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Blog
Der Autor setzt in der Rubrik "Blog" seine Betrachtungen zu buchrelevanten Themen fort. Dadurch werden wichtige Fakten und Sachverhalte ständig aktualisiert. Der Bezug zu "Störfall Zukunft - SchlussFolgerungen für einen möglichen Anfang" wird durch entsprechende Seitenverweise in den neu entstehenden Texten hergestellt.
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Die Euro-Krise und ... was man gegen sie tun kann |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Dienstag, 07. Februar 2012 um 13:44 Uhr |
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Das Geld regiert die Politik. Und wer regiert das Geld? Feststellung und Frage scheinen die Wirklichkeit von heute ganz maßgeblich zu beeinflussen. Und tatsächlich treiben die Finanzmärkte die Politiker vor sich her. Vor allem deshalb, weil Deutschland und Europa in großen Teilen fremdbestimmt sind – bedingt durch die wahnsinnige Verschuldung bei außereuropäischen Geldgebern (http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Bruchlandung.html). Gleichzeitig ist eine Reihe von To-big-to-fail-Banken in der Lage, Staaten zu erpressen. Ihre Drohung, bei Verweigerung von Rettung zusammenzubrechen und das Gesamtsystem mitzureißen, schüchtert Politiker zunehmend ein - weil die in der Regel nicht einschätzen können, wie gefährdet Banken wirklich sind. Andere Politiker – zum Beispiel die Ministerpräsidenten von Griechenland und Italien, die auf Drängen von Brüssel und IWF (also völlig undemokratisch) direkt aus dem Bankensektor ins Staatsamt gehievt wurden – vertreten eher ihre (bisherige) Branche und nicht, wie man annehmen müsste, die jeweilige Bevölkerung. Selbst der scheidende Chef der deutschen Bankenaufsicht (BaFin), Jochen Sanino, musste einräumen, dass sich die Finanzbranche zu einem hoch komplexen Gebilde entwickelt habe, das man nicht mehr beherrschen könne. 2008 sei die Chance einer Regulierung verpasst worden ⇛ http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-82995663.html; Rheinische Post vom 25. Januar 2012).
Derzeit herrscht Hysterie, und nahezu alle Politiker außer den deutschen übertreffen sich in Vorschlägen zur Vergrößerung von Rettungsschirmen. Die Aktivierung des ursprünglich für 2013 geplante Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) ist am 2. Februar 2012 – mit Unterschrift der Euro-Staaten-Botschafter – auf Juli 2012 vorgezogen worden ⇛ http://www.bundesfinanzministerium.de/nn_1270/DE/Wirtschaft__und__Verwaltung/Europa/Der__Euro/Stabilitaet/Stabilisierung-des-Euro/201202-ESM-FAQ,templateId=renderPrint.html. Restgelder des bislang gültigen Rettungsschirm ESFS (ca. 250 Milliarden Euro) hofft man auf ihn übertragen zu können. Der dann 750 Milliarden Euro starke ESF soll aber noch – ginge es nach dem Gros der Euroländer – auf 1.000 oder sogar 1.500 Milliarden Euro aufgestockt werden. Dagegen laufen Merkel und Schäuble derzeit noch Sturm – wohl vergebens, wie maßgebliche Medien süffisant einräumen. Eines aber haben die Deutschen offenbar erreicht: dass die Mittelbereitstellung aus dem ESM an den sogenannten Fiskalpakt (Details s. unten), sprich: eine strikte Haushaltspolitik a la Germany gebunden wird ⇛ http://www.euractiv.de/druck-version/artikel/esm-vertrag-unterzeichnet-005934; Den wirtschaftlich schwachen Ländern wird damit nicht nur ein quasi untragbares Korsett aufgebunden, es werden ihnen auch die Souveränitätsrechte beschnitten. Denn künftig bestimmt ein sogenannter Gouverneursrat darüber, ob ein Land Regeln verletzt und welche Peitsche es ggf. gegen sein Volk einsetzen muss. Auch das Prinzip der Einstimmigkeit wurde über Bord geworfen. So sieht der Vertrag vor, „dass für Beschlüsse eine qualifizierte Mehrheit von 85 Prozent reicht, falls die Kommission und die Europäische Zentralbank (EZB) zu dem Schluss gelangen, dass eine dringende Entscheidung über eine Finanzhilfe erforderlich ist, wenn die finanzielle und wirtschaftliche Tragfähigkeit des Euro-Raums bedroht ist“. Kein „kleines und mittleres“ Euroland – so heißt es – könne künftig Beschlüsse mit seinem Veto blockieren ⇛http://diepresse.com/home/wirtschaft/eurokrise/729130/Vertrag-fuer-dauerhaften-EuroSchirm-ESM-unterzeichnet. Der ESM, der Schuldner verklagen kann ohne dass es möglich ist, ihn selbst anzuklagen, ist maßgeblich ein Produkt der konservativen Regierungen in Deutschland und Frankreich und ebenso wie der Gouverneursrat ein Produkt undemokratischer Machtausübung. Denn weder die Länderparlamente, noch das EU-Parlament wurden bestellt, um dem Konstrukt und seinen Akteuren zuzustimmen. Und niemand der ESM- Gewaltigen dachte einen Augenblick lang darüber nach, wirtschaftliche Aufbauprogramme für potentiell schwache Länder zu installieren, um steigende Schulden künftig zu vermeiden. Allenfalls das bleibt ein Souveränitätsrecht derer, die - einmal stranguliert - ohne Hilfe nicht auf können. Auch Occupy Düsseldorf hat bereits gegen Inhalt und Unsinn des ESM demonstriert ⇛ http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=qO6wXGVjGP0.
