Zeichen. Vor allem, wenn  die Betroffenen die ineinandergreifenden Prozesse nicht begreifen.

In allen Bundesländern wird kraftvoll daran gearbeitet, Schulen und Kitas wieder zu öffnen. Was ich persönlich für völlig falsch, weil voreilig halte. Hier wird der Verlust einer Generation von Menschen propagandistisch in Stellung gebracht. Ganz so, als ginge die Welt unter. Aber klar, die Sache ist ernst, und viele unserer Mitbürger sind am Verzweifeln, und man wird ihnen bald helfen müssen. Andererseits darf man den Bürger nicht weiter verdummen. Man kann und darf bei Verlust eines Schuljahres nicht vom Verlust einer Generation sprechen. Ein Schuljahr ist immer auch aufholbar.

Natürlich werden sich die Mutanten bei Kita- und Schulöffnung auch auf Kinder und Jugendliche stürzen und von denen auf die dazugehörigen Familien überspringen. Mit leichten bis tödlichen Folgen. Natürlich vorausgesetzt, dass die Substanz vorhanden ist – die eine wie die andere. Doch darüber gibt es kaum Zweifel. Wie immer geht es um die Dosis (im Kleinen) und ums Maß (im Großen). Beides obliegt der künftigen Entwicklung, den Möglichkeiten der Sequenzierung und menschlicher Vorsicht. Was immer auch in Hysterie umgemünzt wird. Wir sind im Wahljahr, und da erlangt vor allem der  gute Karten, der es unkompliziert hinbekommt, der die Freiheit beschwört sowie schnell und vor allem alles öffnet. Leider behütet uns niemand vor diesen Kräften, die buchstäblich über Leichen gehen! Ich spreche hier ganz bewusst nicht von der FDP.

Man muss nicht unbedingt eine Reihung aufmachen, aber eines scheint mir schon jetzt sicher: Die gleichfalls sehr wichtige Komponente des Handelns, die Bereitstellung von Medikamenten gegen die Pest, gerät wieder mal ins Abseits. Dabei müsste gerade in der augenblicklichen Situation mit wirksamen Medikamenten und erst in zweiter Linie mit bereits vorhandenen, vielleicht funktionierendem Ersatzstoffen operiert werden. Manch Besorgter, manch Cleverr versucht jetzt, jedes Influenza- oder Krebsmittel in die CoronaTherapie zu übertragen – mit spektakulären Teilerfolgen, die schnell in sich zusammenbrechen. Niemand teilt uns heute mit, welche Gelder für die Entwicklung neuer, coronaspezifischer Medikamente bereitgestellt wurden und wer diese Gelder vereinnahmt hat. Da taucht ab zu der Begriff Formycon auf, aber offenbar nur, wenn es um die Befeuerung der Börsenkurse geht. Das hinter diesem Namen in der Pipeline befindliche Medikament dürfte erst 2022 die Zulassung erhalten. Aber was ist das denn: 2022 ????

Herr Spahn muss dringend auf die Frage antworten, ob er es nicht auch versäumt habe, ein paar Milliarden zusätzlich in die MedikamentenForschung zu stecken. Schließlich kann sich niemand mit den standardmäßig ablaufenden Forschungsgeschwindigkeiten, die bei Formycon, Regeneron, Eli Lilly und Co. erst in Monaten oder Jahren durchschlagende Erfolge zeitigen dürften, zufrieden geben. Auch auf diesem Feld muss das Tempo extrem erhöht werden. Auch hier ist vor allem Europa, genauer gesagt:  Deutschland

Hallo Autoren, der Brite Roald Dahl …

… hat versucht, die Bedürfnisse von Schriftstellern aufzulisten! Und auch Tips dafür gegeben, wie man diese Leute aufspürt und erkennt.

Solches könnt ihr – je nach Ausprägung eures Narzissmus – mit Freude aufnehmen oder auch zurückweisen ….

 

bitte hineinklicken!

 

 

Quelle: ZEIT-Magazin

 

 

Und es kommt noch besser. Denn bestimmte Leute scheuen sich geradezu, Schriftsteller zu sein oder zu werden, ja mehr noch: Sie führen glaubhafte Argumente ins Feld – dafür, dass sie nicht … Tobias Nazemi hat das faktenreich und witzig auf den Punkt gebracht https://buchrevier.com/:

1. Schreiben

„Ich hab schon immer gerne geschrieben“, sagen die meisten Autoren, wenn man sie nach dem Grund für ihre Berufswahl fragt. Das mag wohl stimmen, aber gilt das auch noch nach zehn, zwanzig Jahren im Job? Manche meinen, dass es nichts Schöneres gibt, als sein Hobby zum Beruf zu machen. Und andere wiederum behaupten das Gegenteil. Als notorischer Pessimist bin ich eher Anhänger des zweiten Lagers. Wer gerne schreibt, tut dies genau so lange, wie er nicht muss. Sobald man muss, wird das Schreiben schnell zur Qual. Man muss abliefern, es muss gut werden, es darf nicht stocken. Wenn es läuft, ist alles ok. Aber wehe, es zieht sich und will und will nicht gelingen, während Verleger, Medien und die treue Leserschaft ungeduldig auf dein nächstes Meisterwerk warten.

