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Der erste komplexe Vorschlag zur Beendigung des Ukrainekonfliktes

Es kommt einer Katastrophe gleich, dass es von Seiten des Westens, vor allem aber auch von Seiten Deutschlands keinen offiziellen Vorschlag für einen Waffenstillstand/Frieden im Ukrainekonflikt gibt. Die Chinesen, die Afrikaner, die Brasilianer etc. haben sich dazu geäußert. Scholz & Co. tun nichts an dieser Stelle. Und üben nur schaurige Solidarität, sprich: nehmen mit dem aussichtlosen Freiheitskampf/mit dem brutalen Stellvertreterkrieg fortlaufend Tausende Tote in Kauf. Traurig, dass dann Privatpersonen in die Bresche springen müssen. Prof. Peter Brandt, Prof. Hajo Funke, General a.D. Kujat und Prof. Horst Teltschik haben am 9. September in der Berliner Zeitung einen mutigen Plan nicht nur für die Beilegung des Konfliktes, sondern auch für die darauffolgende Zeit bis zum Abschluss einer europäischen Friedensordnung vorgelegt. Etwas, auf das z. B. Rheinischen Post bis heute nicht mit einem Wort eingegangen ist. Der Berliner Zeitung als derzeit einziger Tageszeitung, die an dieser Stelle ausführlich berichtet, ja mehr noch: als einer Zeitung, die wenige Tage darauf einen völlig konträren Beitrag und damit eben ein komplettes Meinungsbild von sich gibt, ist deshalb doppelt zu danken.

Zurück zum Vorschlag der vier besorgten Bürger. Ich empfehle ausdrücklich, den dazugehörigen Text komplett zu lesen https://www.berliner-zeitung.de/open-source/ukraine-krieg-ein-frieden-durch-verhandlungen-ist-moeglich-li.386287

– aber auch festzustellen, was der bellizistisch agierende Gegenspieler Klaus Wittmann zum Thema vorbringt https://www.berliner-zeitung.de/open-source/ukraine-krieg-die-fatalen-folgen-eines-verhandlungsfriedens-li.418959.

Wenn Letzterer moniert, dass Brandt, Funke, Kujat und Teltschik das Verbrecherische an Putins Feldzug zu wenig herausgestellt und die Ukraine mit ihrem Vorschlag düpiert und damit den Freiheitswillen der Freien Welt insgesamt beschädigt haben, dann stellen sich bei mir die Ohren auf. Klar: Putin ist ein Verbrecher, wie es nur wenige auf der Welt gibt (da fallen mir auf die Schnelle nur Truman, Bush jnr., Stalin, Hitler, Mao, Pinochet und die Nordkoreaner ein). Putin ist der Prototyp eines Imperialisten, der glaubt, tun und lassen zu können, was ihm gefällt, der sich Länder und Menschen greifen und in „eigene Reich“ einverleiben kann. Putin muss geächtet und dauerhaft aus dem Verkehr gezogen werden – ein innerrussisches Problem. Mit einem Nach-Putin-Russland wird man weiter verhandeln, leben und sich kulturell und wirtschaftlich austauschen können/müssen (?).

Soweit zur Beurteilung des aggressiven Angriffs selbst. Zur Kriegsschuld muss sehr viel weiter ausgeholt werden. Hier trifft es auch den Westen und die Ukraine. Dazu habe ich in den zurückliegenden Monaten ausführlich geschrieben, u.a. unter https://www.stoerfall-zukunft.de/das-problem-darf-nicht-mit-schweren-waffen-es-muss-diplomatisch-geloest-werden/.

Nach unserem Demokratieverständnis muss sich jeder Bürger einer imperialistischen Aggression entgegenstellen. Fragt sich, um welchen Preis und in welcher „Gefechtslage“ eine solche Haltung umsetzbar ist und wann man (notgedrungen) von ihr Abstand nehmen muss. Im Fall Ukraine ist der Blutzoll unvertretbar hoch, weil der Gegner in der vorliegenden „Konstruktion“ haushoch überlegen ist (das aber bisher nur bei unverantwortlichen Raketenattacken gezeigt und mit dem Verzicht auf Gegenoffensiven eine mögliche Besiegbarkeit an der Front suggeriert hat). Niemand kann von einem Volk erwarten, dass es sich und seine Infrastruktur sukzessive auslöschen lässt. Das Leben gibt es nur einmal, und ein Wiederaufbau aus dem Fast-Nichts heraus dürfte Jahrzehnte dauern. Ganz zu schweigen von dem bislang völlig ungelösten Vorhaben, Misswirtschaft und Korruption, die Herrschaft der Oligarchen, zu tilgen.

Ich wiederhole mich: Der Westen lässt seit mehr als zwei Jahren Tausende, oft schon schwer lädierte und traumatisierte ukrainische Soldaten für einen westlichen Freiheitsbegriff kämpfen und verbluten. Und profitiert noch dabei: Er kann die Bestände alter Waffen kostengünstig verhökern und den Konkurrenten Russland wirtschaftlich und militärisch schwächen.

Für mich ist klar, dass dieser Krieg von keiner Seite zu gewinnen ist. Und dass es auch nicht dazu kommen wird, dass Russland vor jeglicher Vereinbarung seinen Abzug aus den besetzten Gebieten erklärt. Letzteres dennoch anzustreben, ist – ganz im Gegensatz zu Wittmann – kompletter Wahnsinn. Um den Krieg zu beenden, muss ein vorläufiger Raubfrieden – ganz so wie es die vier Autoren beschreiben – akzeptiert werden. Später müssen vorläufige Ergebnisse mit Hilfe der UNO/der Weltgemeinschaft/der großen politischen Bündnisse nivelliert, korrigiert oder annulliert werden.

Derzeit kann sich niemand den drohenden, endlosen Stellungskrieg, der kein Ergebnis zeitigt, leisten – auch Deutschland nicht. Rein wirtschaftlich hat der Krieg schon jetzt auch den Westen unendlich viel Geld gekostet. Geld, dass die Steuerzahler in den jeweiligen Ländern auch dann aufbringen mussten, wenn sie gegen den Konflikt votierten. Von den konjunkturellen Einbrüchen, von Inflation und Einbußen beim Lebensstandard will ich gar nicht reden.

Mein Appell geht an den bislang einzigen Profiteur – die USA, die Ukraine zum Einlenken, d. h. zum Abgehen von den derzeitigen Maximalforderungen, zu bewegen. Er geht aber auch an alle westlichen Bündnispartner, endlich zu erklären, dass die Ukraine diesen Krieg nicht gewinnen kann. Weder mit Hilfe gefälschter Verlustzahlen (s. Wittman, der die Zahlen unbesehen glaubt), noch aus rein militärtechnischer Sicht nicht. Denn die Vielzahl der vom Westen bereitgestellten – z. T. uralten Waffen – bringt größte Probleme mit sich. Abgesehen davon, dass es eine Frechheit ist, die Ukrainer mit alter Technik zu beliefern, können mit einer solchen Ausrüstung nur punktuelle Teilerfolge erzielt werden. Hinzu kommt eine totale Irritation/Hilflosigkeit. Fallen nämlich die Waffen des Rüstungskonzerns A aus, dann sind die Mannschaften nicht in Lage, in der Nachbarschaft verfügbare, aber völlig anders konstruierte, vom Rüstungskonzern B stammende Waffensysteme zu bedienen. Dieser Situation steht ein Feind gegenüber, der moderne und einheitlichen Waffensysteme in unendlicher Folge nachproduzieren und einsetzen kann. Und zudem das Know-how aus erbeuteten westlichen Waffen schöpft. Das wiederum wird keinen aktuellen technischen Stand repräsentieren und im Umkehrschluss deutlich machen, dass der Westen um keinen Preis, Ausrüstungen aus dem Hightech-Waffenprogramm exportiert hat und exportieren wird. Ein Sieg der Ukraine wird damit in weite Ferne gerückt.

Fragt sich, ob die Erkenntnisse aus erbeuteten russischen Waffen in umgekehrter Richtung Wunder bewirken oder eben nur die Patsituation befestigen.

Weiterhin Säbelrasseln und Kompromisslosigkeit und … Menschen, die dem Krieg entfliehen wollen

Olaf Scholz vor einem Panzer der Bundeswehr, Analena Baerbock in einem Flugzeug der US-Airforce, „Panzer-Toni“ Hofreiter mit grünem Kriegsgebrüll, die Strack-Zimmermann auf Kurs der Rüstungsindustrie, Michael Roth mit Kampfflugzeugen für die Ukraine, Pistorius mit offensiven Taurus-Prognosen und all die ParteiOberen mit klarer Geste für die Fortsetzung des Ukrainekrieges.

Ich frage mich, wo die deutsche Politik gelandet ist, wie sie gegen mehr als 60% der Bevölkerung noch so regieren kann, wie sie regiert. Ich frage mich, wie unser Land das wieder gutmachen, wie es die Verantwortung für den Tod von russischen Soldaten durch deutsche Waffen übernehmen will. Ich frage mich, wie je wieder ein gutes Wort mit einem Russen gewechselt werden – oder zwei Level darüber – eine europäischen Friedensordnung unter Einbeziehung Russlands auf den Tisch kommen soll.