Die Aufstockung der „Rettungsgelder“ führt zweifellos zu weiterem Anwachsen der schon jetzt „irren“ Verschuldung (und damit Abhängigkeit von außereuropäischen Geldgebern). Hätten Deutschland und Europa das Geld von ihren Bürgern geliehen, wie das z.B. in Japan der Fall ist, dann könnten Rating-Agenturen nichts gegen den Euro bewirken. So aber warten die Sprachrohre der Gläubiger nur darauf, Geldhäuser, Unternehmen und Staaten weiter abzustrafen und schließlich vernichten zu können. Dieses " Spiel" hatte mit der Degradierung Portugals, Italien, Belgiens, Ungarns vor Wochen einen zeitweiligen Höhepunkt erreicht. Inzwischen haben auch Frankreich, Österreich und der Rettungsschirm EFSF ihre Bestnote (AAA) verloren und Italien sowie Spanien eine erneute Abstrafung erfahren. Letztere traf auch Slowenien, Belgien und Zypern. (http://www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=a1&dig=2011%2F11%2F25%2Fa0053&cHash=d6ca340f97; http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1240495; http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,800041,00.html; http://www.taz.de/!85784/; http://www.zeit.de/wirtschaft/2012-01/fitch-eu-staaten).
Dass die Rating-Agenturen weiter herabstufen – ohne sich von den gegen sie gerichteten Klagen/Disziplinierungsmaßnahmen oder innereuropäische Stabilisierungsbestrebungen 1) beeindrucken zu lassen – zeigt, wohin die Reise geht. Darauf mit immer größeren Rettungsschirmen zu reagieren, ist nach Auffassung des krisenerfahrenen argentinischen Politikers Roberto Lavagna, aber auch des US-amerikanischen Nobelpreisträgers Paul Krugman grundfalsch – eine These, der sich inzwischen sogar der Vizechef der CDU-Bundestagsfraktion, Michael Meister, angeschlossen hat. Hier wird durch die Geberländer immer mehr Geld in ein Fass ohne Boden gestopft und gleichzeitig der Inflation Tür und Tor geöffnet. Seit dem 2. Dezember wird auch die "Hebelung" der im derzeitigen Rettungsschirm befindlichen Gelder als gescheitert
betrachtet. Offenbar reicht die Bürgschaft von 20% bei Ausfall erworbener Staatsanleihen von "Schuldenstaaten" nicht aus, um Investoren zum Kauf eben dieser Anleihen zu animieren.
Der Versuch von Merkel und Sarkozy, den sogenannten „Fiskalpakt“ in der EU durchzusetzen ging weitgehend daneben. Zwar verpflichteten sich 25 der 27 EU-Länder anlässlich des 14. Krisengipfels dazu, Schuldenbremsen einzuführen. Deren Einbindung in die jeweilige Verfassung (= Bestandsgarantie bei Regierungswechseln) aber wurde abgelehnt. Auch die quasi automatische Bestrafung von „Schuldensündern“ lässt sich nach augenblicklicher Verhandlungslage nicht umsetzen. Derzeit müsste ein EU-Land ein anderes verklagen, um das Thema „Strafe“ überhaupt vor den Kadi zu bringen. Auch der EU-Kommission wurde das Klagerecht bisher verweigert. Geradezu für Empörung sorgte das Ansinnen des deutsch-französischen Duos, fehlendes Wohlverhalten bei der Schuldentilgung durch einen eigens von der EU eingesetzten Staatskommissar ahnden zu wollen ⇛ http://www.dradio.de/dlf/sendungen/interview_dlf/1663953/.
Praktisch konnten Merkel und Sarkozy zur sogenannten „Beruhigung der Märkte“ nichts beitragen (vgl. auch http://www.wallstreet-online.de/nachricht/3983234-stimmen-krisengipfel-qualitaetssprung-fiasko). Denn weder ein Mehr an Sicherheit gegen Verschuldung, noch ein Mehr an Schuldenabbau, geschweige denn eine Lösung für Griechenland konnten bisher vermittelt werden (attac-Buchautor Steffen Stiele findet schon die Begrifflichkeit hanebüchen. Sinngemäß meint er: Dieses Ziel –Beruhigung der Märkte – ist unsinnig. Märkte verabscheuen jede Beruhigung, weil sie nur aus dem Auf und Ab der Kurse Gewinne generieren können ⇛ http://www.stoerfall-zukunft.de/buchtipp/329-auswege-aus-der-europakrise).
Parallel zum „Rettungsschirm-Theater“ wird die EZB bedrängt, weitere Anleihen von „Schuldenstaaten“ aufzukaufen. Derzeit ist das bereits für Anleihen aus Griechenland, Italien und Spanien im Umfang etwa 220 Milliarden Euro geschehen. Um aber alle fünf "Krisenländer" (Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien) für drei Jahre mit frischem Geld versorgen zu können, bräuchte man nach Meinung von Experten 1,5 Billionen Euro („Rheinische Post“, 2. Dezember 2011). Eine solche Geldmenge dürfte die EZB im Tausch gegen marode Staatsanleihen immer weniger aufbringen wollen – zumal ihr schon jetzt der Ruf anhaftet, zur Bad-Bank zu werden. Tatsächlich birgt die EZB bereits jetzt beachtliche Risiken. Denn sie steht beleibe nicht nur für die o. a. 220 Milliarden Euro, sondern für insgesamt 678 Milliarden Euro. Für ein solches Volumen hat es nie eine demokratisch legitimierte Zustimmung gegeben. In den 678 Milliarden stecken auch Anleihen, die notleidende Banken ausgegeben haben (auch diese riskanten Papiere tauschte die EZB gegen frisches Geld) sowie sogenannte Target-Kredite aus dem Warenhandel (hier hinter verbirgt sich die Kreditierung von Importen für wirtschaftlich schwache Länder und die Erlaubnis der EZB, dass dazugehörige Notenbanken auf Pump Geld drucken können). Ob damit alle Risiken, die die EZB bisher eingegangen ist, erfasst sind, weiß kein Mensch. Denn sowohl Infos über spezielle Aktivitäten als auch solche über die Verteilung der Risiken auf einzelne Länder gelten bei der EZB als Geheimsache. Selbst Mitglieder des Bundestags-Finanzausschusses erfahren darüber nichts http://mediathek.daserste.de/sendungen_a-z/432744_plusminus/9299576_alle-themen-die-sendung-vom-18-januar-2012).
