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Blog
Der Autor setzt in der Rubrik "Blog" seine Betrachtungen zu buchrelevanten Themen fort. Dadurch werden wichtige Fakten und Sachverhalte ständig aktualisiert. Der Bezug zu "Störfall Zukunft - SchlussFolgerungen für einen möglichen Anfang" wird durch entsprechende Seitenverweise in den neu entstehenden Texten hergestellt.
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Laserpointer, Drohnen und ein Abgeschossener |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Montag, 26. Juli 2010 um 15:27 Uhr |
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Mir ist völlig unerklärlich, warum Medien, Polizei und Justiz die Laserstrahlattacken auf Flugzeugpiloten zwar registrieren, aber keinerlei Maßnahmen ergreifen. Allein in NRW soll es in diesem Jahr 82mal zu derartigen Angriffen auf den Luftverkehr gekommen sein („Rheinische Post“, 21. Juni und 26. Juli 2010). Jetzt wird es höchste Zeit, den Banditen das Handwerk zu legen. Niemand wird sich mit dem Bemerken, dass es sich hier um einen "DummeJungenstreich" handle, aus der Affäre ziehen können. Ich plädiere für mindestens 2 Jahre Haft bzw. eine entsprechende Jugendstrafe.
Dank des unerschöpflichen Pioniergeistes stehen der Menschheit jetzt kleine Kampfroboter ("Die ZEIT", 1. Juli 2010) und Drohnen zur Verfügung. Was die Drohnen angeht, so nimmt Israel – das Land mit der weltweit größten Forscherdichte (ARD/“Monitor“, 20. Mai 2010) – eine Spitzenstellung ein. Die unbemannten Flugkörper werden vor allem für militärische Zwecke eingesetzt – u.a. gegen die Taliban in Pakistan. Da der Kontakt zu betroffenen Zielpersonen gegen Null geht, wird die Totschlaghürde problemlos überschritten. Wenn die drohnengestützten Raketen aus US-amerikanischen Sesseln heraus auf Terroristen (und ihre SelberSchuld-Begleiter) niedergehen, bleibt am Joystick nur Lautlosigkeit – und die Frage, warum die USA dieser völkerrechtswidrigen Praxis ungestraft nachgehen können, unbeantwortet. Möglicherweise wird das Thema erst dann öffentlichkeitswirksam, wenn Angela Merxel und Joachim Süß – oder sehr viel einfacher - Paula M. und Siegbert E. beim Sex auf ihrem, von sechs Meter hohen Wänden umgebenen Grundstück gefilmt werden.
Dass Ex-Bundespräsident Köhler aussprach, was im "White Paper" für die europäische Sicherheitspolitik (Mai 2004) und im Weißbuch 2006 längst formuliert war (ZDF/"Maybrit Illner", 3. Juni 2010), nämlich, dass "die Transformation europäischer Streitkräfte von der Landesverteidigung hin zu Interventionen und Expeditionskriegszügen die unabdingbare Voraussetzung für eine effektive europäische Sicherheitsstrategie sei" (Ziel: "Schutz der Handelswege und des freien Flusses von Rohstoffen"), hat ihn um den Stuhl gebracht. Er hätte wissen müssen, dass man frei zugängliche Infos noch lange nicht ausplaudern darf und dass die falsche Person zum falschen Zeitpunkt und an falscher Stelle nur falsch handeln kann. |
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Bravo Roger! |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Montag, 26. Juli 2010 um 12:18 Uhr |