Die kompromisslose Formel, dass man die von Putin vereinnahmten Gebiete um jeden Preis zurückerobern müsse, aber auch die Tatsache, dass der Agressor Putin anektiertes Land nicht preisgegebn will – beides stiftet täglich neues Leid. Trotzdem ist nicht ansatzweise an eine Konfliktlösung, geschweige denn an einen Sieg einer der beiden Seiten zu denken. Die nahezu erfolglose Offensive der Ukraine wird schon in einem Monat im Schlamm versinken, und Putin wird unverändert dagegen halten. Was nichts anderes bedeutet, als dass man wieder da ist, wo man immer war: im bewegungslosen, aber wiederum tödlichen Stellungskrieg, am Gegenüber ohne Entscheidung. Dass dafür Tausende Soldaten ins Gras beißen mussten und müssen, dürfte auf beiden Seiten als Heldentum deklariert werden. Freilich mit dem Unterschied, dass eine Seite den gerechten Krieg führte. Aber tot ist eben tot. Und das Leben gibt es nur einmal.

Abgesehen von einigen irrsinnigen Patrioten will kein Mensch freiwillig in den Krieg – auch … in keinen Verteidigungskrieg. Der – mit modernen Waffen ausgetragen – noch brutaler ist als es die zurückliegenden Weltkriege waren. Die Überlebenschancen sind gering und die edlen Motive schnell aufgebraucht – wenn, wie zumeist – der Tod oder das Krüppeldasein ansteht. Für wen kämpfen die Soldaten. Auf der einen wie auf der anderen Seite für ein korruptes Regime, das von Autokraten und Oligarchen beherrscht wird. Für Länder also, in denen totale Rechtlosigkeit herrscht, für Länder also, die Demokratie nicht einmal im Ansatz kennengelernt haben. Denn auch Timoschenko, Poroschenko, Melnyk, ja eigentlich alle, die in der Ukraine herrschten/herrschen und etwas zu sagen hatten/haben, rochen bzw. riechen nach bösestem Wildwuchs. Da ändern auch die jüngsten Massenentlassungen aus Militär und Versorgung gar nichts. Nimmt man die Tatsache hinzu, dass der gewählte Präsident Janukowitsch durch einen Putsch vertrieben wurde, dass auf dem Maidan bezahlte Demonstranten mitmischten, dass damals Schüsse fielen, für die es bis heute keine Erklärung gibt, nimmt man hinzu, dass US-Politiker monatelang die ukrainische Regierung „verstärkten“ und Biden jnr. die politische Einflussnahme durch finstere Eskapaden auf dem Energiesektor begleitete, dann ist plötzlich unklar, welche Werte dort verteidigt werden.

Vom Regime Putins muss ich gar nicht erst reden. Es spiegelt die Autokratie in ihrer aggressivsten und verabscheuungswürdigsten Form (der russischen Bevölkerung werden Informationen und fundamentale Rechte vorenthalten. Russland führt einen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine – auch gegen zivile Einrichtungen und Infrastruktur, was einen permanenten Bruch des Völkerrechts bedeutet). Aus der komplizierten Gemengelage resultiert eine indoktrinierte, verblendete und reglementierte Bevölkerung, die Putin mehrheitlich folgt, andererseits aber weder eine kraftvolle Opposition hervorbringt noch nennenswert unterstützt – ja mehrheitlich tatenlos zuschaut, wenn Dissidenten für Jahrzehnte weggesperrt werden.

Männer, die dem Krieg entfliehen, stehen grundsätzlich in schlechtem Ruf. Auf ukrainischer Seite, weil sie den Freiheitskampf einfach aufkündigen, auf russischer Seite, weil sie ebenfalls als unpatriotisch und feige gelten. Dass die Ukraine von der EU verlangt, geflüchtete Landleute auszuliefern, zeugt davon, dass man Menschen auch gegen ihren Willen in den Tod schicken möchte. Vermutlich, weil es ein zu rechtfertigender, sprich: gerechtfertigter Tod zu werden verspricht. Einfach ekelhaft, da doch der Wille, an keinem Krieg, an keiner Selbstvernichtung teilzunehmen, ein urmenschliches Verlangen darstellt (im Gegensatz dazu ist lt. Internationalem Recht ein Land, dass angegriffen wird, berechtigt, Soldaten – auch gegen ihren Willen – einzuberufen und zum Kampf zu verpflichten).

Interessant auch, dass der Westen russischen Deserteuren – ganz gleich, ob sie bereits einberufen oder vor der Einberufung geflohen sind – seltener Asyl gewährt als ukrainischen https://www.tagesschau.de/inland/asyl-kriegsdienst-verweigerer-russland-100.html. Wo doch klar ist, dass diese Personen einem ungerechten Krieg entfliehen. Unbegreiflich auch, dass die Grenzen der EU für Russen zunehmend geschlossen werden. Als ob das Russischsein an sich schon Bösartigkeit und Schuld bedeutet – also einen Generalverdacht rechtfertigt.

Daran, dass sofort ein Waffenstillstand herbeigeführt werden muss – schon, weil es die Regimes auf beiden Seiten nicht wert sind, dass man für sie stirbt – denkt derzeit offenbar niemand. Weil Elend, Zerstörung und Tod außerhalb der Ukraine und Russlands kaum wahrgenommen werden oder wehtun. Denn Wohlleben und Luxus laufen – vor allem hier im Westen – unbehindert weiter. Auch dann, wenn auf hohem Level über Inflation, hohe Energiepriese und Militärausgaben geklagt wird.

Ein Witz der Sonderklasse ist die Münsteraner Friedenskonferenz, die sich auf das einvernehmliche Ende des 30jährigen Krieges beruft https://www1.wdr.de/mediathek/video-westfaelische-friedenskonferenz-in-muenster-100.html. Das – wie kaum vernehmlich festgestellt wird – nur deshalb zustande kam, weil beide kriegführenden Seiten Erfolge ausweisen konnten. Parallelen zum Ukrainekonflikt werden trotz dieser Binsenweisheit vehement zurückgewiesen.

In Münster geht es – wie eh und je einseitig, sprich: ohne Beteiligung aller am Krieg beteiligten Seiten und ohne Einbeziehung gewichtiger Schlichter zu – mit dem absehbaren Ergebnis, dass außer Show und Dummenpulver fürs Volk nichts geschehen ist. Außer der Maximalforderung a la Selenskij nach Rückzug sämtlicher Putintruppen aus den besetzten Gebieten einschließlich der Krim liegt nichts auf dem Tisch. Gegenüber dem Aggressor herrscht beredtes Nichtstun. Es gibt keinerlei Botschaft, nicht einmal den Versuch, etwas zu versuchen.

Den Amerikanern kann das alles Recht sein. Sie wurden und werden im eigenen Land nie angegriffen, ihre Rüstungskonzerne verdienen glänzend (und bescheren Wachstum) und Russland wird weiter geschwächt. Hinzukommt, dass man Vasallen, solche, die schon mal aufmucken, mit Phrasen auf Kurs bringen kann. Schließlich würden in der Ukraine Demokratie und Freiheit verteidigt. Werte, die freilich einer reaktionären, US-amerikanischen Deutung unterliegen. Was mit Blick auf große Teile der amerikanischen Gesellschaft und ihre Errungenschaften der reine Hohn ist.

Scheiß Tourismus!

Das ist ja zum Kotzen, sagt Ida, da reist man einmal im Leben nach Garmisch und dann das hier. Schlangen über Schlangen auf dem Weg zur Zugspitze und wenn ich auf  Point 4 mal auf Felsen und Täler gucken will, sind auch da zwölf oder dreizehn vor mir, die auf Reihenfolge drängen.

Tatsächlich scheint längst abgemacht, dass nur zwei Dinge gehen: Entweder etwas sehen und dafür touristisch bluten oder zu Hause bleiben und die Mediatheken abklappern.

Nix ist so wie das Original, mault Ida und tatsächlich hat sie irgendwie Recht. Solange uns die virtuelle Realität, solange uns 3D-Fernseher mit Geruch vorenthalten werden, ist das Rumhängen auf Balkonien keine reizvolle Alternative.

Aber läuft das mit der lärmigen, abgasigen und aufdringlichen Liveversion wirklich netter? Und wenn ja: wie oft und wie lange noch?

Eines stellt sich schnell heraus: Nur in total unattraktiven Gegenden und zu grauslig kalten und nassen Zeiten sind Urlaube, nämlich die ruhigen, selbstbestimmten, noch möglich. Was die Frage aufwirft, ob es nicht besser sei, zu Hause zu bleiben. Man hat es dort in fast jeder Hinsicht besser, weil einem Kälte und Regen egal sein können, weil die Infrastruktur stimmt, weil die Dinge an Ort und Stelle sind, weil niemand stört oder rummeckert.

An einen attraktiven Ort zu fahren, wird seit Jahren immer unsinniger. Weil die Reiserei ein erschreckendes Ausmaß erreicht hat. Gewiss, man ist selbst mit dabei, wenn man auswärts urlaubt, und da muss es mich nicht wundern, wenn andere dasselbe ebenso blöd finden.

Es werden immer mehr. Immer mehr Menschen können sich Urlaube leisten und die Billiganbieter tun alles, um auch jenen, die kleine Brötchen backen, Meere und Landmassen zu erschließen.

Manche nehmen Urlaub für die Sauferei am Oktoberfest, kotzen und pissen in Flatrate auf Bänke und Gehsteige. Andere schießen bei Schützenfesten sämtliche Vögel ab oder ballern – wie in Neuss – irre auf Holzklötze. Wer es luxuriöser will, wer die nötige Knete hat und die auch im Urlaub arbeiten lässt, vergräbt sich in abgelegenen Villen, befielt Schlagbäumen und Securities dicht zu halten und hängt in Pools rum, die kein Wasser lassen. Solchen Leuten will und wird man nie begegnen, und so sind sie auch keines weg relevant für das, was ich sagen will.