Es gibt allerdings auch Leute, die die EZB „beauftragen“ möchten, alle Schulden, die die für die Eurozone vorgegebene Grenze von 60% des BIP überschreiten, zu übernehmen. Diese Maßnahme allein – so sie denn überhaupt finanzierbar wäre – könnte den „Schuldenstaaten“ aber nur scheinbar ein besseres Image verschaffen. Vor weiteren Attacken der Rating-Agenturen wären sie dann noch keineswegs sicher. Diese Sicherheit erstünde erst, wenn parallel dazu die Haushalte, die Wirtschaften, die Verwaltungen etc. – in Ordnung gebracht würden. Dafür aber fehlen alle Voraussetzungen – vor allem aber … noch mehr Geld.
Von den sogenannten Eurobond, die eine wirkliche Sicherheit für die Euro-Zone gewährleisten könnten, ist weiter unten die Rede. Konservative Kräfte in den reichen Geberländern verfolgen eine andere Strategie. Sie wollen die abgestraften Länder möglichst schnell loswerden, sprich: aus der EU entlassen, weil sie dann ihr Geld für die Stützung sparen und den Rating-Agenturen gegenüber besonders kraftvoll auftreten könnten. Ihnen drohte dann keinerlei Abstrafung. Die Fortsetzung dieses egoistischen Gedankens würde allerdings nicht nur die Auflösung des heutigen Europa bedeuten. Sie überließe Länder wie Griechenland dem totalen Chaos und unbeschreiblicher Not. Es war schon davon die Rede, dass Griechenland die derzeitigen Schulden von über 350 Milliarden Euro nie tilgen kann. Außerhalb der Eurozone – bei abgewerteter Drachme – wäre das geradezu ausgeschlossen (wenn sich diese Steigerung überhaupt noch anbietet). Gut möglich, dass die derzeit laufenden Verhandlungen zum Schuldenschnitt darauf hinauslaufen, ein teilentschuldetes Griechenland aus der Euro-Zone zu loben. Eine solche Lösung wäre allerdings nur möglich, wenn sie vom griechischen Parlament eingefordert würde. Man kann nur hoffen, das diese Situation nicht eintritt, denn mit den heute vorliegenden Zahlen ist die Lage bei weitem nicht beschrieben, Auch für den Fall der Ausgliederung gäbe es kaum Möglichkeiten, die Wirtschaft Griechenland auf ein für die Entschuldung notwendiges Maß „aufzupeppen“. Solidaritätsprogramme aus der Eurozone wären da eher nicht (mehr) zu erwarten. Die andere Seite der Medaille: Europa hätte politisch verspielt (zumal sich dieser Prozess bei Beibehaltung der falschen Strategien wiederholen könnte). Übrig bliebe ein abschmelzendes "Kerneuropa" aus "Musterschülern", das politisch und irgendwann auch wirtschaftlich zur Bedeutungslosigkeit schrumpfen würde.
Praktisch gibt es nur den einen vertretbaren Weg zur Erhaltung Europas, den über die schnellst mögliche Einführung der Eurobonds – bei gleichzeitig radikalem Schuldenerlass für die stark verschuldeten Länder. Alle Euro-Länder könnten dann zu einem einheitlichen Zinssatz Geld aufnehmen, was den Rating-Agenturen sofort den Wind aus den Segeln und Griechenland einen Großteil seiner Last nähme. Letzteres allerdings auf Kosten der Geberländer, die dann für aufzunehmendes Geld – statt 1,7 oder 2% – vermutlich das Doppelte an Zinsen zahlen müssten. Umgekehrt profitierten Länder wie Griechenland und Portugal, die heute mit 8-20% dabei sind. Die Einführung der Eurobonds bedeutete allerdings, das Regelwerk der Europäischen Union zu ändern. Der deutsche Sachverständigenrat hat dazu bereits Einzelheiten untersucht. U. a.verweist er auf die Notwendigkeit eines Schuldentilgungspaktes mit Tilgungsfond sowie daran zu knüpfende Regularien ⇛ http://www.sachverstaendigenrat-wirtschaft.de/fileadmin/dateiablage/download/gutachten/ga11_iii.pdf (insbes. Kapitel 3, S. 109/118). Über Alternativen dazu ist nichts bekannt.