2. Verlage

Als junger Autor einen Verlag zu finden, ist wie einen Partner zu finden. Einen fürs Leben, so mit Heirat, Kindern, Einfamilienhaus und gemeinsam alt werden. Das kann klappen, muss aber nicht. Der ersten Verliebtheit und dem Glück, sich gefunden zu haben, folgt oft sehr schnell die Ernüchterung. Man stellt fest, dass man sich eigentlich etwas anderes unter einer Partnerschaft vorgestellt hat. Der Verlag vom Autor, dessen Bücher sich jetzt doch nicht so verkaufen wie geplant. Der Autor vom Verlag, weil er sich ja eigentlich mehr Unterstützung für seine Bücher erhofft hätte, mehr Marketing und PR auch online, mit Blogs und so. Und wie in jeder Ehe müssen sich die Partner irgendwann die Frage stellen, ob sie mit all diesen Kompromissen ewig so weiter leben wollen.

3. Lesen

Ich bin zwar keiner, aber ich kann mir vorstellen, als Schriftsteller liest man anders. So wie jeder Tischler beim Betrachten und Berühren eines Möbelstückes die Qualität von Holz und Verarbeitung prüft und bewertet, so tut dies sicherlich auch ein Autor beim Lesen eines Romans. Das hätte ich jetzt anders aufgebaut, die Figur ist noch zu blass, hier hätte ich wörtliche Rede genommen. Ganz besonders schlimm muss es sein, wenn man Werke von Autoren liest, die in der gleichen Liga spielen. Wie ist das, wenn der „sehr geschätzte Kollege“ zur Buchmesse ein gefeiertes Meisterstück präsentiert, während man selber nur ein passables Gesellenstück abgeliefert hat? Wenn auf einmal ein Nobody daher kommt und schreibt, wie ein junger Gott, ungehemmt, ausdrucksstark und kraftvoll, so wie man selber einmal geschrieben hat – vor zehn, zwanzig Jahren.

4. Rezensionen

Kaum hat ein Autor sein Werk auf den Markt gebracht, geht es auch schon los. Aus allen Ecken stürzt sich die Meute auf den Köder. Die etablierten Kritiker, die Möchtegern-Feuilletonisten, Feenstaub-Blogger, Amazon-Kunden, Lesekreise im Westerwald und all die Buchreviere dieser Welt. Das, woran man Monate und Jahre, Tag und Nacht gearbeitet hat, wo man sein ganzes Können, sein Herzblut, seine ganze Leidenschaft reingesteckt hat – in jedes Kapitel, jede Seite, jedes Wort – das alles wird zerpflückt, seziert, gedeutet und bewertet. Da braucht man als Autor ein dickes Fell, um das alles auszuhalten. Aber letztlich kann man noch froh darüber sein, denn es geht auch schlimmer. Dann nämlich, wenn noch nicht mal ein „langweilig“ oder „überflüssig“ als Wertung kommt, wenn so gar nichts passiert, einfach keine Sau, das neue literarische Werk beachtet.

5. Halbwertzeit

Nach dem großen Roman, ist vor dem noch größeren Roman. Ein Autor kommt, hat er einmal angefangen zu schreiben, nie zur Ruhe. Er muss abliefern, um im Geschäft zu bleiben. Und das im besten Fall jedes Jahr. Entweder im Frühjahr oder im Herbst. Denn wie in der Modeindustrie gibt es auch im Buchhandel das Diktat der Kollektionen. Leipzig oder Frankfurt? Klein oder Groß? Aber egal wo und wie, eines ist sicher: ein halbes Jahr nach der Premiere ist alles vorbei. Wer im März in Leipzig rauskommt, ist in Frankfurt überhaupt kein Thema mehr. Was in der Halbwertzeit von einem halben Jahr nicht passiert, an Besprechungen, Handelsmarketing und PR – das kommt auch nicht mehr. Nicht nur in den Medien, auch im Handel. Und wie heißt es dann? „Tut mir leid – das Buch haben wir nicht vorrätig, aber ich kann Ihnen das bestellen“. Na klar!