Der normale Tourist muss sich durchschlagen. Er geht entweder voraus, folgt, reiht sich ein oder pöbelt und setzt Ellenbogen ein. Beide Typen haben kräftig gespart. Es ist ihnen wichtig, bei teuren Snacks und Kaffees mit dabei zu sein. Typ 2 klettert auf sämtliche Hänge, läuft mit bei den nächtlichen Trailrunnings durch fiese Geröllhalden und steht dann besser da als Typ 1, der auch zu Hause nichts geregelt kriegt.

Zur Urlaubskasse: Einen Unterschied gibt es schon – zwischen den kleinen Ansparern und denen, die genau das nicht müssen, letztlich aber auch schwach werden und rumprotzen. Zum Beispiel in den Alpen. Dort kann die Übernachtung auf halber Höhe – ohne Dusche und Klosett- schon mal 1000 Euro kosten. Und das auch, wenn man nachts kein Auge zukriegt. Immerhin sitzt man früh am Frühstückstisch und lässt sich feststellen. Ah, Herr Dr. Ungewohnt , auch hier dazwischengekommen?

Nur fünf Meter von diesem Tisch entfernt, schiebt sich alles, glotzt von draußen aufs Frühstück, selfiet und kommentiert – ganz gleich ob das Sinn macht, oder einfach wegbleiben kann.

Du musst es aushalten, sagt Ida, wenn du in der Schlange stehst. Du musst warten. Auch wenn du nur durch Glasstege in die Tiefe starren wills oder erschreckt geradeaus gucken musst.

Wie denn Glas, stöhnt Ida, haben die denn keine richtigen Baustoffe?

Leider ist Ida jetzt eingeklemmt, konnte im Grunde nichts sehen und … steht. Steht, bis alles wieder lostrampelt und dem Folgegipfel zuströmt.

Keine Ahnung, aber dort kulminiert das. Ida steht zwanzig Minuten zwischen zwei schwitzenden Kerlen bei Null Aussicht auf Berg und Veränderung.

Und … an diesem Punkt genau beginnt sie an Permafrost zu denken, daran, dass morgen alles einfach wegtauen könnte, dass die Felsen – ihres Kitts beraubt –  reihenweise zu Tal krachen.

Irgendwann – ich denke in etwa 20 Jahren – gibt es das nicht mehr – nicht die Seilbahnen, nicht die Berghütten und … Hotels auf voller Höhe schon gar nicht. All das liegt murenmäßig verschüttet und breiähnlich im Tal – das seinerseits von Brücken und Straßen entblößt ist. Weil dieser Starkregen dazukam.

Fragt sich, was Touristen tun, wenn sie solcher Dinge gewahr werden, fragt sich, wo es sie dann hinverschlägt. Sicher nicht mehr in die Berge, die sich allseits kleinmachen. Vielleicht ins Ausland.

Vielleicht nach Spanien, nach Barcelona, nach Mallorca oder auf die Kanarischen Inseln. Doch halt: An diesen Locationes wird gerade auf Notstand gemacht. Die Zahl der Touristen, so heißt es, übertreffe die Zahl der Einwohner um das Hundert- bis Tausendfache. Dort stellen sie bereits Schilder auf, Papptafeln mit dem freundlichen Tourist go home. Wieder andere drehen die Hinweisschilder ins Gegenteil – eben so, dass alles verquer läuft. Ja, die Einheimischen, die Überwältigten, die Niedergewalzten wehren sich. Nicht jeder von denen kassiert, nicht jeder hat ein Hotel, ein Restaurant, eine Eisdiele, nicht  jeder setzt sich angesichts der Gewinne über das hinweg, was an Lärm, Müll, Urin, Drogen oder Pöbel ins Bewusstsein dringt. Der einfache Bürger ist dem Mix aus allem ausgeliefert – ohne zu profitieren. Er muss es hinnehmen oder sich aus dem Staub machen – so er denn Staubloses in petto hat.

Letztes Jahr war ich in Venedig. Die Stadt schien dem Untergang geweiht. Heute kommt es mir vor wie gestern. Die Lagunenbrühe brodelte. Es stank zum Erbarmen. Zeitgleich mischten sich die Silhouetten der Kreuzfahrtschiffe mit heimischen Gemäuern. Ein 5stöckiges Haus schien zwischen Dogenpalast und Nationalbibliothek eingeklemmt. Neuerdings müssen die Pötte weiter draußen ankern. Die Leute, so heißt es, werden dann per Beiboot ausgeschifft. Was die Sache nicht einfacher macht, denn es bleibt bei der Zahl derer, die auf Land, auf den bootdichten CanaleGrande müssen – ganz einfach, weil sich die Vorstellung breit macht, dass die BeibootEnge dann aufhört. Selbiges ist natürlich nicht der Fall. Denn die Stadt, die man gerade betreten möchte, ist gleichfalls eng. Nicht baulich eng, aber eng, was die Bewegungsfreiheit angeht. Tausende schlängeln sich durch die engen Gassen, immer die Handys in Bereitschaft, weil Sehens- und SehensUnwertes unmittelbar gebannt werden müssen.

Sie trinken … diese Tausende, sie trinken aus mitgebrachten Flaschen, schaukeln mit Pizzen und Burgern durch die Gegend, lümmeln sich in Nischen und auf Steinsimsen und diskutieren über Urlaub, etwas, das den Jüngeren total cool, den Gesetzteren und Alten aber eher wie Irrtum vorkommt. Das alles tut sich, bis bei St. Marco die Abendglocken läuten, bis die Schatten der  Umgebung in Finsternis übergehen, bis die Riesenkähne das flaniermüde Publikum aufgesogen haben und die Sirenen der letzten Boote das Ende des Tagestourismus beschließen. Auf Straßen und in Kneipen kehrt Ruhe ein, Ruhe, die eigenartig anmutet. Denn man ahnt schon, wie das am nächsten Tag weitergeht. Vielleicht mit Typen, die fröhlich aus China einfallen, vielleicht mit den schnauzbärtigen Grönländern, die mal Eis essen statt frieren wollen.

Alle jedenfalls Fotos schießend, selbst bei Wind und Wetter gestikulierend und bereit, die verkorksten, weil verregneten Bilder über Bing Image Creator  aufzuhübschen. Ja, niemand ist künftig sicher vor fakepictures, vor den tausend SUVs, den Staus, den Touristenbusssen und Straßenrandpinklern, die monoton, täglich, ja stündlich, wiederkehren.

Man fragt sich natürlich, wie das weiter geht.

Solange sich mit Tourismus Geld machen lässt, solange Leute raus wollen, wird es Angebote geben. Die dürften künftig moch spektakulärer ausfallen, immer neue, radikal erschlossene Refugien aufstoßen und indigenes Malheur – wie gehabt – mit Coca zukleistern. Da geht’s mutmaßlich ins Innere der Erde, da geht’s an Steilhänge, die Climbing suggerieren, dann aber auch reale Abstürze hergeben. Da geht’s gruppenweise in Western-Kulissen, wo man sich lustig mit Gummigeschossen beharkt. Da geht’s an Nester, wo große Greifvögel zuhacken, an Gelege und Haifischbecken, wo die Inhaber auf Besucherfleisch aus sind. Da wird zum Breitlatschen eingeladen – immer rauf auf das, was Bio- und Geologen noch gar nicht entdeckt haben.

Den Versuch, landestypische Kulturen zu erleben, kann sich Tourist 4.0  – sofern er  nicht gerade mit Studiosus 4.0 unterwegs bist –  sofort abschminken. Was da noch mal aufgepeppt wird, sind virtuelles Geklapper und Getanze vor gepolsterten Stühlen, ist federfarbige Schreierei, begleitet von Eisbeinen und Bouletten aus Germany. Alles adaptiert und … gut ist.

Das Typische, das eigentlich Vorzeigbare dürfte dort, wo die Massen einfallen, gänzlich wegrutschen. Weil, ja weil schiefe Mauern, finstere Pagoden und Tempel, weil Schlangen, Hunde, Quallen und die großen Tausendfüßler keineswegs Unwillen, geschweige denn Schrecken verursachen dürfen. Es sei denn, der Touri hat tatsächlich Schockurlaub gebucht. Aber auch dann wird man weglassen, umformen oder abschotten.

Der Massentourist möchte es leicht haben, nicht durch Unwissen auffallen und Neues leicht speichern können. Er will für 15 Euro zum Ballermann und dann … bitteschön ballern. Er will auf  die Sixtysix,  in der Wüste ein bisschen dursten oder auf die Tomatenhänge von Malaga.

Tomaten mit ein bisschen Pestizid oder Tomaten auf den Augen? Malaga soll eine schöne Altstadt haben. Vor allem aber hat es fahle Touri-Hochhäuser und dann hunderte Treibhäuser mit Abdeckplanen, Plastikscheiß, der ganze Gebirge verschlingt. Doch was solls? Nicht jeder Fels, sagt der Malagese, ist vorzeigbar und dort vor Ort …. man ahnt es bereits … schon gar nicht. Trotzdem gilt auch in Malaga: Teilnehmen oder ausgeschlossen sein. Wer die Altstadt wählt, könnte gerade noch Glück haben. In Hallstadt sähe das anders aus. Dort muss man in Kürze Tickets  kaufen, um überhaupt reinzukommen. Venedig scheint dem schon nachzueifern.