Mit der Einrichtung eines funktionierenden Schuldentilgungsmechanismus allein ist es freilich nicht getan. Die Bewältigung der Misere setzt außerdem die Bereitschaft der wirtschaftlich starken Länder voraus, schwächeren EU-Partnern nicht nur zu vertrauen, sondern auch aktiv zu helfen. Ohne sofortige Aufbauprogramme für deren Wirtschaft, sprich: ohne ein Aufrücken der heute Schwächeren in der Reihe der starken Länder, dürfte auch diese Lösung nicht aushaltbar sein. Denn die immensen Schuldenlasten der Südländer müssen in überschaubarer Zeit abgetragen werden – will man innereuropäische Konflikte in Grenzen halten. Das allerdings ist über rigide Sparprogramme und willkürliche Steuererhöhungen nicht zu leisten – hier muss Wirtschaftskraft geschaffen werden. Es ist keine Frage: In den reichen Geberländern dürfte allein die Ankündigung von noch höheren Belastungen zu erheblicher Unruhe führen. Umso mehr, je länger die vereinbarten Eurobonds zu ihren Lasten ausgegeben werden. Dabei könnte es Deutschland und Frankreich ganz gut gelingen, dem Kostendruck auszuweichen. Schon wenn Deutschland dazu überginge, für Kapital- und Unternehmensgewinne einen durchschnittlichen EU-Steuersatz einzuführen, könnte die öffentliche Hand 70 – 85 Milliarden Euro mehr einnehmen ⇛ http://www.rp-online.de/wirtschaft/unternehmen/bsirske-uns-entgehen-milliarden-an-steuereinnahmen-1.2699541. Das brächte der deutschen Gesellschaft zwar neue Zerreißproben, aber auch mehr Gerechtigkeit. Umgekehrt müssten sich die wirtschaftlich schwachen Länder (sichtbar) verpflichten, ihre Konsolidierung strikt voran zu treiben (Unterschriften von allen politischen Parteien!). Allenfalls bei offensichtlicher Verweigerungshaltung dürften zuvor einstimmig/mehrheitlich vereinbarte Restriktionen greifen. Welche das sein könnten, ist derzeit nicht absehbar. Hierzu müssten sich die Politiker mit Einführung der Eurobond per Gesetz verständigen.
Angesichts der desolaten Lage sind Merkel und Co. angehalten, das Ruder unverzüglich herumwerfen. Andernfalls wäre es Sache der Opposition, den Kahn zu kippen. Geschieht das nicht, dann dürften unzählige europäische Banken sehr bald in Schieflage geraten und die Auseinandersetzungen um Schuldenschnitte zu brutalen Verwerfungen – auch im gesellschaftlichen Bereich – führen. Gleichzeitig wird die Zeit laufen und die Problemlösungen mit jedem Tag teurer machen.
Wer auch jetzt noch nicht begreift, dass Geld schonende Lösungen out sind, dass sich die drei großen Rating-Agenturen weder durch einen löchrigen „Fiskalpakt“ noch durch die Androhung alternativer Ratings, Klagen und Verbalattacken beeindrucken lassen, lässt das Europäische Haus langsam abbrennen. Bereits jetzt ist die Situation extrem ernst. Verheerend an der Lage ist auch, dass die europäischen Oppositionsparteien offenbar keinerlei Einfluss auf das Geschehen haben oder erlangen können. Ihnen fehlen die internen Infos der Finanzmarkt-Akteure, die allenfalls ein oder zwei Regierungsmitgliedern offenbart werden – und dann auch nur in Teilen. Bereits in der Merkel-/Steinbrück-Ära hatte sich der Grünen-Abgeordnete Ströbele darüber beschwert, dass selbst Angehörige des Bundestagsfinanzausschusses nicht erfuhren, was in abgeschirmten Lounges zwischen Ackermann, Schäuble und Merkel beredet wurde.
Vor allem die SPD lässt erkennen, dass sie dem Merkelschen Krisen-Management nichts entgegenzusetzen hat. Und es wirkt geradezu grotesk, dass man auch im Wahlkampf 2013 der Kanzlerin selbst nicht zusetzen will. Gäbe es nicht DIE LINKE, gäbe es nicht die Bürgerbewegungen (attac, campact, Occupy etc.) und einige (offenbar machtlose) Finanzexperten, man müsste ganz Deutschland/Europa ein Armutszeugnis in Sachen „Krisenbewältigung“ ausstellen. So aber gibt es durchaus Lösungsvorschläge – freilich solche, die die Mächtigen (bisher) nicht aufgreifen. Umso wichtiger ist es deshalb, den Druck der Straße massiv zu erhöhen. Wir brauchen dringend eine Reform der internationalen Finanzarchitektur, eine durchgreifende Reduzierung/Zerschlagung systemrelevanter (To-big-to-fail-)Banken, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer (0,05 %), radikale, maßgeblich von den Banken getragene Schulden-Erlasse in den vom Zusammenbruch bedrohten Staaten und Eurobonds. Das ist auch die Auffassung des Wissenschaftlichen Beirats von Attac ( http://www.attac-netzwerk.de/fileadmin/user_upload/Gremien/Wissenschaftlicher_Beirat/111012%20Argumentarium%20zur%20Krise%20Wissenschaftlicher%20Beirat.pdf). Entscheidungen zu diesen Maßnahmen müssen jetzt vor allem schnell getroffen werden – bevor auch Portugal, Spanien, Italien, Belgien, Slowenien etc. so hoch verschuldet sind, dass die Zinsen für die „Frischgeld“-Beschaffung ins Unermessliche steigen. Portugal wurde bereits mit 20% Zinsen auf seine Staatsanleihen getestet. Die Eurobonds sollten sofort auf den Tisch kommen. Schließlich wird ein gemeinsamer Zinssatz ganz maßgeblich davon beeinflusst, wie hoch die einzelnen Länder im Vergleich zum BIP in der Kreide stehen.