6. Lesungen

Bei Musikern kennt man das. Sie verdienen mit Plattenverkäufen kaum noch Geld. Dafür müssen sie auf Tour gehen, Konzerte geben. Auch ein Schriftsteller muss mit seinem Buch tingeln, von Stadt zu Stadt, von Buchhandlung zu Buchhandlung, von Stadtbibliothek zu Volkshochschule. Dafür gibt es ein paar hundert Euro pro Abend und die Einsicht gratis, dass eine Schriftsteller-Karriere nicht wirklich aufregend ist und mit Sex, Drugs und Rock’n Roll absolut gar nichts gemein hat. Männliche Autoren könnte interessieren, dass das Publikum überwiegend weiblich ist, die Kultur Bourgeoisie des Ortes, pensionierte Oberstudienräte/innen, Buchändler/innen, Zahnarzt-Gattinnen nebst Zahnarzt. Die Männer werden zu den Lesungen meist mitgeschleppt und nicken nicht selten nach zehn Minuten auf ihrem Klappstuhl ein.

7. E-Books

Eines ist klar. Schriftsteller zu sein, bedeutet in der Regel: viel Arbeit für wenig Geld. Wenn man es nicht in die Spiegel-Bestseller-Liste schafft oder sich anderweitig an die Sirenen des Mainstream verkauft, wird man es mit dem Schreiben nur selten zu einem Einfamilienhaus am Stadtrand bringen. Es ist also in erster Linie etwas für’s Ego. Ja, ich arbeite als Sachbearbeiter bei der Versicherung, aber eigentlich bin ich ja Schriftsteller. Guck mal, hier ist mein Buch. Wo? Na, hier auf der Festplatte. Im Belletristik-Ordner, die vierte Datei. Klick doch mal drauf! Geht nicht auf dem Kindle. Warum nicht? Weiß nicht – aber toll. Schriftsteller bist Du also? Was schreibst Du denn so für Dateien?

8. Punkt Acht

Sieben Gründe sind schnell gefunden. Sieben billige Ausflüchte, sieben Vorwände, es nicht zu tun. Anstatt sich hinzusetzen, ein weißes Blatt Papier, eine neue Datei und los! Gedanken formulieren, sein Bestes geben. Eine Idee, eine Geschichte, ein Gefühl aus Wörtern konstruieren. Kritisieren ist so leicht, selber machen dagegen schwerer als man denkt. Natürlich hab ich es auch schon versucht und bin kläglich gescheitert. Das war nichts, das würde ich selber nicht lesen wollen. Sieben Gründe müssen her, damit der Blick in den Spiegel erträglich bleibt. Und so kommen wir zu Punkt Acht: Respekt und allerhöchste Wertschätzung für all die Autoren, die die genannten Kritikpunkte natürlich alle kennen und sicherlich noch viele mehr. Die aber trotzdem immer weitermachen, wunderbare und weniger wunderbare Geschichten schreiben und so dafür sorgen, dass auch ich hier immer etwas zu schreiben habe.

8 Gründe, warum ich froh bin, kein Schriftsteller zu sein.

 

 

Ein Buch, das die Augen öffnet

Es ist fast nicht mehr erhältlich. Ich hatte Glück und habe ein letztes Exemplar bei Ebay erstanden. Ein Schatz, ein Gold – dieses Buch von Gustav Regler: Das Ohr des Malchus  https://www.amazon.de/-/en/Gustav-Regler/dp/3462017020

Regler hat es wie kaum ein anderer verstanden, ein glaubhaftes Bild von Vorkriegsdeutschland  zu zeichnen. Er schildert sowohl die revolutionäre Situation nach 1917/18 als auch die „nachrevolutionäre“ Katastrophe. Er brandmarkt die Zustände unter Hitler und entlarvt Stalinisten – Leute,  die linkes Gedankengut und diejenigen, die dieses Gedankengut sauber bewahren wollten, diskreditierten, verrieten und dem Henker anheimgaben. Als DDR-Bürger ist mir beim Lesen dieses Buches einmal mehr klar geworden, dass diejenigen Politiker, die den in Sowjetrussland existierenden Stalinismus überlebt und uns in der Anfangsphase der DDR regiert haben, willenlose, ignorante und gleichgeschaltete Maschinen waren, denen Menschlichkeit und Sensibilität total abgingen.  Selbst nach Stalins Tod wussten diese Typen ihre Machtstellung zu bewahren.

