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Am gestrigen Donnerstag kam es in der Diakonie Flingern (Düsseldorf) zu einer interessanten Begegnung mit Hendrik Biebeler, Referent am Institut der deutschen Wirtschaft Köln (Bild-Mitte), Sven Giegold, Mitglied der Grünen Fraktion im Europaparlament (rechts) und Thomas Eberhardt-Köster, Mitglied von Attac Düsseldorf (links). Referiert wurde zum Thema "Wachstum im Spannungfeld zwischen Nachhaltigkeit und Marktwirtschaft". Die Ergebnisse von Vorträgen und Diskussion spiegelten den bekannten Disput zwischen Wachstumsbefürwortern und denen, die Glück und Gemeinwohl als vornehmliche Messlatte für künftiges Leben betrachten. Hierzu siehe „Weiter so … oder Wirtschaft ohne Wachstum? http://www.stoerfall-zukunft.de/blog.
Für mich persönlich gab es sechs interessante Feststellungen:
Thomas Eberhardt-Köster (sinngemäß):
• Nur gemeinsame Anstrengungen der drei maßgeblichen Partner – Politik, Wirtschaft und Konsumenten – können eine Wende in Richtung des nachhaltigen Wirtschaftens anstoßen und schließlich herbeiführen.
• Heute gelte es, kleine Inseln mit Vorbild-Charakter zu schaffen, die in ihre Umgebung ausstrahlen und sich allmählich vergrößern (Felber-Modell … u.s. ... http://www.stoerfall-zukunft.de/buchtipp/233-gemeinwohl-oekonomie). Ein Beispiel dafür wäre die genossenschaftlich organisierte regionale (dezentrale) Stromerzeugung
• Die von verschiedener Seite für künftiges Wirtschaften vorgeschlagene "Einpreisung der Natur" (Verbrauch und Belastung) führt - zumindest teilweise - in die falsche Richtung. Weil das der Übernutzung der Natur nur bedingt Einhalt gebietet (Starke Wirtschaftsunternehmen können sich trotz weiterer Umweltvernichtung problemlos ein grünes Image zulegen und schwächere Wettbewerber noch eher auskonkurrieren … u.s.)
Sven Giegold (sinngemäß):
• Die Entwicklung des Bruttoinlandsproduktes (BIP) ist völlig uninteressant. Wichtig ist, dass Wirtschaft nachhaltig und zu Wohle der Gesellschaft organisiert ist, wobei die Unterschiede zwischen Arm und Reich reduziert werden müssen. Hier ergebe sich ein wichtiges Betätigungsfeld für die Politik (Förderung aller Bestrebungen zur Nachhaltigkeit, gerechtere Besteuerung etc.).
• Ein global aufgezogener "CO2-Emissionsrechte-Handel" ist abzulehnen, weil er wie ein Ablasshandel funktionieren dürfte. Es kann nicht sein, dass sich ein starker Konzern den Freibrief für weiteres Verschmutzen dadurch erkauft, dass er Drittweltländer für das Nichtabholzen ihrer Urwälder bezahlt. Innerhalb eines geschlossenen Systems jedoch (z.B. EU …u.s.) ist der Handel durchaus sinnvoll.
• Es ist falsch, Politiker grundsätzlich als Galionsfiguren von Wirtschaft und Finanzwesen zu diskreditieren. Hier muss differenziert werden. Ohne Mitwirkung der "richtigen" Politiker ist eine Wende im "Wirtschaftsgebaren" nicht durchzusetzen. Meine Bemerkung dazu: Um nachhaltiges Wirtschaften auch per Dekret durchsetzen zu können, bedarf es der politischen Macht derer, die das Ziel bedingungslos vertreten. Dazu gehört mehr als beispielsweise die "Regentschaft" der Grünen (stärkste Partei in einer noch virtuellen Regierung). Die nämlich sind sich zwar in wichtigen umweltpolitischen Zielen einig, vertreten aber – was wichtige Komponenten der "Eigentumsgesellschaft" betrifft (u. a. Status des Eigentums, Verhältnis von öffentlichem, Gemein- und Privateigentum, Vermögens- und Erbschaftssteuern, Umfang von Sozialleistungen etc.) sehr unterschiedliche Auffassungen. Es dürfte – vor allem, wenn man Koalitionen mit den "Linken" nach wie vor ausschließt – noch geraume Zeit dauern, bis die Visionen von Giegold und Eberhardt-Köster signifikant greifen. Wenn sie denn gegen den Widerstand der Altvorderen überhaupt durchzusetzen sind. Dennoch ist es m. E. richtig, den Vorstellungen beider Referenten zu folgen – in der parlamentarischen Arbeit, im sozialen Umfeld und auf der Straße.
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