Die ESM-Strategie macht auch nach Auffassung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann keinen Sinn (http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/bundesbank-gegen-neue-euro-hilfe-1.2694492. Denn selbst, wenn neben Griechenland noch Portugal aufgefangen werden könnte – wer rettet Italien und Spanien? Und später auch immer weitere Länder, denn auch sie verschulden sich bei wirtschaftlicher Stagnation weiter. Mit der Folge, dass sie von den Rating-Agenturen ständig weiter herabgestuft werden. Ebenso falsch wäre es, mit der Ausgabe der Bonds zu warten, bis Merkels ESM- und Fiskalpakt komplett unter Dach und Fach ist. Das könnte Monate und Jahre dauern – denn so, wie der Pakt derzeit gestrickt ist, wird er auf erheblichen Widerstand stoßen (und vermutlich nie komplett ratifiziert werden).
!!!! DIE EUROBOND ERST DANN EINFÜHREN, WENN ESM UND FISKALPAKT IN TROCKNEN TÜCHERN SIND − GENAU DAS KÖNNTE DER POLITIK-ANSATZ VON MERKEL SEIN. GUT MÖGLICH, DASS SPD UND GRÜNE DIE KANZLERIN NACH (GEHEIM-)ABSPRACHEN IN DIESEM SINNE GEWÄHREN LASSEN !!! – der Atomkonsens lässt grüßen!
Mit der gleichen Entschlusskraft muss die Entschuldung von Griechenland über die Bühne. Täglich hört man, dass eine Entscheidung spruchreif sei. Nur – es tut sich nichts. Vermutlich deshalb, weil der Forderungsverzicht zwischen privaten Gläubigern, EZB und Staaten nach wie vor strittig ist.
Fazit: Wer jetzt weiter auf Zeit spielt und neue auszehrende Sparprogramme in die Welt setzt, wer jetzt die Rückversicherung braucht, dass Krisenstaaten perfekt ihre Hausaufgaben machen – es anderseits aber an konkreten Vorschlägen für solidarische wirtschaftliche Aufbau-Programme in diesen Ländern fehlen lässt, fährt nicht nur die Europäische Idee, sondern auch uns Europäer selbst in den Abgrund.
Weitere Gedanken/Handlungsvorschläge und Maßnahmen, die in diesem Zusammenhang mittel- und langfristig von Bedeutung sind:
1) Was wir brauchen, ist die Rückführung der Abhängigkeit von außereuropäischen Geldgebern
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Ein Krieg mit dem Iran muss unbedingt verhindert werden! (Update) |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Dienstag, 31. Januar 2012 um 18:28 Uhr |
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Das Szenario um ausgehende Rohstoffe - ich habe es des öfteren vorausgesagt - erscheint in diesen Tagen besonders plastisch. Dort, wo sich die letzten fossilen Energieträger, wo sich die ausgehenden Erze und Mineralien dieser Erde befinden, werden militärische Verbände heutiger und künftiger Großmächte, private Söldner-Armeen und bezahlte, einheimische Banden für die ungehinderte Ausplünderung der Wertstoff-Reste und deren Abtransport in die Energie- und Industrieschmieden der reichen/mächtigen Länder sorgen. Da wird niemand mehr nach den Souveränitätsrechten an Lagerstätten und Verkehrs-Routen fragen, sondern einfach dazwischen halten, wenn jemand den Raubbau stoppen will. Die armen Länder werden dann schon mindestens ein Jahrzehnt lang auf lebenswichtige Rohstoffe verzichtet haben und wirtschaftlich in Lethargie liegen. Meine Hoffnung, dass die Weltgemeinschaft diese Situation verhindert und die Explorationsgebiete unter UN-Schutz stellt, ist gering.
Heute geschieht genau das, was die Vorhölle ausmacht. Denn an der Straße von Hormus geht es m. E. nicht nur um die Sicherung der Öltransportwege durch westliche Luft- und Seestreitkräfte. Hier sollen auch zwei weitere Probleme im Sinne westlicher Machtstrategien "gelöst" werden. Zum einen soll das iranische Atomprogramm gestoppt, zum anderen das Achmadineschad-Regime durch ein willfähriges, dem Westen genehmes, ausgetauscht werden. Obwohl niemand im Ernst annehmen kann, dass der Iran eine demnächst verfügbare Atombombe einsetzen wird (das zöge die sofortige atomare Vernichtung des Irans und Teile der Nachbarstaaten durch die USA und Israel nach sich), ja nicht einmal zuverlässig genug bekannt ist, ob der Iran eine solche Waffe zu entwickeln vermag, gibt es seit dem 23. Januar auch das harsche Öl-/Devisen-Embargo der Europäischen Union (http://www.tagesschau.de/ausland/iranembargo110.html). Dem Iran werden auf diese Weise die Handlungsmöglichkeiten weiter eingeschränkt - möglicherweise mit dem Ziel, das gestresste Regime zum militärischen Erstschlag zu provozieren. Wo aufbegehrende Massen, wo ein arabischer Frühling als Angriffsgrund für amerikanische Cruise Missiles, britische und französische Bomber fehlen, muss das Objekt der Begierde einfach so unter Druck gesetzt werden, dass es außer Kontrolle gerät. Es ist eine Schande, dass auch Deutschland an diesem Würge-Spiel mitwirkt. Und es widert mich an, wenn Guido Westerwelle und der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger von einer zweiten Option - und zwar der von Verhandlungen – sprechen http://www.sueddeutsche.de/politik/atomstreit-mit-teheran-sicherheitskonferenz-chef-warnt-vor-krieg-mit-iran-1.1270387. Worüber soll ein in der Daumenschraube befindliches Land denn verhandeln?
