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Das NEUE: Seit kurzem ist ein Buch im Handel erhältlich, das es so auf deutschen Ladentischen noch nicht gegeben haben dürfte. Zum vielleicht ersten Mal hat ein "Normalbürger", also ein Mensch aus der Mitte der Gesellschaft, die heutige Welt in einer vergleichsweise verständlichen Form analysiert und Wegweisungen für die Zukunft formuliert.
Wir sprechen vom "Störfall Zukunft - SchlussFolgerungen für einen möglichen Anfang", einem erzählerisch aufgemachten Sachbuch, das im Dezember 2008 vom Heiner Labonde Verlag, Grevenbroich, herausgegeben und am 18. Dezember 2008 der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Es ist anspruchsvoll aufgemachtes, umfangreiches Buch, dessen Text nach sorgfältigen Recherchen in dreijähriger Arbeit entstanden ist – und angesichts des weitgreifenden Themas kaum kürzer ausfallen konnte.
"Störfall Zukunft" dokumentiert und provoziert. Sein Inhalt spiegelt nicht nur Erfolge, Verwerfungen und Dekadenzen in der heutigen Welt. Es markiert auch mögliche Strukturlinien für künftiges Leben – auf einer Erde, die merklich "gesünder" aussehen muss als die heutige. Dieses Buch ist anders als vergleichbare Vorläufer. Denn es löst sich bewusst von Klischees und eindimensionalen Analysen/Zukunftsentwürfen, die das heutige Bücherangebot dominieren. In der vorliegenden Publikation geht es folglich weniger darum, neues "Spartenwissen" (wie z.B. zu Energie- und Umweltfragen) aufzulisten. Wichtiger ist der Versuch, die gegenseitige Beeinflussung maßgeblicher Strukturen, sprich: die zahllosen Wechselwirkungen im Spektrum wissenschaftlicher, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen auszuloten. Ein solcher Ansatz führt auf der Zeitleiste zu erheblichen Verschiebungen der Horizonte. Denn heute prognostizierte Errungenschaften z.B. in Biotechnologie, Nanotechnik, Energiewirtschaft etc. erfahren eine neue Bewertung und Zuordnung, wenn sie mit wahrscheinlichen Reaktionen des gesamtgesellschaftlichen – auch internationalen - Umfeldes konfrontiert werden.
Komplexe Themen, verständlich dargestellt: "Störfall Zukunft" zu öffnen, birgt die Versuchung, es durchgängig lesen zu wollen, weil der Sog, den sein Inhalt auslöst, beachtlich ist. Recht schnell entsteht der Eindruck, dass der Leser die komplexen Wirkmechanismen unserer Welt nicht nur begreifen, sondern komplett verein-nahmen kann – so plastisch und strikt gebunden wird vermittelt, was heute vor uns abläuft und morgen stattfinden könnte. Ob wir auf Mars-Projekte der NASA, auf die Kontroversen zur Gentechnik, auf die Folgen globalisierter Wirtschaft, auf das Tauziehen zum Freihandel, auf Ursachen und Wirkungen von Finanzkrisen, auf die Erfordernisse künftiger Bildung und Ausbildung, auf die Veränderung der Arbeitsmärkte, auf Debatten zu Umweltschutz und -belastung, auf mögliche Machtstrukturen in den kommenden Jahrzehnten oder ganz einfach auf die privaten Erwartungen der Menschen stoßen – alles wird in diesem Buch in einer für jeden verständlichen Weise gespiegelt und miteinander verknüpft, wie das sonst selten geschieht. Wir folgen dem Lauf der Zeitmaschine, die Heutiges durchquert und Künftiges spannend erschließt. Der Ausblick auf morgen zielt auf ein schmales Fenster, das Weiterleben verheißt, zugleich jedoch den Rahmen für Pflichten vorgibt.
Vor uns türmt sich ein Faktenberg, den es zu sichten und logisch zu ordnen gilt. Und wir stoßen auf die Frage, ob der Mensch bleibt, was er ist, ob er sich zum Positiven wandelt oder als gestylter Cyborg 2.0 eine neue Versklavung erlebt. Wenn "Störfall Zukunft" eine Art ganzheitlicher Betrachtung versucht, mutet das zunächst abenteuerlich an. Vor allem deshalb, weil es aus der Perspektive nur eines Menschen heraus geschieht, eines Menschen, der zwar wissenschaftlich gebildet ist, aber doch allein agierte. Dennoch wird so etwas wie eine "Gesamtschau" sichtbar, die bisherige Fleckenteppiche zu ergänzen vermag.
Dieses Buch ist weder von Dogmen geprägt, noch soll es sektiererische Thesen oder verkappte randpolitische Ideologien verbreiten. Es zielt ausschließlich darauf ab, dem von Informationen überfluteten Bürger Wissen in der ihm eigenen Sprache zu vermitteln, Wissen, das ihn sonst kaum erreicht.
Gleichzeitig soll die Diskussion um eine entschleunigte, nachhaltige Welt angestoßen werden. Diese passt genau in heutige Zeit - in der Wachstumswahnsinn, Kurzfristdenken, Parteienkalkül und der Griff nach schnellem Erfolg die Sicht auf fernere Perspektiven oftmals versperren.
Warum ein solcher Titel? Der Titel "Störfall Zukunft" könnte - für sich genommen - falsch ankommen. Denn die Vermutung, der Autor würde Zukunft als bloßen Störfall interpretieren, liegt nahe. Hier freilich irrt der Leser. Das vorliegende Buch ist weder ein Endzeitdrama, noch ein Horror-Thriller. Es bewegt sich vielmehr nahe an den Realitäten und absehbaren Zukunftsszenarien. Ziel ist ein tatsächlich kleines Fenster, das für alle Überleben verheißt - freilich mit der Auflage umzudenken und eine faire, nachhaltige Welt anzusteuern. Natürlich braucht der Autor in der schäumenden Medienwelt einen Eye-Catcher - um sichtbar zu werden. Sein eigentliches Anliegen aber manifestiert sich im Inneren des Buches. Dabei will er zwei kaum anfechtbare Wahrheiten vermitteln: Einmal, dass der Weg in die künftige Welt kein müheloses Ausschreiten in der Ebene ist, sondern Umdenken und harte Arbeit erfordert - und deshalb ein von Störfällen begleitetes Szenario beschreibt. Zum anderen, dass die Diskussion um Zukunft, vor allem, wenn ihr Ergebnis auf unpopuläre, scheinbar von Entsagung geprägte Aufgaben deutet, oft als störend empfunden wird - sowohl vom "Normalbürger", der Abstriche von seinem Lebensstandard befürchtet, als auch von den heutigen "Wagenlenkern", die um Reputation, Wahlchancen und Geschäfte bangen.
"Störfall Zukunft" kann von Jugendlichen, aber auch von anderen, die das nötige "Kleingeld" nicht aufbringen können, im Ratinger Jugend- und Kulturzenrum LUX, in der Lintorfer "Manege" und im "Toms on the Rocks", Ratingen, Hans-Böckler-Str. 2, kostenfrei ausgeliehen werden.
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