Regler verstand es aber auch, in die Seele der arbeitenden, weit gehend ungebildeten Menschen zu blicken. Weil er selbst politisch tätig war und aus seinen Erfahrungen heraus direkt schöpfen konnte https://www.saarland-lese.de/index.php?article_id=637. Er stieß bei Menschen, denen er tendenziell zugeneigt war, auf höchst unerklärliche Verhaltensweisen – auf Reaktionen, die ihn abstießen und verzweifeln ließen.  Im folgenden Beispiel wird klar, dass Menschen, die unter Hitler gelitten hatten und das auch direkt beweisen konnten, im politisch vergifteten Umfeld weder Verständnis, noch Zuspruch fanden. Ja, im Gegenteil: ausgebuht und verachtet wurden. Ein Sacherhalt, den wir uns aus der heutigen Lage heraus nicht vorstellen können … der aber irgendwie klar macht, warum Hitler bestehen konnte …

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Tote über Tote, und niemand legt konsequent die Bremse ein

https://rp-online.de/politik/deutschland/die-vergessenen-auslaendische-pflegekraefte-in-privathaushalten_aid-55746445Die immer noch hohen TotenZahlen sind einfach empörend. Es wird höchste Zeit, die Schuldigen, die Leidenden, die Ignoranten zu benennen und vor und in Pflegeheimen gründlich aufzuräumen. Ich gehe davon aus, dass die meisten Pflegekräfte engagiert arbeiten, dann aber – ebenso wie die Betreiber der dazugehörigen Institutionen – völlig überfordert sind. Es sei denn, sie verhalten sich bewusst kontraproduktiv und spielen sich als Götter auf. Letzteres scheint sich jetzt mehrfach zu bewahrheiten. Ein hoher Prozentsatz der an Covid-Erkrankten wird gar nicht erst ins Krankenhaus überwiesen und stirbt im Altenheim https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/fakt/videosextern/stille-triage-in-pflegeheimen-100.html– auf Wunsch der Betroffenen, um eine wahrscheinliche Intensivstationsquälerei zu vermeiden oder aus Bequemlichkeit. Die Triage außerhalb der Intensivstation ist offenbar gang und gäbe. Für dieses „Auswahlprinzip“ muss endlich ein ethisch bestimmtes Gesetz her !!!

Hinzu kommt die Tatsache, dass es nach wie vor kein flächendeckendes Reglement für Alten- und Pflegeheime sowie für allein lebende und von zumeist illegal beschäftigten Ausländerinnen betreute Senioren und Seniorinnen gibt https://rp-online.de/politik/deutschland/die-vergessenen-auslaendische-pflegekraefte-in-privathaushalten_aid-55746445. Viele der zu Schützenden werden tagtäglich von infizierten Pflegern, Besuchern und illegalen Pflegekräften infiziert – und das hört nicht auf! Weil das hier erforderliche   Reglement strikt und etwas brutal durchgesetzt werden muss. An dieser Stelle nämlich – wo es um Leben und Tod geht – muss die EndlosDiskutiererei, das endlose Geschwätz von Demokratie und Freiheit aufhören. Ich bin für eine sofortige Impfpflicht für Pfleger/Pflegerinnen – verbunden mit einer Prämie für besonderen Einsatz. Wer keine Oma hat, mag solches Denken wiederum atackieren. Ich halte Überleben für ein Menschenrecht – zumal Nebenwirkungen bei Impfstoffen nahezu auszuschließen sind. Schwere Fälle sind extrem selten. Experten sprechen von 3 Fällen pro 1 Million Geimpfte. Über Spätfolgen diskutiert man auch bei anderen, neu geschaffenen Medikamenten nicht. Wie auch sollte verlässliche Prävention funktionieren, wenn man Jahrzehnte abwarten müsste, bevor ein Präparat zugelassen wird.

Für Besucher von Alten- und Pflegeheimen müssen der Schnelltest und entsprechende Schutzkleidung  zu 100% verbindlich sein!

Kann Nawalny das Gas abdrehen?

Sorry, aber da fragt man sich doch, ob die Dame alle Tassen im Schrank hat. Fordert sie doch nun auch, dass Nordstream 2 stillgelegt wird. Frau Baerbock ist da offenbar ebenso zu spät wie Claudia Kemfert https://www.rnd.de/politik/baerbock-fordert-endgultigen-baustopp-fur-nord-stream-2-ein-absolut-fatales-projekt-4HXO77PRRFAZL5NM5XOICZUKXM.html. Beide haben es offenbar verpasst, ihre Einwände gegen Gasimporte rechtzeitig, und zwar vor Beginn des Projektes, anzumelden https://www.youtube.com/watch?v=RY-EptqBqlo.