Und Teheran gerät tatsächlich in eine schwierige Lage. Denn neben dem EU-Importverbot für iranisches Öl gibt es harte Handels- und Investitionsbeschränkungen für die petrochemische Industrie des Landes. Darüber hinaus haben die EU- Minister ein Lieferverbot von frischen Banknoten und Münzen sowie ein Verbot für den Verkauf von Gold, Diamanten und anderen Edelmetallen an den Iran verhängt. Damit nicht genug. Auch die Guthaben der iranischen Tejarat-Bank, die in Deutschland, Frankreich und Großbritannien vertreten ist, sollen eingefroren werden. Sanktionen treffen auch die iranische Zentralbank. Sie seien – so Medienberichte – erforderlich, um die Finanzierung des Atomprogramms weiter zu erschweren (http://www.suedostschweiz.ch/politik/eu-aussenminister-stoppen-oleinfuhr-aus-dem-iran).
Nun – Teheran, das die Öllieferungen spontan aussetzen wollte – reagierte letztlich gelassen. Was auf zwei Umstände hinweist: einmal auf die Tatsache, dass der Iran sein Öl problemlos auch anderswo absetzen kann (derzeit ist China mit großem Abstand der Hauptimporteur) und zweitens, dass Teheran bemüht ist, die Lage nicht weiter zu verschärfen. Das aber scheint vor allem die US-Amerikaner nicht zu beeindrucken. Im Gegenteil: Sie führen neue Geheimdienstberichte ins Feld, die den Iran schon 2013 im Besitz der Bombe wähnen. Niemand weiß, ob es dafür tatsächlich Anzeichen gibt, oder ob Washington – wie immer mal üblich – Lügen ausstreut. Fest steht, dass Barack Obama mit Außenministerin Clinton und Verteidigungsminister Panetta seine wichtigsten Akteure auf die Sicherheitskonferenz nach München beordert hat. Offenbar, um den Druck auf Europa zu erhöhen, sprich: Mitkämpfer einzuwerben. Bereits Ende Januar wurde gemunkelt, dass man die im Libyenkonflikt abgetauchten Deutschen in eine militärische Aktion einbinden möchte.
Angesichts dieser Fakten wird es höchste Zeit, dass wir Bürger den Ernst der Lage erkennen.
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Und wieder GERO JENNER. Diesmal mit dem Essay "Kriegswolken" |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Samstag, 21. Januar 2012 um 12:29 Uhr |
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Über der Euro-Krise wird der Iran-Konflikt immer mal ausgeblendet. Dabei könnte er die künftige Entwicklung weit stärker beeinflussen als das Gerangel um Schulden und Rating-Agenturen. Gero Jenner hat die derzeitige Embargo-Situation treffend charakterisiert und den möglichen militärischen Konflikt in aller Schärfe auf die Erdkarte projiziert → http://www.gerojenner.com/portal/gerojenner.com/Kriegswolken.html.
Aber lesen Sie selbst:
Es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn der nächste Krieg nicht demnächst stattfinden wird – ein Krieg, der die Wirtschaft nicht nur der Vereinigten Staaten ins Mark treffen wird. Dieser Krieg wird kein bloßes Feuerwerk sein wie im Irak 2003, und er wird nicht aus Guerillascharmützeln bestehen wie in Afghanistan. Dieser Krieg wird die heute schon erschütterte Vormachtstellung des Westens beenden und eine neue Epoche einläuten. Dabei sind es diesmal nicht die Vereinigten Staaten, die den Krieg mit Iran um jeden Preis wollen, so wie damals den Krieg mit Irak und Afghanistan. Im Gegenteil, Barack Obama weiß nur zu gut, dass für ihn jede Hoffnung auf Wiederwahl schwindet, wenn er amerikanische Truppen neuerlich in den Krieg treibt. Auch von Israel, das schon seit Jahren auf einen Schlag gegen die Mullahs drängt, wird er sich nicht um seine Chancen bringen lassen. Doch es gibt eine Logik des Aufschaukelns, deren klassisches Muster immer noch der Ausbruch des ersten Weltkriegs ist. Damals hätten die Hauptakteure den Krieg noch im letzten Moment lieber vermieden, doch hatten sie ihn in Wort und Tat so weit vorbereitet, dass es ohne Gesichtsverlust schließlich keinen Rückzug mehr gab. Diese Situation hat der Westen gegenüber dem Iran hergestellt. Die Unterbindung der iranischen Ölausfuhr durch Verbot des Geldverkehrs mit der Zentralbank treibt das Regime in die Enge (s. hierzu http://www.n-tv.de/politik/Iran-feuert-Qader-und-Nasr-ab-article5113616.html - Ulrich Scharfenorth) Denn das finstere Mullahregime zahlt soziale Leistungen aus seinen Öleinnahmen. Bleiben diese aus, dann wird die Bevölkerung kaum mehr ruhig zu halten sein. Es wird wieder zu Aufruhr in Teheran kommen. Das wissen die Mullahs. Und das weiß der Westen. Es ist nicht das erste Mal, dass der Westen von der Waffe des Ölembargos Gebrauch macht. Frühere Sanktionen richteten sich gegen den Irak, Nigeria, den Sudan und Libyen, gegenwärtig ist Syrien davon betroffen. Gewöhnlich hat sich diese Waffe eher als stumpf erwiesen, da es immer Wege und Mittel gab, den Belagerungsring zu durchbrechen. Aber die USA haben die Schlinge stark angezogen, und sie schneiden damit ein Land von seinen Einkünften ab, das mit den vorgenannten Staaten nicht zu vergleichen ist. Iran ist ein Schwergewicht in konventioneller Rüstung. Wäre dem nicht so, dann hätte die Israelis längst zugeschlagen. Iran lässt sich eher mit Japan vergleichen, über das die Vereinigten Staaten am 25. Juli 1941 ein Ölembargo verhängten. Die Antwort des in die Enge getriebenen fernöstlichen Reichs traf schon am 