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Blog
Der Autor setzt in der Rubrik "Blog" seine Betrachtungen zu buchrelevanten Themen fort. Dadurch werden wichtige Fakten und Sachverhalte ständig aktualisiert. Der Bezug zu "Störfall Zukunft - SchlussFolgerungen für einen möglichen Anfang" wird durch entsprechende Seitenverweise in den neu entstehenden Texten hergestellt.
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Schrotthülle gefällig? |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 03. April 2009 um 13:28 Uhr |
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Derzeit wird die Erde von ca. 6.000 Satelliten und Sonden umkreist (S. 352). Hinzu kommen bis zu 600.000 Schrottteile unterschiedlicher Größe, die ebenfalls ihre Bahnen ziehen. Fragt sich, wie lange dieses Beieinander gut geht. Immerhin gab es schon Kollisionen – die letzten im Februar und März 2009. Einmal büßten die USA einen Kommunikations-Satelliten ein. Dann musste die ISS dem Bruchstück einer chinesischen Rakete ausweichen. Obwohl die kreisenden Trümmer überwacht werden, scheint niemand ihren Zuwachs zu fürchten. Das kleine Gerümpel, so heißt es, verglühe im Flug auf die Erde. Vom Kompakteren allerdings hört man, dass es schnell mal Dächer durchschlägt – meist nach Vorwarnung. Doch wer weiß schon, ob GPS oder ungefähr. Antriebe, die man am Schrott aktivieren könnte, gibt es nicht. Und so sucht sich das Geschoss rein schwerkraftmäßig das genehme Bohrloch. Die Verursacher lassen grüßen. Umweltschutz scheint kein Thema zu sein - weder im erdnahen Bereich, noch im All. Möglich, dass man ihn erst dann ernst nimmt, wenn Korridore eng und Flugkörper wöchentlich von Geschossen zersiebt werden. Doch wer glaubt, dass die Schrottteile so einfach an die Hand genommen und klaglos eingesackt werden können, irrt sich. Einfach-Sammler sind nicht drin, denn kaum etwas, das im Raum schwirrt, ist ferro-magnetisch. |
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Weltfinanzgipfel: alles nur Absichtserklärungen? |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 03. April 2009 um 11:00 Uhr |
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Jetzt, da das Londoner Schlussdokument auf dem Tisch liegt, scheint einiges klar, das meiste jedoch nebulös verwoben. Die einen sprechen von sensationellen Erfolgen, die anderen von Scheingefechten und Augenwischerei. Die Paare Obama/Brown und Merkel/Sarkozy haben doppelte Botschaften abgelegt – ganz wie man es vor dem Treffen erwartet hatte. Amerikaner und Briten feierten die 1,1 Billion-US-$-Geldspritze, auf die man sich verständigte, als Anschub für die weltweite Nachfrage. Deutsche und Franzosen hingegen wollten einen deutlichen Finanzmarkt-Regulierungsschub registriert wissen. Sehr wahrscheinlich, dass es den restlichen Teilnehmern weniger um die Schaukämpfe als um Fakten ging. Soweit sich jetzt feststellen lässt, sollen 1.100 Milliarden US-Dollar vor allem zur Aufstockung der IWF-Kreditlinie für bedürftige Staaten (91%) sowie zum "Aufpeppen" der Weltbank (9%) eingesetzt werden. Wer das Geld im Einzelnen und WANN stellt, ist nur teilweise sichtbar (EU: 105 Mrd. US-Dollar, Japan: 100 Mrd. US-Dollar; der in seinem Umfang bisher unbekannte US-Beitrag muss erst noch vom Kongress bestätigt werden). |
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Wer Wunder erwartet, täuscht sich |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 27. März 2009 um 08:53 Uhr |
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Anlässlich des G-20-Gipfels, der Anfang April in London beginnt, dürften die Interessengegensätze zwischen den USA und der EU offen zutage treten. Denn die Mittel und Wege zur Bewältigung der Finanzkrise werden überaus unterschiedlich bewertet. Während die Amerikaner ausschließlich auf die Ankurbelung der weltweiten Nachfrage setzen, zielen die Europäer vorrangig auf Reformen in der internationalen Finanzarchitektur.