Hinterher ist man immer schlauer, oder aber man hat keine Ahnung, keine Infos oder Nawalny in petto. Das Wiederaufkochen des sinnlosen Vorschlags, Putin wegen der derzeit laufenden Proteste bestrafen zu wollen, zeugt von Null Durchblick, resp. völligem Verlust, was ökonomisches Denken angeht. Denn zum einem kann der relevante Gaskonzern sein attraktives Gas überall hin exportieren. Zum anderen ist derjenige, der dem deutschen Steuerzahler den bei Stillsetzung eintretenden Verlust aufbürden will,  ein schlechter Berater. Zudem einer, der Amerikas Ambitionen, das ekelbelastete Frackinggas in Europa abzusetzen, unterstützt. Denn irgendein Gas wird schon kommen – selbst wenn man hier und da glaubt, es nicht importieren zu müssen. Übrigens könnte auch Deutschland das aus Russland übertragenes Erdgas mühelos überall hin verkaufen, wenn es denn im Überschuss vorhanden ist.

Wer etwas weiter denkt, könnte aber auch darauf kommen, dass wir Erdgas für die Gewinnung von Wasserstoff, in jedem Fall aber im Rahmen einer Brückentechnologie bei Auslaufen  von Atomenergie und Braunkohle brauchen. Vor allem dann, wenn die Braunkohle nicht erst 2038, sondern bereits 2030 stillgesetzt würde. Aber darauf kann Frau Baerbock, die sonst alles Mögliche gegen die Braunkohle in Bewegung setzt, offenbar nicht kommen. Und die Kämfert hat den früheren „BraunkohleSchluss“ und  die Unsinnsstrategie bei E-Autos ganz sicher nicht „eingepreist“.

Sich dafür einzusetzen, dass die Korruption, mafiöse Machenschaften und ähnliches in Russland bekämpft werden, ist lobenswert. Es sollte allerdings denjenigen überlassen werden, die es ursächlich angeht. Nawalny hat das Thema sicher zu Recht aufgegriffen, scheint aber ansonsten nichts, aber auch gar nichts im Köcher zu haben (ist er nun ein Rechter, ein Antisemit, ein Russlandzerstörer, ein Linker, ein Revolutionär, für den 1917 erst der Anfang war, ein bloßer Vandale, ein Narziss ohne Goldmund, ein Verführer, dem alle Trottel auf den Leim gehen?). Tatsächlich tut sich hier erneut die Frage auf: Wer ist Nawalny? Ich habe dazu in meinem neuen Buch „Ich habe euch gewarnt“ wie folgt referiert https://www.stoerfall-zukunft.de/category/meine-buecher/:

Der Fall Nawalny: Wer ist Nawalny und welche Politik verfolgt er? Ist er ein Rechtsextremer, ein Aufwiegler um des Aufwiegelns Willen, ein Patriot, der Russland in die Demokratie führen will oder ein Parteigänger des Westens, der Russland filetieren möchte? Wie sieht sein Programm aus?. Wir, die Medienkonsumenten, müssen mit dem klar kommen, was uns ARD und FAZ tage- und wochenlang servieren.

Was mit einiger Sicherheit feststeht: Nawalny wurde vergiftet, was zweifellos ein Verbrechen ist – von russischer Seite aber bestritten wird. Wenn Vergiftung: Wo und wann fand sie statt. Wer hat sie durchgeführt? Wer ist in der Lage, in kürzester Zeit ein Spezial- flugzeug bereitzustellen, um es offiziell oder an den russischen In- stitutionen vorbei nach Berlin zu schicken? Welche Kräfte agieren da im finsteren, rechtsfreien oder doch freien Raum? Fest steht, dass die Vergiftung in Russland stattgefunden hat und deshalb auch dort aufgeklärt werden muss. Fest steht auch, dass diejenigen, die die Vergiftung festgestellt haben, nicht bereit sind, die Analyseergebnisse vollinhaltlich bekannt zu geben. Und auch nichts tun, um eine unabhängige internationale Untersuchung zu ermöglichen. Wem nützt die Vergiftung Nawalnys, muss man wohl fragen, wenn man plausible Antworten erwartet. Hier im Westen wird diese Frage gar nicht erst gestellt. Man braucht wohl ein bashingtaugliches Ergebnis …

Nord Stream 2 mit dem Fall Nawalny zu verknüpfen, ist mehr als hirnrissig. Wer das Projekt jetzt stoppen will, muss voll blind sein. Sollen 90% der Ausrüstungen im Meer verrotten? Soll der deutsche Steuerzahler für die Verluste der beteiligten Firmenaufkommen? Die Kritik an der Gasleitung hätte vor dem ersten Spatenstich erfolgen müssen. Doch erst heute wird energisch da- nach gefragt, ob wir das Gas überhaupt brauchen. Claudia Kemfert sagt NEIN.