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Mitunter muss man DIE ZEIT, die sich meist Mitte rechts stellt, auch loben. Hin und wieder nämlich lassen es Herausgeber und Chefredakteur zu, dass fähige Autoren wider den (konservativen) Stachel löcken. So geschehen am 8. Juli, als unter dem Titel "Kriegsgötterdämmerung" der wohl wichtigste Beitrag zu Afghanistan erschien. Roger Willemsen dürfte neben Peter Scholl-Latour ("Raus aus Afghanistan"/Cicero 2007) und Jürgen Todenhöfer ("Warum tötest du, Zaid?",2008) einer der Wenigen sein, der die Dinge am Hindukusch kennt und auf den Punkt bringt. Er war und ist vor Ort, und er hat ein Gefühl für die Geschehnisse. Da kann zu Guttenberg, da können Vor-Ort-Kommandanten der Bundeswehr reden, was sie wollen. Ich jedenfalls glaube nur unabhängigen Leuten wie Willemsen. Der nämlich steht nicht im zweifelhaften „Bündnisfall“ mit den Amerikanern, er giert nicht nach Bodenschätzen oder Pipeline-Verlegekonzessionen, und er plädiert überzeugend gegen ein Rollback, das Mädchen erneut aus den Schulen und unter die Burka verbannen könnte. Was er vorschlägt, was ihm am Herzen liegt, hat mit Verhandlungen zu tun, mit dem Selbstbestimmungsrecht der Afghanen und einer Kultur, die sich als selbstbestimmt und nicht als Überstülpsel westlicher Konquistadoren versteht. Willemsen versucht die leise, die friedliche Gangart. Und er hat Recht damit. Denn dieser Krieg, der – wie er sagt - nicht zu gewinnen ist, muss ein Ende haben. Wer etwas tiefer blicken und zum Abbau von Hass zwischen den Parteien beitragen möchte, sollte nachlesen: http://www.afghan-german.de/Admin_DE/Lauftext/roger_zeit.pdf
("DIE ZEIT", 8. Juli 2010) |
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Die Ölgier endlich ausbremsen! |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Sonntag, 25. Juli 2010 um 18:23 Uhr |
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Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gräbt sich tief in unser Bewusstsein. Vor allem deshalb, weil sich anders als bei vergleichbaren Vorfällen (z.B. Kalifornien, 1970), politisch nichts tut. Damals hatte Nixon mehrere radikale Gesetze zum Umweltschutz unterzeichnet. Heute schafft es Obama nicht einmal, die Tiefenbohrungen nachhaltig zu verbieten – geschweige denn Senat und Kongress auf eine neue Umwelt- und Energiepolitik einzuschwören. Von den großen Sprüchen vor und unmittelbar nach der Wahl ist nichts geblieben. Die Öl- und Kohle-Lobby ist mächtiger denn je, ja sie darf frohlocken, dass der britische Konkurrent – was durchaus absehbar scheint – in die Knie geht. Dann nämlich könnte dessen Fell schnell verteilt werden. Die Amerikaner, die 1970 ihre Rabattmarken für Tankstellen verbrannten und der Politik kräftig einheizten ("DIE ZEIT", 22. Juli 2010) – man sucht sie heute vergebens. Weder gibt es kraftvolle Protestaktionen, noch Abwahlforderungen. Selbst die arbeitslosen Fischer, selbst die Strand- und Urlaubverkäufer scheinen mit Blick auf mögliche Abfindungen ausgekauft. Das ist mehr als bedenklich. Spielt nur noch das Geld eine Rolle, nicht aber mehr die Natur als wichtigster Begleiter des Menschen? Vermutlich sähe es etwas anders aus, wenn all das Öl, das jetzt im Verborgenen wabert, mit einem Mal an die Oberfläche träte. Fürwahr: Das Optische scheint heutzutage wichtiger denn je. Nur was mit den Augen fassbar ist, kann Wirkung entfalten. Niemand scheint ernsthaft die Frage zu stellen, ob die in Etagen treibenden Ölwolken in die gewaltige, alle Weltmeere umfassende Zirkulation gelangen, ob nicht wir in Europa den schwarzen Schlick auch bald vor Ort haben.