7. Dezember des gleichen Jahres ein. Sie hieß Pearl Harbor. Die Antwort Irans wird in ähnlicher Stärke erfolgen. Denn das Zeitfenster für das Mullahregime ist eng. Es braucht den Krieg besser heute als morgen, solange es nämlich die Mehrheit der Bevölkerung auf seiner Seite hat und sein konventionelles Waffenarsenal so gut bestückt ist, dass es die Straße von Hormus auf Jahre verminen und die Hauptschlagader westlicher Öleinfuhr auf diese Weise blockieren kann. Wie gesagt, Iran ist ein bis an die Zähne bewaffneter Staat. Vor allem aber ist das Land – im Unterschied etwa zum Irak des Saddam Hussein – von seiner Sendung durchdrungen. Wie meist in scheinbar unvermeidlichen Kriegen, stehen sich zwei Wahrheiten schroff gegenüber. Der Westen blickt mit Abscheu auf ein Regime finsterer religiöser Fanatiker, die den Staat Israel am liebsten von der Landkarte bomben möchten. Der iranische Gottesstaat nährt dagegen den überkommenen Glauben an schiitische Auserwähltheit. Die Mullahs verstehen sich zudem als Erben und Erneuerer eines Reiches, das in ferner Vergangenheit schon einmal über den gesamten Vorderen Orient herrschte. Sie sehen nicht ein, warum Staaten wie Frankreich, Russland, Großbritannien, China und die USA ihren Status als Atommacht wie ein Geburtsrecht für sich in Anspruch nehmen, während ihnen selbst der Zugang verwehrt wird. Erst recht nicht begreifen sie, warum man nicht sie, sehr wohl aber Israel, Indien und Pakistan zu Atommächten aufrücken ließ. Sie fragen sich, ob es auf dem Globus zwei unterschiedliche Klassen von Menschen gibt: auf der einen Seite die Herrenmenschen mit dem Zugang zur Bombe, auf der anderen zweitklassige Untermenschen, denen man Rechte und Verbote diktiert. Ginge es wirklich darum, die Verbreitung einer für das Überleben der Spezies brandgefährlichen Waffe zu ächten - warum haben dann die ursprünglichen Signatarmächte des Atomwaffensperrvertrags so viele Ausnahmen zugelassen? Warum haben sie ihre ursprüngliche Selbstverpflichtung zur gemeinsamen Abrüstung so schnell vergessen? Kein Zweifel: Die Mullahs haben die Welt schamlos und permanent belogen, aber sie leben inmitten von Staaten, wo die Lüge als Recht des Stärkeren gilt.
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WinterAUSLESE |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 20. Januar 2012 um 16:24 Uhr |
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Klischees und verklemmte Bilder: Warum alle Neo-Nazis aus der Ex-DDR kommen http://www.berliner-zeitung.de/magazin/rechtsextremismus-uwe-mundlos-und-ich,10809156,11369068.html
Hedgefonds fordern das „Menschenrecht auf Rendite“ ein ("Rheinische Post" vom 20. Januar 2012). Wäre nicht die böse Absicht erkennbar – die Meldung ginge als "Witz des Tages" durch.
Im "Ratinger Tragödchen" ließen es Musiker und Sänger/Sängerin wieder einmal krachen. Herausragend: Oliver Timpe → http://www.maedchen.eu.com/Willkommen.html mit "Wendeherbst" http://www.myspace.com/music/player?sid=79575023&ac=now
Der Abschuss von Raketen ins All sollte solange gestoppt werden, wie uns "ungeordnet" abstürzende Trümmer um die Ohren pfeifen.
Die Kölner Kreativ-Agentur youCom behauptet, dass weltweit agierende Unternehmen jährlich etwa 27 Milliarden Euro dadurch einbüßen, dass Beschäftigte während ihrer Arbeitszeit bei Facebook aktiv sind. 10% der Mitarbeiter seien sogar länger als fünf Stunden pro Woche dabei ("Rheinische Post", 7. Januar 2012).
Wie soll das eigentlich werden? Steigt die Wahlbeteiligung oder … verdrängen die Piraten "Die Linke" aus den Länderparlamenten?
Liedermacher Konstantin Wecker unterstützt Occupy … mit Aufrufen, Spenden und natürlich mit Musik (s. Anhang).
Im Skandal um Brust-Implantate meinte der Anwalt des verantwortlichen französischen Produzenten (Polly Implant Prothèse) lapidar: "Es war ein kapitalistisches Vorgehen, so ist das nun einmal." http://www.tagesspiegel.de/wissen/riskante-operation-gefaehrliche-brustimplantate/6004822.html
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attac zur Eurokrise |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Samstag, 14. Januar 2012 um 19:30 Uhr |
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Attac hat im Vorfeld des morgigen Aktions-Tages alles Wichtige zur Eurokrise in einem Fakten-Papier zusammengefasst.
Dem ist nichts hinzuzufügen (bitte ganz nach unten scrollen!):

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Ticker im Januar 2012 |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 13. Januar 2012 um 00:03 Uhr |
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.Tut mir leid: ich bin mit Leib & Seele gegen das Menschenrecht auf billiges Fleischfressen, oder besser: gegen das Recht des Menschen auf den Zugang zu Billigfleisch. Wer mir erklärt, auch der arme Mann müsse ausreichend mit Fleisch versorgt sein … , wer mir sagt, dass mit der Bereitstellung von immer mehr und immer billigerem Fleisch ein weiteres Stück der verhassten 2-Klassengesellschaft beseitigt wird … jawohl, eben der müsste in einem deutschen Mastbetrieb für Schweine, Puten oder Hähnchen für zwei Monate angekettet werden. Wobei ich für diese Zeit darauf drängen würde, die Antibiotika-Gaben im Stall einzustellen.