Nachtrag vom 21. Dezember: Nawalny gibt vor, einen auf ihn angesetzten FSB-Agenten enttarnt zu haben. Der Mann habe seine Beteiligung an der VergiftungsAktion zugegeben10.Pralle Knalltüte: Niemand kann glauben, dass der FSB zur Einschüchterung/Tötung eines so bekannten PutinGegners unfähige, selbstverräterische Idioten einsetzen würde. Sehr viel wahrscheinlicher ist, dass Nawalnys Botschaft ein vom Westen gesteuertes Komplott darstellt. Fieses Bashing – dem ungebildeten Bürger serviert; billig und primitiv aus der Sicht derer, die poli- tisch denken können.

Diesen Ausführungen muss ich aktuell folgende Fragen hinzufügen:

Frage 0: Mit welchen Geldern, Telefon-Nummern und Geheimdienst-Tools wurde Nawalny ausgestattet, bevor er wieder nach Russland einreiste?

Frage 1: Wo befindet sich der gigantische Prunkpalast von Putin? Wie war es bei der extremen Bewachung von Regierungsinstitutionen möglich, die Innenräume zu fotografieren/zu filmen? Wer sagt, dass Putin in diesem Palast regiert?  (Putin ist in keinem der Räume zu sehen). Woher stammt die wahnwitzige Zahl zu den Investitionskosten? Warum billigt man Putin keinen repräsentativen Sitz zu? Über den verfügt fast jeder Staatspräsident in den entwickelten Industrieländern – ja sogar in Afrika.

Frage 2: Warum gibt es über die Person von Nawalny und dessen politisches Programm hier zu Lande Null Informationen?

Frage 3: Warum erwägen Baerbaum und Co. überhaupt nicht, dass Nawalny von Leuten vergiftet wurde, die Putin schaden wollen?

Da hab‘ ich mal die Wut gekriegt …

Hätte ich mir nicht geschworen, meine Haltung zum politischen Geschehen aus Informationen unterschiedlichster Richtung zu generieren, wäre ich oft versucht gewesen, nicht nur die FAZ, die WELT und den SPIEGEL, sondern auch ND, Junge Welt, die Granma International und nun auch den Freitag einfach so, ich meine: kleinteilig  in die Tonne zu hauen. Weil mich viele Beiträge einfach nur ärgern statt mich aufzuklären. Wenn ich in diese Zerreißprobe auch den Freitag einbeziehe, dann, weil ich seine liberal linke, moderat kritische Haltung aus der VorCoronaZeit nicht wieder finde.  Stattdessen aber ein extremes Herumgehacke auf denen, die das Coronageschehen zu lenken versuchen. Das geht nun schon viele Ausgaben lang, und ich verstehe nicht, ob die pandemierelevanten Wegweisungen auf angehäuftes Unwissen, auf den Wunsch nach Beifall aus bestimmter Richtung oder aber auf den eingesogenen Vorsatz zurückgehen, dass politische Gegner a priori etwas falsch machen.  Gut möglich, dass von allem etwas dabei ist. Auf jeden Fall könnte man auf den Gedanken kommen, dass es in der Redaktion „nur“ Geisteswissenschaftler, aber keine Wissenschaftler mit Mathe-Gen gibt. Anders jedenfalls ist nicht zu begreifen, wie man das Coronageschehen und die dazu gehörenden Maßnahmen so missdeuten kann.

Es scheint beim Freitag abgemacht, dass praktisch alles falsch gemacht wurde https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/leben-lernen, dass die Politik den Einflüsterungen windiger Epidemiologen vom Schlage eines Drosten, den Erfahrungen aus unzähligen Ländern einfach aufsaß und die Sache profitgesteuert gegen die Wand fuhr. Weil es ja immer ums Geld und dessen Vernichtung geht.

Wie hinterhältig und weltfremd ist es denn, wenn man mit dem Wissen von heute den großen Schlaumeier ausfährt  – und dann auch noch den falschen. Folgt man dem Vorschlag von Herrn Augstein, dann hätten – nicht vornehmlich, sondern ausschließlich – 22 Millionen Gefährdete in Deutschland geschützt werden müssen (so viele sind das nämlich, und die sind tatsächlich nicht alle im GreisenAlter!). Was eine vollkommene Isolation und die Bereitstellung der für die partielle Behandlung nötigen medizinischen Mittel erfordert hätte. Beides sind Undinge, denn wie hätte man die außerhalb der Alten- und Pflegeheime lebenden Menschen (ca. 80% der angesprochenen Gruppe) abschotten können. Und wo sollten die PCR und Schnelltest vor neun Monaten herkommen – wo es doch kaum ordentliche Masken gab. 