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Frontwechsel oder ... ab in die Kiste |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Sonntag, 25. Juli 2010 um 16:51 Uhr |
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Ich frage mich, wann Frank Plasberg (ARD/hartaberfair) ausgetauscht wird. Das scheint irgendwie überfällig. Oder hat er noch die Chance, ähnlich wie Steffen Seibert, zum Sprecher eines Ausnahmepolitikers/einer Steinzeit-Ikone, vielleicht eines Westerwelle oder einer Erika Steinbach, zu avancieren? Ich meine, wenn man es geschickt ins gegnerische Lager schafft, kann man dem Rausschmiss zuvorkommen. Oder hat uns Seibert die Jahre über nur auflaufen lassen –von wegen: "Ich träume nicht von einer anderen Gesellschaft, ich träume von der, die ich jeden Tag erlebe und verbessere" ("Rheinische Post", 13. Juli 2010). Hat dieser Mann nur auf den Pudding gehauen und verkriecht er sich jetzt, karrierebesessen, im Schoß der Kanzlerin. Mit einem späteren Schub ist da durchaus zu rechnen. Vielleicht gilt es ja, ZDF-Anchorman Claus Kleber zu überflügeln – etwas, das im Normalbetrieb des Senders eher schwer fallen dürfte. Nun, Peter Frey, seit 1. April Chefredakteur des Senders, hat es nicht leicht. Man sei niemandes Diener, tönte er dann auch in Abwehrhaltung. Sein Vorgänger, der im Frühjahr geschasste Nikolaus Brender, wird ihm das kaum abnehmen. Viel wahrscheinlicher ist, dass der Filz im Gegenstrom fortdauert – immer mal beim Fernsehen, immer mal in der Politik.
Nun, es rumort auch andernorts: Im Umfeld von Anne Will beispielsweise. Auch sie – hier und da unangepasst – soll aufs Abstellgleis. Dabei sind die Vorwürfe, die der verharzte Friedberg Pflüger (CDU Berlin) und andere Konservative gegen sie vorbringen, mehr als lächerlich ("Rheinische Post", 12. Juni 2010). Vor allem zeugen sie von einem verkorksten Demokratieverständnis. Wenn man sich schon auf Talkshows einlässt, sollte man Wills Prozedere und kleine Ausrutscher akzeptieren. Geschickt ist sie allemal. Und Sondernummern mit striktem Reglement und Heftpflastern gegen Profiliersucht sind auch bei Jauch (dem vermutlichen Nachfolger) nicht zu erwarten. Vielleicht aber genehmere, konservativ gefärbte Schwätzchen. Der Mann hat das drauf – er hat fast alles drauf ... wenn die Kasse stimmt. |
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Und die Musik spielt fröhlich weiter |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Samstag, 24. Juli 2010 um 23:51 Uhr |
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Nix dagegen, dass Leute Spaß haben und tanzen wollen. Veranstaltungen wie die „Love-Parade“ sind dafür m. E. denkbar ungeeignet, weil ihre Dimensionen jedes vernünftige Maß sprengen und jederzeit Eskalationen auslösen können. Man mag mir jetzt vorwerfen, das ich ein Rave-oder Techno-Muffel bin und erklären wollen, dass diese Musik erst in diesen Ausmaßen voll Sinn macht. Stimmt: Ich habe keinen Bock auf Rave und Techno, weil mir beides extrem einfallslos und monoton vorkommt. Doch nun schlagt mich nicht. Ich weiß, da sind andere Leute vehement anderer Meinung. Aber auch Menschenmassen wie sie zur "Love-Parades" kumulieren, irritieren mich. Als das Ganze - versehehen mit einer politischen Botschaft - begann, war ich noch interessiert. Doch der Sinn der Zusammenkunft verkürzte sich im allgemeinen Spaßgehabe. Im Berliner Tiergarten wurde bereits hemmingslos gesoffen, gekifft und rumgesext. Ganz zu schweigen von den Arealen, die tot-uriniert wurden. Ob das heute anders ist, weiß ich nicht. Auf jeden Fall ist die Love-Parade (abseits des Abtanzvergnügens) zu einer gigantischen Geldmaschine geworden, die keiner so schnell stillsetzt – auch dann nicht, wenn, wie heute, viele Tote und Verletzte zu beklagen sind. Man macht dann einfach weiter und begründet die Fühllosigkeit damit, dass man weitere Paniken vermeiden wollte. Für wie dumm hält man uns Bürger eigentlich, und wer steht morgen für die Ursachen des Desasters gerade?
Nun, die Medien wird's freuen - ihre Auflage/Quote ist gesichert, auch wenn man die banale Rechnung mit den üblichen Krokodilstränen ertränken sollte.
