Strauss-Kahn sitzt im Kahn. Fragt sich ... warum? Drucken
Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth   
Mittwoch, 18. Mai 2011 um 00:23 Uhr

Mitglieder einer kleinen Terror-Zelle, aber auch ein Flüssiggastanker können, wie wir heute hörten, ein Atomkraftwerk in die Luft jagen − und damit ein ganzes Land an den Rand des Abgrunds bringen. Eine korrupte Zimmerkellnerin kann einen IWF-Chef um seine politische Karriere und den Euro zu Fall bringen. Nichts von dem muss geschehen oder geschehen sein. Und doch ist man baff: denn hier geht es nicht um Erdbeben, Wirbelsturm und Tsunami. Es geht nur um das, was ein Mensch resp. eine kleine Gruppe von Menschen so anrichten kann – wenn er/sie will.

Dominique Gaston André Strauss-Kahn sitzt seit gestern ein, und 80% der Leute vermuten, dass da ein europafreundlicher IWF-Chef weg musste, einer, der im Griechenland-, Portugal-, Irland- oder Sonst-wie-Desaster hätte wichtig sein können. Dieser Verrückte muss doch – einen Tag vor seinen Griechenland-Beratungen in Berlin und Brüssel – eine Frau anfallen. Soviel Sperma im Gehirn ist dem 62-Jährigen eigentlich nicht zuzutrauen, wenngleich die RP heute mutmaßt, dass Leute seiner Art durchaus freidrehen können ("Rheinische Post", 17. Mai 2011).

Gleichwie: Der Mann musste hinter Gitter, wobei es offenbar verdammt eng wurde (http://www.taz.de/1/politik/amerika/artikel/1/unter-schwerverbrechern/). Die sexuell Belästigte – sofern sie es denn ist – bleibt offenbar ausgeblendet. Warum, weiß der Geier. Verschwörungstheoretiker wittern ganz klar eine Verschwörung des zu kurz Geratenen. Der scheint nach den gemeinsamen Bombardements auf Libyen in gutem Einvernehmen mit O BAMA. Aber ob das allein reicht, um …? Kann sein. Doch da gibt es noch die "BIG THREE", die frisch geweißten US-Rating-Agenturen Moodys, Epcon und Fitch, die ihren Daumen je nach Gemütslage belüften oder ins Fleisch maroder Staaten versenken können. Sollten die etwa? Möglich wäre das : Strauss-Kahn sitzt im Kahn, die Rating-Agenturen flüstern, dass ein wichtiger Unterstützer fehle, die Zinsen für griechische Staatsanleihen ziehen ein wenig an und alle, die bei Akropolis auf AUS wetten, hören es klimpern. Oder: Europa wird geschwächt, und die, die mit 14-Billionen- US-$-Schulden im Dreck sitzen, müssen nicht allein heulen.

Nun, forsches Rätseln bringt hier nicht weiter. Man kann nur hoffen, dass es zwischen Kachelmann, Strauss-Kahn und Wikileaks keine Absprachen gibt. Denn das fehlte uns noch: ein European Sex Contest mit Originalaufzeichnungen … ohne Lena.