Im Übrigen sind die Viren ja nicht vom Himmel gefallen, sondern haben die alten Menschen erst nach Monaten über KontaktKontakte aus der GenerationenKette erreicht. Corona war also schon lange da, bevor Gefährdete in Größenordnung erreicht und getötet wurden. Wer zudem glaubt, dass man die übrige Bevölkerung schutzlos den Viren hätte ausliefern können, ist ebenso auf dem Holzweg. Denn jedes Kind weiß heute, dass so genannte leichte Verläufe – vor allem diese (!) – in vielen Fällen zu schweren Folgeschäden führten und weiterhin führen. Zu glauben, dass die Masse der unter Siebzigjährigen das alles relativ unbeschadet überstanden hätte und dann auch schön immun wäre, ist folglich ebenfalls falsch. Hinzukommt, dass den zitierten Studienergebnissen z. T. völlig andere entgegenstehen – die offenbar unter den Teppich gekehrt wurden (FAS vom 17. Januar 2021, S. 9: „INZIDENZ“; https://www.hr.de/presse/fernsehen/hr-im-ersten/2021/ard-extra-die-corona-lage,ard-extra-die-corona-lage-100.html; div. NDR-CoronaUpdates mit Drosten und Ciesek).

Schulen (Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 20 Jahren), Supermärkte, Skipisten, öffentliche Verkehrsmittel und FitnessCenter bieten selbstverständlich extreme Ansteckungsmöglichkeiten – so denn eine bestimmte VirusLast herumgeistert. Oder glaubt jemand, dass die Ereignisse von Hildburghausen auf „ausstrahlende Altenheime“ zurückzuführen sind?  Letztere aus heutiger Perspektive als absolute Hotspots aufzufinden, ist keine Kunst https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/einsam-und-verlassen. Ja, jetzt sind die Viren dort zu Hauf angekommen, und man stirb dort auch vorrangig! Und JA: An dieser Stelle hätte der Staat schon vor Wochen rigoros einschreiten und sowohl den Pflegekräften als auch den Besuchern strenge Tests, ansprucholle HygieneMaßnahmen – und ja: auch das Impfen –  auferlegen müssen. An dieser Stelle die Kritik aufzumachen, wäre richtig gewesen. Doch gerade hier wird relativiert und Verständnis für die Pfleger suggeriert, die sich vor der Impfe angeblich mehr fürchten als vor Corona. Solche Sortierung ist nicht nur fahrlässig, sie ist dumm. Tut mir leid, wenn ich hier irgendwem auf die Hand trete. Man muss einfach den Eindruck haben, als wüssten die in Frage kommenden Journalisten auch jetzt noch nicht, wie Corona tickt. Sie sollten sich tatsächlich die 72 Folgen des NDR CoronaUpdates einmal gründlich reinziehen und dann Drosten vorzuwerfen versuchen, er habe keine Ahnung, wie soziale Kompetenz aussehe.

In Zeiten wie diesen haben Menschen, die ihr Fachwissen in den zurückliegenden Monaten über die Geschehnisse mit Covid 19 erweitern konnten, natürlich das Sagen. Ihnen bei der Beratung der Regierung eine unzulässige Dominanz vorzuwerfen, ist irrwitzig. Sollen die Virologen/Epidemiologen etwa von 10 zusätzlich beigestellten Fachleuten aus anderen („sozialkompetenteren“) Sparten – von Leuten, die den Erklärungen der Wissenschaftler vielleicht nicht einmal folgen können – überstimmt werden. Weil das nach Demokratie aussieht?

Merkel hat Scheiße gebaut, Spahn macht nur Mist und Scholz haut gewissenlos das Geld raus – diese Clique muss offenbar weg und ersetzt werden ….. na: durch wen denn? Durch Bodo Ramelow vielleicht, durch den Mann, der ständig herumschlingert und jetzt endlich den total schlimmen Lockdown fordert (ich wäre plötzlich für ihn!). Oder durch den FDP-Kaspar, der außer der 5%-Hürde nichts, aber auch gar nichts, an CoronaWissen auf dem Schirm hat?

Ich bin es leid, den Schimpftiraden weiter zu folgen. Eben war Spahn noch Schuld, dass es mit dem Impfen so langsam geht, jetzt schießt man sich auf andere ein. Weil Schießen zum TraumSport geworden ist – selbst dann, wenn man nur ins Weiße trifft.

Zurück zur Sachlichkeit: Niemand hat Spahn entlastet, obwohl doch längst klar ist, dass der die Produktion des Impfstoffes gar nicht beeinflussen kann. Dass heute manche Impfstoffdosis  nicht in reiche EU-Länder, sondern auch mal an UN-Organisationen und -Projekte (Gavi und CEPI) geht, sollte uns freuen – und das Jammern auf höchstem Niveau immer mal abklemmen https://www.ardmediathek.de/daserste/video/panorama/panorama-vom-21-januar-2021/das-erste/Y3JpZDovL25kci5kZS8zN2Y1Nzg1MS0yNWVkLTRjZDUtOTM1NS1kNDM5ZTA1Mzk2YmU/. Wir sollten geduldig sein und die ImpfstoffGeilheit etwas zurückstellen. Und Bescheidenheit demonstrieren. Doch wie man sieht, wird da eher geschwiegen.