Ich gucke nicht gern auf Kreuzfahrschiffe, auf die Riesenpötte, die überall rumschippern, ihr Altöl verbrennen und am Liegeplatz Abgase ablassen. Gewiss, inzwischen gibt es Auflagen: kein Altöl und keine Plastikentsorgung ins Meer. Und Strom von den angesteuerten Häfen gibt es auch schon. Fragt sich, wer das kontrolliert. Einmal unbeobachtet und es rappelt es wieder. Die Kosten, die Kosten, schreien die Reeder und heulen sich ins Fäustchen. Die Kreuzfahrer, tönen sie, hätten es doch gerade bestens. All inclusiv – der Verbrauch an Umwelt, die Müllentsorgung in Kamerun und Malaysia, die Diebstähle von Korallen, Tieren und historischen Artefakten und die Fahndung danach, die Schlichtung von Saufkrawallen – alles sei derzeit noch eingepreist. Für morgen allerdings könne niemand mehr garantieren …

Wer Geld hat, macht alles Mögliche möglich. Da gibt es Leute, die 15 oder 20-tausend Dollar auf den Evest oder den K 2 rauf wollen. Und andere andere, die für Millionen ins scheiß  TauchBoot einzusteigen. Ida meint, das seien Verrückte, Leute, die ihr veritables Leben noch toppen wollten. Typen wie diese stünden Schlange an den Einlassstellen zum Gipfel oder vergäßen, dass sie zwischen Leuchtfischen und Stahlschrott verrotten könnten. Da herrschten Kicksucht, Zuversicht und Ignoranz, dass die Schwarte knackt. Da passierte es glatt, dass Menschen auf Nimmerwiedersehen verschwinden, dass Nebenmänner am Berg umgeschubst würden und Umgeschubste sich selbst überlassen bleiben.  Selbst Hassgesängen auf Hans Hass und Messmer würden daran nichts ändern. Weil niemand sie hörte, weil die Adventurebosse sehr viel lauter intonierten. Und Tiefsee wie Berge beherzt schwiegen.

Der Witz ist, dass viele das gar nicht glauben, einfach ihrer Vorfreude nachhängen und meinen: Urlaub ist schön, der Rest wird schon. Man ist dann oft den Werbefilmen der Branche aufgesessen, den von Touristen befreiten Hochglanz-Videos, die eigentlich nichts sagen.  Und klar: Irgendwas wird schon.

Dabei ist es ziemlich einfach, die Webcams abzurufen:  MarkusPlatz, die spanische Treppe, der schiefe Pisa, Monterosso, Villa Rufolo,  Mont Saint Michelle  blah, blah blah….das alles liegt doch blank vor euch. Oder türmt sich das, was da rumrennt, -läuft oder –liegt, bis hoch ans Objektiv und … ihr seht nichts?

 

Zweite Frage: Gibt es die Ökodiktatur mit Windrädern vor schönen Aussichten?

Gibt es sanften Tourismus, der auf Filzlatschen daherkommt und uns vorgeigt, dass alles anders oder gar nicht so schlimm ist? Folgt das Ganze dem Alptraum Kapitalismus, der kein Ende, wohl aber das Ende der Menschheit anpeilt. Bleibt es bei den fußballfeldgroßen  Kisten, bei Aida, Carnival, Margret II und all den anderen. Bleibt es bei den Hafermann-, Gerstenmeier- und Weizen on Tour-Reisen oder treibt es die Reeder zu noch regideren Angeboten? Planen sie bereits 1000 und mehr Meter lange Schiffe, kilometerlange durchsichtige Glas- und Acryl-Plattformen auf Meeren und Gebirgen. Träumen sie von Plastikstrudeln, die man bevölkern kann?

Leute, vergesst, dass der Tourismus 8% der weltweiten Emissionen verursacht. Und lasst das Fremdschämen. Die Leute fliegen ja sowieso. Und es werden jährlich mehr …

Über Reisen ins All will ich eher schweigen. Zumal nur wenige, ich sage mal: wenige Hundert sich so etwas leisten werden. Bei all dem Schrott, der da umherfliegt, müsste man kräftig KI einsetzen. Doch wer hat schon Lust, ständig hin- und hergeworfen zu werden?

Ich fasse mich kurz, weil auch der Fahrstuhl ins All noch Zeit braucht und meine Fantasie nicht ausreicht, um künftiges Schlangestehen vor, im und hinter dem Orbit liebevoll zu beschreiben.

Schlimm wird es allerdings wenn dich morgen dein Sohn anruft und dich anfleht, ihm Geld zu schicken, weil er in Thailand bei zwei Nutten festsitzt, die bezahlt werden wollen. Ich meine, wenn dich morgen eine Stimme anmacht, die so klingt, als wäre sie die deines Sohnes, nicht aber die deines Sohnes ist.

Was das mit dem Reisen zu tun habe, fragt Ida. Nun ja, antworte ich, ähnliches  könne bei künftigen Reisen vorkommen. Denn so, wie dich jemand falsches mit gestohlener Stimme anrufen kann, kann dir auch Dein gefaktes Reisebürofräulein gefakte Billigtickets verkaufen – natürlich mit Vorkasse. Und solltest du tatsächlich dort hinkommen, wo du hinwolltest, könnten dir schnell mal Plagiate aus dem 3-D-Drucker, vergilbte Gaugins oder neue Bali-Romane begegnen. Machwerke, die es dir ermöglich, liebe Mitmenschen per KI millieugetreu einzubauen und auszugestalten. Bodo B., dein Intimfreund, würde dann Millionär unter Palmen und Klaus, den du nie leiden konntest, Pädophiler. Was das später mit dir zu Hause macht, verschweige ich mal. Aber es wird … machen …

Ja, ja, Reisen und Zukunft können schön sein. Ich schwöre, dass mir das dennoch an der Urne vorbeigeht.

Um noch kurz beim Hiersein zu bleiben: Ich werde nur noch die Leute kontaktieren, mit denen ich ein VorausPasswort verabredet  habe. Ob sie es dann sind, ob ich es dann bin. das wird sich zeigen. Reisen will ich jedenfalls durch Gespräche  Ich werde mich weder nach Thailand noch nach Bali einschiffen. Und schon gar nicht den blöden Fahrstuhl vorausdenken. Ja, ich werde nicht einmal im Stau stehen, keine noch so renommierte Stadt – und schon gar nicht

Garmisch – besuchen …

Eine neue Partei? JA. Nennt sie „SONNE“!

Ukrainekrieg, Energiekrise, Wohnungsbaunotstand, Inflation, Flüchtlingschaos, drohendes Aus für die Linke, Auftrieb für die AfD  – überall, wo man derzeit hinschaut, schwelen Missstände, Probleme, die Unsicherheit, Ängste, Hass und Rücksichtslosigkeit hervorbringen. Die Ampelkoalition erstickt in Kompromissen, mit denen nichts Ganzheitliches, Durchgängiges zustande gebracht werden kann, der Wille zur Bekämpfung des Klimawandels bleibt dank deutscher Bürokratie, dank Lindner & Co. ein plakatives Gespenst, das viel Zeit und Geld frisst – ohne recht ins Leben zu finden. Überall fehlt das in die Rüstung gesteckte Geld, und der Fachkräftemangel wird zur SuperEntschuldigung für alles, was verspätet oder gar nicht in die Gänge kommt. Die Medikamente – vor allem für Kinder – werden knapp, der Mindestlohn und unzureichende Sozialleistungen führen zu/oder befestigen die Alters- und Kinderarmut. Ersatzweise boomt die Rüstungsindustrie und der Militarismus – jahrzehntelang von allen Fortschrittsgläubigen gegeißelt – feiert fröhliche Urständ. Wer heute die erfolgreichsten Waffen samt Streumunition gen Osten schickt, wer heute als Militär oder militanter Schreihals (es muss ein grüner sein!) mit den richtigen Offensivplanungen für die Ukraine um die Ecke kommt und für die Fortsetzung des laufenden Waffenganges plädiert, steht bestens im Licht. Während diejenigen, die stringent auf einen sofortigen Waffenstillstand drängen, als Weicheier, Defätisten und Putinversteher diskreditiert werden. Aus allen regierenden Parteien gellen die Rufe nach immer schärferen Waffen, die nicht nur immer mehr Tote fordern, sondern auch endlos viel Geld verschlingen – das bei Sozialleistungen, Infrastrukturvorhaben, Bildung und öffentlicher Forschung fehlt. Kein Wunder, dass Deutschland in vielen wichtigen Kategorien international zurückfällt und Mittelmaß repräsentiert. Ein Unding, dass durch die Wiedereinführung der Schuldenbremse zusätzlich befördert wird.

Bestandsaufnahme

Viele Bürger fühlen sich durch Bundestag und Bundesregierung nicht mehr vertreten, misstrauen einer politischen Gefolgschaft, die einzig den USA Vorteile und der EU, speziell aber auch Deutschland, ständig neue Finanzlöcher beschert.

Hinzu kommt die Flüchtlingsfrage, die an keinem europäischen Ort befriedigend beantwortet werden kann und wird. Genau sie beschreibt das Feld, auf dem die europäischen Rechtspopulisten, insbesondere aber die deutsche AfD, maßgeblich punkten. Ihre radikalen Parolen gleichen sich wie ein Ei dem anderen: Ausländer raus, Zuwanderung beenden, Verbrecher mit Migrationshintergrund ausweisen, Wirtschaftsflüchtlinge abschieben.