Beide Blöcke üben sich schon heute in wilder Polemik, obwohl äußerlich das Bild von systemerhaltender Geschlossenheit gewahrt werden soll. Die Europäer indes haben schlechte Karten, weil Obamas Finanzminister Geithner auf eine Strategie setzt, die Reformen nahezu ausschließt. Einem Zeitungsbericht ("DIE ZEIT", 26. März 2009) zufolge möchte er nämlich durchsetzen, dass das US-Finanzministerium im Verbund mit interessierten Investoren "toxische" Wertpapiere aufkauft, um die betroffenen Banken von ihren "Leichen" zu befreien, sprich: in gesäuberte Bilanzen zu entlassen. Dabei spekuliere Geithner gleichzeitig auf einen Gewinnzuwachs der "faulen" Papiere, sobald die Krise überwunden ist. Wie nun versuche dieser Mann, Investoren für den Deal zu gewinnen und diesen noch attraktiver zu machen? Ganz einfach: Er plane, den Staat – und damit den Steuerzahler – zu verpflichten, die maroden Papiere gegen einen Totalausfall abzusichern. All das könne – aus den Gesetzlichkeiten/Besitzverhältnissen heraus – unter Umgehung des US-Kongresses und damit unter Ausschluss demokratischer Kontrolle geschehen. Noch - so die Zeitung weiter - sei diese Idee eine Theorie, die mit Unwägbarkeiten behaftet ist. Noch gebe es weder Käufer noch Verkäufer. Überhaupt bliebe offen, ob ein Verkauf der Banken nicht eine neue Runde von kapitalzehrenden Abschreibungen nach sich zöge. Um die Finanzbranche – trotz dieses Risikos – zu stimulieren, müsse der Finanzminister der Wall Street gegenüber kurz treten, sprich: von harschen Einschnitten in der Branche absehen. Das aber stände in krassem Widerspruch zu den von Europa eingeklagten Reform-Erfordernissen. |
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Unsere Umwelt ist in der Krise ganz besonders bedroht |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Donnerstag, 26. März 2009 um 17:06 Uhr |
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Dass maßgebliche Politiker angesichts der galoppierenden Wirtschaftskrise den Umweltschutz zurückstellen könnten, sieht Hans Joachim Schellnhuber, Gründungsdirektor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, als wesentlichste Gefahr unserer Zeit. In einem Interview ("DIE ZEIT", 26.März 2009) bezeichnet er eine solche Handlungsweise, bei der die "Zukunftschancen ganzer Generationen " dem "Erhalt des ungeheuren Wohlstandes einer kleinen Wirtschaftselite" geopfert würde, als unglaublichen Zynismus. Dies werde angesichts jüngster Forschungsergebnisse um so deutlicher. So habe man Beweise dafür, dass die negativsten ("Worse-case"-) Szenarien der Vergangenheit bei weitem übertroffen werden. Vor allem das Tauen der Permafrostböden, aber auch die Erwärmung und Versauerung der Meere lassen Schlimmes befürchten. Allein der weltweite Permafrost-Boden berge bis zu 1 Billion t Kohlenstoff, der als Methan austreten könnte. Das sei zehn mal mehr als die Menschheit bisher durch die Verbrennung von Kohle, Gas und Öl freigesetzt habe. Halte der ungebremste Treibhauseffekt an, dann erwarte auch die Ozeane ein Gau ohnegleichen. Schellnhuber hält es für möglich, dass in den Weltmeeren "Todeszonen" entstehen, die sich in Tiefen zwischen 200 und 800 m ausbreiten und dann jede Nahrungsgrundlage zerstören. |
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Mit der CCS-Technik könnte es eng werden |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Dienstag, 24. März 2009 um 00:32 Uhr |
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23. März 2009: So verlockend es scheint, das CO2 bei der Kohleverstromung abzuscheiden (S. 185) - derzeit ist keinesfalls sicher, dass sich die Sache auch rechnet. Zu diesem Ergebnis jedenfalls kommt Christian Tenbrock (DIE ZEIT, 12. März 2009), der Wirkungsgrade in Kraftwerken und CO2-Zertifikate unter die Lupe nahm. Dennoch meint er, dass an der Technologie weiter geforscht werden müsse - allerdings unter der Maßgabe, dass zwischenzeitlich keine neuen Kohlekraftwerke errichtet werden. Die nämlich würden ihre Emissionen bis zur Marktreife von CCS gnadenlos in den Äther ballern. |
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Kind ohne Brustkrebs-Gen geboren |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Dienstag, 24. März 2009 um 00:28 Uhr |
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23. März 2009: Anfang Januar 2009 kam in Großbritannien das vom Brustkrebs-Gen BRCA1 befreite Kind (äußerlich) gesund auf die Welt (S. 44). Das University College of London hatte mit Hilfe der in Deutschland verbotenen Präimplantationsdiagnostik (PID) zwei Embryos in die Gebärmutter der Versuchsperson gepflanzt. Der Eingriff selbst stieß auch in England auf offene Missbilligung - zum einen deshalb, weil er "eugenische" Motive nahelegt und den unheilvollen Trend zum Designer-Baby befördert ("Rheinische Post" vom 10. Januar 2009). Da die PID nicht bei allen Paaren angewendet werden kann, könnte sich außerdem eine haarsträubende Ungerechtigkeit ergeben, die nicht nur in der Mittelausstattung der Probanden begründet ist.
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"Die reden, wir handeln - Bürger trotzen der Krise" |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Dienstag, 24. März 2009 um 00:24 Uhr |
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23. März 2009: Die Phoenix-Runde vom 17. Februar 2009 hat einmal mehr bestätigt, dass das "Welt-Finanzsystem" auf tönernen Füßen steht (S. 370) und Gangster, die in ihm toben, nach geltender Rechtslage nicht dingfest zu machen sind. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, seriöse Banken als Partner zu finden und auf Unternehmer zu setzen, die genossenschaftlich organisiert sind.
Die GLS-Bank (http://www.gls.de) z.B. ist weitgehend demokratisch organisiert und hat sich zu keinem Zeitpunkt an den weltweiten Spekulationen beteiligt. Heute erwächst ihr allerdings ein Nachteil aus der soliden Haltung. Konkurrierende, durch Spekulation geschädigte oder ruinierte Geldinstitute werden mit Steuergeldern aufgepäppelt und können so attraktivere Finanzierungs- und Anlageangebote machen als ihnen zustehen. |
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