Gewiss: Einige Soziologen sehen in der musikalischen Vermassung aufkommende Geborgenheit, die Möglichkeit sich selbst zu leben und darzustellen und das Ereignis als erinnerbaren Mosaikstein für die Biographie abzuspeichern. Dagegen ist nichts einzuwenden. Immerhin ist Spaß besser als Aggression. Auch die Feststellung des Bamberger Sozialforschers Gerhard Schultze, hier ginge es um "Ereignis-Authismus" – eine intelligente Form von Idiotie („Rheinische Post“, 24. Juli 2010), sollte niemanden zur Arroganz verleiten. Geschmack und Erwartungshaltungen sind eben verschieden, und das ist gut so.
Dennoch plädiere ich für eine klare Beschränkung der Besucherzahlen bei solchen Parties und eine umfassende Sicherheitsprüfung bei der Auswahl der Veranstaltungsorte. Die 1,2 bis 1,5 Millionen Besucher der letzten Jahre darf es nicht mehr geben. Schon für 300.000 Menschen – wir sahen sie jüngst auf den Fanmeilen der Fußball-WM – ist das Sicherheitsproblem kaum zu lösen. Man denke nur an Unruhen, die durch Brände, bewaffnete Auseinandersetzungen oder Attentate ausgelöst werden könnten. |
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Kein Ausstieg aus dem Ausstieg! |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 23. Juli 2010 um 00:04 Uhr |
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Jetzt, da immer heftiger um längere Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke gestritten wird, ist es höchste Zeit, zu rekapitulieren. Was hat zur Laufzeitbeschränkung geführt (der Atomkonsens – 2000 unter Rot-Grün beschlossen und seit 2002 in Kraft. Hiernach sollten alle Kernkraftwerke der Bundesrepublik Deutschland bis ins Jahr 2020 abgeschaltet werden), und was erlaubt irgendwelchen Politikern plötzlich, von ihr Abstand zu nehmen. Die Argumente für und wider die Kernenergie haben sich in den letzten 10 Jahren kaum verändert. Nur dass heute die Widersacher von rot-grün am Ruder sind, und die standen mit ihren Bagatellisierungs- und Beschwichtigungsformeln seit eh und je auf Seiten der Atom-Lobby. Man muss die Details nicht neuerlich ausgraben – die Grausamkeiten liegen auf der Hand:
1) die Mineros, die Uranerze in vielen Teilen der Erde abbauen, sind zumeist abhängige Geringverdiener, die die Verstrahlung vor Ort bewusst oder unbewusst hinnehmen. Uns interessiert in der Regel nur, was in den Atomkraftwerken und um sie herum geschieht. Mit Blick auf die EINE WELT aber sind globale Betrachtungen zwingend.
2) Sämtliche in Deutschland laufenden Atommeiler wären nach heute geltenden Sicherheitsbestimmungen nicht genehmigungsfähig. Bis heute ist beispielsweise unklar, wo und in welchem Umfang unzertifizierte Rohre im Einsatz sind, wie man Trafobränden dauerhaft beikommt, ob der prophylaktische Austausch von belasteten Konstruktionselemente in den vorgegeben Zyklen tatsächlich praktiziert wird etc. In älteren Anlagen kommt es erfahrungsgemäß öfter zu bedenklichen Vorkommnissen als in neuen.
3) Die Endlagerfrage ist bis heute nicht geklärt. Alles konzentriert sich auf Gorleben, obwohl Expertengutachten gerade diesen Standort nicht präferiert hatten. Gegenwärtig spricht alles dafür, dass der Schacht wegen der fehlenden Ton/Lehmschicht über dem Salzstock durch evtl. Wassereinbrüche extrem gefährdet ist. Allein die Tatsache, dass am falschen Standort viel Geld investiert wurde, ist heute Grund genug, ebenso falsch weiter zu machen. Auch wenn Gorleben weiter verfolgt würde, dauerte es 15 Jahre, bis ein Langzeittest die Tauglichkeit des Standortes belegen oder ausschließen würde.
4) Die Zwischenlagerung von mittel- und hoch radioaktivem Müll – in unmittelbarer Nähe der KKWs – stellt eine immense Gefahr dar. Terroristen wären problemlos in der Lage, diese Depots mit panzerbrechenden Waffen in die Luft zu jagen. Ein solcher Angriff war als Option zu den Aktionen des 11. September 2001 in konkreter Planung.