Gewiss: Die aktuell notwendige und intensive Betreuung von mehr als einer Million ukrainischen Flüchtlingen sowie der anschwellende Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer stellen immer gravierendere Probleme dar https://mediendienst-integration.de/migration/flucht-asyl/ukrainische-fluechtlinge.html. Der Druck auf Deutschland und Europa steigt, wobei die fehlende Aufnahmesolidarität innerhalb der EU für zusätzlichen Zündstoff sorgt. In Deutschland werden die Quartiere knapp, was zu zusätzlichen Spannungen bei der Einrichtung von Unterkünften vor allem dann führt, wenn die Verhältnismäßigkeit von Flüchtlingszahlen zur Zahl der Einheimischen aus der Umgebung  verletzt wird. Die Zusammenführung von Flüchtlingen aus zig Ländern in großen und engen Unterkünften führen zu Protesten und physischen Auseinandersetzungen sowohl innerhalb der Zuwanderer als auch zwischen ihnen und der örtlichen Polizei. Viele Bürgermeister wissen nicht mehr, wie sie dem Königsteiner Schlüssel genügen sollen, wenn es fortlaufend weiteren Zufluss gibt.

Nicht nur, dass es eng wird hier zu Lande. Die Bürger regen sich auch vermehrt darüber auf, dass viel und unbürokratisch Geld an Flüchtlinge verteilt wird, während wichtige soziale Belange der Einheimischen außen vorbleiben. Allein die AfD und die Gruppe um Sahra Wagenknecht geißeln diese Verhältnisse. Wobei Letzterer schon mal rechtes Denken vorgeworfen wird (eine bewusst gestreute Diskreditierung: denn es ist unzulässig,  Forderungen, die große Teile der Bevölkerung zu Recht erheben, als rechtes Gedankengut abzutun).

Die Dinge objektiv, offen und bürgernah zu diskutieren, scheint bei der Ampel, aber auch bei CDU und CSU nicht drin zu sein. Wobei viel Scheinmoral und ökonomisches Unwissen im Spiel sind. Völlig klar ist nämlich, dass Deutschland und Europa nur eine begrenzte Anzahl von Zuwanderern aufnehmen kann – eine Zahl, die mit der Masse der auf ihren Koffern sitzenden Bewerbern in keiner Weise korrespondiert.

Zwei Aspekte spielen bei dieser Betrachtung eine Rolle: erstens die Tatsache, dass Deutschland akut Fachkräfte fehlen und zweitens die Vorstellung, dass ein ehemaliges Kolonial- und NaziLand wie Deutschland nie genug tun könne, um seine Verbrechen aufzuwiegen. Ersteres veranlasst Teile der Wirtschaft und des BDI immer wieder, den TotalEinlass von Migranten zu fordern – einfach, weil man glaubt, dass sich aus der „Gesamtmasse“ genug Fachkräfte schöpfen oder entwickeln ließen. Dabei interessiert es die „FachkräfteFischer“ nicht, ob der Staat viele oder wenige begleitende kranke, alte oder für die offenen Jobs ungeeignete Menschen in den sozialen Netzen auffangen muss und ob die Netze eine solche Last überhaupt aufnehmen können. Ähnlich, wenn auch nicht im Sinne der Konzerne, agieren viele Grüne und Linke. Auch sie plädieren für den ungebremsten Zulauf aller, die nach Deutschland und Europa wollen, so sie denn unmittelbare Not oder eben nur Verdruss spüren, weil man schlechter lebe als die Menschen in wirtschaftlich starken Ländern. Ich habe diesen Irrsinn schon oft gegeißelt. Denn wie viele Menschen zöge es allein aus diesen Beweggründen heraus nicht nur nach Europa, sondern ganz ausschließlich nach Deutschland. Keine noch so üble Vergangenheit unseres Landes lässt den Schluss zu, dass heutige und künftige Generationen diese Schuld endlos abtragen und alle Flüchtlinge dieser Welt aufnehmen müssten. Wo sind hier die Grenzen? Niemand aus der Schar der arglos Humanen legt hier Zahlen, geschweige denn Berechnungen für mögliche Belastbarkeiten vor. Oder erwägt, dass Deutschland im konkurrierenden Umfeld untergehen könnte. Denn die Zuwanderung auch wirtschaftspolitisch ausschließlich als Gewinn zu betrachten, ist einfach Unsinn. Humanität und Aufnahme kosten vor allem – so man denn die kostenaufwendige Qualifizierung von Zuwanderern, Familiennachzug und –Zusammenführung sowie die Alimentierung der nicht am wirtschaftlichen Leben Beteiligten mit einbezieht!

Ich vermute, dass Sahra Wagenknecht das ebenso sieht. Dass sie ähnlich wie ich das Bleiberecht für bestimmte Personengruppen in einer für die EU-Länder fixierten fairen Aufteilung einfordert. Dazu sollten befristet oder unbefristet alle Menschen gehören, die durch Krieg und Repression aus ihren Heimatländern vertrieben, aber auch alle Ausländer, denen Asyl (mit und ohne deutsche Staatsbürgerschaft) gewährt wurde. Hinzu kämen m. E. auch geduldete Migranten, die über Jahre hinweg einer geregelten Beschäftigung nachgingen, aber bislang kein Asyl erhielten. Eine legale geregelte Aufnahme von Flüchtlingen, die sich an Intelligenz und Eignung, sprich an einer vermuteten „Greecardigkeit“ orientiert, lehne ich grundsätzlich ab. Weil das die Herkunftsländer, die Intelligenz und Anstelligkeit zur Entwicklung ihrer eigenen Staatlichkeit/zum eigenen wirtschaftlichen Aufbau dringend benötigen, noch ärmer macht und letztlich in die totale Alimentierung durch die wirtschaftlich starken Länder treibt (zutiefst problematisch dabei ist, dass diese Alimentierung für große Konzerne ein RiesenGeschäft auf Kosten der Steuerzahler darstellt und deshalb bewusst angestrebt wird).

Man mag einwenden, dass Länder, die mit Deutschland konkurrieren, die Anwerbung von Fachkräften ersatzweise übernehmen. JA, das geschieht natürlich. Doch irgendwann und -wo muss es auch wieder um Moral gehen. Als Bestandteil einer völlig anderen Strategie, nämlich der, die Zuwanderung durch massive Befriedungs- und Hilfsprogramme an den „Herkunftsorten des Elends“ auszudünnen/zum Stillstand zu bringen. Die einfache Schlussfolgerung, dass die reichen Länder für ihre weit zurückreichende Versklavungs- und Ausbeutungspolitik nun zahlen müssten, scheint logisch. Ist aber bei genauer Betrachtung der beteiligten Akteure nicht durchsetzbar.

Fair wäre es, wenn die Konzerne, die z. B. von der Ausbeutung Afrikas profitiert haben – ich denke da u.a. an die Kautschuk-, Diamanten-, Kupfer-, Coltan, Erdöl- und Uran- Giganten aus Belgien, den USA, aus Israel, Frankreich etc. – zur Kasse gebeten und zur Wiedergutmachung verpflichtet würden. Und nicht über Fördergelder und Entwicklungshilfe zum Engagement auf dem schwarzen Kontinent gehätschelt werden müssten.  Leider funktioniert diese ethische Strategie nirgendwo auf der Welt. Sodass es um den Preis des Verderbens – zumindest vorerst – bei den herkömmlichen Handlungsoptionen bleiben dürfte. Ob es bei künftigen Entscheidungen zu den von der Wirtschaft verlangten 400.000 Zuwanderern oder um die von Wagenknecht geforderte Begrenzung auf 200.000 Migranten kommen wird, bleibt der politischen Auseinandersetzung vorbehalten.

Sahra Wagenknecht hat sich seit Beginn des Ukrainekonfliktes für sofortige, und zwar bedingungslose Waffenstillstandverhandlungen zwischen den Konfliktparteien eingesetzt und immer wieder betont, dass in diesem Zusammenhang nicht allein der Aggressor Putin gebrandmarkt werden müsse. Der Krieg – so betont sie bis heute – sei vom Westen, und hierbei vor allem von den USA provoziert worden, um Russland und Europa zu schwächen, eigene Waffensysteme zu erproben, Streumunitionslager zu leeren und dergleichen mehr. Eine solche Schlussfolgerung liegt mehr als nahe, weil allein die USA vom Konflikt profitieren. Weil Insider längst um die Vorlaufaktivitäten der USA in der Ukraine berichtet haben – man denke nur an die Unterstützung der „Maidan-Revolution“ (hier wurde ein demokratisch gewählter Janukovich verjagt, hier wurde bandenmäßig umhergeschossen – diese Vorgänge sind bis heute nicht abschließend untersucht), an die „Aktivitäten um EnergieRohstoffe“ von Biden jr., an die direkte Amts-Unterstützung der untauglichen Regierungen unter Poroshenko und Selenskyj durch US-Politiker und Militärexperten. Alle Minsk-Abkommen, für die selbst der deutsche Bundespräsident Zuarbeit leistete, sind durch die Ukrainer und die USA aktiv gestört und letztlich zum Scheitern verurteilt worden. Obwohl allen Beteiligten klar gewesen ist, dass die Autonomie der russlandfreundlichen Bürger innerhalb der Ukraine gesetzlich festgeschrieben werden muss. Frau Merkel sprach in einer ihrer NachkanzlerschaftsReden sogar von einem Ablenkungsmanöver, das die ungestörte Aufrüstung des ukrainischen Militärs ermöglichen sollte. All diese Erkenntnisse mit angeblicher Putinversteherei zu verunglimpfen, ist erklärte Politik der Ampel, die ihren Kurs der lakaienhaften Amerikahörigkeit fortsetzt und so auch akzeptiert, dass die amerikanischen Vietnam-, Irak- und Afghanistanmörder die Führung in der Nato sowie im Freiheitskampf der Ukrainer innehaben. Die unbeirrte Gefolgschaft implizierte und impliziert auch jetzt noch immense Waffenlieferungen, die angesichts des tobenden Stellungskrieges Tote um Tote auf beiden Seiten, den verhängnisvollen Imagegewinn des Militarismus und märchenhafte Gewinne der Rüstungskonzerne generieren. Wagenknechts und Schwarzers DIE WAFFEN NIEDER, sprich: die Forderung nach einem sofortigen Waffenstillstand, ist das Gebot der Stunde – gleichzeitig wohl auch der wichtigste Anker linker Friedenspolitik. Keinem Menschen ist geholfen, wenn die Ukraine einen Teilsieg mit dem Tod hunderttausender Menschen und der Vernichtung von Wohn- und Infrastruktur erkaufen muss. Schon im Februar 2023 lag der der materielle Schaden bei 135 Milliarden US-$ https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1377087/umfrage/sachschaeden-durch-den-ukraine-krieg-nach-sektoren/ .

