Die neuen Kipper & Wipper? Drucken
Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth   
Dienstag, 14. April 2009 um 17:22 Uhr

Jetzt erreicht uns auch die Verpackungsfreiheit – angeblich, weil der Bürger sie dringend einfordert. Doch statt neben den alten Päckchen- und Paketegrößen neue, vor allem geringere Dosierungen im Einheitsformat vorzuschreiben (halbierte, geviertelte, geachtelte Mengen), gestatten die Zulassungsbehörden seit Ostern Dosierungen, Stückelungen und Behältnisformate jeder Art (Westdeutsche Zeitung, 8. April 2009). Nur den Allerdümmsten dürfte verschlossen bleiben, dass dieser Trend zum Flexiblen vor allem dem Betrug Vorschub leistet. Und an dem dürften ausschließlich windige, profitgeile Anbieter interessiert sein. Wenn der Preisvergleich mit der bisherigen Produktmenge schwierig wird, triumphiert die Mogelpackung. Nur wenige Kunden werden auf "krumme" Grammzahlen bezogene Preise auf bislang übliche (und auf übersichtliche 100 oder 200 Gramm bezogene) hochrechnen. Was liegt dann näher, als dass sie schnell um einige Cent oder Gramm betrogen werden. Ein solider Preisvergleich jedenfalls scheint kaum mehr möglich – zumindest wird er zeitaufwändig und damit erschwert. Verbraucherschützer hätte all das auf die Palme bringen müssen - zumal der Unternehmensvorteil zum Bürgeranliegen verfälscht wurde. Fragt sich, ob irgendwer die alten Preis-/Mengen-Verhältnisse auf den vorösterlichen Kartons gescannt hat … und jetzt unterwegs ist, um inflationäre Preissteigerungen auszumachen. Ich jedenfalls bin dafür, dass die alten Bonbongläser wieder eingeführt werden. Aus denen entnahm die Schippe, was sichtbar auf die Waage geriet … und dann unverfälscht zum Preis führte.