5) Die Laufzeitverlängerung der alten Kraftwerke um 8 Jahre brächte den Energiekonzernen zusätzliche (!) Gewinne von 50 Milliarden Euro, bei den mehrfach geforderten 28 Jahren wären es 225 Milliarden Euro. Nur Narren könnten davon ausgehen, dass Teile dieser Renditen zur Reduzierung des Strompreises benutzt würden.
6) Die Laufzeitverlängerung der Meiler trüge maßgeblich zur Ausbremsung der alternativen Energien bei, da ein zusätzliches Aufkommen an grünem Strom nur bedingt zur Aufrechterhaltung des Netzgleichgewichtes benötigt würde
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Noch mehr Chaos in den Schulen? |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Mittwoch, 21. Juli 2010 um 17:32 Uhr |
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Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gesamtschule, Mittelschule Oberschule, Gymnasium, Regionalschule, Sekundarschulen, Einheitsschule,Stadtteilschulen , Werkrealschule, Gemeinschaftsschule, Primarschule („Rheinische Post“, 10. Juli 2010)... bin ich denn irre?
Der Streit um die Primarschule in Hamburg, aber auch die für NRW zu erwartenden Schulkämpfe beweisen nur eines: so idiotisch wie in Deutschland geht es – was das Bildungssystem angeht – nirgendwo zu. Jahrzehntelang durften die Länder im föderalen Murx experimentieren – doch statt praktikabler Lösungen, die man aufs Ganze hätte übertragen können, gibt es unterschiedlichste Bildungs-Niveaus bei gleicher Anzahl besuchter Klassen und gleicher Noten, Inkompatibilitäten zwischen den Lernständen und Lernergebnisse einzelner Länder und PISA-Noten, die zum Himmel schreien. Der Normalbürger, den die Vielfalt niemals begeistert, immer aber verwirrt hat, begreift nur langsam. Hier ging es weniger um Wettbewerb, was die geeignetste Schulform angeht, sondern ausschließlich um Besitzstandswahrung für die Eliten. Die Töchterchen/Söhnchen der Wohlhabenden/Gebildeten, die hier zu Lande ohnehin eine 2-3fach größere Bildungschance haben als Schüler aus bildungsfernen Schichten, mussten es gleich bleibend, sprich: unverändert gut haben. Spätzünder aus prekären Familien hingegen sollten als lästige Bremsklötze für (oft vorgebliche) Überflieger nach wie vor rechtzeitig ab- und ausgesondert werden. Vielfach gelang es dann, Feigenblätter zu setzen, etwa nach dem Motto: wenn denn der Ausgesonderte/die Ausgesonderte plötzlich zur Hochform aufliefe, könne er/sie immer noch in die attraktivere Schule wechseln. Dennoch bleibt die im dreigliedrigen Schulsystem vorgesehene frühe Entscheidung darüber, ob ein Kind nur hauptschulfähig oder aber fällig fürs Gymnasium sei, höchst ungerecht. Hauptsächlich deshalb, weil sie Kindern aus problematischen Milieus, die häufig eine zunächst unterentwickelte Disposition zeigen und deren Talente (weil kaum gefördert) erst später zu Tage treten, die Erfolgs-Chancen abschneiden. Sind diese Schüler erst einmal auf die „Hauptschul“- Route gebracht, überkommt sie häufig die Depression (ich habe versagt). Darüber hinaus werden Motivation, Vorbilder und erstrebenswerte Zielgrößen rar. Genau das Gegenteil widerfährt den „Erfolgreichen“. Sie finden auf den gymnasialen Wegen fast alles, was sie voranbringt.
Obwohl unser Land dringend gute Facharbeiter und Ingenieure braucht, sind die Konservativen offenbar fest entschlossen, den Anteil an un- und wenig gebildeter/ausgelieferter/williger Substanz in unserem Volk festzuschreiben. Dabei ist längst klar, dass auch aus bildungsarmen Schichten Menschen erwachsen, die für Nobelpreise gut sind. Man muss sie nur aufspüren wollen. Ich persönlich kenne mindestens fünf Menschen, die aus armen Arbeiterfamilien stammten und heute als Doktoren in Forschung und Lehre stehen.
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