Noch ist der Krieg nicht zu Ende. Doch schon geistern Gerüchte um das künftige Gezerre bei Aufträgen für den Wiederaufbau. Nur die Unterstützer sollen bedacht werden. Aber dazu schweige ich mich besser aus …

Ich wiederhole es: Immer mehr Menschen wandern nach Deutschland und Europa ein. Die meisten landen im sozialen Netz. Zumindest aber müssen viele von ihnen von Grund auf ausgebildet werden – so ihnen denn an den Zielorten Asyl gewährt wird. Klar ist, dass die für die Zuwanderung verausgabten Mittel, medizinischen Leistungen, Bildungsangebote, Wohnunterkünfte etc. den Armen in Deutschland ebenso fehlen wie den Migranten – zumal auch die an die Rüstungspakete gebundenen Millionen den Sozialetats entzogen werden. Im Osten Deutschlands werden die Defizite besonders spürbar. Die über Jahrzehnte währende Abwanderung hat viele Kommunen an die Grenzen ihrer Existenzfähigkeit gebracht. Denn Infrastruktur und Kosten blieben – von zurückgebauten Gleisen im Personennahverkehr ganz zu schweigen. Ein 90-Euro-Ticket wiegt da so gut wie nix.

Aktuell halten 69% der deutschen Bevölkerung die AmpelKoalition für überfordert. Das Vertrauen in die Regierenden hat damit einen historischen Tiefstand erreicht https://www.welt.de/politik/deutschland/article246926060/Deutschland-Vertrauen-in-Handlungsfaehigkeit-des-Staates-sinkt-auf-Tiefstand.html

Mehr als 20%

In einer solchen Situation den Aufstieg der AfD als Wunder, als quasi unerklärliches Phänomen oder mit der Finesse der jeweiligen Führungspersönlichkeiten/Rattenfänger zu deuten und zu glauben, dass permanentes Draufhauen/permanente Ausgrenzung allein zu Veränderungen der politischen Landschaft führen könnten, ist nicht nur naiv, sondern brennend gefährlich. Denn vieles von dem, was die AfD wutschnaubend anklagt, liegt im Argen.

Andererseits: Wer die AfD als legitimen Bestandteil der Demokratie empfindet, muss ihr – zumindest theoretisch – politische Gleichberechtigung gewähren. Oder umgekehrt, wer sie für verfassungswidrig hält, muss ihr Verbot fordern/sie verbieten. Die Beobachtung durch den Verfassungsschutz sollte hier Klarheit schaffen. In Wirklichkeit mutet sie lächerlich an. Denn folgenschwere Ergebnisse gibt es nicht. Dabei könnte man sich die Androhung eines Partei-Verbots für den Fall vorstellen, dass die AfD eine Trennung von ausgewiesenen Nazis und anderen extremen Rechten ablehnt.

Ginge es nach mir, ich würde Höcke+Umfeld komplett verhaften und wegen Volksverhetzung anklagen. Unter dem Strich ist es grotesk, dass man Björn Höcke einen Faschisten nennen darf, während genau dieser Mann lax und lustig faschistische Parolen verbreiten darf.

Bei allem Feindsinn dürfen wir eines nicht vergessen: die AfD ist vor allem deshalb so stark, weil sich ihr viele Protestwähler angeschlossen haben. Was man für fahrlässig und dumm halten kann, aber letztlich akzeptieren muss. Immerhin finden zahllose Opfer der Wiedervereinigung (+ viele ihrer Nachkommen), viele der vom Westen verschmähten, verlachten und verachteten Ossis (auch Doppelzählung), Menschen in materiellen Notlagen, aber auch politisch verirrte unwissende Typen bei der AfD eine treffliche Heimat. Die man nur in Frage stellen sollte, wenn man alternative Auffassungen, Standorte und Programme vorweisen kann.

Deutschland hat das Dritte Reich zwar vor 78 Jahren mit Hilfe der Alliierten überwunden, große Teile des faschistischen Denkens aber nie völlig ausgelöscht. Man denke nur an den Einfluss gedienter Nazis bis weit in die 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts – oder an die NSU-Prozesse. Und obwohl es geradezu undenkbar erscheint, dass Menschen dem Faschismus trotz seiner unsagbaren Verbrechen weiterhin oder erneut folgen, muss eines klar sein: Viele Deutsche haben die eigene Vergangenheit nur teilweise oder gar nicht aufgearbeitet. Die Ideologie der Nazis, der zwanghaft damit verbundene furchtbare Krieg und der Holocaust sind zwar als Dauerdrohbrief in den Medien und an den Litfaßsäulen verurteilt worden. Doch die geistige Kehrtwende ist dadurch nur teilweise erreicht worden. Dieser Befund wird von der offiziellen Politik heftig zurückgewiesen, dürfte aber dennoch Bestand haben. Wer im Geschichtsunterricht wenig oder gar nichts vom Dritten Reich gehört hat, wer nie erlebt hat, wie Menschen auf offener Straße verletzt, gedemütigt und ermordet wurden, wer dem Bombenterror nie ausgesetzt war, ist einfach – was das Beurteilungsvermögen angeht – „unterbelichtet“. Er fühlt es nicht – er kann es nicht fühlen. Nur die strikte, pflichtgemäße (und damit wenig freiheitliche) Beschäftigung mit dem Thema kann hier (teilweise) Abhilfe schaffen. Nicht der dauerhaft laufende KZ-Film sollte es sein, wohl aber ein wissenschaftsbasierter und konsequenter Geschichtsunterricht + Lagerbesuch. Schließlich müsste es so sein, dass die Menschen den Nazis schreiend abschwören. Eine naive Wunschvorstellung?

Nur bedingt.

Vorerst profitiert die AfD auch davon, dass ihr als demokratisch legitimierter Partei demokratisches Mitwirken – marginale Ausnahmen mal ausgenommen – verwehrt wird. Die AfD klagt unentwegt gegen die als Diskriminierung empfundene Behandlung durch Politik, Gerichte und sonstige Außenwelt und versteht es meisterhaft, sich als Opfer derer zu stilisieren, die ständig von Freiheit palavern – sie an dieser Stelle aber beschränken oder zu beschränken versuchen.

So wie die Dinge jetzt laufen, sehe ich die AfD in 10 Jahren – zumindest auf Landesebene – in mancher Führungsetage. Mit dem Ergebnis, dass mit diesen Leuten irgendwie umgegangen werden muss – wenn man denn nicht will, dass sie mit uns umgehen. Immer dann, wenn absolute Mehrheiten für die AfD anstehen, wird lautstark opponiert werden müssen. Besonders übel dürfte es aussehen, wenn bei AfD-Ergebnissen nahe 50% keine dagegen gerichtete Alternative zustande kommt – weil sich die CDU/CSU sträubt, mit der LINKEN (oder deren Nachfolgepartei?) zusammenzuarbeiten. Solange die Bedrohung durch WahlErgebnisse von 20-30% beherrschbar bleibt, muss die AfD als politisch legitimierte Kraft „ausgehalten“ werden. Interaktionen bei Abstimmungen, wie nicht verhinderbare Zustimmung oder Stimmenenthaltung der AfD-Mandatsträger müssen hingenommen – Kooperationen aber auf jeden Fall verhindert werden (das Letzteres gelingt, ist bereits heute zweifelhaft. In Pirna, Plauen, in Görlitz und Bautzen habe es bereits Deals, Absprachen und Zusammenarbeit gegeben https://www.spiegel.de/panorama/afd-erfolg-in-umfragen-eine-reise-in-die-hochburgen-der-rechten-a-cc4534d2-19e5-498d-9e2b-73410065639c?context=issue). Friedrich Merz dafür abzustrafen, dass er den Finger in genau diese Wunde legte, zeugt von wirklichkeitsfremdem Hau-Drauf-Gehabe – ohne sichtbares Handeln. Dabei bahnt sich die Katastrophe beim IMMERWEITERSO an – ob wir nun die Augen davor verschließen oder nicht.