Wie schön wäre es doch gewesen, wenn auch der Freitag die Bewältigung der Krise als gesamtgesellschaftliche, parteiübergreifende Aufgabe empfunden hätte. Wie gut wäre es gewesen, wenn er zeitnah (und nicht aus sicherer Entfernung) dazu beigetragen hätte, Kooperationen zu fördern, wenn er mitgeholfen hätte, die in anderen Ländern gemachten Erfahrungen zu transportieren – statt davon auszugehen, dass überall nur „deutschenähnlicher Mist“ gemacht werde.

Mein Fazit ist kurz: Wir brauchen alle Kräfte, um die Krise zu meistern – auch die widerständigen, wenn sie bei den Fakten bleiben. Immerhin hat niemand, hat kein Land der Welt, den vom Freitag propagierten Weg zur Bewältigung der Krise eingeschlagen. Warum wohl nicht? Weil alle relevanten Entscheidungsträger Idioten sind? Weil es um Geld geht? Oder weil es eine überwiegende Mehrheit für Strategien gibt, die auch von der deutschen Regierung verfolgt werden?

Vom Schweden-Modell will ich nicht sprechen. Das ging – wie man längst weiß – auch voll in die Hose.

Statt Polemik bitte mehr Konkretes!

Es ist einfach nur ärgerlich, was der sonst so souveräne Jacob Augstein zum Thema „Corona“ ablässt https://www.freitag.de/autoren/jaugstein/unheilige-allianz. Wieder wird nur abgewatscht, statt sachlich zu informieren. Was sollen Hinweise auf größere Bestellerfolge der USA oder Israels (will J.A. die sonst so verfemte Spekulation auf Dinge/Geschehnisse/Kurse … nun für Impfstoffe hoffähig machen?). Warum trifft er die Polizei gerade vor Schlitten fahrenden Kindern? Warum erklärt er Drosten und die Riege der WissenschaftsJournalisten zu FachIdioten (ich denke dabei insbesondere an die engagierte und überaus intelligente Korinna Hennig)? Und wieso spricht er- völlig übertrieben – von einer Notstandsregierung?

Jacob Augstein hätte sich rechtzeitig mit seiner Kollegin Baureithel kurzschließen sollen https://www.freitag.de/autoren/ulrike-baureithel/das-impfdebakel. Sie hatte es drauf, ausgewogener und sachkundiger zu berichten. Aber auch ein Blick in die FAZ Sonntagszeitung (o, wie übel!) hätte hier weiter geholfen https://www.faz.net/aktuell/gesellschaft/gesundheit/coronavirus/holpriger-impfstart-haette-spahn-es-allein-machen-sollen-17136415.html. Auch die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Frau Prof. Alena Buyx, vermittelt anschaulich, was man spartenübergreifend wissen muss (FAS vom 10. Januar 2021, S. 11: „Das Ringen ums richtige Maß ist anstrengend“).

Der harzige Impfkomplex – das kann man nach sorgfältiger Recherche schnell feststellen –  ist eben nicht mit ein paar bösen Schlägen gegen Spahn und Co. aufzulösen.

https://rp-online.de/panorama/coronavirus/corona-warum-steigt-die-zahl-der-infizierten-derzeit-weiter-an_aid-55598061

 

Joe Biden hat es offenbar geschafft …

… Wer sich aber einbildet, dass sich dadurch die Beziehungen zu den USA substanziell ändern, ist auf dem Holzweg. Gewiss: Der künftige Präsident wird einige der schlimmsten Fehlpässe von Trump rückgängig machen  (WHO, Klimakonferenz etc.), an anderen Forderungen der Vereinigten Staaten (Umfang der  europäischen  Rüstung, Zölle etc.) aber zweifellos festhalten. Vergessen wir nicht: Biden war vor Obama, z. T. auch während der Regierung Obama, ein Falke, ein Scharfmacher, der  amerikanische Einmischungen überall guthieß und so auch den Irakkrieg mit zu verantworten hatte https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-rueckkehr-der-us-falken-das-netzwerk-von-joe-biden-100.html – und voll auf die Vormachtstellung der USA setzte.

Dass Biden jetzt den freundlichen Nachbarn gibt, muss folglich nichts bedeuten. Es sei denn, man empfinde die Ablösung des Vorgängers als so wohltuend, dass selbst geringfügige Verbesserungen wie Weltwunder wirken.

https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/abstieg-auf-raten

https://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2020/Wuerde-Biden-gewinnen-Alles-gut-fuer-Deutschland,biden114.html