"Die reden, wir handeln - Bürger trotzen der Krise" Drucken
Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth   
Dienstag, 24. März 2009 um 00:24 Uhr

23. März 2009: Die Phoenix-Runde vom 17. Februar 2009 hat einmal mehr bestätigt, dass das "Welt-Finanzsystem" auf tönernen Füßen steht (S. 370) und Gangster, die in ihm toben, nach geltender Rechtslage nicht dingfest zu machen sind. Umso mehr kommt es jetzt darauf an, seriöse Banken als Partner zu finden und auf Unternehmer zu setzen, die genossenschaftlich organisiert sind.

Die GLS-Bank (http://www.gls.de) z.B. ist weitgehend demokratisch organisiert und hat sich zu keinem Zeitpunkt an den weltweiten Spekulationen beteiligt. Heute erwächst ihr allerdings ein Nachteil aus der soliden Haltung. Konkurrierende, durch Spekulation geschädigte oder ruinierte Geldinstitute werden mit Steuergeldern aufgepäppelt und können so attraktivere Finanzierungs- und Anlageangebote machen als ihnen zustehen.

In der Runde wurde demonstriert, dass es in Deutschland möglich ist, ein paralleles Geld in Umlauf zu bringen, dass den Einkauf regional erzeugter Produkte und Dienstleistungen fördert ("Der Chiemgauer" - http://www.chiemgauer.info). Angesichts der Tatsache, dass 99% des in Umlauf befindlichen Geldes auf spekulativen Geldmärkten unterwegs sei und nur 1% stabil in die Realwirtschaft investiert werde, sei die Einführung eines "parallelen Geldes" mehr als zwingend. Jeder Euro sei nach 1 ½ Geschäftsvorgängen wieder raus aus der Realwirtschaft und geistere dort, wo er eine höhere Rendite erbringt – auf den Geldmärkten). Das sei skandalös. Nur wenn eine starke Alternative geboren werde, könnten innovative mittelständische Unternehmen ausreichend mit frischen Mitteln versorgt werden.