David Begrich weist darauf hin, wie schwer es ist, sich vor Ort, also unmittelbar an der Basis, von der AfD abzugrenzen. Diese Abgrenzung – so wörtlich – „wird dadurch erschwert, dass sich die Mandatsträger oftmals jenseits der Sphäre des Politischen lebensweltlich und habituell nahestehen, gemeinsam zur Schule gingen, sich am Abend in der Kneipe treffen, kurz: sozialräumlich aufeinander angewiesen sind. Dies schafft Loyalitäten, die jenseits der Sphäre des Politischen liegen. Schließlich sitzen nicht Björn Höcke und Alice Weidel im Stadtrat, sondern Frau Sonntag und Herr Mittwoch aus der Maienstraße. Diese biographische Nähe macht es so besonders schwer, in den Mandatsträgern der AfD vor Ort die Parteigänger Höckes und Weidels zu sehen, die im Stadtrat nicht als Privatpersonen sitzen, sondern programmatische Überzeugungen der AfD repräsentieren.“ https://www.freitag.de/autoren/david-begrich/braune-lokalzeit-was-tun-wir-wenn-die-afd-2024-die-kommunalparlamente-erobert.

Vielerorts ist die AfD näher bei den Bürgern als alle anderen Parteien. Es gibt Infostände auf Wochenmärkten, Bürgersprechstunden und Stammtische. Man wandert gemeinsam.

Und noch eines kommt hinzu: Menschen mit Migrationshintergrund werden schon im nächsten Jahrzehnt zur Mehrheitserfahrung. Die Soziologin Naika Foroutan hält es für möglich, dass der sog. Tipping Point bei Kindern bereits 2030 erreicht wird, sprich: dass zu diesem Zeitpunkt 50 % der geborenen Kinder einen Migrationshintergrund haben. Foroutan wörtlich: „Ich kann nachvollziehen, dass das Gefühl nach Ähnlichkeit einem Sicherheit gibt. Es kann Menschen ein Gefühl von Unsicherheit geben, wenn Räume so divers werden, dass Ähnlichkeiten aufzuspüren unübersichtlicher wird. Es gibt Menschen, die das Gefühl haben “ihr“ Land nicht mehr wiederzuerkennen. Aber das Land gehört nicht mehr ihnen […]. Es gehört den Menschen, die es bewohnen.“ https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/naika-foroutan-im-gespraech-das-allein-koennte-die-afd-noch-mindern.

Ich persönlich kann die Sorgen – vor allem der älteren Menschen – gut nachvollziehen. Man muss nur das Umfeld der Essener Friedenskirche besuchen, um festzustellen, dass dort kaum jemand mehr deutsch spricht. In Duisburg Marxloh oder in Berlin Neuköln ist die Situation sicher ähnlich.

Die AfD wächst weiter. Vor allem deshalb, weil ein solidarisches Vorgehen dagegen durch die politischen Kräfteverhältnisse erschwert wird, weil Veränderungen grundsätzlich Zeit brauchen und das Demokratieverständnis umkämpft ist. Um den Zuspruch bei der AfD zu mindern, fallen mir zwei Dinge ein: eine allmähliche Änderung der Regierungspolitik sowie die Schwächung der AfD durch „Abschöpfung von Argumenten, die gesamtgesellschaftlich vertreten werden“. Auf gar keinen Fall darf man sich dabei – wie aus Kreisen der CSU hin und wieder zu hören ist – den menschenfeindlichen Positionen der Rechten nähern. Diesbezüglich ist nach wie vor Kampf angesagt. Darüber hinaus gilt es, die Nazis in der AfD zu markieren und politisch zu isolieren. Was angesichts von vielen Unbelehrbaren in der Bevölkerung (geschätzt werden ca. 4%), was angesichts der oft unzureichenden Bildung und Verhetzung vieler Bürger extrem schwierig ist.

Schuld und Strategie

So zunächst der Sachstand. Er existiert in genau dieser Form, wird aber vom politischen Establishment weitgehend falsch oder gar nicht interpretiert. Was sich zum Teil aus den Hinterlassenschaften der Vorgängerregierung, aus Kompromisszwängen im gegenwärtigen PolitZirkus und einer weit verbreiteten Unfähigkeit heraus erklären lässt.

Wenn sich maßgebliche Vertreter der regierenden Parteien keiner Versagensschuld bewusst sind, heißt das gar nichts. Denn wer sich selbst beurteilt, liegt oft falsch. Genau betrachtet, wurden und werden seit dem Antritt der Ampelkoalition unzählig Fehler gemacht. Und die tragen neben objektiven Widernissen (Pandemie, Ukrainekonflikt etc.) dazu bei, dass wildes Protestierertum und die Drift nach rechts seit langem an der Tagesordnung sind.  M.E. kann die AfD nur dadurch gebremst werden, dass die nachvollziehbaren Nöte in der AfD-Wählerschaft endlich ernstgenommen und durch konkretes Handeln von Bund und Ländern ausgedünnt werden. Hierbei geht es vor allem um

  • eine gemeinsame Strategie der Ampelregierung gegen die Rechtsaußenpartei (diese, berichtet DER SPIEGEL, gebe es bisher nicht https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-ampel-und-ihr-umgang-mit-der-afd-die-suche-nach-dem-gegengift-a-1765bb13-f31c-453f-bca6-5939741c01b3)
  • Fragen der Existenzsicherung und Gentrifizierung (die Bedrohung vor allem armer Bürger durch Kostenexplosionen bei Energie, Lebensmitteln, Mieten etc. muss verringert/beseitigt werden),
  • mehr Anerkennung für die Lebensleistung ostdeutscher Bürger sowie eine faire Partizipation dieser Bevölkerungsgruppe auf allen Führungsebenen (Dirk Oschmann hat hierzu ein eklatantes Versagen der bundesdeutschen Eliten festgestellt https://www.amazon.de/Osten-westdeutsche-Erfindung-Konstruktion-Gesellschaft/dp/3550202342/ref=sr_1_1?crid=3NXL25DJJ4JH9&keywords=dirk+oschmann+der+osten+eine+westdeutsche+erfindung&qid=1692119799&sprefix=Oschmann%2Caps%2C117&sr=8-1&asin=3550202342&revisionId=&format=4&depth=1 – dessen Aufarbeitung braucht Zeit, ist aber zwingend erforderlich),
  • eine ehrlichere Auseinandersetzung zum Ukrainekonflikt, kombiniert mit aktiver Friedenspolitik (die Regierenden müssen eine aus der DDR-Zeit und der Bevölkerungsstruktur herrührende latente Russlandfreundlichkeit im Osten Deutschlands akzeptieren und darauf nicht mit Ausgrenzung/Ignoranz/Verachtung, sondern mit moderater Relativierung/Aufklärung reagieren. Die Bemühungen um einen sofortigen Waffenstillstand müssen VERZEHNFACHT, die deutschen Waffenlieferungen bei Beginn eventueller Verhandlungen sofort eingestellt werden. Taurus-Raketen, die ohne Zweifel gegen russisches Territorium eingesetzt würden, dürfen nicht an die Ukraine geliefert werden. Deutschland muss sich als starker Partner bei der Konfliktlösung emanzipieren!),
  • eine offene, transparentere Kommunikation zu Energiewende und Klimawandel mit konkreter punktueller Umsteuerung bei Heizungsgesetzgebung und Klimamaßnahmen (Es geht darum, auch bei weniger betuchten Menschen mehr Verständnis für die Klimapolitik zu erreichen, aber auch darum, die in diesen Bereichen anfallenden Kosten fachgerecht zu optimieren und sozialverträglich zu gestalten. Letztere müssen in höherem Maße als bisher angedacht von Besserverdienenden getragen werden. Skandale wie bei der Erarbeitung des Heizungsgesetzes müssen künftig vermieden werden. Eine wesentliche zeitliche Verschiebung/Streckung der Klimaschutzmaßnahmen – wie sie an der Basis vielfach gefordert werden – ist m. E. nicht möglich, weil schon jetzt mit der Verfehlung sämtlicher Grad-Ziele gerechnet werden muss),
  • eine gründliche und fachgerechte Aufarbeitung des Pandemiegeschehens (hier geht es vorrangig um Fehler im Umgang, um Gewinn- und Verlustrechnungen bei Herstellung/Verteilung und Anwendung von Impfstoffen, um Betrugsfälle, aber auch um die Entmachtung von Querdenkern, die Unwissen und Verschwörungstheorien verbreiten),
  • eine weniger verbissene Haltung bei der Identitätspolitik und beim Gendern und den Verzicht auf die gegen die Mehrheitsgesellschaft entfachte CancelCulture (Minderheiten sollen geachtet werden, aber nicht ständig im Mittelpunkt stehen; Menschen, die Vorbehalte gegen überbordende Diskussionen zur Identitäts- und Genderpolitik vorbringen, dürfen nicht mit Hass, Verachtung und Häme überschüttet werden),
  • die Ablehnung von sogenannten robusten Einsätzen der Bundeswehr im Ausland (hierbei werden heimische Hilfkräfte/Ordnungskräfte zur Kollaboration überredet, die nach dem oft niederlagebedingten Abzug des Militärs zu Flüchtlingen werden, die man aus moralischen Gründen aufnehmen müsste, dann aber häufig sich selbst überlässt)
  • mehr Präsenz der bürgerlichen Parteien im Osten Deutschlands (dort finden sich fast nur noch Linke und AfDler an Infoständen)
  • eine solide finanzielle Ausstattung der Kommunen (wodurch öffentliche Einrichtungen vielfältiger, freundlicher und sauberer gestaltet werden könnten und andererseits eine bessere Beteiligung der Bürger am politischen Geschehen möglich wäre).

