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Die Volksabstimmung kann auch nach hinten losgehen |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Montag, 28. November 2011 um 17:52 Uhr |
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Die Entscheidung für Stuttgart 21 ist eine Ohrfeige für die Engagierten in unserer Gesellschaft. Das Beharrungsvermögen derer, die sich für unsinnige Geldausgaben unseres Staates in Zeiten massiver Krisen nicht interessieren, hat obsiegt. Eine vernichtende Bilanz.
Ich bin sehr für direkte Demokratie/Demokratie von unten. Muss aber immer mal feststellen, dass Volksentscheide nicht zwangläufig eine von mir (und vielen anderen) für richtig befundene Handlungsoption befördern. Das ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Denn niemand hat die Wahrheit wirklich gepachtet. An der Entscheidung für Stuttgart 21- die offenbar wie ein Schock auf den Neubaugegnern lastet - stört mich vor allem, dass diejenigen, die monatelang, teils bei Nässe und Kälte, teils unter dem Druck von Wasserwerfern und unter Aufgabe persönlicher Annehmlichkeiten (Freizeitverluste, entgangene Events etc.) ihre Meinung äußerten jenen unterlegen sind, die mehrheitlich in wohl klimatisierten Zimmern in ihre Sessel furzten. Das vieltausendfache Engagement der Gegner ist im Nichts verpufft, während die Legende vom bezahlbaren, nützlichen Bahnhof fröhliche Urständ feiert. Ja, mehr noch: Die Stimatisierung der "Nörgler" als technikfeindliche, rückwärtsgewandte "Wutbürger" scheint in Stein gemeißelt. Gewiss: die Ergebnisse von Volksentscheiden müssen wir - so sehr wir hin und wieder auch an der Existenz/Existenzfähigkeit unserer Demokratie zweifeln - akzeptieren. Dennoch lohnt ein tieferes Nachdenken, etwas, auf das wir uns vor künftigen Entscheiden besinnen sollten. So ... oder ... so.
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