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Moderator Karsten Schwanke vermittelte unlängst, dass die Kartoffel als Lebensmittel immer wichtiger werde. Der verhängnisvollen Kraut- und Knollenfäule könnte schon Kürze der Garaus gemacht werdem - durch natürliche Zuchtwahl und Genmanipulation ("ZDF/Abenteuer Wissen", 8. Juli 2009). Darauf, dass die Ausdünnung der Artenvielfalt uns von Krankheiten wie diesen abhängig macht, wies er nur beiläufig hin (S. 119). Auch Fisch - so Schwanke weiter - bleibe wichtig. Der Leerfischung der Meere wolle man mit künstlichen Aqua-Kulturen begegnen. Fragt sich, ob überfüllte Gehege und Antibiotika (S. 344) brauchbare Rezepte sind - oder ob es nicht sinnvoller wäre, die Fischereirechte für alle "beschädigten" Meere rigoros aufzukündigen (internationale Abkommen). Auch zum Thema "Fleisch" hielt Schwanke ambivalente Botschaften bereit. Sein Verbrauch soll sich in den kommenden 40 Jahren weltweit verdoppeln – offensichtlich mit der Folge, dass die Massentierhaltung in vielen Teilen der Erde festgeschrieben wird.
Geraten wir – auch was die Nahrung betrifft – in eine Zone jenseits der Natur?
Interessant sind die Versuche, Fleisch künstlich und Fische in nachhaltig gestalteter Umgebung zu züchten. In solche Projekte sollte sehr viel mehr Geld investiert werden als das heute geschieht. Wie auch immer das Ganze ausgeht - der Westen muss sich endlich freimachen vom heutigen Lebensmittel-Wahnsinn und versuchen, mit der Natur im Einklang zu leben. Den aufstrebenden Schwellen- und Drittweltländern allerdings kann niemand verdenken, dass sie auch an die Fleischtöpfe wollen. Bis deren Verbrauch den unseren erreicht, dürften aber noch Jahrzehnte ins Land gehen. Deshalb gilt die Forderung der Umweltaktivisten: nicht mehr zu entnehmen als neu generiert wird, vor allem für die Sphäre der reichen Industrieländer. Hier freilich dominieren Profitstreben und Wohlstandsgebaren. Wo etwas zu holen ist, wird gnadenlos ausgebeutet und konsumiert. Das gipfelt dann in abstrusen Produkten: in Garnelen, die keine sind, in Käse ohne Milchgrundlage, in Wasabi-Erdnuss-Snacks ohne Wasabi und in Schoko-Keksen, deren Braun aus minderwertigen Zutaten zusammengeschustert wird. Dabei geht es ausschließlich um Kostenvorteile – zu Lasten der Verbraucher ("Westdeutsche Zeitung, 11. Juli 2009). Das Gros derer jubelt zwar, wenn ein neues, noch preiswerteres Erzeugnis in die Theken kommt - ist sich aber nicht bewusst, was ein solches Angebot wirklich bedeutet: Massentierhaltung, Genmanipulation oder einfach nur … Betrug. |