Eine neue Partei

In diesem Sinne könnte die Neugründung einer linken, sozial orientierten und speziell auf den Osten konzentrierten Partei durchaus bahnbrechen. Denn viele Bürger dürften sich bei ihrer AfD-Entscheidung wegen der NaziNähe unwohl fühlen, fänden dann aber eine solide ProtestPlattform – die es so in der Bundesrepublik nicht gibt. Schließlich sind alle bestehenden Parteien durch die o. a. wirtschaftliche und politische Konstellation blockiert/korrumpiert. Viele Grüne, viele Sozialdemokraten und viele Linke würden zweifellos zu Wagenknecht schwenken, weil in ihrem Lager/in ihrem voraussichtlichen Parteiprogramm

  • eine klare Kante in Sachen Sozialpolitik (erhöhter Mindestlohn, Kindergrundsicherung, bezahlbares Wohnen, auskömmliche Mindestrente etc.)
  • eine realistische Sicht auf die Entwicklung der Bevölkerungsstruktur sowie eine wohlwollende Empfangskultur bei beschränkter Zuwanderung (akute Notfälle)
  • eine deutlich bessere Vertretung ostdeutscher Forderungen nach mehr Partizipation in sämtlichen Führungsetagen von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft
  • eine Abkehr von extrem linken Positionen (???)
  • eine bürgernahe Präsenz in Ländern und Kommunen

zu erwarten sind.

Das freilich sind Spekulationen, die auf- oder aber nach hinten losgehen könnten. Nicht auszudenken, dass im Deutschen Bundestag die Plätze für linke Politik leer blieben. Weil zwei Splitterpartien auf jeweils 4% der Wählerstimmen kämen.

Ich würde den Schritt der ParteiNeugründung dennoch wagen. Denn der jetzige Zustand der LINKEN signalisiert totale Lähmung, und mit der lässt sich ebenso wenig anfangen wie mit dem Nichtvorhandensein.

Keine Frage: Durch die Neugründung einer konkurrierenden linken Partei würde die vorhandene LINKE marginalisiert, aber auch die AfD dezimiert. Was ohne Zweifel eine weitere Radikalisierung in den verbleibenden „extremen Ecken“ zur Folge hätte.  Vor allem rechte Kräfte dürften die Wagenknechtschen Pläne mit Hass verfolgen und Terror anfachen. Aber auch von Seiten der linken Gewalttäter dürften schwere Störmanöver – bis hin zur physischen Bedrohung – zu erwarten sein. Die bürgerlichen Parteien müssten die voraussichtliche Abwanderungen ihrer Wähler hinnehmen – dürften aber ihre Politik gegen links überprüfen.

Was eine neue Partei mit Wählerstimmen um 10 bis 15 % (meine vorläufige Einschätzung) tatsächlich ausrichten könnte, bleibt vage. Gelänge es ihr, die Koalitionsbedingungen nachhaltig zu verbessern, wäre – was die Front gegen AfD und sonstige Rechte in Ländern und Kommunen angeht – viel gewonnen. Rot-rot-grün könnte zur Option auch im Bund führen – was bei „Ausschiffung“ von FDP und CDU/CSU einen spürbaren Fortschritt bei Sozialleistungen und sicher auch in der Energie- und Klimapolitik ermöglichen würde.

Sahra Wagenknecht braucht Mut. Sie kann und muss mit der Gründung einer neuen Partei Erfolg haben. Scheut sie sich, ist ihr Abgang in die Bedeutungslosigkeit programmiert. Geht sie voran, besteht die Chance eines Erfolgs. Eine denkbare breitere Basis in der Bevölkerung, eine Politik, die auf Frieden setzt, die einer ausufernden Gender- und Multi-Kulti-Politik Zügel anlegt, könnte die Stagnation im krisengeschüttelten Deutschland beenden.

Letztlich dürfte auch die Person von Sahra Wagenknecht selbst überzeugen. Sie ist als promovierte Wirtschaftswissenschaftlerin hoch gebildet, kennt das Innenleben unserer Gesellschaft, führt eine überzeugende Sprache und argumentiert professionell. Alles Fakten und Gegebenheiten, die man von Personen, die Studien abgebrochen, Philosophie studiert oder Märchenbücher geschrieben, nie aber in einem Wirtschaftsunternehmen gearbeitet haben, nicht erwarten kann.

Man sagt Sahra W. nach, dass das Organisatorische in der Partei nicht ihr Ding sei. Keine Ahnung, ob das stimmt. Regeln lässt sich das allemal. Eine Frau allein kann sowieso nicht für alles verantwortlich sein. Fest steht, dass Oskar Lafontaine sie bei der Parteigründung selbst gut unterstützen könnte. Er kennt sich damit aus.

Unter dem Strich nur so viel:

Die neue Partei könnte sich in die bestehende Parteienlandschaft gut einfügen, wenn sie sich

-als Partei des Friedens (Ziel: eine europäische Friedensordnung unter Einbeziehung Russlands)

-als Partei der sozial Benachteiligten

-als antifaschistische, gegen die AfD positionierte Bastion

-als moderat links (sprich:  abgekoppelt von linken Dogmatikern und Gewalttätern),

– als Plattform für eine realistische Migrationspolitik und

-als Verbündete der Gewerkschaften

etablieren würde – ohne die Mitgliedschaft Deutschlands in der EU und in der NATO oder die Existenz der Bundeswehr lautstark in Frage zu stellen.

Bild: www.sahra-wagenknecht.de

 

Die Büchse der Pandora lässt sich nicht mehr schließen

Die neueste Ausgabe des SPIEGEL bestätigt meine Vermutung. Wir segeln unsicheren, undefinierbaren Zeiten entgegen. Jede Einhegung der Unwesen scheint – zumindest aus heutiger Sicht – unmöglich.

  draufklicken!

Auszug aus DER SPIEGEL vom 8. Juli 2023: „Die große FAKE-Maschine“

https://www.spiegel.de/netzwelt/web/kuenstliche-intelligenz-wenn-maschinen-luegen-lernen-a-0e1238fe-2cd1-4d02-bcbc-ece088a6b0da

Zum Vermächtnis von Antje Vollmer

Sehr geehrte, liebe Antje Vollmer, Sie werden sich den vielen Zuschriften, die auf Ihr Vermächtnis folgten, kaum widmen können. Aber seien Sie gewiss: Sie trafen die Herzen von Zehntausenden. Ich kenne Menschen, die weinten einfach. Mich erreichen auch heute noch Stellungsnamen dazu.

Als ehemaliger DDR-Bürger habe ich bis 1989 nur beschränkten Zugang zu Ihrer Person und Ihrem Tun gehabt – weiß aber inzwischen, wie verdienstvoll Sie sich für die wahrhaft grüne Politik und den Frieden in Europa eingesetzt haben. Ihr in der Berliner Zeitung veröffentlichtes Statement hat mich sehr beeindruckt – vor allem auch der weise Hinweis, dass man Geschichte von ihren Ursprüngen her erkunden und dann strikt weiterverfolgen muss. Aber genau das passiert in der deutschen Gegenwart wenig oder garnicht. Umso erhellender war Ihre bis zum Jahr 1990 zurückreichende Bilanz für das deutsch-russische Verhältnis, die mit Blick auf den Ukrainekonflikt unerlässlich ist. Sehr wichtig, dass Sie so ausführlich auf die Verdienste des inzwischen fast vergessenen Michael Gorbatschow eingegangen sind – ohne die Deutschland in seiner jetzigen Form nicht existieren würde.

Ich finde es mutig, dass Sie in einer Zeit, in der bellezistisch-militaristisches Gedankengut die Köpfe flutet, so klar für sofortigen vorbedingungsfreien Frieden stehen – was hier zu Lande „nur“ noch Frau Wagenknecht und Alice Schwarzer zustande bringen. Ich plädiere seit langem dafür, dass die Waffen auch dann schweigen müssten, wenn die Ukraine (vorerst) auf die von Russland besetzten Landesteile verzichten muss. Erst Frieden (und keine Toten mehr!) und dann eine Reglung, für die jede Partei Zugeständnisse machen muss. Wichtig sind allein der sofortige Frieden, das Völkerrecht und der Bevölkerungswille vor Ort. Mittel- und langfristig müsste unter UNO-Aufsicht an einer gerechten und tragfähigen Lösung für Menschen und Gebiete gearbeitet werden. Wobei Minderheiten- und Autonomierechte zu berücksichtigen sind.

Ich hoffe, dass ihre Botschaft weit reicht und zur Korrektur der deutschen Politik beiträgt. Es wäre einfach irrwitzig, ja demokratiefeindlich, wenn Ihre Meinung und die von fast 724.000 Menschen (soviel haben die Petition von Wagenknecht und Schwarzer inzwischen unterzeichnet) nicht schnell und kraftvoll auf das Gesamtgeschehen in Deutschland wirken würde.

Mit den allerbesten Wünschen – auch für Ihre Gesundheit!

Dr. Ulrich Scharfenorth, Ratingen

Die Antwort vom 2. März 2023:

Lieber Ulrich Scharfenorth,

Antje Vollmer dankt ihnen sehr herzlich für Ihre Mail. Sie ist sehr krank und kann deswegen nicht mehr selbst auf das überwältigende oft sehr persönlich gehaltene  Echo auf ihr „Vermächtnis einer Pazifistin“ reagieren. Wir haben ihr aber alle einzelnen Schreiben in Ruhe vorgelesen und das war ihr eine grosse Freude, Ermutigung und auch Trost. Sie bittet Sie alle, Ihr Engagement, wo immer möglich, nicht aufzugeben. Es ist nicht umsonst. Mit herzlichen dankbaren Grüssen und danke für die Texte,
Antje Vollmer.