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Mitunter muss man DIE ZEIT, die sich meist Mitte rechts stellt, auch loben. Hin und wieder nämlich lassen es Herausgeber und Chefredakteur zu, dass fähige Autoren wider den (konservativen) Stachel löcken. So geschehen am 8. Juli, als unter dem Titel "Kriegsgötterdämmerung" der wohl wichtigste Beitrag zu Afghanistan erschien. Roger Willemsen dürfte neben Peter Scholl-Latour ("Raus aus Afghanistan"/Cicero 2007) und Jürgen Todenhöfer ("Warum tötest du, Zaid?",2008) einer der Wenigen sein, der die Dinge am Hindukusch kennt und auf den Punkt bringt. Er war und ist vor Ort, und er hat ein Gefühl für die Geschehnisse. Da kann zu Guttenberg, da können Vor-Ort-Kommandanten der Bundeswehr reden, was sie wollen. Ich jedenfalls glaube nur unabhängigen Leuten wie Willemsen. Der nämlich steht nicht im zweifelhaften „Bündnisfall“ mit den Amerikanern, er giert nicht nach Bodenschätzen oder Pipeline-Verlegekonzessionen, und er plädiert überzeugend gegen ein Rollback, das Mädchen erneut aus den Schulen und unter die Burka verbannen könnte. Was er vorschlägt, was ihm am Herzen liegt, hat mit Verhandlungen zu tun, mit dem Selbstbestimmungsrecht der Afghanen und einer Kultur, die sich als selbstbestimmt und nicht als Überstülpsel westlicher Konquistadoren versteht. Willemsen versucht die leise, die friedliche Gangart. Und er hat Recht damit. Denn dieser Krieg, der – wie er sagt - nicht zu gewinnen ist, muss ein Ende haben. Wer etwas tiefer blicken und zum Abbau von Hass zwischen den Parteien beitragen möchte, sollte nachlesen: http://www.afghan-german.de/Admin_DE/Lauftext/roger_zeit.pdf
("DIE ZEIT", 8. Juli 2010)
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