. Ich bin bei YouTube auf ein tolles Video gestoßen. Diesmal ging es nicht um Jo Kiki, der drei bis fünf Instrumente gleichzeitig spielt, sondern um fünf Leute, die sich an nur einem Instrument zu schaffen machen. Nun, die dumme Formulierung "zu schaffen machen" beschreibt das falsch. Da geht es wirklich – ganz toll - nach vorn los … http://www.youtube.com/watch?v=d9NF2edxy-M
. Sie haben vermutlich davon gehört, dass das silvesterliche "Dinner for one" ein wenig auf Merkel und Sarkozy zugeschnitten wurde. Aber waren Sie schon mitten dabei? NEIN ? Na dann los: http://www.youtube.com/watch?v=S8kj4JBf-W0&feature=player_embedded
. Weil live nichts lief, kramte ich vorgestern mal wieder in meinen Filmaufzeichnungen. Und stieß auf einen österreichischen Streifen, der mich schwer verstört hat: Import Export. Ulrich Seidl hat ihn in Szene gesetzt: http://www.filmstarts.de/kritiken/71634-Import-Export/trailer/19216356.html. Der Film lief bei den 60. Filmfestspielen in Cannes, wurde aber sonst nirgendwo ausgezeichnet. Das ist mehr als bezeichnend. Wer den Finger zu tief in die Wunden steckt, steckt im Gerangel um erste Plätze selbst fest. Hier sprengte der entwürdigende Umgang von Devisenbringern mit ukrainischen (Notfall-) Prostituierten ebenso jede Grenze wie die Bestandsaufnahme bei Demenzpatienten in österreichischen Pflegeheimen. Solch Movie will niemand … ganz gleich, ob es die Wirklichkeit bezeichnet oder nicht.
. Seit amerikanische Soldaten nicht nur foltern, sondern mit fetten Absätzen auf toten Gegnern posieren, wusste man, welch Abschaum in der US-Army dient. Heute wurde bekannt, dass sich diese Exzesse noch steigern lassen (http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistanvideo100.html) Es muss niemand wundern, wenn jetzt die Zahl der toten GIs weiter in die Höhe schnellt.
. Dass Spanien und Italien ihre Staatsanleihen heute zu vergleichbar guten Konditionen auf den internationalen Geldmärkten positionieren konnten, wird von den meisten unserer Medien bewusst falsch interpretiert. Der blasse Lichtpunkt kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass zwei Desaster unaufhörlich zur Hochform auflaufen: die Verschuldung Griechenlands von 162,8 % (2011) auf voraussichtlich 198,3 % des Bruttoinlandsproduktes (2012) → http://nachrichten.rp-online.de/wirtschaft/griechenland-erhaelt-16-milliarden-euro-neuen-kredit-1.2668842 und die neue Finanzblase.
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Wenig, und wenn ja: mit Bedacht kaufen |
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Geschrieben von: Ulrich Scharfenorth
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Freitag, 23. Dezember 2011 um 20:11 Uhr |
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Bevor Sie morgen kurz vor Ladenschluss Ihrem letzten Geschenk nachjagen, sollten Sie kurz nachdenken. Einmal darüber, ob Sie die von Meinungsforschungsinstituten in die Welt gesetzte Weihnachts-Kauf-Quote von rd. 240 € pro Person erfüllen wollen oder nicht, ob diese Quote kommuniziert wurde, um arme Leute zu einem neuen, verhängnisvollen Kreditklimmzug zu ermuntern (nach dem Motto: na wenn das so stimmt, muss ich wohl mithalten). Zum anderen aber sollten Sie kurz prüfen, ob das ins Auge gefasste Geschenk sinnvoll oder sinnlos ist – und sich auf keinen Fall vom schönen Schein blenden lassen. Der nämlich lauert – aus gutem Grund – überall. Der Kapitalismus nämlich kann ohne Wachstum nicht existieren. Und so trachten seine Protagonisten ständig danach, eben dieses Wachstum zu generieren. In hoch entwickelten Ländern mit stabiler, gut entwickelter Infrastruktur und hohem Lebensstandard wird es zunehmend schwerer, dieses Ziel zu erreichen. Produzenten und Dienstleister müssen Bedürfnisse für Produkte und Leistungen wecken, die im Grunde nicht gebraucht werden, alles tun, um den fortwährenden Austausch von Bauwerken, Transportmittteln, Gebrauchsgütern etc. durch jeweils neuere – noch vor Ablauf der jeweiligen Lebenszyklen - am Laufen zu halten und einen immer radikaleren Exportkurs steuern. Darüber haben sie einen weiteren fiesen Trend losgetreten, nämlich den, Produkte so zu konzipieren, dass sie nach vorgegebener Nutzungszeit (möglichst kurz nach Ablauf der Gararantiefrist) das Zeitliche segnen. So gibt es beispielsweise Scanner an Druckern, die ihren "Wirt" nach definierter Blattzahl tot melden oder PCs mit bewusst schwach ausgelegten Akkus und Platinen, die irgendwann abrauchen. Reparaturen lohnen dann nicht. Oft sind sie teurer als ein neues Gerät ("taz", 10./ 11. Dezember 2011). Extreme Strategien zielen darüber hinaus auf die Zerstörung des Bestehenden jenseits der eigenen Grenzen – meist in politisch missliebigen rohstoffreichen Ländern, die – erfolgreich zerbombt – zu Waren- und Dienstleistungs-Importen für den Wiederaufbau genötigt werden. Und eben diese mit Rohstoffen zu oft aufdiktierten Preisen bezahlen. All dieser Wachstumswahn setzt eine hemmungslose Verschwendungsmentalität voraus,
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